HAPPYFIT 2.0 Hundefitness – gratis 6 Tage-Trainingsplan und Übungsanleitungen für deinen Hund!

HAPPYFIT 2.0 Hundefitness – gratis 6 Tage-Trainingsplan und Übungsanleitungen für deinen Hund!

Das Thema Hundefitness und Bewegungstraining wird bei Hundehaltern immer beliebter. Ich begeistere mich schon seit einigen Jahren damit und für mich ist es mein absoluter Schwerpunkt in meiner Arbeit mit Hunden geworden. Es fasziniert mich immer wieder, wie man schon mit wenigen, einfachen Übungen die Gesundheit und Basisfitness des Hundes stärken kann.

Hundefitness – ist das was für meinen Hund?!

Auf jeden Fall! Hundefitness ist nicht nur ein Thema für gesunde Hunde. Man kann es perfekt für wirklich jeden Hund nutzen. Ganz gleich ob präventiv zur Förderung der allgemeinen Fitness beim gesunden Hund oder Sporthund, für ältere Hunde, um die Mobilität wieder zu fördern, bei Vierbeinern mit Gelenkproblemen oder für junge Hunde, um ihnen von Beginn an ein gutes Körpergefühl zu geben.

Ich freue mich über jeden einzelnen Hundehalter, den ich für das Thema Bewegungstraining oder auch Fitnesstraining begeistern kann. Das Tolle ist nämlich, dass du es nach entsprechender Instruktion durch eine Fachfrau/einen Fachmann auch regelmäßig selbst mit deinem Hund machen kannst.

Hierbei ist es zum einen wichtig, dass du genau weißt, wie du die Übungen durchführst, aber auch welche Übungen für die körperlichen Bedürfnisse deines Hundes passend sind. Zusätzlich solltest du nicht willkürlich trainieren, sondern einen passenden Trainingsplan haben, in dem Übungen sinnvoll miteinander kombiniert werden und auch eine passende Anzahl an Wiederholungen für jede Übung definiert werden. Du brauchst also Struktur.

Möchtest du auch gerne einen Einstieg in das Thema finden und bist noch nicht sicher, ob dein Hund mitmacht und Spaß daran hat? Hundefitness

Ich finde es toll, dass du offen für das Thema bist! Damit du einen ersten Einblick in das Thema bekommst, stelle ich dir hier einige Übungen aus dem Hundefitness Training vor. Diese Übungen sind für jeden Hund geeignet und du kannst sie leicht nachmachen. Damit du auch eine entsprechende Struktur für dein Training hast, kannst du dir kostenfrei noch den passenden 6 Tage HAPPYFIT Trainingsplan herunterladen! HIER HAPPYFIT TRAININGSPLAN HERUNTERLADEN.

Mit diesen Übungen gewähre ich dir gleichzeitig einen kleinen Einblick in meine Online Kurse zum Fitness- und Bewegungstraining für Hunde, die du zu verschiedenen Themen auf Doggy Fitness findest. Wenn du Freude am Training gefunden hast und weitermachen möchtest, aber noch unsicher bist, welcher Kurs für deinen Hund passt, melde dich jederzeit gern bei mir und wir können uns austauschen: tina@doggy-fitness.de . Hundefitness

Einige wichtige Punkte zum Training:

  • Du benötigst kein Equipment, sondern kannst Dinge aus deinem Haushalt nutzen
  • Achte immer auf einen rutschfesten Untergrund, damit dein Hund stabil steht
  • Berücksichtige immer die Tagesform deines Hundes. Wie wir Menschen sind unsere Hunde nicht immer gleich gut drauf
  • Arbeite immer positiv mit deinem Hund. Bestrafung ist tabu. Zwinge deinen Hund auch nicht, wenn er ausweicht!
  • Halte dich bitte an die im Trainingsplan angegebene Anzahl von Wiederholungen – mehr hilft nicht mehr
  • Was für dich so einfach aussieht, ist für deinen Hund durchaus anstrengend – Leistungsdruck ist tabu. Es geht um bewusstes Bewegungstraining, im Sinne der Gesundheit

HAPPYFIT 2.0 – deine Übungsanleitungen

K2 – Slalomlaufen durch die Beine Hundefitness

Wirkung

Beim Slalomlaufen durch die Beine werden eine gleichmäßige Belastung aller vier Läufe, ein gesunder Bewegungsablauf sowie Balance und Koordination trainiert. Gleichzeitig wird die Beugung der Wirbelsäule intensiviert und die Muskulatur des Rückens und der Läufe gestärkt.

Wann nicht

Instabilität oder Schmerzen in der Wirbelsäule

So geht´s

Für das Achtenlaufen durch die Beine stellst du dich mit gegrätschten Beinen hin und lockst deinen Hund mit einem Leckerli zwischen deinen Beinen hindurch und außen um deine Beine herum. Dies solltest du in beide Richtungen durchführen, damit dein Hund seine Wirbelsäule in beide Richtungen stretcht. Hat dein Hund verstanden, was er machen soll, lässt du das Leckerli weg und lockst deinen Hund mit der Handbewegung und kannst auch ein  Wortsignal ergänzen. Belohne deinen Hund dann immer, wenn er eine ganze Acht gelaufen ist, damit der Bewegungsablauf möglichst flüssig ist.

K4 – Balance Training auf der Decke

Wirkung

Das Balance Training fördert gezielt die Koordination, das Gleichgewicht und ein gutes Körpergefühl deines Hundes. Zugleich wird mit der Übung das Vertrauen in seinen Körper und die gesamte Muskulatur gestärkt.

Equipment

Decke oder großes Handtuch

So geht´s

Für die Übung nimmst du dir ein größeres Handtuch oder eine Decke – je nach Größe deines Hundes. Dein Hund soll sich dann etwa mittig auf diese Decke stellen. Nun beginnst du leicht und langsam an unterschiedlichen Ecken der Decke oder des Handtuchs leicht zu ziehen. Dein Hund muss so den Belastungsschwerpunkt von einem Lauf auf den anderen geben und sich ausbalancieren. Zusätzlich nimmt er so seinen Körper gesamthaft wahr. Die Übung ist für deinen Hund anstrengender, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Starte mit einer Einheit von 20-30 Sekunden und steigere die Einheiten dann langsam.

M1 – Pfote geben

Wirkung

Das Pfote geben eignet sich, um die Beweglichkeit des Ellbogens zu fördern. Auch die Muskulatur des gesamten Vorderlaufes wird trainiert. Zusätzlich förderst du die Koordination deines Hundes, da er beim wechselweisen Pfote geben sein Gleichgewicht verlagern muss. Hundefitness

Wann nicht

Schmerzen im Vorderlauf, bei versteiften Ellbogengelenken

So geht´s

Dein Hund sollte sich zunächst in der Grundposition Sitz befinden. Wenn dein Hund den Trick Pfote geben bereits kennt, lässt du dir nun abwechseln beide Vorderpfoten in verschiedenen Höhen geben.

Kennt dein Hund den Trick noch nicht, kannst du die Übung folgendermaßen aufbauen:

Dein Hund befindet sich in der Anfangsposition Sitz. Nehme nun ein Leckerli in eine Hand und halte sie in Höhe der Handgelenke deines Hundes vor ihn. Dein Hund wird nun Interesse an deiner Hand und dem versteckten Leckerli zeigen. Versucht er, es mit der Nase zu erlangen, ignorierst du dies. Wenn dein Hund mit der Pfote deine Hand berührt, lobst du ihn (oder clickst das Verhalten) und gibst ihm das Leckerli.

Das wiederholst du, bis dein Hund eine Pfote sicher hebt. Im nächsten Schritt motivierst du ihn, seine Pfoten abwechselnd zu geben, indem du deine Hand vor seinen jeweiligen Lauf hältst. Funktioniert auch das, bietest du ihm nicht mehr die geschlossene Hand mit dem Leckerli, sondern deine offene flache Hand, in die er seinen Vorderlauf legt. Du kannst die Übung nun auch mit einem Wortsignal verbinden. Er sollte die Position der gehobenen Pfote 2-4 Sekunden halten.

M3 – Steh Sitz Transfer

Wirkung

Der Steh Sitz Transfer ist ein sehr effektives Kraft- und Beweglichkeitstraining für die Hinterläufe deines Hundes. Zudem wird die Muskulatur des unteren Rückens trainiert.

Wann nicht

Schmerzen oder Instabilität des Hinterlaufs, versteifte Gelenke oder Versteifung des unteren Rückens

So geht´s

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition Sitz und du stehst vor deinem Hund – mit dem Blick zueinander. Dein Hund sollte möglichst gerade sitzen und nicht auf die Seite rutschen oder einen Lauf bequem abwinkeln. Ziel ist eine möglichst hohe Körperspannung.

Gebe deinem Hund nun das Signal vom Sitz ins Steh zu wechseln. In dieser Bewegung sollte er den Schwung möglichst aus den Hinterläufen nehmen und sich nicht über die Vorderläufe nach oben ziehen. Unterstützen kannst du die Bewegung deines Hundes damit, dass du selbst eine kleine Bewegung nach hinten machst und ihn mit einem Leckerli lockst. Achte darauf, dass der Abstand zwischen dir und deinem Hund nicht zu groß ist, sonst motiviert ihn das im Umkehrschluss eine deutliche Vorwärtsbewegung zu machen. In der Position Steh belohnst du dann deinen Hund. Du kannst ihn aus dieser Position nun wieder ins Sitz bringen für die nächste Wiederholung der Übung.

So ist sichergestellt, dass wir gezielt die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens trainieren und eine physiologische Belastung des Hundekörpers trainieren.

Ein sauberer Wechsel vom Sitz ins Steh und umgekehrt ist für die meisten Hunde schwieriger als wir denken. Gebe deinem Hund daher die Möglichkeit seine Bewegungsabläufe im Verlauf des Trainings zu verbessern. Kontinuierliche Wiederholungen schulen das Bewusstsein für korrekte Bewegungsabläufe.

Extratipp: es hilft vielen Hunden sehr, wenn sie die Übung auf einer fest umrissenen, leicht erhöhten Fläche durchführen, wie z.B. einem Target oder einem Stepper.

M9 – Mikado – Cavaletti Training

Wirkung

Beim Cavalettitraining Mikado werden die Gelenkbeweglichkeit und die Muskulatur aller vier Läufe trainiert. Mittels langsamer, bewusster Bewegungen werden ein gesunder Bewegungsablauf, Balance und Koordination des gesamten Hundekörpers gefördert.

Wann nicht

Bei versteiften Gelenken

Equipment

4–7 Hindernisse wie Äste, Stangen, Besenstiele

So geht´s

Dein Hund sollte für die Mikado Variante, die Basisvariante des Cavalettitrainings sicher beherrschen.

