Kraft- und Muskelaufbau beim Hund – warum Muskulatur so wichtig ist und wie du das Training richtig gestaltest

Kraft- und Muskelaufbau beim Hund – warum Muskulatur so wichtig ist und wie du das Training richtig gestaltest

Muskelaufbau beim Hund ist nicht nur ein Thema bei Sporthunden. Auch bei Gelenkproblemen, nach längerer Immobilität ist es wichtig, die Muskulatur Schritt für Schritt wieder aufzubauen. Beim Kraft- und Muskeltraining ist gibt es allerdings einige wichtige Eckpunkte zu beachten. Denn viel hilft hier – wie bei vielen anderen Themen auch – nicht zwangsläufig viel. Vielmehr geht es um ein gut strukturiertes Training. Im Artikel erfährst du zum einen, was im Körper beim Muskelaufbau passiert, wie man Muskulatur trainieren kann und was du beim Training beachten solltest. Weiterhin stelle ich dir einige Maßnahmen zum Outdoor Muskeltraining vor.

Muskelaufbau im Hundesport

Immer mehr Hundehalter sind mit ihrem Hund im Hundesport aktiv. Auch die Anzahl der Hundesportarten wächst stetig und die Sportarten entwickeln sich weiter. Ebenso entsteht ein Bewusstsein dafür, dass es für erfolgreich und verantwortungsvoll betriebenen Sport nicht ausreicht, regelmäßig der sportlichen Aktivität nachzugehen. Vielmehr wird immer deutlicher, dass der Erfolg und auch die Gesundheit des Hundes stark abhängig sind von einem effektiven Training von Kondition, einem guten Körpergefühl, Koordination, Beweglichkeit, Balance, Kraft und Muskulatur. Dies sind die Komponenten, die es im Zusammenspiel erst möglich machen, dass der Hund erfolgreich und vor allem mit möglichst geringem Verletzungsrisiko dem Sport nachgehen kann.

Gezieltes Kraft- und Muskeltraining unterstützt Deinen Hund bei Belastungen im Sport. Bei einem gut bemuskelten Hund werden Gelenke und Wirbelsäule besser vor Verletzungen geschützt. Gelenke werden gesund gehalten, die Bänder bleiben straff und der Gelenkknorpel wird gut ernährt und bleibt belastbar.

Kraft ist nötig, z.B. um schnell beschleunigen und eine hohe Geschwindigkeit während des Rennens und Springens aufrechterhalten zu können. Kommt es doch einmal zu einer Verletzung, regeneriert ein gut trainierter Hundekörper deutlich schneller. Gleichzeitig wird auch die Leistungsfähigkeit des Hundes gesteigert. Kraft und starke Muskulatur sind für jeden sportlich geführten Hund essentiell wichtig.

Muskelaufbau beim Hund – das passiert im Körper

Kraft kann man durch gezieltes Training um etwa 40% steigern. Dabei wird der Muskelaufbau verbessert. Es kommt zu einer Zunahme der Anzahl der Myofibrillen in den Muskelfasern. Dadurch wird der Muskelfaserquerschnitt vergrößert. Durch die verbesserte Erregungsübertragung können mehr Einheiten innerhalb eines Muskels gereizt werden. Auch die intramuskuläre Koordination – das bedeutet das Zusammenspiel zwischen Nerv und Muskel – wird verbessert.

Was ist beim Kraft- und Muskeltraining zu beachten?

Viel hilft nicht viel. Gönne deinem Hund regelmäßig Trainingspausen. Steigere das Pensum langsam und vorsichtig. Achte darauf, dass du deinen Hund im Training nicht überlastest. Es kann sonst zu Schäden in der Muskulatur kommen wie z.B. Muskelkater und Muskelfaserrissen. Auch überlastungsbedingte Verschleißerscheinungen der Gelenke wie Arthrose können bei übertrainierten Hunden entstehen. Achte auch darauf, immer gleichmäßig den gesamten Körper zu trainieren. Muskelaufbau beim Hund

Wie viel und wie lange?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, denn dies ist abhängig vom Trainingsstatus deines Hundes. Jeder Hund ist individuell zu betrachten. Im Allgemeinen empfehle ich, Krafttraining ca. zweimal bis dreimal wöchentlich zu absolvieren. Halte intensive Trainingseinheiten die eine hohe Konzentration erfordern kurz. Steigere Intensität und Dauer des Trainings nur langsam.

