Deshalb sollten Welpen und Junghunde nicht (zum Spaß) springen!

Deshalb sollten Welpen und Junghunde nicht (zum Spaß) springen!

Immer wieder sehe ich Videos in denen Welpen und Junghunde über Hürden oder auch andere Hindernisse springen. Oftmals einfach so zum Spaß. Doch das kann für einen jungen Hund sehr gefährlich sein. Du magst dir nun vielleicht denken, dass das völlig übertrieben sei, wenn ein Welpe oder Junghund zum Spaß ein paarmal über ein Hindernis springt. Er macht es ja nur mal so.

Doch besonders das ist fatal! In diesem Fall ist das Verletzungsrisiko besonders hoch. Welpen nicht springen

Warum ist das so? Welpen nicht springen

Der aktive und auch der passive Bewegungsapparat – also z.B. Muskulatur, Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder – passen sich an regelmäßige Bewegungen in ihren Strukturen an. Das bedeutet, wenn ein Hund einer regelmäßig wiederkehrenden Belastung z.B. beim Sport nachgeht, passt sich der Körper an. So nimmt z.B. in den stärker beanspruchten Körperregionen die Knochendichte zu. Der Körper kann mit der Belastung umgehen. Welpen nicht springen

Wenn ein Hund nun nur mal aus Spaß über Hürden hüpft oder anderweitig Hindernisse überspringt, ist der Körper auf diese Belastung nicht vorbereitet. Beim Welpen und Junghund kommt hinzu, dass der Hund die Bewegungsabläufe vielfach nicht gut kennt und sie somit auch nicht gut austarieren und steuern kann.

Der Bewegungsapparat ist noch nicht für solche Aktionen trainiert. Hinzu kommt, dass bei Welpen und Junghunden die Wachstumsfugen noch nicht geschlossen sind und Sprünge Gift für den Bewegungsapparat sind. Wenn es zu stauchenden Bewegungen kommt, kann es passieren, dass die Wachstumsfugen sich schneller schließen und das Wachstum gehemmt wird. Hiervon geht man beim Menschen bereits aus und auch bei Hunden wird dies vermutet. Welpen nicht springen

Wie macht man es richtig?

Im Wachstum sollte dein Hund nach Möglichkeit nur seinem Alter entsprechende Spaziergänge machen, gern auch mit Hundekumpels tollen. Doch Bewegungen wie Sprünge sollten vermieden werden. Dazu gehört übrigens auch das Springen ins Auto und auch heraus.

Du kannst deinen Hund in der Wachstumsphase z.B an das Laufen auf verschiedenen Untergründen heranführen, und insgesamt seine Koordination und sein Körpergefühl trainieren mit aktivem Bewegungstraining fördern. Das gemeinsame Training stärkt übrigens auch eure Bindung.

Damit schaffst du für ihn eine gute Basis für sein ganzes Leben. An das Thema Sprünge, wie z.B. im Hundesport, sollte dein Hund langsam herangeführt werden, wenn er ausgewachsen ist. Zuvor kannst du ihn aber z.B. schon mit den Hindernissen vertraut machen.

Alles Liebe, deine Tina

Bewegung bei Welpen und Junghunden – wie viel ist gesund und was ist richtig?

Bewegung bei Welpen und Junghunden – wie viel ist gesund und was ist richtig?

Wenn ein Welpe einzieht, ist das eine aufregende Zeit. Man möchte ihm die Welt zeigen und alles zusammen erleben. Auch der Erkundungsdrang des Welpen oder Junghundes ist schier unerschöpflich. Trotzdem sollte man an dieser Stelle auch ein wenig Vernunft walten lassen. Für einen Welpen ist es nicht gesund, stundenlange Spaziergänge über weite Strecken zu machen.
Dies überfordert den Hund und seine Knochen und Gelenke sind dieser Belastung noch nicht gewachsen. In der Folge kann es zu Gelenkproblemen kommen.