Für die Mikado Variante nimmst du 4-7 Hindernisse wie Cavaletti Stangen, Besenstiele oder Äste und ordnest diese wie ein Mikado Spiel an. Die Stangen liegen also in unterschiedlichen Abständen und Höhen und auf relativ engem Raum. Aufgabe ist nun, dass dein Hund langsam und bewusst Pfote für Pfote über die Stangen klettert

M15 – Pfoten anheben

Wirkung

Die Übung ist ein effektives Muskeltraining, ohne dass eine aktive Gelenkbewegung nötig ist. Daher spricht man von einer isometrischen Übung (Muskelstärkung ohne aktive Bewegung des Gelenks). Zusätzlich trainierst du das Körpergefühl, die Koordination und die Balance deines Hundes.

Wann nicht

Keine Einschränkung

So geht´s

Dein Hund ist in der Ausgangsposition Steh. Du hockst zunächst vor oder neben ihm. Greife nun einen Vorderlauf (oberhalb der Pfote) und hebe ihn für die im Trainingsplan angegebene Zeit an. Setze die Pfote ab, greife den anderen Vorderlauf und hebe das Bein ebenfalls leicht an und halte die Position. Hundefitness

Hocke dich nun hinter deinen stehenden Hund. Hebe den einen Hinterlauf – ebenfalls oberhalb der Pfote – an und beuge den Lauf leicht, so wie du es machst, wenn du deinem Hund die Pfote abtrocknest. Halte die Pfote für die im Trainingsplan angegebene Dauer.

Auch wenn die Übung einfach aussieht, Effekt und Anstrengung sind hoch, gerade wenn dein Hund einen Schwachpunkt im Bewegungsapparat hat.

Beim Anheben des Laufs kräftigst du durch die Gewichtsverlagerung die Muskulatur der übrigen drei Läufe und dein Hund muss die Verlagerung des Körperschwerpunktes ausgleichen.

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Ich wünsche dir und deinem Hund viel Freude beim Training!

Alles Liebe, deine Tina

So kannst du als Hundehalter deinen Hund nach einem Bänderriss gezielt unterstützen!

So kannst du als Hundehalter deinen Hund nach einem Bänderriss gezielt unterstützen!

Wenn ein Hund einen Bänderriss erleidet, stellt sich oft die Frage, was man als Hundehalter aktiv tun kann, um den Heilungsprozess des Hundes zu unterstützen. Es gibt eine Vielzahl an unterstützende Maßnahmen und Übungen, die du selbst (nach entsprechender Anleitung) anwenden kann. Wichtig hierbei ist immer: diese Maßnahmen ersetzen keine Behandlung durch einen Tierarzt, sondern sind als begleitende Unterstützung gedacht. Gerne stelle ich dir im Folgenden einige flankierende Maßnahmen vor. Bänderriss Hund

Kühlen ist wichtig – Quarkwickel Bänderriss Hund

Der Quarkwickel ist ein kalter Wickel und kann zur akuten Schmerztherapie bei Entzündungen und Schwellungen eingesetzt werden. Am effizientesten wirkt er in den ersten 24 bis 72 Stunden einer Entzündung/Reizung

Wie wirkt der Quarkwickel?

Allgemein wird durch Kälte die Geschwindigkeit der Nervenfasern herabgesetzt, die den Schmerz leiten. Daher wirkt Kälte schmerzlindernd, vor allem bei akuten Schmerzen. Zusätzlich sorgt Kälte dafür, dass sich die Gefäße zusammenziehen. Damit wird die Durchblutung gebremst und der Zellstoffwechsel reduziert. Somit wirkt sie entzündungshemmend und abschwellend.

Quark selbst zeichnet noch eine Besonderheit aus:

Einer der Hauptbestandteile von Quark ist Kasein. Wenn Kasein über die Haut einwirkt, wirkt es entzündungshemmend. Dadurch das Quark einen sehr hohen Flüssigkeitsgehalt hat, verdunstet diese und erzeugt so eine angenehm kühlende Verdunstungskälte.

Wie macht man ihn richtig? Bänderriss Hund

Nehme den Quark am Besten einige Minuten vor der Anwendung aus dem Kühlschrank, damit er nicht zu kalt ist. Streiche den Quark ca. 0,5 cm auf ein Leinentuch und schlage es wie ein flaches Päckchen zusammen. Lege das Päckchen auf die Stelle auf, die du behandeln möchtest. Bänderriss Hund

Lasse den Wickel 10-15 Minuten aufliegen. Wenn er Quark warm und bröselig wird, solltest du den Wickel runternehmen. Auch wenn der Quark keinen direkten Hautkontakt hat, entfaltet er seine volle Wirkung.

TIPP:

Da der Quark die entzündlichen Stoffe aufnimmt, ist es wichtig, dass dein Hund den Quark nach der Anwendung nicht ableckt.

Wann ist der Quarkwickel tabu?

  • Offene Wunden
  • Nieren- oder Blasenentzündung
  • Schwere Herzerkrankungen
  • Arterielle Durchblutungsstörungen
  • Karzinom
  • Überempfindlichkeit gegen Kälte

Bitte beachten!

Halte deinen Hund während der Anwendung unter Beobachtung, um Verbrennungen und Überreaktionen zu vermeiden. Er muss jederzeit die Chance haben zu entweichen, wenn die Kälte unangenehm ist. Kontrolliere bitte auch in regelmäßigen Abständen die Stelle, die du mit dem Quarkwickel behandelst. Bänderriss Hund

Wie oft?

Nach Bedarf kannst du die Anwendungen beliebig oft wiederholen.

Vertrauen in den betroffenen Lauf stärken mittels Koordinations- & Propriozeptionstraining

Übung: Laufen über verschiedene Untergründe

Wirkung

Das propriozeptive Training stärkt die Eigenwahrnehmung des Körpers und seiner Position im Raum, sowie die Position der einzelnen Körperteile im Raum. Das stärkt das Körpergefühl und fördert zusätzlich eine gute Koordination und Balance.

So geht´s

Ziel der Übung ist es, dass dein Hund bewusst auf die unterschiedlichen Materialien tritt, langsam darüber läuft und die unterschiedlichen Materialen bewusst erlebt. Je nachdem ob du drinnen oder draußen trainierst, kannst du verschiedenste und immer wieder auch wechselnde Materialien nutzen, damit sich bei deinem Hund kein Gewohnheitseffekt einstellt.

Ideen für verwendete Materialien:

Drinnen:

  • Noppenfolie
  • Balancekissen
  • Eine Schale mit Bällen
  • Schale mit Korken
  • Behälter mit Papierkugeln
  • Folie
  • Fussmatte/Kokosmatte
  • Kissen
  • Handtuch
  • Yogamatte

Draußen:

  • Sand
  • Umgepflügtes Feld
  • Waldboden
  • Kies
  • Schotter
  • Tannenzapfen, Eicheln, etc.
  • Pfütze
  • Hohes Gras
  • Wurzeln
  • Laub
  • Steine

Bei der Auswahl der Materialien solltest du immer darauf achten, dass dein Hund sich nicht verletzen kann und dass sie der Körpergröße deines Hundes angemessen sind. Die Aufgabe ist, dass dein Hund langsam und sehr bewusst über die Materialien läuft. Versuche ihn möglichst zwischen unterschiedlichen zu belohnen und nicht, wenn er sich darauf befindet. Sonst ist er abgelenkt und es ist vorbei mit der Konzentration.

Tipp: Wenn dein Hund eher hektisch unterwegs ist, dann führe ihn an der Leine oder lege einzelne Leckerlis zwischen die Materialien. Bänderriss Hund

Bei der Übung wird gleichzeitig das Zusammenspiel zwischen Muskeln, Sehnen, Bändern und Nervensystem verbessert.

Förderung der Beweglichkeit und Stärkung der Muskulatur durch Bewegungstraining

Die vorgestellte Übung des propriozeptiven Trainings ist natürlich nur eine von vielen verschiedenen möglichen Übungen. Welche Bewegungsübungen sonst noch genutzt werden, hängt individuell vom Gesundungszustand des Hundes ab und auf vom betroffenen Gelenk. Je nachdem, ob der Hund operativ behandelt wurde – und mit welcher Methode, oder eine konservative Behandlung erfolgte, sollte man in Absprache mit der/dem behandelnden Hundephysiotherapeutin/ten Bewegungsübungen definieren. Hierbei ist es nicht entscheidend, dass die Übungen möglichst komplex sind, sondern das der Hund sie gut absolvieren kann und gesunde Bewegungsabläufe und Alltagsbewegungen gefördert werden. Mit einem simplen Steh Sitz Transfer, Steh Platz Transfer oder auch dem Pfote geben, kann man schon sehr gezielt und erfolgreich trainieren.

Hilfe aus der Natur mittels Nahrungsergänzungsmitteln

Es gibt eine große Vielfalt an Nahrungsergänzungsmitteln, die gezielt die Gelenke des Hundes nähren und stärken. Bei Bandverletzungen empfehlen sich beispielsweise Kollagenpeptide. Aber auch Grünlippmuschelextrakt, Chondroitin und Glucosam leisten gute Dienste.

Bänderriss beim Hund – richtig behandelt kann er ohne bleibende Schäden abheilen

Grundsätzlich ist ein Bänderriss eine Verletzung, die sehr individuell betrachtet und behandelt werden muss. Dennoch gibt es eine Reihe hilfreicher Maßnahmen, die du als Hundehalter anwenden kannst, um die Heilung zu fördern. Ein Bänderriss ist gut behandelbar. Wichtig ist, den Hund entsprechend der Empfehlung der behandelnden Ärzte und Therapeuten zu schonen und ihm Zeit für seine Gesundung zu geben. Bänderriss Hund

Alles Liebe, Tina

Hundefitness-Training vs. Tricktraining – was sind die Unterschiede?

Hundefitness-Training vs. Tricktraining – was sind die Unterschiede?

In letzter Zeit bin ich häufiger gefragt worden, wo der Unterschied zwischen Hundefitness–Training bzw. Bewegungstraining und dem Tricktraining ist. Grundsätzlich hat beides eigentlich nicht viel miteinander zu tun, bzw. Ziel und Fokus sind völlig unterschiedlich. Beim Tricktraining geht es vorrangig um “Spaß”, Hobby, Beschäftigung und Auslastung. Das soll nicht abwertend klingen – im Gegenteil – es ist für die Hunde hochanspruchsvoll und beeindruckend, was viele Hunde lernen. Aber es geht eben um das Erlernen von Tricks. Beim Bewegungstraining geht es um das Erlernen bestimmter Bewegungen und im Fokus steht ausschließlich der gesundheitliche Aspekt.

Die Ziele des Bewegungstrainings Hundefitness-Training

Es geht um gesunde Bewegungen und Bewegungsabläufe, um ein gutes Körpergefühl, gleichmäßige Bemuskelung, Beweglichkeit und Koordination.

Wie erreicht man das?

Das setzt man im ersten Schritt mit ganz alltäglichen Bewegungsabläufen um. Denn schon da hapert es bei den meisten Vierbeinern – auch bei den gesunden Hunden. Viele Hunde haben keine gute Wahrnehmung ihres eigenen Körpers. Wenn wir hier mit hochkomplexen Bewegungen herangehen würden, würde das nur zu Anspannung führen, aber nicht zu einer besseren Wahrnehmung des eigenen Körpers und den eigenen Bewegungsabläufen. Es ist wichtig, dass Bewegungen vom Hund bewusst und gezielt durchführt werden. Dabei sind es auch oft kleine Bewegungen, die sehr punktuell sind.

