Muskelverletzung beim Hund – wie sie entsteht, woran du sie erkennst und wie die Reha ablaufen sollte

Muskelverletzung beim Hund – wie sie entsteht, woran du sie erkennst und wie die Reha ablaufen sollte

Sowohl beispielsweise beim Spielen mit anderen Hunden, aber auch beim Hundesport kommt es häufig zu Muskelverletzungen. Dabei sind schmerzhafte Muskelverspannungen, Muskelzerrungen, der Muskelfaserriss, Muskelbündelriss und der Muskelriss die Bekanntesten. Sie alle basieren auf demselben Verletzungsmechanismus und unterscheiden sich ausschließlich über die Schwere der Muskelverletzung. Weitere Erkrankungen der Muskulatur sind beispielsweise Entzündungen der Muskulatur, teils mit Beteiligung der Knochenhaut, wie am Schienbein und Muskelentzündungen und neuronale Reizungen wie im Bereich der Adduktoren.

Mögliche Symptome einer Muskelverletzung beim Hund

Bei einer Muskelverletzung kommt es zu einem plötzlichen, heftigen bis stechenden Schmerz. Die weiteren Symptome sind:

  • Schwellung
  • kurzzeitige Dellenbildung
  • Bluterguss
  • Bewegungseinschränkung und je nach Schwere Bewegungsunfähigkeit

Liegt eine Verspannung oder Zerrung vor, ist eine Bewegung unter minimaler Kraftminderung möglich. Bei einem Muskelfaseriss kommt es zum Kontraktionsverlust. Liegt ein Muskelbündelriss oder Muskelriss vor, kommt es zu einer Immobilität. In etwa fünf Tage nach der Verletzung sollten sich die Symptome bei einer schmerzhaften Verspannung und einer Muskelzerrung deutlich verbessern. Bei schwerwiegenderen Verletzungen ist zu diesem Zeitpunkt lediglich eine geringe Besserung der Symptome normal.

Behandlung der Muskelverletzung

Wenn ein Hund Muskelverletzung erleidet, sollte man umgehend die PECH Regel anwenden. Das bedeutet:

P – Pause einlegen

E – Eis auflegen

C – Compression anlegen

H – Hochlagern

Es ist wichtig, den Hund dem Tierarzt vorzustellen und ihn der Verletzung entsprechend behandeln zu lassen. Bei einem Muskelfaserriss  oder einem Muskelriss kann eventuell eine Punktion notwendig werden und ein Zusammennähen der gerissenen Fasern. Im Anschluss an eine Muskelverletzung ist eine entsprechende Rehabilitation notwendig. Die genauen Maßnahmen in der Physiotherapie sind immer abhängig von der Art und Schwere der Verletzung. Begonnen werden sollte mit der Physiotherapie jedoch sofort.

Grundsätzlich brauchen Muskeln entsprechend Zeit, um sich zu regenerieren. In der Physiotherapie können beispielsweise physikalische Therapien wie Elektrotherapie, Lasertherapie oder Ultraschalltherapie eine gute Unterstützung sein. Je nach Reha-Status können auch Massagen, Training im UWL und aktive Bewegungsübungen unterschiedlicher Art eingesetzt werden. Die Auswahl der therapeutischen Maßnahmen richtet sich immer individuell nach dem Patienten.

Die Rehabilitation bei Muskelverletzungen kann man grob in fünf Phasen aufteilen:

Bei der physiotherapeutischen Behandlung sollte immer an die Erwärmung des verletzten Muskels gedacht werden. Zudem ist eine stufenweise, schmerzfreie (!) Dehnung wichtig, um einer Narbenretraktion zu verhindern. Dies bedeutet ein Zusammenschrumpfen des Gewebes im Rahmen des Heilungsprozesses. Hierdurch können Verengungen und Kontrakturen entstehen. Auch einer erneuten Ruptur bzw. Verletzung wird so entgegengewirkt. Muskelverletzung beim Hund

Phase 1 der Rehabilitation

Im ersten Schritt wird mit der vorsichtigen Mobilisation des Bindegewebes begonnen. Dabei sollte das verletzte Gewebe keinesfalls zu stark beansprucht und überdehnt werden. Auch sanfte Massagen können je nach Verletzung sinnvoll sein. Die Schmerzlinderung ist in dieser Phase sehr wichtig.