Wie kann man Kraft und Muskulatur trainieren?

Kraft und Muskulatur kann man zum einen über aktive Bewegung aber auch über Spannungsübungen ohne aktive Gelenkbewegung trainieren z.B. mit Hilfe von isometrischen Übungen. Optimal ist eine Kombination aus Beidem. Bei beiden Varianten wird auch Balance, Körpergefühl und Koordination trainiert. Beim aktiven Training auch die Gelenkbeweglichkeit. Alle Komponenten sind im alltäglichen Leben wie auch im Hundesport unerlässlich.

Kraft- und Muskeltraining Outdoor Muskelaufbau beim Hund

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, die Kraft und Muskulatur deines Hundes Outdoor zu trainieren. Diese stelle ich dir im Folgenden kurz vor.

Joggen

Beim Laufen im Trab werden schonend Kraft und Muskulatur aufgebaut. Gleichzeitig werden die Kondition und das Herz-Kreislaufsystem des Hundes trainiert. Gut geeignet ist das Laufen auf weichem Boden. Starte mit wenigen Minuten im leichten Trab und wechsele dann für kurze Zeit in den Schritt, bevor du die nächste Einheit im Trab anschließt. Dein Hund muss die Möglichkeit haben, fit zu werden und Kondition aufzubauen. Für sportlich geführte Hunde, ist das eine sehr gute Möglichkeit des Trainings. Wenn dein Hund unter Gelenkproblemen leidet oder bereits älter ist, empfehle ich dir, statt des Joggens auf Wassertreten oder aktive Bewegungsübungen zurückzugreifen, um die Muskulatur zu trainieren.

Laufen am Rad

Dein Hund kann auch neben dem Rad traben. Auch hierbei trainierst du ebenfalls gezielt Kraft und Muskulatur deines Hundes, sowie Kondition und ein starkes Herz-Kreislaufsystem. Beginne auch hier mit kurzen Einheiten im Wechsel von Schritt und Trab und baue schonend und langsam auf. Diese Art des Trainings ist sehr gut für bereits sportlich geführte, gesunde Hunde. Bei Hunden mit Gelenkproblemen und Seniorhunden würde ich auch hier eher zu Maßnahmen wie dem Wassertreten und aktiven Bewegungsübungen zurückgreifen.

Schwimmen und Wassertreten

Auch Schwimmen und Wassertreten sind speziell in der warmen Jahreszeit eine gute Möglichkeit zum Muskelaufbau. Der Vorteil beim Training im Wasser ist, dass dein Hund sehr gelenkschonend trainiert. Denn im Wasser werden die Gelenke maximal entlastet. Gleichzeitig ist der Trainingseffekt durch den Wasserwiderstand sehr hoch. Aber natürlich auch die Anstrengung! Achte daher darauf, dass du deinen Hund nicht überanstrengst. Das Wassertreten ist eine besonders schonende Variante für ältere Hunde und Vierbeiner mit Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Bergauf-Bergaublaufen

Beim Bergauf und Bergabtraining wird die Kraft und Muskulatur des gesamten Körpers trainiert. Bergaufgehen trainiert die Muskulatur der Hinterbeine und des unteren Rückens – bergab, die Brustmuskulatur, die der Vorderbeine und des Schultergürtels. Dabei sollte die Dauer immer langsam gesteigert werden. Es ist hier bereits ein kleiner Hügel völlig ausreichend, an dem du deinen Hund hinauf und hinunter führst, oder ihr einen Hügel im Zickzack hinauf und hinunter lauft. Hier eignen sich kürzere Einheiten auch sehr gut für ältere Hunde oder bei Gelenkerkrankungen.

Du hast somit viele Möglichkeiten, die du Outdoor mit deinem Hund machen kannst, um gezielt Muskulatur aufzubauen und die Kraft deines Hundes zu trainieren.