Alltagsbewegungen wie korrektes Sitzen, Stehen und auch Liegen werden häufig vernachlässigt Hundefitness-Training

Ich habe bereits in einem anderen Artikel darüber geschrieben, dass viele Hunde nicht „korrekt“ sitzen können. Das ist so ein Klassiker, genau wie das Stehen oder Liegen. Hast du schon einmal darauf geachtet, wie dein Hund sitzt? Man kann bei vielen Hunden beobachten, dass sie im Sitz oft mit dem Po auf die Seite rutschen, einen Lauf abwinkeln und wie ein Schluck Wasser in der Kurve sitzen. Das ist nicht nur bei älteren oder gelenkkranken Hunden so, sondern genauso bei gesunden Hunden und auch Sporthunden. Ist halt bequem. So wie wir als Teenager oft nicht gerade gesessen haben. Wenn ein Hund es lernt, Grundbewegungen bewusst und korrekt auszuführen und mit weiteren Bewegungsübungen, die alle langsam durchgeführt werden sollten, dann hat dies Einfluss auf seine gesamte Fortbewegung. Hundefitness-Training

Auch im Sport. Der Hund hat eine bessere Haltung, Körperspannung und ein besseres Körpergefühl. Das ermöglicht, dass er seinen Körper im Sport viel besser und gezielter einsetzen kann. In der Folge ist er leistungsfähiger aber auch das Verletzungsrisiko wird minimiert.

Ich habe viele Sporthunde und Sporthundehalter in meinen Kursen, die mich dann fragen, warum der Hund einen Steh Sitz Transfer als Übung machen soll – kann er doch alles schon. Aber wenn ich die Kursteilnehmer dann bitte, den Hund bei den Bewegungen zu filmen und wir das gemeinsam anschauen und analysieren, sieht man, wie viele Hunde hier noch viel Potenzial haben, ihre Bewegungsabläufe zu optimieren. Der Teufel steckt oft im Detail.  Über die Zeit hin zeigt sich dann auch, dann man plötzlich merkt, dass der Hund sich im Sport beginnt zu verändern und seinen Körper anders einsetzt.

Bei der Hundefitness geht es nicht um Entertainment

Unseren Hunden macht das Bewegungstraining Spaß. Ich habe in den letzten knapp drei Jahren eigentlich keinen Hund erlebt, der nicht mit Spaß bei der Sache war. Dabei muss ich ganz klar sagen,  dass es zwar wichtig für das Training ist, dass der Hund mit Freude mitmacht. Doch der Grund, weshalb wir mit ihm trainieren ist weder Entertainment noch darum, ihm „kreative“ Bewegungen beizubringen. Es geht vielmehr um das gezielte Fördern von optimalen Bewegungen, ganz gleich, ob ich die wiederherstellen möchte oder ob ich präventiv arbeite. Hundefitness-Training

Aber einige Übungen aus dem Tricktraining sind doch auch gut für die Fitness des Hundes, oder?

Ganz bestimmt sogar! Häufig wird die Beweglichkeit gefördert und auch die Balance. Doch das steht einfach beim Tricktraining nicht im Fokus. Demensprechend wird auch nicht auf bestimmte Trainingsmuster geachtet, die sich positiv auf die Fitness auswirken.

Das ist wichtig beim Hundefitness-Training

Beim Hundefitness – Training werden die Übungen nach Trainingseffekten gezielt ausgewählt und miteinander kombiniert. So wie es die Bedürfnisse des Hundes erfordern. Sprich berücksichtig wird immer: trainieren wir mit einem Sporthund, einem älteren Vierbeiner, mit einem, bei dem wir präventiv die Basisfitness fördern möchten, mit einem jungen Hund oder mit einem Hund der Gelenkerkrankungen hat. Trainiert werden sollte nach einem Trainingsplan, damit das Training auch einen roten Faden hat. Es geht um ein Ganzkörpertraining – das zwar je nachdem auch körperliche Schwerpunkte hat – aber grundsätzlich immer den gesamten Körper ins Training einbezieht. Zudem ist es auch wichtig, dass es immer eine gesunde Mischung aus Muskeltraining, Förderung der Beweglichkeit, Stretching, Koordination und Training des Körpergefühls ist. Auch die Kondition sollte berücksichtigt werden. So kann man in der Summe sagen, es macht die Kombination der Übungen, die auf die verschiedenen Körperbereiche abzielt, aber auch die verschiedenen Aspekte eines Fitnesstrainings. Das will alles sinnvoll abgestimmt sein. Diese Faktoren spielen beim Tricktraining ebenfalls keine übergeordnete Rolle.

Du siehst, Tricktraining und Hundefitness-Training liegen thematisch weit auseinander und haben einen ganz unterschiedlichen Fokus. Ich finde übrigens das Tricktraining eine ganz tolle Möglichkeit, um Hunde auszulasten – auch wenn sie schon älter sind oder Gelenkprobleme haben. Hundefitness-Training

Alles Liebe,

deine Tina

 

Vestibularsyndrom – so unterstützt du die Mobilität des Hundes

Vestibularsyndrom – so unterstützt du die Mobilität des Hundes

Das Vestibularsyndrom ist eine Erkrankung, die vorwiegend ältere Hunde trifft. Für Hundehalter ist sie meist mit einem großen Schreck verbunden, da der Hund von einem Moment auf den anderen immobil ist, sich nicht mehr koordinieren kann und „wie betrunken“ wirkt. Immer noch viel zu häufig werden Hunde mit einem Vestibularsyndrom einfach eingeschläfert, obwohl die Chancen sehr groß sind, dass sie sich wieder weitestgehend erholen. Bei einigen Hunden bleibt eine leichte Kopfschiefhaltung. Doch innerhalb der ersten Tag verbessern sich die allgemeinen Symptome zusehends.

Wichtige Fakten zur Erkrankung des Gleichgewichtsorgans für dich zusammengefasst

Das Vestibularsyndrom hat übrigens nichts mit einem Schlaganfall zu tun, sondern betrifft rein das Gleichgewichtsorgan des Hundes. Da hinsichtlich des Vestibularsyndroms immer noch viel Unwissenheit und Unsicherheit herrscht, habe ich in meinem Artikel zu dieser Erkrankung des Gleichgewichtsorgans die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Zudem findest du in diesem Artikel wichtige Verhaltenstipps für dich als Hundehalter.

Wenn beim Hund die Diagnose gestellt wurde braucht er vor allem eines: Ruhe. Es ist wichtig, für die Regeneration, dass der betroffene Patient viel schlafen kann und ein ruhiges Umfeld hat. Laute Musik, Fernsehergeräusche und Besuch sind in diesem Moment Fehl am Platze. vestibularsyndrom Mobilität

Neben Ruhe ist der Erhalt der Mobilität wichtig Vestibularsyndrom Mobilität

Je nach Ausprägung des Vestibularsyndrom sind die Symptome unterschiedlich stark und oftmals ist es so, dass der Hund sich nicht mehr gut auf den Beinen halten kann. Hinzu kommt das viele ältere Hunde generell über wenig Muskulatur verfügen und steife Gelenke haben. Wenn der Hund dann länger liegt, passiert es im Nu, dass er immobil wird und an Kraft verliert. Es wird dann immer schwieriger, ihn wieder zu mobilisieren.

Daher ist es sehr wichtig, dass du als Hundehalter dafür Sorge trägst, die Mobilität nach Möglichkeit zu erhalten. Dafür stelle ich dir hier einige Tipps zusammen. Vestibularsyndrom Mobilität

So erhältst du die Mobilität deines Hundes beim Vestibularsyndrom

Assistiertes Stehen  Vestibularsyndrom Mobilität

Da betroffene Hunde sich häufig kaum selbständig auf den Beinen halten können, sind Stürze vorprogrammiert. Daher ist es wichtig, dass du deinen Hund unterstützt, wenn er sich hinstellt und im nächsten Schritt bewegt. Falls du keine Tragehilfe Zuhause hast, kannst du ein normales Duschhandtuch nehmen und unter dem Bauch deines Hundes durchführen und die beiden Enden in der Hand halten. Damit unterstützt du vor allem seine Hinterhand und er hat die Möglichkeit aufzustehen und zu stehen.

Assistiertes Gehen

Du weißt, es kommt zwangsläufig der Moment, wo dein Hund sich lösen muss. Aber wie? Da ihr im ersten Schritt das assistierte Stehen geübt habt, kann man nun im nächsten Schritt zum assistierten Gehen übergehen. So kann dein Hund mit dem Handtuch unter seinem Bauch und durch dich gehalten nun auch erste Schritte machen. Das bietet sich auch an, wenn es in den Garten oder vor die Türe zum Lösen geht. Normale Spaziergänge sind in aller Regel nicht möglich und dein Hund braucht einfach auch Ruhe.

Mit dem unterstützten Stehen und Gehen, das du am besten mehrmals am Tag mit deinem Hund für ein paar Schritte, also in kurzen Intervallen machst, erhältst du nicht nur seine Mobilität, sondern bringst auch den Kreislauf in Schwung und unterstützt die Rehabilitation. Vestibularsyndrom Mobilität

Passives Bewegen – bitte mit entsprechender Anleitung Vestibularsyndrom Mobilität

Auch das passive Bewegen ist eine gute Möglichkeit, die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten und normale Bewegungsabläufe zu fördern. Da dein Hund dabei entspannt liegen und ruhen kann, bietet es sich sehr an, um es mehrmals täglich anzuwenden.

Hierbei werden die Läufe des Hundes und damit seine Gelenke ohne sein Zutun bewegt, indem du die Gliedmaße in die Beugung und in die Streckung führst. Da hierbei Scherkräfte ausgelöst werden können, gebe ich dir hier keine genaue Anleitung dazu, sondern bitte dich, dich hierzu an einen Physiotherapeuten zu wenden, der es dir vor Ort zeigt. Da es deinem Hund bei einem Vestibulärsyndrom sehr schwindelig ist, empfehle ich dir, den/die Physiotherapeuten/in zu bitten, zu euch nach Hause zu kommen, um deinem Hund eine Autofahrt und zusätzliche Anstrengung nach Möglichkeit zu ersparen.

Vestibularsyndrom – kein Grund aufzugeben

Diese Störung des Gleichgewichtsorganes ist in aller Regel kein Todesurteil für deinen Hund und die schweren Symptome bilden sich im Laufe der ersten Tage Schritt für Schritt zurück. Manchmal kann es auch wenige Wochen dauern, doch die Prognose ist meist gut. Daher solltest du deinem Hund die Chance geben, sich wieder zu erholen und kannst ihn in der Gesundungsphase mit diesen einfachen Dingen unterstützen, um seine Mobilität zu erhalten und zu fördern. Wenn du unsicher bist, oder Fragen hast, kannst du dich auch jederzeit gern bei mir melden!

