Bereits der Name Beinwell verrät uns, seine hauptsächliche Wirkung. Traditionell wurde er bei Knochenbrüchen eingesetzt. Ursprünglich stammt der Beinwell aus Osteuropa und Asien. Mit der Zeit hat er sich aber in Europa und Nordamerika verbreitet. Das die Pflanze recht robust und nicht besonders anspruchsvoll ist, tut da sicher ihr übriges. Den Namen Beinwell erhielt die Pflanze, weil ihr eine heilungsfördernde Wirkung auf Muskeln, Sehnen, Haut und Knochen nachgesagt wird.

Was genau ist Beinwell?

Der Beinwell ist eine Staude, mit rauhaarigen, stark geäderten herablaufenden Blättern, die bis zu 30 cm breit und 50 cm lang werden können. Die Blüten des Beinwells sind weißlich bis gelblich, rötlich bis blauviolett. Insgesamt kann die Pflanze bis zu 1,50 cm hoch werden. Sie wächst sehr schnell und man kann sie 5-6 Mal im Jahr schneiden. Die Wurzeln des Beinwells sind außen dunkelbraun und innen fleischig und weiß. Sie entwickeln ein weitläufiges Wurzelsystem und eine Wurzel kann sogar armdick werden und bis zu einem Meter lang werden.

Diese Stoffe sind in Beinwell enthalten

Im Beinwell finden sich Allantoin, Aspargin, Cholin, Flavonoide, Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren, Schleimstoffe und Triterpenoide. Auch der Anteil an Vitamin B12 ist extrem hoch. Weitere Bestandteile sind Panthothensäure, Niacin, Riboflavin, Vitamin A, Vitamin C, Kalium und Calcium.

Zusätzlich sind im Beinwell folgende Inhaltsstoffe enthalten: Chlorophyll, Phosphor und viele Spurenelemente.

Wie wirken die Stoffe des Beinwells?

Der Wirkstoff von dem wir beim Einsatz beim Mensch und Hund am meisten profitieren ist Allantoin. Er ist in allen Pflanzenteilen enthalten und es handelt sich um ein Stoffwechselprodukt, dass eine wundheilende und zellregenerierende Wirkung hat. Allantoin kann auch synthetisch hergestellt werden, aber man vermutet, dass das natürliche im Beinwell vorkommende Allantoin vor allem durch das Zusammenspiel mit den anderen enthaltenen Inhaltsstoffen synthetischen Produkten überlegen ist.

Extrawissen: Aufgrund lebertoxischer Inhaltsstoffe wird Beinwell nur äußerlich angewendet.

In der Naturheilkunde wird die Wurzel der Beinwellpflanze daher vor allem bei:

eingesetzt.

Aber auch bei Ekzemen, Stichen, Mastitis, Hautausschlägen, Krampfadern, Konjunktivitis, Hautgeschwüren oder Wunden kann es Linderung verschaffen und die Heilung fördern.

Extrawissen: ich empfehle dir, getrockneten Beinwell beim Krallenschneiden stets bereitzuhalten. Er ist ein sehr wirksamer Blutstiller. Wenn du ihn einfach auf die Wunde tupfst, wird die Blutung sofort gestoppt.

Wann solltest du auf Anwendungen bzw. Produkten mit Beinwell verzichten?

  • bei Welpen
  • für trächtige und laktierende Hündinnen ist er nicht geeignet
  • bei Hunde mit Lebererkrankungen

So kannst du Beinwell bei deinem Hund einsetzen

Meistens wird die Wurzel als Umschlag oder in einer Salbe verwendet. Es können aber auch Blätter und die Wurzel verwendet werden. Ich selber setze Beinwell beim Hund sehr gern als Wickel ein. So lässt er sich sehr gut bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose, Verstauchungen, Sehnen- und Bandverletzungen, Muskelverletzungen und Verspannungen, sowie Arthritis gezielt am „Ort des Geschehens“ einsetzen.

So stellst du einen Beinwell Wickel her

Wickel mit Wurzelpulver

Wenn du zur Herstellung eines Beinwell Wickels Wurzelpulver verwendest, rührst du das Pulver mit kaltem oder heißem Wasser zu einem Brei an. Diesen Wurzelbrei trägst du dann dick auf ein Leintuch auf. Schlage es dann ein und lege den Wickel dann auf die gewünschte Stelle. Du kannst den Wickel dann noch mit einem Außentuch befestigen, um ein verrutschen zu verhindern.

Wickel mit frischer oder getrockneter Wurzel

Wenn du die frische oder getrocknete Wurzel verwendest, dann solltest du die getrocknete Wurzel möglichst klein hacken oder auch mahlen. Dann kochst du sie 10-20 Minuten auf. Danach siebst du sie ab und trägst die feuchte Masse auf ein Leinentuch auf, schlägst es ein und legst den Wickel auf die betroffene Stelle auf.

Beinwell Wickel mit Blättern

Wenn du die Blätter des Beinwells für einen Wickel nutzen möchtest, dann musst du im ersten Schritt die frischen Blätter mit einem Nudelholz walzen. Dadurch werden die Fasern gebrochen. Nun legst du die Blätter kurz in schwach kochendes Wasser. Im Anschluss nimmst du die Blätter und legst sie auf ein Leinentuch. Schlage dies ein und lege es auf die Stelle, die du behandeln möchtest

Das solltest du bei der Anwendung des Beinwell Wickels beachten

Dein Hund sollte bei einer Anwendung mit einem Wickel ruhen. Achte darauf, dass er nicht friert. Wenn du einen Wickel beim Hund anwendest, solltest du nach wenigen Minuten die Reaktion auf seiner Haut überprüfen. Wenn die Haut stark errötet oder Pusteln auftreten, solltest du den Wickel sofort entfernen. Achte darauf, dass bei einem warmen Wickel die Temperatur des Wickels nicht zu hoch ist. Das kannst du leicht überprüfen, wenn du die Temperatur des Wickels an der Innenseite deines eigenen Handgelenks überprüfst. Wenn du den Wickel auflegst, solltest du immer schauen, dass du ihn faltenfrei auflegst. Gebe deinem Hund nach der Anwendung des Wickels etwas Zeit, nachzuruhen.

Wie lange und wie häufig?

Wenn dein Hund es toleriert, kannst du den warmen Wickel zwischen 15-30 Minuten aufliegen lassen, bis er kalt geworden ist. Bei kalten Wickeln im Gegenzug, kann er aufliegen, bis er warm geworden ist. Einen Wickel kannst du ohne weiteres auch 2 Mal täglich anwenden.

Wenn du deinen Hund gern mit naturheilkundlichen Produkten und Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt, dann kann ich dir übrigens die SHOP APOTHEKE sehr ans Herz legen. Dort findest du eine Vielzahl an hochwertiger Produkte für die Gesundheit deines Hundes!

Hast du bereits Erfahrungen mit Beinwell im Einsatz beim Hund gesammelt? Teile sie gern mit mir und anderen Hundefreunden in den Kommentaren.