Grundsätzliches zum Muskelaufbau beim Hund

Bei allen Trainingsaktivitäten empfehle ich dir, deinen Hund immer kurz aufzuwärmen und auch im Anschluss das Cool Down nicht zu vergessen. Beobachte deinen Hund nach dem Training aufmerksam. Sind seine Bewegungsabläufe und seine Aktivität normal? Oder bewegt er sich schwerfällig und ist auffällig ruhig? Auch Hunde können einen schmerzhaften Muskelkater bekommen, wenn sie zu intensiv trainieren. Falls das vorkommt, solltest du das Trainingspensum unbedingt anpassen. Gönne deinem Hund auch regelmäßige Trainingspausen. Der Körper braucht Zeit, um sich zu erholen und die Muskulatur baut sich nur in den Pausen auf. Ist dein Hund krank oder nicht gut drauf, solltest du auf jeden Fall aufs Training verzichten.

Für ein umfassendes Muskel- und Krafttraining ist es ebenso wichtig, dass du mit deinem Hund regelmäßig ergänzend Fitness- und  Bewegungsübungen durchführst. Eine Kombination aus aktivem Training bestehend beispielsweise aus regelmäßigen Einheiten vom Laufen am Rad kombiniert mit gezielten Bewegungsübungen, sichern ein effektives Training. Hier gibt es eine sehr große Auswahl an Möglichkeiten. Grundsätzlich sollte immer der gesamte Körper im Training berücksichtigt werden. Dabei geht es nicht darum, dass die Übungen möglichst spektakulär aussehen oder nur unter größter Anstrengung umgesetzt werden. Vielmehr geht es hierbei um eine präzise, langsame und bewusste Umsetzung.

Im nächsten Artikel stelle ich dir aktive Bewegungsübungen vor, mit denen du den Muskelaufbau beim Hund trainieren kannst.

Alles liebe, deine Tina

Propriozeption beim Hund – was es bedeutet, warum sie so wichtig ist und wie du sie trainieren kannst

Propriozeption beim Hund – was es bedeutet, warum sie so wichtig ist und wie du sie trainieren kannst

Propriozeption beim Hund – hast du schon einmal davon gehört? Hinter dem komplizierten Wort Propriozeption verbirgt sich die Tiefensensibilität und die Eigenwahrnehmung des Körpers. Das bedeutet im Detail die Wahrnehmung des eigenen Körpers nach der Lage bzw. Position im Raum und der einzelnen Körperteile zueinander. Also wie Kopf, Rumpf, Arme und Beine sich zueinander angeordnet befinden. Aber auch die Veränderung der Position der Körperteile in der Bewegung des Körpers. Es beinhaltet zudem das Empfinden der Körperspannung, Kraft, Geschwindigkeit und Schwere. Eine ganze Menge also.

Wofür ist die Propriozeption beim Hund wichtig?

Es gibt viele Hunde, die haben eine ausgesprochen schlechte Eigenwahrnehmung des Körpers. Sie sind wahre Künstler darin, zu stolpern, sich zu vertreten und sich bei Bewegungen zu verschätzen.

Eine gute Propriozeption ist im Hundeleben also extrem wichtig. Sie hilft dabei, dass unsere Hunde sich sicher bewegen und ihre Position im Raum richtig wahrnehmen. Das vermeidet im Alltag, aber auch im Sport Verletzungen. Sprünge werden mit einer guten Körperwahrnehmung z.B. deutlich präziser ausgeführt.

Wodurch kann die Propriozeption gestört werden?

Bei neurologischen Erkrankungen wie einem Bandscheibenvorfall oder Cauda Equina Kompressions Syndrom beispielsweise haben Hunde häufig ein sehr schlechtes Körpergefühl, da die Nervenfunktion geschädigt und eingeschränkt ist. Auch nach Verletzungen kann die Propriozeption gestört werden.

Wie kann man die Propriozeption des Hundes schulen?

Mit dem propriozeptiven Training wird neben der Koordination und Körperwahrnehmung auch die Geschwindigkeit und Zielsicherheit der Ausführungen einer Bewegung geschult – sprich die Feinmotorik. Dies schützt nicht nur vor Verletzungen im Alltag und Sport sondern fördert zudem die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit des Hundes. Hunde werden mit Hilfe des propriozeptiven Trainings aus sicherer und stehen körperlich wie psychisch fest mit vier Pfoten im Leben.