Bei unseren Hunden findet die Knochenentwicklung von innen nach außen statt. Das bedeutet, das die Knochen zwar von Geburt an angelegt sind, aber noch nicht fertig ausgebildet. Erst mit Abschluss des Wachstums sind die Wachstumsfugen komplett geschlossen.

Wie viel Bewegung darf mein Welpe denn bekommen?

Man kann hierzu keine pauschale Aussage machen, denn dies ist vom Alter und der Rasse des Hundes abhängig. Ein kleiner Hund wie ein Dackel ist früher ausgewachsen, als ein großer Hund wie ein Berner Sennenhund. Die Wachstumsfugen schließen z.B. bei einem kleinen Hund mit 10-12 Monaten, bei sehr großen Rassen erst mit ca. 16-18 Monaten. Bei einem mittelgroßen Hund ist dies mit ca. 12-14 Monaten der Fall.

Grundsätzlich ist aber jeder Hund individuell zu betrachten, da sie sich unterschiedlich schnell entwickeln. Bis die Wachstumsfugen komplett geschlossen sind, sollte man die Intensität der Bewegung in jedem Fall im Blick haben und anpassen.
Welpenbelastung: was ist mit der 5 Minuten Regel?

Es kursiert eine „Regel“ im Internet, die besagt, Welpen dürften nur 5 Minuten pro Lebensmonat laufen.

Dies halte ich für wenig empfehlenswert. Dies würde bedeuten, dass ein 3 Monate alter Welpe sich am Tag 15 Minuten bewegen darf. Meiner Meinung nach würde man damit den Hund in seiner natürlichen Entwicklung sogar stören und zwar sowohl körperlich als auch geistig. Denn neben der eingeschränkten Bewegung kommen auch noch Unruhe und ein unausgeglichenes Verhalten dazu.

Zu wenig Bewegung von Welpen ist ebenfalls schädlich!

Die Bewegung nach Minuten zu steigern, ist also wenig sinnvoll. Der Grund dafür: Knochen und Gelenke brauchen Belastung und Bewegung, um sich gesund zu entwickeln!

Wird die Bewegung drastisch eingeschränkt und der Bewegungsapparat nicht ausreichend belastet, kommt es zur Bildung von weichen Gelenkstrukturen. Dies begünstigt die Bildung von Gelenkerkrankungen wie Arthrose. Ein gesundes Maß an Bewegung gibt den Knochen und Gelenken also erst die Möglichkeit, sich auf Belastung auszurichten. Die Gelenkstrukturen werden gestärkt und die Ausrichtung nach entstehenden Zug- und Druckkräften wird gefördert.

Ausreichende Bewegung fördert also eine gesunde Entwicklung des Bewegungsapparates. Gleichzeitig wird durch gesunde Bewegung auch das Körpergefühl, die Koordination und Balance des Welpen von klein auf gefördert.

Was passiert bei Überlastung eines Welpen und Junghundes?

Bei jungen Hunden sind Bänder und Muskeln noch schwach ausgebildet, die Knochen sind noch nicht fertig „ausgewachsen“. Gerade die „unreifen“ Knochen tragen allerdings in dieser Phase die Hauptlast des Körpers. Bei falscher Belastung kann sich das Skelett verformen und dauerhafte Gelenkschäden entstehen. Wer also der unermüdlichen Bewegungsfreude seines jungen Hundes und der eigenen großen Freude am ausgiebigen Spaziergang nachgibt, riskiert lebenslange Gelenkschäden, wie Arthrose beim Hund.

Das gesunde Mittelmaß

Meiner Meinung nach ist es wichtig, die Bewegung des Welpen und jungen Hundes nicht nach Minuten auszurichten, sondern ein gesundes Mittelmaß zu finden. Vor allem aber geht es hierbei nicht nur um Bewegung bei einem Spaziergang, sondern aus einer sinnvollen Kombination aus Spaziergängen und anderen Formen, der aktiven Bewegung. Hierzu zählt das Spiel mit Mensch und Artgenossen, aber auch bereits das gezielte spielerische Bewegungstraining durch leichte aktive Übungen, die Körpergefühl, Balance und Koordination fördern.