Phase 2 der Rehabilitation

Nun geht es darum, die Belastbarkeit sukzessive zu steigern. Isometrische Muskelübungen ohne Krafteinsatz sind hier sehr sinnvoll. Der Vorteil von isometrischen Bewegungsübungen ist, dass es ein Muskeltraining ohne Längenänderung der Muskulatur ist.

Phase 3 der Rehabilitation Muskelverletzung beim Hund

In der dritten Phase der Reha geht es darum, die verletzte Muskulatur an funktionelle Belastung und Dehnungen heranzuführen. Zusätzlich sollte die Gelenkbeweglichkeit trainiert werden. Sind Bewegungen schmerzfrei möglich, kann das Isotonische Training begonnen werden. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass es zu einer gleichbleibenden Muskelspannung unter Bewegung kommt, sprich eine Muskellängenänderung. Es kann mit einem leichten Krafttraining und Ausdauertraining begonnen werden. Das Training sollte immer vorsichtig erfolgen.

Phase 4 der Rehabilitation

In der vierten Phase der Rehabilitation ist das Koordinationstraining besonders wichtig, um das Zusammenspielen von Nerven, Muskeln und Gelenken zu verbessern. Eine zunehmende Aktivierung und Belastung des verletzten Muskels ist nun möglich.

Phase 5 der Rehabilitation

In der fünften Phase der Rehabilitation geht es nun vor allem um das sportspezifische Aufbautraining. Hier sollte bewusst daraufhin trainiert werden, was für die Sportart benötigt wird. Die wichtigsten Muskelgruppen für den jeweiligen Sport sollten gezielt trainiert werden, um das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Gelenk zu stärken und einen guten Schutz des Gelenks durch eine stabile Muskulatur zu gewährleisten. Muskelverletzung beim Hund

Komplikation, die bei einer Muskelverletzung auftreten können

Es kann bei einer Verletzung eines Muskels zu folgenden Komplikationen kommen:

– Narbenbildung

– Zystenbildung Muskelverletzung beim Hund

– Myositis ossificans

Arthrose durch vorübergehende, eingeschränkte Beweglichkeit eines Gelenk

Vermeidung von Muskelverletzungen im Sport

Muskuläre Dysbalancen sollten vermieden werden. Dies kann man mit einem gezielten Krafttraining effektiv vorbeugen. Vor Belastung bzw. sportlichen Aktivität ist ein gutes Aufwärmen unverzichtbar. Nach dem Sport sollte man sich Zeit für ein Cool Down nehmen. Wenn der Hund eine Muskelverletzung erlitten hat, sollte sie immer richtig ausheilen.

Muskelverletzung beim Hund

Was passiert, wenn man nach einer Muskelverletzung zu früh mit dem Training beginnt?

Nicht selten wird nach einer muskulären Verletzung zu früh wieder in den Sport eingestiegen oder mit dem sportspezifischen Training begonnen. Das steigert das Risiko einer erneuten Verletzung. So sollte der Hund erst mit den aktiven Muskelübungen beginnen, wenn diese garantiert schmerzfrei möglich sind. Zeigt der Hund Anzeichen von Schmerzen, muss die Belastung verringert werden.

Wann kann man mit dem sportspezifischen Training nach Muskelverletzungen beginnen?

Wann wieder ins sportspezifische Training eingestiegen werden kann, ist abhängig von der Art und Schwere der Verletzung. Grob kann man sagen, dass bei Muskelzerrungen die sportspezifische Belastungsfähigkeit in der Regel nach zwei bis vier Wochen wieder gegeben ist. Bei einem Muskelfaserriss nach vier bis acht Wochen. Leidet der Hund unter einem Muskelriss ist ein sportspezifisches Training nach 12-16 Wochen meist wieder möglich. Grundsätzlich muss jeder Fall allerdings individuell betrachtet und behandelt werden.