Alles Liebe,

deine Tina

 

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

In der letzten Zeit erleben Bewegungstraining und Hundefitness einen wahren Hype. Grundsätzlich freue ich mich natürlich darüber, dass Hundehalter sich mit der Gesundheit ihrer Hunde beschäftigen und sich aktiv einbringen möchten. Genau das ist es, was ich mit meinem Trainingsansatz erreichen möchte. Wenn du als Hundehalter mit deinem Hund trainierst – natürlich immer nach entsprechender fachlicher Anleitung – förderst du nicht nur die Gesundheit deines Hundes, hältst und machst ihn mobil, verzögerst den Alterungsprozess und vieles mehr. Auch dein Blick und deine Wahrnehmung für die Bewegungsabläufe deines Hundes verbessern sich. Fitnesstraining Hund Fitnesstraining Hund

Du siehst plötzlich, ob dein Hund korrekt sitzt, ob er im Passgang läuft, oder er eine andere Auffälligkeit in der Bewegung hat.

Natürlich sollst du hier nicht die Diagnose eines Tierarztes übernehmen. Aber deine Wahrnehmung ist sensibilisiert und so besteht die Chance, dass Erkrankungen des Bewegungsapparates früher erkannt und behandelt werden. So weit so gut.

Höher, schneller, weiter – zum Wohle der Gesundheit?

Das Ganze hat leider auch eine Kehrseite. Was mir in letzter Zeit immer häufiger aufgefallen ist, ist das das Gesundheitstraining seltsame Blüten treibt. Was mir in der Entwicklung des Hundefitness Trainings und des Bewegungstrainings nicht gefällt ist, dass es immer wieder Hundehalter gibt, die eindeutig überambitioniert sind.

Nicht nur, dass den Hunden abstruse Bewegungsabläufe abverlangt werden, die keinerlei gesundheitlichen Effekt haben. Denn wie soll z.B. ein Border Collie mit allen vier Läufen auf einem kleinen Balancepad platziert tatsächlich noch seine Muskulatur trainieren, wenn er sich eben auf diesem Balancepad völlig verkrampft hält?

Nein, es entsteht ein gefühlter Leistungsdruck. Und den halte ich so oder so im Leben mit unseren Hunden für unangebracht. Aber wenn es um eine Aktivität geht, die der Gesundheit förderlich sein soll und auch noch Spaß machen soll, dann erst Recht. Das, was bei uns Menschen schon lange Einzug gehalten hat, scheint sich mehr und mehr auch im Leben mit unseren Hunden niederzuschlagen. Der Hund muss funktionieren, Leistung bringen, egal wann wir es wollen.

Deshalb ist Leistungsdruck im Hundefitness-Training unangebracht

Ich sehe diese Entwicklung ausgesprochen kritisch. Wenn ich mit einem Hund eine Übung aufbauen möchte – und sei sie in meinen Augen – noch so einfach, dann funktioniert dies nur erfolgreich, wenn ich mit meinem Hund trainieren. Will heißen, so wie mein Hund es körperlich kann und wie er es geistig umsetzen kann.

Da sind Leistungsdruck, Funktionieren-Müssen und Ungeduld einfach fehl am Platze. Im Gegenteil. Ich halte es für extrem wichtig, um einen nachhaltigen Trainingseffekt zu haben, dass ich meinem Hund die Chance gebe, nachzudenken. Er soll sich die Übung in seinem Tempo und so kleinschrittig, wie er es benötigt, erarbeiten. Nur so haben wir die Chance, dass neue, gesunde Bewegungsabläufe tatsächlich im Gehirn manifestieren.

Und wenn der Hund nur eine oder zwei Wiederholungen schafft, ist das auch völlig in Ordnung. Es ist um Welten sinnvoller, wenn der Hund eine Übung 1-2 Mal wiederholt und dafür korrekt, als 5 Mal und dafür sind die letzten drei Wiederholungen nur so halb wirklich gelungen.

Kurzum: langsam ist die Devise und weniger ist mehr

Dein Hund ist nicht jeden Tag gleich leistungsfähig Fitnesstraining Hund

Kennst du das? Du stellst alles für die Trainingseinheit bereit, dein Hund steht zwar freudig da, aber irgendwie läuft es nicht wirklich rund. Ich gebe ehrlich zu: bei mir und Tessa kommt das vor. Sogar ziemlich regelmäßig. Genau wie wir Menschen sind unsere Hunde nämlich auch nicht jeden Tag gleich leistungsfähig. Und da gilt es nicht, dass Programm des Trainingsplanes stumpf abzuarbeiten, sondern Rücksicht auf die Bedürfnisse des Hundes zu nehmen. Ist der Hund nicht gut drauf, ist er auch nicht wirklich bei der Sache. Er kann sich schlechter konzentrieren und führt Bewegungen nicht präzise aus. Am Ende bleibe auf beiden Seiten nur Frust.

Was tun, wenn der Hund nicht in „Trainingslaune“ ist? Fitnesstraining Hund

Ganz einfach: akzeptieren! Wenn du spürst, dass dein Hund sich nicht konzentrieren kann oder er körperlich einfach nicht auf der Höhe ist, ist das der einzig vernünftige Weg. Wenn ich in dieser Situation bin, mache ich immer eines. Das Training positiv abschließen. Ist Tessa unkonzentriert und fahrig, gehe ich dazu über, eine Übung mit ihr zu machen, die garantiert immer sitzt und schließe das Training damit sofort wieder ab. Auch wenn es die einzige Übung sein wird. Bei Tessa ist das der Doggy Twist – dabei dreht sie sich rechtsherum und linksherum um ihre eigene Achse. Das klappt immer. Und damit ist es dann auch gut.

Ich möchte nicht, dass Tessa das Gefühl hat, “versagt” zu haben

Für mich ist Leistungsdruck tabu, ich spule kein Programm ab – auch wenn es auf meinem Trainingsplan steht. Denn mein Trainingspartner ist mein Hund – ein Lebewesen. Da gilt es Rücksicht zu nehmen und zu respektieren, wenn mein Hund nicht leistungsfähig ist.

Neuer Tag, neues Glück Fitnesstraining Hund

Wenn du dein Training abschließt, wie ich es mit Tessa mache, wird auch dein Hund spüren, dass du seine Bedürfnisse wahrnimmst und respektierst. Nur so ist sichergestellt, dass er am nächsten Tag, wieder freudig bei der nächsten Trainingseinheit dabei ist und euer Training nicht mit Frust und Zwang verbunden ist, sondern mit Spaß. Nur so kannst du dauerhaft erfolgreich beim Bewegungstraining mit deinem Hund sein. Fitnesstraining Hund

Alles Liebe, deine Tina

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Wenn Hundehalter die Diagnose Arthrose bei ihrem Hund erhalten, sind sie meist unsicher, was in Sachen Bewegung noch gut für ihren Hund ist. Der erste Gedanke ist in der Regel, dass man den Hund nun gänzlich schonen müsse, um ein Fortschreiten der Arthrose zu vermeiden. Dies ist aber so nicht richtig und kann sogar schädlich für deinen Hund sein.

Was passiert, wenn du deinen Hund bei Arthrose und anderen Gelenkerkrankungen komplett schonst

Gelenke brauchen Bewegung, damit die Ernährung des Knorpels gewährleistet ist. Das liegt daran, dass die Nährstoffe mittels einer Pumpbewegung über die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel gelangt. Diese entsteht durch die Bewegung des Gelenks. Bleibt die Bewegung aus, wird der Knorpel nicht mehr ausreichend genährt. In der Folge entsteht weitere Arthrose.

Zudem verändert die Gelenkflüssigkeit ihre Konsistenz und wird zäh, wenn ein Gelenk nicht ausreichend bewegt wird. Auch die Bänder, Sehnen und Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen und die Gelenkbeweglichkeit ist eingeschränkt. Die Muskulatur baut ab, was wiederum eine zusätzliche Belastung für die Gelenke bedeutet. Du siehst, bei kompletter Schonung oder zu wenig Bewegung gerät dein Hund sehr schnell in einen Teufelskreis. Dieser zieht ein Fortschreiten der Arthrose nach sich.

Es ist also klar, dass eine komplette Schonung bei einer Gelenkarthrose nicht das Mittel der Wahl sein kann, um ein Fortschreiten der Arthrose zu verhindern und eine sinnvolle Unterstützung für den Hund zu bieten. Doch was ist der richtige Weg?

In Bewegung bleiben – aber dem Gesundheitszustand angepasst

Angepasste Bewegung ist das Zauberwort. Ich weiß, es ist ein dehnbarer Begriff und wenig greifbar, weil es nicht einfach eine Zahl ist, die man pauschal in den Raum werfen kann. Denn jeder Hund ist unterschiedlich.

Grundsätzlich sollte die tägliche Bewegung deines Hundes seinem Gesundheitszustand angepasst sein. So ist es bei Gelenkerkrankungen sinnvoll, dass dein Hund nicht mehr beispielsweise zweimal täglich lange Spaziergänge macht. Besser ist, über den Tag verteilt mehrere kürzere Spaziergänge zu machen. Das hat den positiven Effekt, dass dein Hund nicht so sehr erschöpft und zugleich die Erholungsphase deutlich verkürzt wird.

So schaffst du es trotz Arthrose, die nötige Bewegung zu gewährleisten. Wie gesagt kann man hier keinen Pauschalwert nennen, wie lang die einzelnen Spaziergänge sein dürfen. Hier muss man sich wirklich herantasten und schauen, was dem Hund gut tut.

„Aber mein Hund läuft doch trotz Arthrose seine große Runde und hat auch Spaß daran!“

Klar, dein Hund hat ja auch kein Vernunftsdenken! Die Aussage, dass Hunde trotz schwerer Gelenkprobleme förmlich bis zum Umfallen laufen und über ihre Grenzen hinausgehen höre ich gar nicht selten. Das liegt ganz einfach daran, dass unsere Hunde kein Vernunftsdenken haben. Dein Hund denkt sich nicht: „Ich sollte jetzt besser nach Hause gehen, sonst tut mir mein Knie morgen wieder weh.“ Oder „Nee, besser spiele ich nicht so wild mit meinem Hundekumpel, sonst kann ich morgen wieder kaum aufstehen.“.

Wir müssen diesen Job für unsere Hunde übernehmen und es ist die Verantwortung von uns als Hundehalter, für unsere Hunde vernünftig zu sein. Das bedeutet nicht, alles zu reglementieren und dem Hund nichts mehr zu gönnen. Ein gesundes Gleichgewicht ist immer wichtig. Dem Hund seine liebsten Aktivitäten gänzlich zu nehmen, um sicherzustellen, dass seiner Gesundheit hinreichend Genüge getan wird, ist auch nicht sinnvoll. Dann haben wir zwar einen Hund, der ganz sicher nichts macht, was ihm schaden könnte, aber wir haben einen auch einen Hund, der womöglich depressiv wird, weil seine Lebensqualität einfach sehr negativ beeinflusst wird.

Es gilt also immer entsprechend abzuwägen.

Reichen Spaziergänge alleine, um das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten?