Und besonders wichtig: man sollte dem Hund immer wieder ausreichende Ruhephasen gönnen! Hierbei kann der Hund schlafen, sich ausruhen und die Erlebnisse und das Erlernte verarbeiten. Ein Hund muss nicht in Watte gepackt werden, aber der gesunde Menschenverstand sollte es uns ganz klar sagen, dass es nicht gesund ist, wenn ein 4 Monate alter Hund 1 Stunde am Stück spazieren geht.

Im nächsten Blogartikel erfährst du, wie du gezielt die Bewegungen deines jungen Hundes trainieren kannst und welche Bewegungen schädlich sind!

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Das Schwimmersyndrom – wenig erforschte Welpenerkrankung

Das Schwimmersyndrom – wenig erforschte Welpenerkrankung

Hast du schon vom Schwimmersyndrom gehört?

Wahrscheinlich eher nicht, da diese Erkrankung im jüngsten Welpenalter auftritt. Also bevor du deinen Hund aufgenommen hast. Das Schwimmersyndrom – auch Flat Puppy Syndrom genannt – ist eine noch sehr wenig erforschte Entwicklungsstörung beim Welpen. Es tritt auf zwischen dem 10-16 Lebenstag. Bei wenigen Welpen auch später mit 4-5 Wochen. Also recht lange bevor sie in ihre Menschenfamilie ziehen.

Wie zeigt sich das Schwimmersyndrom?

Betroffene Hundewelpen kommen nicht auf die Beine. Sie liegen auf dem Bauch und spreizen die Beine ab. Das bedeutet, Stehen ist nicht möglich und so rudern sie mit ihren Beinchen. Das ähnelt den Bewegungen eines Schwimmers. So ist die Krankheit zu ihrem Namen gekommen. Es können alle vier Läufe betroffen sein. Allerdings auch nur Vorder- oder Hinterläufe. Die Welpen sind in der Regel trotz der Bewegungseinschränkung putzmunter.

Bleiben dauerhafte Schäden zurück?

Je früher mit der Bewegungstherapie begonnen wird, desto eher können Spätfolgen verhindert werden. Dazu gehören beispielsweise Deformationen. Denn es besteht die Gefahr, dass sich der Brustkorb verformt durch das permanente Liegen. Bei richtiger Behandlung entwickeln sich 99% der erkrankten Welpen ganz normal. Zur Unterstützung ist eine Physiotherapie sehr wichtig. Auch die Gabe eines Vitamin B Komplexes kann Sinn. Diagnostiziert werden kann das Schwimmersyndrom über einen klinischen Untersuchungsgang.

Alternative Diagnose – welche Erkrankungen sollten ausgeschlossen werden?

Es gibt einige Erkrankungen, die ausgeschlossen werden sollte. Dazu gehören angeborene Fehlstellungen oder Erkrankungen des Nervensystems sowie Infektionserkrankungen.

Welche Hunde sind häufig betroffen?

Grundsätzlich können alle Rassen betroffen sein. Häufig sind es jedoch kleinere Hunderassen, die am Schwimmersyndrom erkranken. Übrigens können auch Katzenwelpen betroffen sein.

Was kann die Physiotherapie erreichen?

Ziel der Physiotherapie ist es, Deformationen des Skeletts zu vermeiden. Auch Muskelkontrakturen und Abbau sollten durch entsprechende Bewegungstherapien vermieden werden. Der Welpe wird beim Laufen lernen unterstützt. Der Hundehalter sollte unbedingt intensiv in die Therapie involviert werden. Maßnahmen wie mehrfach tägliches passives Bewegen und Bewegungsanbahnungen unterstützen die Gesundung maßgeblich.

Wichtige Empfehlungen für Züchter

Es ist empfehlenswert, die Wurfkiste mit rutschfestem Untergrund auszustatten. Betroffene Welpen sollten häufig umgebettet werden um Deformationen zu vermeiden. Zudem sollten sie weich liegen und optimalerweise auf der Seite. Auch wichtig: übergewichtige Welpen müssen Gewicht reduzieren.

 

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