Wann ist eine Muskelverletzung als ausgeheilt zu betrachten Muskelverletzung beim Hund

Eine muskuläre Verletzung wird als ausgeheilt betrachtet, wenn der betroffene Muskel ohne Beschwerden kontrahiert werden kann. Normale Bewegungsabläufe sollten wieder hergestellt sein und es darf keine Einschränkung in der Beweglichkeit bei benachbarten Gelenken vorliegen.

Das kannst du als Hundehalter bei Muskelverletzungen aktiv selbst tun

Als Hundehalter kannst du deinem Hund Erleichterung beispielsweise mit Quarkwickeln verschaffen. Spreche die Anwendung allerdings immer mit deinem behandelnden Therapeuten ab. Zusätzlich sind unterstützende aktive Bewegungsübungen wichtig, die du dir als Hausaufgabenprogramm begleitend zur Behandlung durch deinen Hundephysiotherapeuten zeigen lassen kannst.

Fazit für die Rehabilitation von Muskelverletzungen

Muskelverletzungen brauchen ausreichend Zeit, um komplett zu verheilen. Auf ein entsprechendes Ausheilen sollte man auch achten, damit erneute Verletzungen vermieden werden. Die Reha gestaltet sich bei Sporthunden, deren Muskulatur besonders intensiver Beanspruchung ausgesetzt ist wesentlich differenzierter und intensiver. Bei sportlich geführten Hunden sollte man unbedingt darauf achten, dass man nicht zu schnell wieder in die sportliche Aktivität einsteigt, um erneute Verletzungen zu vermeiden. Muskelverletzung beim Hund

Alles Liebe, deine Tina

Dein Hund hat Arthrose? Tipps für ein sinnvolles Arthrosemanagement!

Dein Hund hat Arthrose? Tipps für ein sinnvolles Arthrosemanagement!

Arthrose beim Hund zu „managen“, ist etwas, was den meisten Hundehaltern große Probleme bereitet. Denn Arthrose kann echt ein „Arsch“ sein. Auch wenn das jetzt nicht wirklich fachlich und sachlich formuliert ist. Oft wird die Arthrose spät erkannt und die Lahmheit ist häufig diffus – mal lahmt der Hund und mal nicht. Und der Hundehalter gänzlich verunsichert, was man denn am besten machen sollte.

Soll der Hund geschont werden oder eben gerade nicht? Was tun, wenn der Hund mal humpelt und dann wieder wochenlang nicht. Woran liegt es und was kann man tun? Zu diesen Fragen werde ich dir im Artikel Antworten geben. Nicht zu allen Punkten kann man eine klare und einheitliche Lösung formulieren, aber ich kann dir eine Richtung an die Hand geben, um mit der Arthrose deines Hundes besser umzugehen.

Als Erstes schauen wir, wie ein Gelenk funktioniert Hund hat Arthrose

Auch wenn es verschiedene Gelenkformen und –arten gibt, so eint alle Gelenke, dass sie Bewegung brauchen, damit die Ernährung des Knorpels gewährleistet ist. Die Nährstoffe, die der Knorpel braucht, gelangen nämlich mit einer Pumpbewegung über die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel. Diese Pumpbewegung wird durch die Bewegung des Gelenks ausgelöst. Das kannst du dir vorstellen, wie ein Schwamm, der zusammengedrückt wird.

Bleibt nun die Bewegung aus, weil wir unseren Hund gänzlich schonen, schränken wir damit auch die Ernährung des Gelenkknorpels ein. Die Arthrose schreitet weiter fort. Das Gegenteil dessen, was wir eigentlich wollen.