Die Spaziergänge sind in jedem Fall ein sehr wichtiger Faktor. Zusätzlich ist es hilfreich, deinen Hund gezielt mit verschiedenen Bewegungsübungen zu unterstützen. Das ist wie ein regelmäßiges Gymnastizieren, um die Muskulatur und Beweglichkeit zu erhalten und zu fördern. So wie es auch ein Humanphysiotherapeut empfehlen würde, wenn du Gelenkprobleme hast. Hier kann ich dir übrigens meinen Arthrosfit Selbstlernkurs für Hundehalter ans Herz legen. Dort lernst du gezielt Bewegungsübungen für deinen Hund, die ihn bei Arthrose in Bewegung halten: ARTHROSEFIT BEWEGUNGSTRAINING.

Fazit – Arthrose = Schonen?!

Schonen ist keinesfalls die alleinige Lösung. Es ist wichtig, eine gewisse Bewegung und Beweglichkeit deines Hundes zu erhalten, um damit das Fortschreiten der Gelenkprobleme zu verhindern. Angepasste Spaziergänge – häufiger, dafür kürzer – und zusätzlich gezieltes Bewegungstraining sind optimal, um deinen Hund bei Gelenkproblemen richtig und ausreichend zu bewegen, ohne ihn zu überlasten und ohne die Gelenke durch übermäßiges Schonen „einrosten“ zu lassen.

Alles Liebe, deine Tina!

 

Neurologische Probleme beim Hund – so förderst du die Nervenweiterleitung mit dem Ausstreichen der Zehenzwischenräume

Neurologische Probleme beim Hund – so förderst du die Nervenweiterleitung mit dem Ausstreichen der Zehenzwischenräume

Eine ganze Reihe von Rückenerkrankungen bringen gleichzeitig auch neurologische Probleme mit sich. Häufige Erkrankungen, die eng mit neurologischen Problemen verbunden sind, sind typischerweise Bandscheibenvorfälle, das Cauda Equina Compressions Syndrom, Spondylose oder Rückenmarksinfarkt – um nur einige zu nennen. Eine Erkrankung, die keine neurologische Ursache hat, aber neurologische Symptome nach sich zieht, ist die Degenerative Myelopathie.

So zeigen sich neurologische Probleme beim Hund

Sie zeigen sich häufig durch ganz typische Anzeichen, wie beispielsweise das klassische Pfotenschleifen, aber auch koordinative Probleme. Zudem wird die Muskulatur immer schwächer. Betroffene Hunde stolpern häufiger, stehen nicht mehr wirklich stabil, bei Rüden klappt das Beinchen heben nicht mehr so recht und auch Alltagsbewegungen werden gemieden. Dazu können Dinge wie Treppenlaufen gehören.

Was kann man tun, um die Nervenweiterleitung zu fördern?

Das macht uns als Hundehalter natürlich hilflos. Doch in vielen Fällen gibt es viele Möglichkeiten, die Nervenweiterleitung wieder zu verbessern. Dazu gehören neben dem Bewegungstraining, stimulierenden Massagen, passivem Bewegen auch Maßnahmen, wie das Ausstreichen der Zehenzwischenräume. Das schlage ich Hundehaltern mit Hunden mit neurologischen Problemen gern als Hausaufgabenübung vor, denn es ist sehr einfach, nicht wirklich fehleranfällig und extrem effektiv. Umso mehr wundere ich mich, dass es immer noch so wenige Menschen kennen. neurologische Probleme beim Hund

Reizsetzungen sorgen dafür, dass Nervenimpulse wieder ankommen

Wenn wir die Nervenweiterleitung unserer Hunde fördern wollen, müssen wir natürliche Reize setzen, denn bei neurologischen Problemen, ist die Nervenweiterleitung gestört. Das führt dazu, dass die “Botschaft” nicht mehr bis in die Muskeln und Zehen weitergeleitet wird. In der Konsequenz kommt es dann dazu, dass Hunde an Stabilität verlieren, die Muskulatur abbaut und Bewegungen immer schwerer fallen. In letzter Konsequenz kann es eine Lähmung des Hundes nach sich ziehen. neurologische Probleme beim Hund

Die gute Nachricht: so lange noch eine Tiefensensibilität da ist, haben wir gute Chancen, den Zustand deutlich zu verbessern (das darfst du nun natürlich bitte nicht als „Diagnose“ oder Versprechen werten!). Solange der Hund also noch „Gefühl“ in seinen Pfoten hat – sprich ein wenig der Botschaft, die die Nerven senden, kommen noch in der Peripherie an, können wir dieses auch wieder verstärken. Wir können dies wieder fördern, indem wir am anderen Ende, sprich an den Zehen anfangen zu stimulieren und so dem Gehirn signalisieren, dass da etwas ist. So fördern wir die Weiterleitung und Verbindung.

So geht das Ausstreichen der Zehenzwischenräume:

Du brauchst keine Angst zu haben – es funktioniert ganz einfach. Wenn du meine Artikel schon länger liest, weißt du, dass ich besonders gern Dinge mag, die einfach sind und eine große Wirkung haben. Diese Übung gehört definitiv dazu!

Du gehst dafür einfach mehrmals täglich mit deinen Fingern in die Zehenzwischenräume der Hinterpfoten und massierst sie sanft und streichst sie aus. Zusätzlich kannst du auch leicht an den Häärchen in den Zehenzwischenräumen und den Schwimmhäuten “zubbeln” – natürlich nur sanft. Das stimuliert und fördert sehr effektiv die Nervenweiterleitung. Wenn dein Hund kitzelig ist, dann achte darauf, dass du die Zehen nicht zu „zart“ anfasst.

„Steter Tropfen höhlt den Stein“ neurologische probleme beim Hund

Natürlich wirst du nicht nach einmaligem Ausstreichen der Zehenzwischenräume ein Wunder erleben. Aber wenn du kontinuierlich am besten mehrmals täglich die Zwischenräume der Hundepfoten ausstreichst und massierst, wirst du – vor allem in Kombination mit anderen Maßnahmen – eine deutliche Verbesserung erreichen.

Alles Liebe, deine Tina

Gesunder Hundesport – die Gesundheit deines Hundes im Blick! Interview bei Hundesport Nubi

Gesunder Hundesport – die Gesundheit deines Hundes im Blick! Interview bei Hundesport Nubi

Das Thema Hundesport – und vor allem gesunder Hundesport – begegnet mir als Hundephysiotherapeutin immer wieder und immer mehr. „Gott sei Dank!“ – muss ich sagen. Es zeigt mir, dass das Bewusstsein von Hundesportlern für die Gesundheit ihrer Hunde immer intensiver und auch wichtiger wird. Hunde sind für mich einfach kein „Sportgerät“ sondern Partner, mit denen man gemeinsam Sport betreibt.

Es wird sich immer genauer mit der Bewegung der Hunde und dem Bewegungsapparat beschäftigt, denn es zeigt sich nachhaltig, dass verantwortungsvoll betriebener Hundesport dazu führt, dass die Vierbeiner nicht nur leistungsfähiger sind, sondern auch Verletzungen vermieden und gemindert werden. Aber auch Gelenkerkrankungen als Folge von Über- und Fehlbelastung wird minimiert. Das ist gut so!

Gesunder Hundesport – Das Team von Hundesport Nubi hat mir Löcher in den Bauch gefragt – danke dafür!

Ich habe mich wirklich sehr gefreut, als unser schon seit langer Zeit bestehender Kontakt darin mündete, dass Mara und Tim vom Blog Hundesport Nubi mich zum Thema Hundesport interviewt haben. Beide sind, wie der Name des Blogs es schon sagt, absolut Hundesport-begeistert. Dabei ist es ihnen genauso wichtig, dass sie mit ihren beiden Hunden Wollie und Nubi, ihren Hundesport immer mit dem Blick auf die Gesundheit ihrer beiden Vierbeiner betreiben.

Diese Fragen lagen den Beiden besonders am Herzen:

  • Was unseren Hunden beim Hundesport am meisten schadet – Stichworte: Warm Up, direkt aus dem Auto auf den Platz, kritische Bewegungen etc..
  • Wo der Unterschied zwischen Hundefitness und Tricktraining liegt – ja eine sehr wichtige Frage – es gibt zwar ein paar Gemeinsamkeiten, aber grundsätzlich zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
  • Das Thema Fußarbeit – wie es auf den Hundekörper wirkt, mit welchen Übungen man unterstützen und gegensteuern kann. Auch eine super Frage, man sieht nämlich viele Hund, die durch intensive Fußarbeit in den Passgang verfallen.
  • Welche Gelenkerkrankungen man mit Fitnesstraining beim Hund vorbeugen kann. Das sind natürlich eine ganze Menge.
  • Wie ich Tessa beim Training motiviere – es scheint, als sei auch zu ihnen durchgedrungen, dass Podencos manchmal etwas – sagen wir – autark in ihrem Handeln sind.

Ich bin mir sicher, dass alles das Fragen und Themen sind, die dich auch interessieren. Auch wenn sie hundesportspezifisch sind, so sind einige Fragen auch relevant für das ganz alltägliche Leben mit Hund. Wenn dich meine Antworten dazu interessieren, dann geht es hier zum Interview bei Hundesport Nubi mit Martina Flocken. Hundesport Nubi hält übrigens im Artikel auch noch einen exklusiven Rabattcode für die Doggy Fitness Kurse bereit. Danke an Tim & Mara, dass es euch eine Herzensache ist, dass die Gesundheit unserer Hunde beim Sport immer im Fokus steht!

Viel Freude wünsche ich dir mit dem Artikel!

Alles Liebe, Tina

Wie gutes Hundetraining aufgebaut wird und warum es wichtig ist, dass es deinem Hund dabei gut geht! – Gastartikel von Anne Bucher

Wie gutes Hundetraining aufgebaut wird und warum es wichtig ist, dass es deinem Hund dabei gut geht! – Gastartikel von Anne Bucher

In vielen meiner Blogartikel habe ich das Thema Schmerzen schon von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Es ist ein breites Themenfeld und sehr komplex. Auf der anderen Seite ist es aber auch ganz einfach: Schmerzen beeinflussen das Leben. Auch das Leben unserer Hunde. So ist auch ein gutes Hundetraining mit deinem Vierbeiner unter Schmerzen nicht möglich. Da für mich Körper und Geist eng zusammenhängen, freue ich mich über diesen Gastartikel von Hundetrainerin Anne Bucher. Sie erklärt dir nicht nur, wie sich gutes Verhaltenstraining mit deinem Hund aufbaut und warum du dabei viel Geduld haben solltest, sie greift auch auf, was beim training passiert, wenn dein Hund Schmerzen hat. Viel Freude und Erkenntnisse bei diesem tollen Artikel!

Gutes Hundetraining erfordert viele kleine Schritte – und Geduld!

Ganz egal, ob du einen eher einen ängstlichen, impulsiven, hibbeligen oder schwer motivierbaren Hund hast: Nachhaltige Veränderungen erreichst du über eine Kombi aus gutem Training und echtem Wohlbefinden.

