Behinderter Hund – Unverzichtbare Tipps für ein Leben mit Handicaphund

Behinderter Hund – Unverzichtbare Tipps für ein Leben mit Handicaphund

Ein behinderter Hund wird immer noch häufig kritisch angeschaut und gefragt, ob das Leben denn überhaupt lebenswert sei. Sehr oft habe ich mich mit Snowy dieser Frage stellen müssen. Doch ich sage ganz klar JA! Snowy hat ihre Handicaps, doch über die Jahre haben wir immer wieder neu unser Leben und unseren Alltag angepasst. Viele Menschen sind verunsichert und haben Angst und Sorge, einen Hund mit einem Handicap zu adoptieren. Doch auch wenn der eigene Hund nach einer Erkrankung oder einem Unfall ein Handicap hat, sind Hundehalter überfordert. Kein Wunder, ändert sich doch so vieles im Alltag und man muss sein Leben neu einrichten und auf die besonderen Bedürfnisse des Hundes einrichten.

Es gibt allerdings mittlerweile viele – oftmals auch sehr einfache Dinge und Hilfsmittel – mit denen du euer Zusammenleben und den Alltag deines Hundes erleichtern kannst. Daher habe ich dir eine ganze Reihe von Ideen und Möglichkeiten zusammengestellt.

Man kann so vieles tun, um seinem Handicap-Hund den Alltag zu erleichtern:

Viele Hundehalter wissen gar nicht, was es mittlerweile alles im Angebot gibt für ältere oder Handicap-Hunde. Auch wenn es immer noch Menschen gibt, die dies für übertrieben halten – „es ist ja immer noch ein Hund“ – halte ich es für wichtig für deinen Hund aber auch für dich, dass ihr euch den Alltag so leicht wie möglich macht. Das spart Zeit und Energie für tolle gemeinsame Aktivitäten.

  • erhöhter Wasser-/Futternapf – ich weiß, der Wolf bekommt sein Kaninchen auch nicht auf dem Baumstamm serviert um sich nicht bücken zu müssen. Aber du kannst dir sicher vorstellen, welche Erleichterung eine erhöhte Futterbar für deinen Hund bedeutet
  • lege die „Highways“ im Haus oder in der Wohnung, die dein Hund am meisten benutzt, um sich zu bewegen mit rutschfestem Teppich oder ähnlichem aus. Das gibt ihm Halt und verhindert Stürze.
  • ein wärmender Mantel im Winter – schützt deinen Hund davor auszukühlen, hält Gelenke und Muskulatur geschmeidig und beugt Verspannungen vor.

Auch hiermit hilfst du deinem Hund:

  • orthopädische Hundebetten – guter Schlaf ist wichtig für jeden Hund. Doch besonders für ältere, erkrankte und Hunde mit Handicap ist es sehr wichtig gelenkschonend gelagert zu sein. Dein Hund liegt nicht nur perfekt, auch die Blutzirkulation ist optimal und Schmerzen können gelindert und vermieden werden.
  • Hunderampen fürs Auto – einen kleinen Hund kannst du ins Auto heben. Bei einem größeren Hund empfehle ich dir eine Hunderampe, auf der dein Hund sicher ins und aus dem Auto steigen kann.
  • Treppchen für das Sofa – dein Hund kuschelt gern bei dir auf dem Sofa oder im Bett? Mit Handicap wird der Aufstieg und auch das Runterklettern schnell zum unüberwindbaren Hindernis und Stürze sind vorprogrammiert. Dafür gibt es mittlerweile tolle Treppen, mit denen dein Hund sicher und bequem auf und absteigen kann.
  • Tragehilfen beim Treppensteigen – einen kleinen Hund kann man bequem tragen, doch ist der Hund größer oder schwerer kann das schnell gefährlich für dich und deinen Hund werden. Eine Tragehilfe entlastet euch Beide und ermöglicht leichtes und sicheres Treppensteigen.

Die Orthopädietechnik hält eine Vielzahl an Lösungen bereit:

Orthopädietechnik für Hunde?! So etwas gibt es? Ja und sie entwickelt sich rasant. Angelehnt an den Humanbereich wurden in den letzten Jahren viele Möglichkeiten entwickelt, deinen Hund mit Orthopädietechnik zu unterstützen. So sind folgende Produkte heute weit verbreitet. Zumeist ist eine Maßanfertigung für optimale Entlastung und Passform sinnvoll.

  • Bandagen
  • Orthesen
  • Prothesen
  • Hunderolli

Ein Physiotherapeut kann deinen Hund unterstützen mit:

Auch wenn dein Hund unter einem dauerhaften Handicap leidet, ist es sinnvoll und wichtig, deinen Hund physiotherapeutisch und mit Bewegungstherapie zu unterstützen. Dadurch kann man das Handicap zwar nicht „beseitigen“. Doch du hast die Möglichkeit, Verspannungen zu lösen, die sich durch veränderte Bewegungsabläufe zwangsläufig ergeben. Du kannst auch eine möglichst gleichmäßige Muskulatur erreichen und die Gelenke entlasten. Dies sind einige Bereiche aus der Physiotherapie, die deinem Hund helfen können.