Hinzu kommt aber noch, dass sich die Konsistenz der Gelenkflüssigkeit verändert. Sie ist nicht mehr geschmeidig, sondern wird zäh. Durch die eingeschränkte Beweglichkeit verliert dein Hund auch Muskulatur und Bänder und Sehnen werden ebenso in Mitleidenschaft gezogen. Dein Hund ist in einem Teufelskreis. Mit dem Verlust der Muskulatur steigt nämlich auch wieder die Last auf das Gelenk in der Bewegung und in der Folge der Verschleiß. Dein Hund hat Schmerzen und schont sich. Dafür werden die anderen Läufe mehr belastet. Dadurch können in anderen nun überlasteten Körperbereichen nun auch Arthrose und muskuläre Verspannungen entstehen. Ein Rattenschwanz an Folgen, die eine “kleine“ Arthrose so nach sich ziehen kann. Somit sollte klar sein, dass eine gänzliche Schonung nicht die Lösung für einen Hund sein kann, der unter Arthrose leidet.

Die Lösung: Der goldene Mittelweg ist richtig – und wie sieht der aus?!

Dazu gehört, dass der Hund nicht gänzlich geschont werden sollte, aber auch nicht über die Maße belastet werden sollte. Zudem kommt es auf die Art der Bewegung an. Das hört sich jetzt alles sehr schwammig an. Aber eine generalisierte Aussage dazu kann man nicht machen, denn jeder Hund ist individuell.

Spaziergänge mit arthrosekranken Hunden

Wir man die Spaziergänge mit einem Hund, der unter Arthrose leidet, gestalten sollte, ist ein ganz zentrales Thema, denn für unsere Hunde sind regelmäßige Spaziergänge einfach wichtig.

Mein Rat ist, dass du die Spaziergänge mit deinem Hund kürzer gestaltest und er möglichst nicht in die Lahmheit verfällt. Sprich, bevor er Beschwerden zeigt, solltet ihr wieder Zuhause sein. Lahmt dein Hund nämlich, belastet er die anderen Läufe vermehrt, was du Verspannungen und Arthrose in weiteren Gelenken führen kann. Dafür kannst du aber häufigere Gassirunden machen. Als Beispiel: statt 2 großen Runden á eine Stunde könntest du stattdessen 3-4 Mal 20-30 Minuten mit deinem Hund spazieren gehen.

Die kürzeren Spaziergänge verkürzen auch die Regenerationszeit deines Hundes und die Gelenkbelastung ist nicht so intensiv. Die Länge der Spaziergänge solltest du wie gesagt individuell auf deinen Hund anpassen und zwar so, dass möglichst vermieden wird, dass er beginnt zu lahmen. Angepasste Bewegung ist hier also das Zauberwort.

Auch wenn dein Hund humpelt, ist sein Bewegungsdrang nicht zu bremsen?

Klar, denn ein Hund hat kein Vernunftsdenken. Das bedeutet, dass wir das für unseren Hund übernehmen müssen. Er denkt sich nicht:“ Oh, heute ziept mein Kniegelenk aber wieder, da sollte ich mich schonen!“. Sei du also vernünftig für deinen Hund. Hat er einen ungebrochenen Bewegungsdrang, dann beschäftige ihn anderweitig. Kopfarbeit ist ein sehr guter Ausgleich und macht auch müde.

Schmerzmanagement im Kampf gegen die Arthrose

Das Schmerzmanagement beim Hund ist ein sehr groß gefächertes Thema und würde den Rahmen sprengen. Was mir allerdings wichtig ist: dein Hund sollte keine Schmerzen leiden. Punkt. Daran gibt es nichts zu rütteln und nichts zu diskutieren.

Ich weiß, dass viele Hundehalter oft lange zögern, bis sie ihren Hund mit Schmerzmitteln versorgen. Als Argument wird hier die Belastung der Organe bei der Verstoffwechselung des Medikaments angebracht. Wenn wir uns nun aber mal in uns selbst versetzen, stellt sich die Frage, ob wir bereit wären mit einem dauerhaften Gelenkschmerz umherzulaufen und wie dieser Schmerz unseren Alltag beeinflusst. Diesen Vergleich kann man durchaus heranziehen, da wir wissen, dass Hunde Schmerzen so empfinden, wie wir Menschen.

Demzufolge kann man auch sagen, dass Schmerzen die Lebensqualität des Hundes mindern. Zudem hat es dramatische Folgen, wenn ein Schmerz chronisch wird und so selbst zu einem Krankheitsbild wird.