Das Training sorgt für die Verhaltensveränderung. Es ist systematisch, kleinschrittig und strukturiert. Dabei enthält es mehrere Komponenten, die zwar vom Problem, dem Lebensumfeld und natürlich auch vom Hund beeinflusst werden, im groben aber immer die Folgendes beinhalten:

Management

Damit das Verhalten möglichst selten auftritt, nicht mehr weiter geübt und gefestigt wird, wird ermittelt wann, wie und wo das Verhalten auftritt und wie es verhindert werden kann. Je besser du es für eine Zeit verhindern kannst, desto schneller wird dein Training vorangehen.

Es ist nicht das Ziel, dem Problem auf Dauer aus dem Wege zu gehen, sondern zunächst einen Fuß in die Tür zu bekommen. Das nötige Trainingsrepertoire aufzubauen und in der Zwischenzeit zu regenerieren.

Je häufiger der Hund das Verhalten, auch nur im Ansatz, zeigt, desto schwerer wird es, es loszuwerden. Ein guter Trainer wird dich daher nicht bitten, dir das Verhalten mal zu demonstrieren, wenn du es nicht eh schon gefilmt hast. Niemand geht davon aus, dass du es von heute auf Morgen komplett verhindern kannst, umso wichtiger ist es, dass auf ein „absichtlich“ auslösen verzichtet wird. Das gilt doppelt und dreifach, wenn es ein Verhalten ist, das sich für den Hund, dich oder jemanden aus der Umwelt nicht gut anfühlt oder gar gefährlich ist.

Erlernen einer neuen Strategie.

In der Zwischenzeit können dein Hund und du neue Trainingswerkzeuge, einen neuen Umgang und ein Handling lernen. Ihr könnt lernen, wie ihr in einem plötzlichen Ausrutscher reagieren könnt und im Anschluss das beste daraus macht.

Daraus entsteht eine neue Strategie, die sich für dich und deinen Hund gut anfühlen und eure Bedürfnisse erfüllen sollte. Je besser die Strategie, desto eher wird dein Hud sie hinterher auch ohne dein Zutun ausführen und das sollte das mittel- bis langfristige Ziel sein. Du willst ja nicht ewig auf Hab-Acht-Position beim Gassi sein!

Generalisieren und etablieren der neuen Strategie

Seid ihr beide in eurem Tun eingespielt, heißt es die neue Strategie wieder ins Leben bringen. Stück für Stück an unterschiedlichen Auslösern, Orten und in verschiedenen Erregungslagen zu trainieren. Wenn du versehentlich den Bogen überspannst oder mal in schwierige Situationen gerätst, ist das nicht schlimm. Du frischst dein Training wieder auf, betreibst wieder einige Tage mehr Management und weiter geht es!

Klingt langwierig? Ist es in der Regel nicht. Du solltest bereits nach kurzer Zeit deutliche Veränderungen und Fortschritte sehen. Klar, manchmal gibt es Rückschläge und lernen verlaüft eben nicht geradlinig. Aber in der Regel sind nach einigen Wochen merkliche Verbesserungen spürbar. Ist das nicht der Fall, gilt es dein Training zu hinterfragen und in jedem Fall den zweiten  Aspekt ganz genau zu durchleuchten:

Ohne Wohlbefinden deines Hundes wird dein Training nicht auf Dauer Früchte tragen!

Ein Training wie oben beschrieben, stärkt euer Vertrauen und das Wohlbefinden. Es macht Spaß und schweißt zusammen. Es ist jedoch ein Kampf gegen Windmühlen, wenn dabei andere Dinge übersehen werden, die das Wohlbefinden dauerhaft stören.

Einer der häufigsten Gründe hierfür sind meiner Erfahrung nach Schmerzen im Bewegungsapparat. Ob es das Einklemmen der Rute, das Ziehen an der Leine, heftiges in die Leine Springen oder am Zaun plötzliches Stoppen ist, alle haben eines gemeinsam: Sie verursachen Fehlbelastungen, die zu Verspannungen, Stauchungen und anderen Schmerzen führen.

Nicht selten sind die Schmerzen sogar zuerst da und dann beginnt das Verhalten zu kippen. Doch egal, was zuerst da war: Ist beides da, hilft es nur, an beidem zu arbeiten.

Schmerzen aktivieren Angst!

Treten Schmerzen auf, wird auch das neuronale Netzwerk von Angst aktiv. Angst ist eine starke Emotion, die überlebensnotwendig ist und entsprechende Verhaltensmuster aktiviert. Oft verbinden wir Angst nur mit Flucht, mit einem zitternden sich versteckenden Wesen. Doch Angst hat viele Gesichter und Schmerzen damit auch. Alle haben eines gemeinsam: Das Hundegehirn will das Auftreten unbedingt vermeiden oder lindern. Gelingt das nicht, sucht es nach Ablenkung und Dingen, die es wieder glücklicher machen.

Du gibt deinem Hund ein Signal, wie z.B. Sitz, er wuselt durch die Gegend, bietet zig andere Verhalten an, bellt vielleicht oder zieht sich zurück. Dein Hund ist im Konflikt. Sein Gehirn sagt, dass er sich hinsetzen soll, gleichzeitig warnt, es ihn vor dem Schmerz es zu tun. Oft denken wir, der Hund wäre hibbelig, bockig oder stur. Er vermeidet jedoch nur den Schmerz.

Dein Hund ist ein wahrer Zappelphillip und kommt Zuhause nicht zur Ruhe. Es kann sein, dass das Hinlegen oder das Liegen unangenehm ist. Zwickt es mehrfach in einer solchen Situation, versucht der Hund es zu vermeiden. Nicht immer sind für uns die Reaktionen logisch und eindeutig, die Schmerzen auslösen. Aus unserer Perspektive macht es keinen Sinn, dass der jagdlicht motivierte Hund bei Schmerzen dennoch über Stock und Stein geht, um das Wild zu verfolgen. Der häufige Trugschluss: Keine Schmerzen!

Die bevorzugten Verhaltensweisen tun dem Hund in dem Moment gut. Es werden Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet, die nicht nur glücklich machen, sondern auch dafür sorgen, dass der Schmerz in dem Moment nicht wahrgenommen wird. Je tiefer das entsprechende Verhalten im Gehirn verankert ist, je mehr der Hund darauf selektiert wurde, desto wahrscheinlicher wird es unter Stress und Schmerzen.

Sucht das Gehirn nach neuer, schöner Stimulation, werden dabei Dinge die selbstbelohnend sind immer wichtiger. Belohnungen von außen hingegen werden abgeschwächt. So werden selbstbelohnende Verhaltensweisen immer wichtiger und mehr. Damit ist die Tür offen zum Entwickeln unangenehmer Verhaltensprobleme bis hin zu Störungen, wie exzessives Jagen oder Bellen.

Schmerzen sind begünstigende Faktoren von Problemverhalten

Angst und Schmerzen lösen immer Stress aus. Wenn dein Hund häufig Stress ausgesetzt ist, verändert sich sein Lernvermögen. Die blitzschnellen, emotionalen Strukturen im Gehirn verdichten sich und impulsive und reaktive Reaktionen werden schneller und vielleicht auch heftiger.

Ein einfaches „Sitz“ hingegen wird immer schwerer. Der Gehirnbereich, der für Signal- und Impulskontrolle zuständig ist, wird in dieser Zeit nämlich geschwächt. Das gestresste Hundegehirn befindet sich im „Autopilot“, alles was keine unmittelbare Verbesserung der Situation (aus Hundeperspektive) bringt, ist erst einmal abgeklemmt.

Bei den eher trägen Hundetypen, entwickeln sich statt der schnelleren Reaktionen eher Lethargie und Rückzug. Sie sind immer schwerer zu motivieren. Wer häufig Schmerzen, Stress und Angst ertragen muss, wird zunehmend dünnhäutiger und kann schlechter Lernen, was nicht unmittelbar und direkt im Bezug zu Schmerz, Angst und Stress steht. Hinzu kommen Fehlverknüpfungen. Ein Klassiker: Dein Hund sieht den anderen Hund, er springt in die Leine und es tut weh. Logisch, wer schuld ist, oder? Immer der andere. Sein Gehirn hatte wieder recht – andere Hunde sind doof!

Das gilt nicht nur für andere Hunde. Dein Hund erschrickt, z.B. wegen eines lauten Geräusches, er zuckt zusammen und dabei tut was weh? So kann durchaus eine ausgewachsene Geräuschangst entstehen.

Das Beste zum Schluss

Packst du beide Enden zugleich an, wirst du mit ziemlicher Sicherheit schon sehr bald richtig gute Veränderungen erkennen!

Ihr, du und dein Hund, seid der Situation also nicht ausgeliefert. Ihr könnt das Anpacken und viele TrainerInnen arbeiten gerne Hand in Hand mit Therapeuten und Tierärzten. Und auch wenn du das Erlebte nicht ändern kannst, du kannst für die Zukunft eine Menge an Wohlbefinden und an guten, neuen Strategien aufbauen.

Zur Person Anne Bucher
Anne Bucher

Anne Bucher

Anne Bucher ist Hundetrainerin und Gründerin von Anne Bucher – Anders mit Hund.

Ihre Mission ist es, dass jeder Mensch Zugang zu Anleitung und Wissen hat, um ein bedürfnisorientiertes Leben mit seinem Hund zu verbringen. Damit dies gelingt, begleitet Anne HundehalterInnen on- und offline, referiert im deutschsprachigen Raum und bildet HundetrainerInnnen aus, die die gleichen Werte vertreten.

Verhaltensprobleme online trainieren, geht denn das ? Oh ja! Du kannst das Thema „Erregung & Entspannung“ als Selbstlernkurse erarbeiten oder unser intensives und eng betreutes Jahresprogramm „Ein echtes Team“ mitmachen und Training nach dem B.R.A.V.E. Konzept lernen. Wir kümmern uns um die echten Ursachen der Probleme und machen dich zur besten Trainerin für deinen Hund, die kompetent, souverän und zufrieden mit ihrem Hund durch das Leben geht. Dabei setzen wir darauf, dass dein Hund vor allem Selbstwirksamkeit und eigene, sinnvolle Strategien lernt. Hast du Lust? Dann schau nochmal vorbei!

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2 effektive Übungen, um die Koordination und das Körpergefühl deines Hundes zu stärken

2 effektive Übungen, um die Koordination und das Körpergefühl deines Hundes zu stärken

Viele Hunde haben erstaunlicherweise ein relativ schlechtes Körpergefühl und Körperbewusstsein. Für sie hört ihr Körper hinter dem Rumpf auf. Das führt unweigerlich dazu, dass die Läufe aber auch die Wirbelsäule ungleichmäßig belastet werden. Längerfristig beeinflusst das einen übermäßigen Gelenkverschleiß und somit Arthrose in den Gelenken.

Es ist also durchaus sinnvoll zum einen zu schauen, wie gleichmäßig dein Hund seine Läufe nutzt, wie seine Bewegungsabläufe sind und wie gut seine Koordination ist. Zeigen sich hier Defizite, kann man die Koordination, das Körpergefühl und gleichmäßige Bewegungsabläufe allerdings in jedem Alter und bei jedem Gesundheitszustand mit einfachen Übungen trainieren.