  • Massagen und passive Bewegungsübungen
  • Laser
  • Elektrotherapie
  • Hydrotherapie
  • Akupunktur
  • Manuellen Therapieformen

Es gibt Möglichkeiten, wie du deinen Hund mit Übungen und Maßnahmen aus der Physiotherapie selbst unterstützen kannst:

Der regelmäßige Besuch beim Physio deines Vertrauens ist wichtig, keine Frage. Doch mindestens genauso wichtig ist es, dass du in der Zeit dazwischen deinen Hund bestmöglich unterstützt. Nach entsprechender fachlicher Anweisung kannst du beispielsweise folgende Maßnahmen selbst durchführen:

Du siehst, das Leben mit einem Handicap-Hund stellt einen sicher vor die eine oder andere Herausforderung. Doch bietet der Veterinär- und Hundebedarf heutzutage eine Große Bandbreite an Möglichkeiten, dir und deinem Hund das Leben zu erleichtern.

Hast du einen Handicap-Hund und noch mehr Tipps, wie man den Alltag erleichtern kann? Dann teile sie bitte für mich und andere Hundehalter in den Kommentaren mit uns!

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Mein Leben mit einem Handicap-Hund – besonders und bereichernd

Mein Leben mit einem Handicap-Hund – besonders und bereichernd

Ein Einblick in mein Leben mit meinem Handicap-Hund Snowy

Wenn ein Hund in unser Leben tritt, haben wir meist ein Bild vor Augen, wie die Zukunft mit unserem Liebling aussehen wird. Ein fröhlicher Hund, der mit strahlenden Augen auf den gemeinsamen Spaziergängen freudig und leichtfüßig durchs Leben läuft. Ein müheloses Leben.

Was bedeutet das für das Zusammenleben mit dem Handicap-Hund?

Ganz gleich, ob man einen Handicap Hund adoptiert hat, so wie ich mein Podenco-Mädchen Snowy oder ob ein Unfall oder eine Erkrankungen im Verlauf des gemeinsamen Lebens zu einem Handicap führt. Das Leben mit einem Handicap Hund ist anders. Und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es macht keinen Unterschied.

Als Snowy zu mir kam, konnte sie kaum gehen. Sie war gezeichnet, von den Jahren, die sie bei einem Jäger in einer Holzkiste verbrachte. Die Hinterläufe verformt, schwere Arthrose in den Hüften, beide Knie kaum mehr als Gelenke erkennbar, nicht zu sagen, ob durch einen Unfall oder durch äußere Gewalteinwirkung. Auch der Rücken zeigte erste Schädigungen in Form von Spondylosen. Zusätzlich hat sie einen achten Lendenwirbel und die Ellbogen waren durch die dauerhafte Überbelastung geschädigt.

Ein Handicap verändert vieles – aber nicht alles zum Schlechten

Es gibt Menschen, die sich direkt bei der Adoption für einen Hund mit Handicap entscheiden. Und es gibt Menschen, die einen gesunden Hund adoptieren und wird er krank. Plötzlich ist alles anders. Eine Gelenkerkrankung, ein Bandscheibenvorfall, eine Amputation – und plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Man kann lernen, sein Leben darauf einzurichten.

Wie wir mit Snowy unser tägliches Leben bestritten haben handicap-Hund

Trotz ihrer Beschwerden harte Snowy immer gute Laune, verzauberte jeden mit ihrer freundlichen Art und lief fröhlich durchs Leben. Seit Snowy bei mir lebte, wurde sie physiotherapeutisch behandelt. Das hat ihrem Körper enorm geholfen. Wir haben sehr viele kleine und große Schritte gemacht. Sie bewegte sich viel besser und sie fühlte sich wohler in ihrem Körper. Auch die Goldakupunktur, die sie im Jahr 2015 bekam und die zahlreichen Nahrungsergänzungsmittel haben ihr sehr geholfen. .

Unsere Spaziergänge waren nie so lang, wie mit einem gesunden Hund. Sie wurde ins Auto gehoben und bekam Unterstützung, wo auch immer sie mir zeigte, das sie diese benötigt. Den Sprung aufs Sofa ließ sie sich allerdings nicht nehmen und auch ins Bett schlich sich Snowy gern auch mal ohne fremde Hilfe.

Mir war immer bewusst, dass sich ihr Gesundheitszustand mit fortschreitendem Alter verschlechtern würde. Trotzdem kann man sich nicht so recht vorbereiten – zumindest emotional nicht. Mir lag es aber immer am Herzen, Snowy jeden Weg zu ebnen, um ihr das Leben so unkompliziert, angenehm und barrierefrei wie möglich zu gestalten.