Wie man das Schmerzmanagement gestaltet, muss man individuell für den Hund entscheiden. Ob man auf konservative Schmerzmedikation setzt, auf Unterstützung durch Nahrungsergänzungsmittel oder auch eine Kombination aus beidem, sollte man Fall zu Fall entschieden werden.

Zusätzlich gibt es auch aus der Hundephysiotherapie viele therapeutische Maßnahmen, die man gezielt einsetzen kann, um Schmerzen zu lindern, wie z.B. Lasertherapie, Akupunktur, Elektrotherapie, etc..

Auch „Hausmittel“ wie Quarkwickel oder Beinwellwickel kannst du als Hundehalter selbst sehr gut einsetzen.

Das Ziel: Die Gelenkbeweglichkeit fördern und erhalten, die Muskulatur stärken und ein gesundes Gangbild trainieren

Es ist bei einem von Arthrose betroffenen Gelenk unverzichtbar, dass wir es wieder mobilisieren. Nur so können wir das Fortschreiten der Arthrose aufhalten. Dies erreichst du mit Bewegungstraining. Ganz genauso, wie man es in der Humanphysiotherapie macht. Verschiedene regelmäßig durchgeführte Bewegungen helfen, den Bewegungsradius des Gelenks zu erhöhen, die Muskulatur zu fördern und dem Hund das Vertrauen in den Lauf wiederzugeben. Nur so wird er ihn auch wieder zur Gänze belasten.

Auch dies ist ein Teil des Arthrosemanagements, denn du als Hundehalter nach entsprechender Anleitung selbst übernehmen kannst. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest und deinen Hund bei Arthrose unterstützen möchtest, dann lege ich dir meinen online Arthrosfit Selbstlernkurs für Hundehalter ans Herz. Dort lernst du gezielt Bewegungsübungen für deinen Hund, die ihn bei Arthrose in Bewegung halten und erhältst zusätzlich viele wertvolle Informationen rund um ein sinnvolles Arthrosemanagement beim Hund und umfassende Anleitungen zu begleitenden Maßnahmen.

Du siehst, die Arthrose beim Hund im Zaum zu halten und im Alltag damit umzugehen, bedarf verschiedener Maßnahmen, die ineinandergreifen und sich gegenseitig ergänzen.

Viele dieser Maßnahmen kannst du selbst aktiv beeinflussen und als Hundehalter übernehmen.

Alles Liebe,

deine Tina

 

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Wenn ein Hund unter Arthrose in den Zehen – also unter einer Zehengelenksarthrose –  leidet, wird das meist kleingeredet und verharmlost. Das ist ja nur eine Arthrose im Zeh. Dabei hat eine Arthrose im kleinen Zeh eine große Auswirkung auf das Befinden deines Hundes.

Die Pfoten deines Hundes sind täglich im Einsatz

Dein Hund braucht seine Pfoten. Und zwar täglich. Die Zehengelenke müssen jede Bewegung des Körpers mitmachen. Wenn er unter einer Arthrose in den Zehengelenken leidet, wirkt sich das auf jeden seiner Schritte aus. Und zwar schmerzhaft. Zwar ist ein Zehengelenk nur ein sehr kleines Gelenk im Vergleich z.B. zur Hüfte, doch wenn es schmerzt, wirkt sich das dennoch stark auf die Fortbewegung deines Hundes aus.

Er beginnt zu humpeln, vielleicht dauerhaft, vielleicht auch „nur“ intermittierend, möchte seine Pfote nicht mehr richtig belasten. Das hat Folgen für den gesamten Hundekörper. Die betroffene Pfote wird entlastet, andere Körperbereiche werden dadurch vermehrt belastet. Dies bietet übrigens den perfekten Nährboden, dass durch Überlastung nun auch Arthrose in anderen (Zehen-) Gelenken entsteht. In diesem Artikel findest du übrigens viele allgemeine Informationen zum Krankheitsbild der Arthrose.

Der normale Bewegungsablauf ist gestört und zusätzlich können auch muskuläre Verspannungen auftreten. Das in aller Kürze zusammengefasst.