Ideen zum Training der Propriozeption bei deinem Hund

Indem man den Hund im Schritt langsam und bewusst über verschiedene Untergründe, unebene Bodenbeschaffenheiten oder labile Unterlagen laufen lässt, werden die Propriozeptoren aktiviert. Für das Training gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Verschiedene Untergründe – der propriozeptive Parcours

Hier muss der Hund sich möglichst langsam mit gezielten Bewegungen über verschiedene Untergründe bewegen. Die Bestandteile des propriozeptiven Stegs kannst du selbst zusammenstellen und variieren. Sand, Korken und Kiesel kann man in flachen Holzschalen deponieren.

Ideen für den Parcours:

  • Sand
  • Korken
  • Kiesel (oder Mosaikfliesen mit Kieselstruktur)
  • Kunstrasen
  • Gummimatte
Training auf labilen Untergründen

Auch labile Untergründe trainieren die Feinmotorik. Zudem muß dein Hund sich ausbalancieren.

Ideen für labile Untergründe:

  • Wackelbrett
  • Trampolin
  • Schaumstoff
  • (Luft)-Matratze

Hier führst du deinen Hund langsam über die (Luft-) Matratze oder den Schaumstoff, bzw. verweilst einen Moment. Du kannst dich auch selbst mit daraufstellen und leicht bewegen, damit dein Hund ausbalancieren muss.

Beim Trampolin oder Wackelbrett führt man den Hund darauf und kann mit auf dem Gerät stehen und leicht sein Gewicht verlagern, damit der Hund entsprechend reagieren muss. Kleine Impulse sind auch hier völlig ausreichend.

Auf dem Spaziergang

Auch auf dem täglichen Spaziergang bieten sich viele Möglichkeiten, um neben Koordination und Körpergefühl auch die Feinmotorik zu trainieren:

  • Abgemähte Felder
  • Waldboden mit kleinen Wurzeln
  • Sandboden
  • Kieselweg
  • Den Hund über verschieden dicke Äste führen
  • Den Hund um Baumstümpfe herumführen

Führe deinen Hund hier im Schritt über die verschiedenen Untergründe. Damit du das Tempo gut steuern kannst, empfiehlt es sich, dass du deinen Hund an der Leine führst. Halte die Einheiten des Trainings kurz und variiere die Untergründe häufiger, damit sich kein Gewohnheitseffekt einstellt.

Zudem wirken sie sehr viele Übungen aus dem aktiven Bewegungstraining, wie beispielsweise das Cavalettitraining, Slalomlaufen etc., positiv auf die Propriozeption des Hundes aus.

Das wichtigste beim propriozeptiven Training mit deinem Hund ist vor allem, dass dein Hund sich immer möglichst bewusst und langsam bewegt. Der Untergrund sollte immer rutschsicher sein und die Aufgaben für deinen Hund lösbar. Zwinge deinen Hund niemals, eine Übung zu machen, mit der er sich nicht wohl fühlt. Was für uns vielleicht wenig spektakulär erscheint, kann für deinen Hund eine große Herausforderung sein. Gebe ihm ausreichend Zeit und zeige dich geduldig. Dein Hund sollte die Möglichkeit haben, Bewegungen und Untergründe in seinem Tempo zu erarbeiten und zu erleben.

Übrigens: Diese und viele weitere Übungen findest du auch in meinen Online Kursen zum Fitness- und Bewegungstraining für Hunde!

Alles Liebe, deine Tina

Schmerzfrei durch Herbst und Winter mit Gelenkproblemen – 5 Tipps, mit denen du deinen Hund im Alltag unterstützt!

Schmerzfrei durch Herbst und Winter mit Gelenkproblemen – 5 Tipps, mit denen du deinen Hund im Alltag unterstützt!