Mit einem guten Körpergefühl ist grundsätzlich das Verletzungsrisiko deines Hundes gemindert und zwar nicht nur im Sport, sondern bei jeder alltäglichen Bewegung. Nachfolgend stelle ich dir in diesem Artikel verschiedene Übungen vor, die du mit deinem Hund auch als Laie selbst durchführen kannst. Hierzu sind kein besonderes Equipment und auch keine Vorkenntnisse deinerseits oder deines Hundes notwendig. Körpergefühl Hund

Mit diesen 2 Übungen förderst du Körpergefühl und Koordination deines Hundes Körpergefühl Hund

1. Auf einer Decke ausbalancieren

Für diese Übung nimmst du dir ein größeres Handtuch oder eine Decke – je nach Größe deines Hundes. Dein Hund soll sich dann etwa mittig auf diese Decke stellen Nun beginnst du leicht und langsam an unterschiedlichen Ecken der Decke oder des Handtuchs leicht zu ziehen. Dein Hund muss so den Belastungsschwerpunkt von einem Lauf auf den anderen geben und sich ausbalancieren. Zusätzlich nimmt er so seinen Körper gesamthaft wahr. Die Übung ist für deinen Hund anstrengender, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Starte mit einer Einheit von 20-30 Sekunden und steigere die Einheiten dann langsam.

Ausbalancieren auf einer Decke

Ausbalancieren auf einer Decke

2. In einem Behältnis wie Karton ausbalancieren Körpergefühl Hund

Hierfür benötigst du je nach Größe deines Hundes einen Karton oder ein anderes passenden Behältnis, in das dein Hund sich theoretisch mit allen vier Läufen hineinstellen kann. Zunächst sollte dieses Behältnis eine recht angenehme Größe habe, so dass dein Hund seine vier Läufe relativ einfach darin positionieren kann. Der Rand sollte leicht zu überwinden sein. Es geht primär um eine optische, räumliche Begrenzung. Der Boden des Behältnis sollte rutschfest sein, oder mit etwas rutschfestem ausgelegt sein. Motiviere deinen Hund dann, mit seinen Pfoten in das Behältnis einzusteigen. Bestätige deinen Hund jedes Mal positiv, wenn er seine Pfoten in das Behältnis setzt. Auch wenn es im ersten Schritt erst einmal eine Pfote ist.

Ziel ist es, dass er nach und nach alle vier Pfoten in das Behältnis setzt und komplett darin steht. Wenn dein Hund es bei dieser Größe des Behältnisses schafft, sollte er die Position für einen kurzen Moment halten (etwa 2-3 Sek.) Nun kannst du im nächsten Schritt zu einem kleineren Behältnis greifen und ihn motivieren, sich dort hineinzustellen. Je kleiner es wird, desto anspruchsvoller ist es für ihn. Je enger die Pfoten unter seinem Körper zusammenrücken, desto intensiver muss er sich ausbalancieren. Auch mit der Dauer, die er die Position hält, kannst du dann entsprechend variieren. Körpergefühl Hund

Das solltest du beim Training beachten

Erarbeite die Übungen immer langsam mit deinem Hund und gebe ihm die Möglichkeit, in seinem Tempo seinem Körper bewusst zu werden. Sei geduldig mit ihm. Beim aktiven Bewegungstraining ist der Weg das Ziel und gibt deinem Hund die Chance, sich mit seinem Körper und den Bewegungen aktiv auseinanderzusetzen. Es ist immer sinnvoll, die Übungseinheiten kurz zu halten und sich nach den körperlichen Voraussetzungen und der Konzentrationsfähig seines Hundes zu richten. Das er Spaß beim Training hat ist unverzichtbar. Achte bitte auch immer auf seine Sicherheit, dass bedeutet vor allem, dass er auf rutschfesten Untergründen steht. Falls du dir nicht sicher bei der Durchführung der Übungen bist, dann schreibe mir gern einfach eine Email und ich helfe dir weiter!

So hast du drei aktive Bewegungsübungen für eine bessere Koordination und Körpergefühl, die du mit deinem Hund sehr leicht und ohne besonderes Equipment Zuhause durchführen kannst.

Alle Liebe, deine Tina

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund wird immer unweigerlich verbunden mit Balancepads und Balanceboards in allen Farben und Größen. Aber warum eigentlich?! Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreibe und meine Gedanken dazu teile. Doch mir rollen sich immer wieder die Zehennägel auf, wenn ich sehe, wie Hunde in Videos mühsam um Haltung kämpfen und alles beim Training haben – aber keinen Spaß und keinen Trainingseffekt. Der Halter ist aber wahnsinnig stolz, wie der Vierbeiner sich da auf dem wackeligen Konstrukt aus 5 verschiedenen Gummipads in bunter Farbvielfalt hält. Ja, das ist jetzt überspitzt dargestellt, aber die (traurige) Realität ist davon oft gar nicht so weit entfernt.

Das hat nichts mit Fitnesstraining oder Balancetraining zu tun

Die unsachgemäße Nutzung von Balancepads, Balanceboards und Wackelbrettern führt nämlich garantiert nicht zum Muskelaufbau und auch nicht zu einem guten Körpergefühl. Du magst mich jetzt für einen bunte-Balancepads-Gegner halten. Und in gewissen Punkten bin ich das auch. Als Hundephysio kann ich dir sagen, dass all diese Trainingsutensilien bei unsachgemäßer Nutzung eher Schaden anrichten als zu nutzen.

Aber ich will nicht weiter schimpfen. Viele Hundehalter möchten ihrem Hund etwas Gutes tun und seine Gesundheit unterstützen. Und das ist ja erst einmal auch sehr gut so. Bei der Recherche stolpert man dann über die nett anzusehenden Fitnessutensilien für den Hund – und schlägt zu.

Aber wie nun einsetzen? Fitnesstraining beim Hund

Erst einmal gar nicht! Stelle sie in die Ecke. Dein Hund braucht sie nämlich zum Einstieg in das Fitness- oder Bewegungstraining nicht.

Du fragst dich warum?

Um dir diese Frage zu beantworten, stellen wir uns vor, wie wir Menschen es handhaben, wenn wir neu in einen Sport einsteigen. Ganz einfach: wenn du mit einem Sport beginnst, dann gehst du ganz strukturiert an das Training heran. Man beginnt mit den Basics. Du erarbeitest dir die Grundlagen der Sportart und schaffst eine gewisse (sportartenbezogene) „Basisfitness“. Die Bewegungen und mögliche Griffe müssen sitzen und du musst dich sicher bewegen, bevor die nächsten Schritte gemacht werden. Das sorgt dafür, dass du mit dem Sport vertraut und auch sukzessive besser wirst. Zudem wird dein Verletzungsrisiko gemindert. Wenn du das nicht machst und zur überambitionierten Fraktion gehörst, die sofort auf einem höheren Level einsteigt, bist du sicher mit dem schmerzhaften Muskelkater am nächsten Tag und Frustration durch fehlenden Trainingserfolg gut vertraut.

Und warum soll dein Hund als Einsteiger im Fitness– und Bewegungstraining sofort seine Übungen auf einem flexiblen Untergrund durchführen?

Richtig, das macht keinen Sinn. Auch im Bewegungstraining beim Hund fängt man – wenn man es fachlich korrekt angeht – erst einmal auf dem ganz normalen Untergrund an. Und zwar mit einfachen Basisübungen. Jede Übung, die du mit deinem Hund machst, sollte er souverän und sicher auf einem stabilen Untergrund durchführen können. Die Bewegungen sollten korrekt sein, damit sich die Bewegungsabläufe auch korrekt im Gehirn abspeichern. Fitnesstraining beim Hund

Dann erst – und wirklich dann erst – kann man beginnen, selbige Übungen auf einem flexiblen Untergrund wie einem Balancepad durchzuführen.

Deshalb solltest du mit deinem Hund erst später auf flexiblen Untergründen trainieren

Der flexible Untergrund hat es in sich. Der Hund ist nicht mehr nur mit der korrekten Durchführung der Bewegung beschäftigt, sondern muss sich auch noch ausbalancieren. Auch der Anspruch an die Muskulatur ist deutlich höher. Er muss viel mehr Muskelkraft aufbringen. Das verlangt körperlich einiges von ihm.

Das passiert bei unsachgemäßer Nutzung von Balancepads & Co.

Wenn du nun mit diesem Wissen hingehen würdest und Übungen, mit denen dein Hund nicht vertraut ist, direkt auf einem flexiblen Untergrund trainieren würdest, ist es klar das folgendes passiert:

  • Bewegungen werden nicht mehr korrekt, bewusst und sauber durchgeführt
  • Dein Hund ist unsicher in den Bewegungen Fitnesstraining beim Hund
  • Seine Muskulatur spannt an – und zwar der ganze Körper – denn er kämpft ja verbissen um „Haltung“. Ein aktives Muskeltraining ist an dieser Stelle NICHT möglich! Oder hast du schon einmal mit verspannter Muskulatur ein effektives Muskelaufbau-Training erreicht?
  • Das Gegenteil passiert: die Muskulatur deines Hundes verspannt. Verspannungen haben Schmerzen und Schonhaltungen zur Folge.
  • In der Summe wirken sich diese Dinge negativ auf sein Körpergefühl aus

Ich bin mir sicher, dass alles das nicht zu den Dingen gehört, die du erreichen möchtest. Daher solltest du deinen eigenen Ehrgeiz außen vorlassen und dich nicht blenden lassen von bunten Gummipads.

So sieht verantwortungsvolles Fitness- und Bewegungstraining beim Hund aus

Verantwortungsvoll betriebenes Fitness- und Bewegungstraining beim Hund sollte immer sinnvoll und planvoll aufgebaut werden. Hierzu geht man vom einfachen zum komplexen – in Sachen Anspruch und in der Bewegung ansich. Überlege dir auch, was dein Trainingsziel für deinen Hund ist. Bei der Auswahl der Übungen ist es auch sinnvoll, sich von einer Fachfrau/ einem Fachmann unter die Arme greifen zu lassen.

Dein Hund sollte Grundbewegungen gut beherrschen, eine gewisse Basisfitness haben und auch am Körpergefühl sollte gearbeitet werden. Dazu braucht es zu Beginn weder komplexe Bewegungen und aufwändige Tricks, noch besonderes Equipment.

Effektive Übungen müssen nicht spektakulär aussehen!

Der Effekt einer Übung macht sich nicht daran fest, wie komplex und aufregend sie aussieht. Schon sehr einfache Übungen haben einen großen und nachhaltigen Trainingseffekt. Als Beispiel führe ich da gern meinen geliebten Steh-Sitz Transfer an. Fast jeder Hund kennt das Signal. Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung. Dein Hund kann sich dann nämlich sehr gut auf die Bewegung an sich konzentrieren. Beim (simplen) Hinsetzen und Aufstehen trainierst du die Beweglichkeit der Hinterläufe deines Hundes – und zwar von der Hüfte, über Knie bis hin zum Sprunggelenk. Zusätzlich aber auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens.

Und das mit einem einfachen Steh Sitz Transfer. Ohne Equipment.