Die Anatomie der Zehengelenke beim Hund

Schauen wir einmal kurz auf die Pfote deines Hundes. Anatomisch gesehen werden die Zehengelenke gern vernachlässigt und Hüfte, Ellbogen / Co. sind in unserer Wahrnehmung viel präsenter. Die Zehengelenke des Hundes sind die Gelenkverbindungen zwischen den einzelnen Zehengliedern, aber auch der Zehengrundglieder mit den Mittelfußknochen.

Vom Aufbau her unterscheidet man zwischen Zehengrund-, Zehenmittel- und Zehenendgelenken.

Der Aufbau der einzelnen Gelenke entspricht dem eines ganz „normalen“ Gelenks. Das heißt zu den gelenkbildenden Bestandteilen gehören die knöchernen Gelenkpartner, die Gelenkkapsel, Gelenkknorpel, Gelenkflüssigkeit, sowie stabilisierende Bänder. Aber alles in sehr, sehr kleiner Ausführung, wenn man ein Zehengelenk beispielsweise mit dem Kniegelenk vergleicht.

In der Behandlung der Zehengelenksarthrose macht es uns diese Feingliedrigkeit nicht wirklich einfacher. Aber dazu später mehr.

Wie kann eine Arthrose in den Zehengelenken entstehen?

  • Verletzungen
  • Verschleiß aufgrund des Alters
  • Übergewicht
  • Fehlstellungen
  • Übermäßige Belastung

Diese Anzeichen können auf eine Arthrose in den Zehengelenken hindeuten

  • Lahmheit – dauerhaft oder intermittierend
  • Häufiges Belecken der Pfoten und Gelenke, was häufig als Putzen missverstanden wird
  • Immer wieder Hochhalten der Pfote
  • Der Hund läuft „wie auf Eiern“
  • Berührungsempfindlichkeit an den Pfoten
  • Spürbare Erwärmung der Gelenke
  • Schwierigkeiten bei Alltagsbewegungen wie Treppensteigen, ins Auto steigen
  • Weniger Freude bei Spaziergängen
  • Der Hund läuft steifbeinig
  • Spielfreude lässt nach

Dies ist natürlich nur eine Auswahl an Symptome. Wichtig ist, wenn du die Anzeichen bei deinem Hund erkennst, dass du ihn deinem Tierarzt für weitere Untersuchungen vorstellst. Notiere dir am besten vor dem Arztbesuch, was du beobachtet hast. In der Aufregung beim Tierarzt sind oft plötzlich alle Gedanken verschwunden, die man sich vorher dazu gemerkt hat.

So diagnostiziert der Tierarzt die Arthrose in den Zehengelenken

Der Arzt wird die Pfote genau untersuchen und die Beweglichkeit der Gelenke überprüfen. Auch auf mögliche Schmerzanzeichen achtet er dabei. Zudem ist es wichtig zu hören, ob das Gelenk eventuell Krepitationsgeräusche (trockenes, mahlendes Geräusch des Gelenks) durch den Knorpelschaden zeigt. Weiterhin wird er natürlich untersuchen, ob dein Hund eventuell eine andere Verletzung hat, wie durch einen Dorn o.ä.. Mit Hilfe einer Röntgenaufnahme kann durch die Bildgebung die Arthrose im Zehengelenk sichtbar gemacht werden.

Wie behandelt man eine Zehengelenksarthrose beim Hund?

Wie eben bereits angesprochen ist die Behandlung ausgesprochen schwierig. Aber nicht unmöglich. Keinesfalls solltest du mit der Haltung „Es ist ja nur ein Zehengelenk, das macht nichts!“ agieren und es einfach ad acta legen. Wie zu Beginn des Artikels beschrieben hat auch eine „kleine“ Arthrose im Zehengelenk große Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat des Hundes.