Die schlechten Tage handicap-Hund

Ich gebe ehrlich zu, dass auch wir manchmal schlechte Tage hatten. Wenn es mit dem Laufen nicht gut klappte oder sie sich schwerfälliger als sonst bewegte. Dann keimte auch bei mir die Angst hoch und ein flaues Gefühl entstand im Magen. Dann beschlichen mich Ängste und Sorgen, ob ich alles richtig mache, ob es ihr noch gut geht, ob wir etwas anders machen sollten. Und ich hatte Angst sie zu verlieren. Aber ich glaube, das diese Ängste und Sorgen normal und menschlich sind. Dann schaute ich Snowy an und wußte, sie braucht kein Mitleid. Ich durfte mitfühlend sein, vor allem aber sollte ich sie motivieren, lieben, begleiten und jeden Tag mit ihr genießen.

Wir passten uns (Lebens- )Tempo an Snowy an

Wir spazierten in dem Tempo, wie sie es konnte und passten auch die Länge der Spaziergänge an. Oft machten wir kürzere Spaziergänge und dafür dann häufiger und gönnten uns kleine Ruhepausen unterwegs.

Das schmälterte die Qualität unserer Spaziergänge und Ausflüge nicht. Im Gegenteil. Wir erlebten sie noch bewusster und versuchten vor allem eines: Snowy so „normal“ wie möglich Hund sein zu lassen und sie Dinge ausprobieren lassen. Sie sollte ihre Erfahrungen machen. Und das konnte auch mal bedeuten, dass sie strauchelte und stolperte. Aber durch ein übermäßiges Behüten hätte ich nur erreicht, dass ich sie verunsichert und eingeschränkt hätte. Und Snowy wollte so viel wie möglich ein normaler Hund sein. Ihre Grenzen auszutesten, nicht überbehütet zu werden, stärkte sie. Und wenn sie eine Situation alleine gemeistert hat, konnte man den Stolz und die Freude in ihrem Gesicht sehen.

Das Leben mit Snowy bereicherte mein Leben ungemein Handicap-Hund

Manchmal wurde man einfach gezwungen langsamer zu machen und einen Gang runterzuschalten. Jeden Tag bewunderte ich aufs Neue ihre Stärke und ihre gute Laune. Sie ließ sich nie hängen, sie jammerte nicht, sie genoss jede Sekunde. Sie nahm ihr Leben so an wie es war und sie war zufrieden. Das ist war eine große Bereicherung, weil es mich bewusster Leben ließ. Handicap-Hund

Auch wenn es an manchen Tagen beschwerlicher war, ich wollte keine Sekunde tauschen. Ich hatte nicht das Gefühl, das wir im Zusammenleben mit Snowy etwas verpassten oder es mit einem gesunden Hund schöner gewesen wäre. Ich kann nur alle Menschen dazu ermutigen, einen Hund aufzunehmen, der ein Handicap hat. Auch mit dem Wissen, dass der Alltag manchmal Hürden bereit hält und man sich mehr sorgt.

Da ich es oft in meiner Praxis erlebt habe, das Hundebesitzer meist völlig verunsichert waren, wenn ein Handicap Hund ins Haus kommt, oder der zuvor gesunde Hund plötzlich mit einem Handicap leben muss, teile ich gern eine ganze Reihe von Tipps mit dir, wie du euer Zusammenleben erleichtern kannst

Man kann so vieles tun, um seinem Handicap-Hund den Alltag zu erleichtern:

  • erhöhter Wasser-/Futternapf
  • ein wärmender Mantel im Winter
  • orthopädische Hundebetten
  • Hunderampen fürs Auto
  • Treppchen für das Sofa
  • Rutschfeste Untergründe im Haus
  • Tragehilfen beim Treppensteigen

Die Orthopädietechnik hält eine Vielzahl an Lösungen bereit:

  • Bandagen
  • Orthesen
  • Prothesen
  • Hunderolli

Ein Physiotherapeut kann deinen Hund unterstützen mit:

  • Laser
  • Elektrotherapie
  • Hydrotherapie
  • Akupunktur
  • Manuellen Therapieformen

Du kannst mit gezielten Übungen aus der Physiotherapie selbst unterstützen:

  • entspannende Massagen
  • passive Bewegungsübungen
  • aktive Übungen für eine gute Muskulatur, Beweglichkeit, Koordination, Balance und Körpergefühl

Wir genoßen jeden Moment, den wir mit Snowy hatten

Ich freute mich von Herzen, wenn sie wie ein Reh durch den Garten sprang, wenn sie über Stock und Stein kletterte, weil sie vergaß, dass ihre Knochen nicht gesund waren. Und ich war glücklich, wenn ich sah, wie sie am Abend selig in ihrem geliebten Bettchen lag und ihr ganzes Gesicht voller Freude war. Handicap-Hund

Und wir wusste jede Sekunde, wie wertvoll jeder Tag mit ihr war. Dieser Artikel wurde überarbeitet, denn Snowy hat sich am 15.2.2019 auf ihren Weg über die Regenbogenbrücke gemacht und ein großes Loch in meinem Herzen hinterlassen.

Teilst du dein Leben auch mit einem Handicap-Hund? Wie beeinflusst es dein Leben und was tust du, um euer Leben zu erleichtern? Teile gern deine Erfahrungen mit mir! Handicap-Hund

 

 

 

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