Die Krux an der Sache ist allerdings, dass es für viele Hunde jeden Alters und Fitnesslevel nicht selbstverständlich ist, dass er sich korrekt hinsetzen kann. Wenn du mehr über das korrekte Sitz bei deinem Hund erfahren möchtest, dann ist mein Artikel zum korrekten Sitzen und wie du es trainierst perfekt für dich,

Fazit: Fitnesstraining beim Hund – mit oder ohne Balancepads & Co.

Du siehst also, wo wir beim Fitnesstraining beim Hund ansetzen müssen: bei einfachen Bewegungen, die dein Hund lernt, korrekt durchzuführen. Dann kann man komplexere Bewegungsabläufe ins Training einbauen und sukzessive dem Fitnessstatus entsprechend auch flexible Untergründe mit einbauen.

Ich bin ganz sicher kein Gegner der Balancekissen, -pads & Co. und nutze sie selbst immer wieder im Training. Aber eben erst, wenn der Hund es auch körperlich leisten kann und gewissen Grundbewegungen und eine Basisfitness gegeben sind. Mir liegt es am Herzen, dass sie sinnvoll ins Training eingebaut werden, damit der Nutzen für die Fitness des Hundes tatsächlich gegeben ist. So stellst du sicher, dass du mit Bewegungstraining beim Hund deinem Vierbeiner einen wirklichen gesundheitlichen Nutzen bietest. Fitnesstraining beim hund

Alles Liebe, deine Tina

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Wenn ein Hund unter Arthrose in den Zehen – also unter einer Zehengelenksarthrose –  leidet, wird das meist kleingeredet und verharmlost. Das ist ja nur eine Arthrose im Zeh. Dabei hat eine Arthrose im kleinen Zeh eine große Auswirkung auf das Befinden deines Hundes.

Die Pfoten deines Hundes sind täglich im Einsatz

Dein Hund braucht seine Pfoten. Und zwar täglich. Die Zehengelenke müssen jede Bewegung des Körpers mitmachen. Wenn er unter einer Arthrose in den Zehengelenken leidet, wirkt sich das auf jeden seiner Schritte aus. Und zwar schmerzhaft. Zwar ist ein Zehengelenk nur ein sehr kleines Gelenk im Vergleich z.B. zur Hüfte, doch wenn es schmerzt, wirkt sich das dennoch stark auf die Fortbewegung deines Hundes aus.

Er beginnt zu humpeln, vielleicht dauerhaft, vielleicht auch „nur“ intermittierend, möchte seine Pfote nicht mehr richtig belasten. Das hat Folgen für den gesamten Hundekörper. Die betroffene Pfote wird entlastet, andere Körperbereiche werden dadurch vermehrt belastet. Dies bietet übrigens den perfekten Nährboden, dass durch Überlastung nun auch Arthrose in anderen (Zehen-) Gelenken entsteht. In diesem Artikel findest du übrigens viele allgemeine Informationen zum Krankheitsbild der Arthrose.

Der normale Bewegungsablauf ist gestört und zusätzlich können auch muskuläre Verspannungen auftreten. Das in aller Kürze zusammengefasst.

Die Anatomie der Zehengelenke beim Hund

Schauen wir einmal kurz auf die Pfote deines Hundes. Anatomisch gesehen werden die Zehengelenke gern vernachlässigt und Hüfte, Ellbogen / Co. sind in unserer Wahrnehmung viel präsenter. Die Zehengelenke des Hundes sind die Gelenkverbindungen zwischen den einzelnen Zehengliedern, aber auch der Zehengrundglieder mit den Mittelfußknochen.

Vom Aufbau her unterscheidet man zwischen Zehengrund-, Zehenmittel- und Zehenendgelenken.

Der Aufbau der einzelnen Gelenke entspricht dem eines ganz „normalen“ Gelenks. Das heißt zu den gelenkbildenden Bestandteilen gehören die knöchernen Gelenkpartner, die Gelenkkapsel, Gelenkknorpel, Gelenkflüssigkeit, sowie stabilisierende Bänder. Aber alles in sehr, sehr kleiner Ausführung, wenn man ein Zehengelenk beispielsweise mit dem Kniegelenk vergleicht.

In der Behandlung der Zehengelenksarthrose macht es uns diese Feingliedrigkeit nicht wirklich einfacher. Aber dazu später mehr.

Wie kann eine Arthrose in den Zehengelenken entstehen?

  • Verletzungen
  • Verschleiß aufgrund des Alters
  • Übergewicht
  • Fehlstellungen
  • Übermäßige Belastung

Diese Anzeichen können auf eine Arthrose in den Zehengelenken hindeuten

  • Lahmheit – dauerhaft oder intermittierend
  • Häufiges Belecken der Pfoten und Gelenke, was häufig als Putzen missverstanden wird
  • Immer wieder Hochhalten der Pfote
  • Der Hund läuft „wie auf Eiern“
  • Berührungsempfindlichkeit an den Pfoten
  • Spürbare Erwärmung der Gelenke
  • Schwierigkeiten bei Alltagsbewegungen wie Treppensteigen, ins Auto steigen
  • Weniger Freude bei Spaziergängen
  • Der Hund läuft steifbeinig
  • Spielfreude lässt nach

Dies ist natürlich nur eine Auswahl an Symptome. Wichtig ist, wenn du die Anzeichen bei deinem Hund erkennst, dass du ihn deinem Tierarzt für weitere Untersuchungen vorstellst. Notiere dir am besten vor dem Arztbesuch, was du beobachtet hast. In der Aufregung beim Tierarzt sind oft plötzlich alle Gedanken verschwunden, die man sich vorher dazu gemerkt hat.

So diagnostiziert der Tierarzt die Arthrose in den Zehengelenken

Der Arzt wird die Pfote genau untersuchen und die Beweglichkeit der Gelenke überprüfen. Auch auf mögliche Schmerzanzeichen achtet er dabei. Zudem ist es wichtig zu hören, ob das Gelenk eventuell Krepitationsgeräusche (trockenes, mahlendes Geräusch des Gelenks) durch den Knorpelschaden zeigt. Weiterhin wird er natürlich untersuchen, ob dein Hund eventuell eine andere Verletzung hat, wie durch einen Dorn o.ä.. Mit Hilfe einer Röntgenaufnahme kann durch die Bildgebung die Arthrose im Zehengelenk sichtbar gemacht werden.

Wie behandelt man eine Zehengelenksarthrose beim Hund?

Wie eben bereits angesprochen ist die Behandlung ausgesprochen schwierig. Aber nicht unmöglich. Keinesfalls solltest du mit der Haltung „Es ist ja nur ein Zehengelenk, das macht nichts!“ agieren und es einfach ad acta legen. Wie zu Beginn des Artikels beschrieben hat auch eine „kleine“ Arthrose im Zehengelenk große Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat des Hundes.

Die Behandlungsziele sollten sein:

  • Schmerzlinderung
  • Das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten
  • Die Gelenkbeweglichkeit und Gelenkfunktion erhalten und fördern
  • Eine möglichst normale Belastung der Pfote, damit normale und gesunde Bewegungsabläufe des gesamten Körpers möglich sind.
  • Entzündungshemmung

Behandlungsmöglichkeiten

Aus tierärztlicher Sicht wird meist zu einer konservativen Therapie mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern geraten. Das lindert möglicherweise (aber nicht immer) den Schmerz, aber die Arthrose hat trotzdem weiterhin freie Bahn. Im nächsten Schritt wird die Zehe dann oft amputiert. Doch das hat signifikante Auswirkungen auf die Bewegung des Hundes. Man muss dazu sagen, dass der Hund eine Amputation einer der äußeren Zehen besser kompensieren kann, als wenn es sich um mittlere Zehen handelt, die im Mittelpunkt der Belastung stehen.

Doch auch wenn die Behandlung der Zehengelenksarthrose nicht einfach ist, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten aus dem physiotherapeutischen Bereich, auf die wir zurückgreifen können. Einige davon kannst du auch als Hundehalter Zuhause (nach Absprache mit dem Physio) durchführen.

Meine Empfehlung bei der Behandlung einer Zehengelenksarthrose:

Ich setze beispielsweise gern die Lasertherapie ein, die gute Erleichterung schafft und die Entzündung und Schmerzen lindert, sowie die Beweglichkeit erhöht. Auch das passive Bewegen der Zehengelenke ist sehr hilfreich. Dies kann auch als Hausaufgabenübung durch den Hundehalter durchgeführt werden.

Zusätzlich sind Wickel, wie z.B. Quarkwickel, Beinwell– oder Retterspitzwickel gute Möglichkeiten, die ebenfalls durch den Hundehalter angewandt werden können.

Regelmäßige Bewegungsübungen aus dem aktiven Bewegungstraining helfen deinem Hund, wieder gesunde Bewegungsabläufe zu trainieren. Auch bei einer Zehengelenksarthrose ist im Endeffekt der gesamte Körper beteiligt und sollte auch in der Behandlung berücksichtigt werden.

Zusätzlich kann es deinem Hund helfen, unterwegs einen Pfotenschuh zu tragen. Auch das schützt das Zehengelenk, puffert etwas und dämpft mögliche Schmerzen ab. Achte dabei darauf, dass der Pfotenschuh nicht zu eng, aber bitte auch nicht zu locker sitzt. Zudem sollte er nicht auf die betroffene Zehe drücken. Mittlerweile werden auch Orthesen angeboten, die die betroffene Pfote schützend umgeben und ähnlich wie der Pfotenschuh wirken. Hier solltest du eine Orthese von einem Orthopädietechniker für Hunde anfertigen lassen.

Zusätzlich bieten Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke nähren, eine gute Möglichkeit deinen Hund zu unterstützen. Hier seien als Beispiele Kollagenpeptide, Grünlippmuschelextrakt, Teufelskralle, & Co. genannt.

Was kann und sollte man im Alltag bei einer Zehengelenksarthrose beim Hund beachten?

Bitte vermeide unbedingt, dass dein Hund auf hartem Untergrund läuft. Du wirst feststellen, dass er auf einem Untergrund wie Asphalt deutlich mehr lahmt. Wähle stattdessen nachgiebige Untergründe wie beispielsweise Waldboden. Der ist gelenkschonender und dämpft deutlich ab. Für einen Hund mit Arthrose in den Zehen ist das eine riesige Erleichterung.
Passe zudem die Spaziergänge dem Befinden und der Erkrankung deines Hundes an. Die Spaziergänge sollten so gestaltet sein, dass du kürzere Runden läufst und dafür häufiger. Das ist besser, als zwei große Spaziergänge am Tag zu machen.

Du siehst, es gibt bei einer Arthrose im Zehengelenk beim Hund viele Möglichkeiten ihn zu unterstützen. In jedem Fall sollte die Gelenkerkrankung ernst genommen werden und nicht aufgrund der geringen Gelenksgröße verharmlost werden.

Du hast noch Fragen zum Thema? Schreibe mir gern eine Email an tina@doggy-fitness oder hinterlasse mir einen Kommentar!

Alles Liebe,

Tina