Die Behandlungsziele sollten sein:

  • Schmerzlinderung
  • Das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten
  • Die Gelenkbeweglichkeit und Gelenkfunktion erhalten und fördern
  • Eine möglichst normale Belastung der Pfote, damit normale und gesunde Bewegungsabläufe des gesamten Körpers möglich sind.
  • Entzündungshemmung

Behandlungsmöglichkeiten

Aus tierärztlicher Sicht wird meist zu einer konservativen Therapie mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern geraten. Das lindert möglicherweise (aber nicht immer) den Schmerz, aber die Arthrose hat trotzdem weiterhin freie Bahn. Im nächsten Schritt wird die Zehe dann oft amputiert. Doch das hat signifikante Auswirkungen auf die Bewegung des Hundes. Man muss dazu sagen, dass der Hund eine Amputation einer der äußeren Zehen besser kompensieren kann, als wenn es sich um mittlere Zehen handelt, die im Mittelpunkt der Belastung stehen.

Doch auch wenn die Behandlung der Zehengelenksarthrose nicht einfach ist, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten aus dem physiotherapeutischen Bereich, auf die wir zurückgreifen können. Einige davon kannst du auch als Hundehalter Zuhause (nach Absprache mit dem Physio) durchführen.

Meine Empfehlung bei der Behandlung einer Zehengelenksarthrose:

Ich setze beispielsweise gern die Lasertherapie ein, die gute Erleichterung schafft und die Entzündung und Schmerzen lindert, sowie die Beweglichkeit erhöht. Auch das passive Bewegen der Zehengelenke ist sehr hilfreich. Dies kann auch als Hausaufgabenübung durch den Hundehalter durchgeführt werden.

Zusätzlich sind Wickel, wie z.B. Quarkwickel, Beinwell– oder Retterspitzwickel gute Möglichkeiten, die ebenfalls durch den Hundehalter angewandt werden können.

Regelmäßige Bewegungsübungen aus dem aktiven Bewegungstraining helfen deinem Hund, wieder gesunde Bewegungsabläufe zu trainieren. Auch bei einer Zehengelenksarthrose ist im Endeffekt der gesamte Körper beteiligt und sollte auch in der Behandlung berücksichtigt werden.

Zusätzlich kann es deinem Hund helfen, unterwegs einen Pfotenschuh zu tragen. Auch das schützt das Zehengelenk, puffert etwas und dämpft mögliche Schmerzen ab. Achte dabei darauf, dass der Pfotenschuh nicht zu eng, aber bitte auch nicht zu locker sitzt. Zudem sollte er nicht auf die betroffene Zehe drücken. Mittlerweile werden auch Orthesen angeboten, die die betroffene Pfote schützend umgeben und ähnlich wie der Pfotenschuh wirken. Hier solltest du eine Orthese von einem Orthopädietechniker für Hunde anfertigen lassen.

Zusätzlich bieten Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke nähren, eine gute Möglichkeit deinen Hund zu unterstützen. Hier seien als Beispiele Kollagenpeptide, Grünlippmuschelextrakt, Teufelskralle, & Co. genannt.

Was kann und sollte man im Alltag bei einer Zehengelenksarthrose beim Hund beachten?

Bitte vermeide unbedingt, dass dein Hund auf hartem Untergrund läuft. Du wirst feststellen, dass er auf einem Untergrund wie Asphalt deutlich mehr lahmt. Wähle stattdessen nachgiebige Untergründe wie beispielsweise Waldboden. Der ist gelenkschonender und dämpft deutlich ab. Für einen Hund mit Arthrose in den Zehen ist das eine riesige Erleichterung.
Passe zudem die Spaziergänge dem Befinden und der Erkrankung deines Hundes an. Die Spaziergänge sollten so gestaltet sein, dass du kürzere Runden läufst und dafür häufiger. Das ist besser, als zwei große Spaziergänge am Tag zu machen.

Du siehst, es gibt bei einer Arthrose im Zehengelenk beim Hund viele Möglichkeiten ihn zu unterstützen. In jedem Fall sollte die Gelenkerkrankung ernst genommen werden und nicht aufgrund der geringen Gelenksgröße verharmlost werden.

Du hast noch Fragen zum Thema? Schreibe mir gern eine Email an tina@doggy-fitness oder hinterlasse mir einen Kommentar!

Alles Liebe,

Tina

Verwaltet von Viethback IT - Sebastian Vieth mit freundlicher Unterstützung von Pro Concept Store