Wenn unseren Hunden bei Gelenkproblemen eines zusetzt, dass ist es das nasskalte Wetter im Herbst und Winter. Wenn dann auch noch Wind dazu kommt…na bravo! Hunde sind – wie wir Menschen auch – durchaus wetterfühlig. Das bedeutet, dass der Hund schon meist Tage vor einem Wetterwechsel in seinen Gelenken spürt, dass das Wetter umschlägt. Das bedeutet: schmerzende und steife Gelenke, die jede Bewegung unangenehm werden lassen. Gelenkschmerzen Hund

Genauso geht es dann natürlich weiter, wenn die Schlechtwetterfront da ist. Wirklich Ruhe in Sachen Gelenken haben gelenkkranke Hunde eigentlich nur, wenn es trocken-kaltes Wetter gibt.

Das Wetter gehört allerdings zu den Dingen, die wir einfach nicht beeinflussen können. Dennoch Allerdings gibt es eine ganze Reihe Maßnahmen, womit man Hunden die Kombination aus nasskaltem Wetter und Gelenkproblemen erleichtern kann.

Das zaubert die Arthrose, Spondylose oder Hüftdysplasie zwar nicht weg, aber es verschafft Erleichterung und lindert die Beschwerden.  Im Folgenden habe ich dir eine Reihe von Tipps zusammengestellt, wie du deinen Hund in der dunklen und kalten Jahreszeit aktiv unterstützen kannst und ihm so große Erleichterung verschaffst.

So unterstützt du deinen Hund im Herbst und Winter bei Gelenkerkrankungen Gelenkschmerzen Hund

In Bewegung bleiben – „wer rastet der rostet“

Ja, ich weiß, dass ist ein abgedroschener und blöder Spruch. Aber er ist war. Es ist völlig legitim, dass bei miesem Wetter und Gelenkschmerzen die Spaziergänge kürzer ausfallen. Wir sollten da in jedem Fall die Bedürfnisse unserer Hunde respektieren. Dennoch ist es wichtig, dass dein Hund in Bewegung bleibt. Nur so stellst du sicher, dass seine Gelenke nicht einrosten. Ist die Beweglichkeit erst eingeschränkt, hat die Arthrose freie Bahn und auch die Muskulatur baut ab. Dein Hund befindet sich dann in einem Teufelskreis. Wenn also Spaziergänge kürzer ausfallen, braucht dein Hund einen Ausgleich. Dies mit gezieltem Bewegungstraining unterstützen. Das kannst du super im Haus oder in der Wohnung machen und hast zugleich gleichzeitig eine wunderbare Indoor-Beschäftigung für deinen Hund bei Schmuddelwetter.

Schützender Hundemantel Gelenkschmerzen Hund

Zu einem Spaziergang bei nasskaltem Wetter in Kombination mit Gelenkerkrankungen sollte sich in jedem Fall ein Hundemantel gesellen. Er bietet deinem Hund einen hochfunktionellen Schutz. Und zwar ganz gleich wie groß dein Hund ist, oder ob er langes Fell hat. Wenn ein Hund Gelenkprobleme hat, ist ein Hundemantel immer eine sinnvolle Sache. Kälte und Feuchtigkeit wird effektiv daran gehindert, an den Hund zu gelangen und in die Gelenke zu „kriechen“ – was wiederum Schmerzen verursachen würde.

Warmer Liegeplatz

Ja, auch wir kuscheln uns gern an den warmen Kamin. Die meisten Hunde tun es uns gleich. Tessa liebt es sogar im Winter, zugedeckt zu werden. In jedem Fall solltest du aber darauf achten, dass der Liegeplatz deines Hundes an einem zugfreien Ort steht und das er warm ist. Achte auch darauf, dass er eine gute Matratze hat. Nur so ist sichergestellt, dass seine Gelenke schonend gelagert sind, genauso wie seine Wirbelsäule. Auch eine gute Durchblutung ist sichergestellt und kann so auch eine Schmerzlinderung unterstützen. Ich schwöre hier wirklich auf ein gutes orthopädisches Hundebett – bei 17-20 Schlaf am Tag sollte man dem Schlafplatz seines Hundes durchaus etwas Aufmerksamkeit schenken.

Wohltuende Wärme

Wärme leistet bei Schmerzen und Gelenkproblemen gute Dienste. Das ist ein Fakt. Ausgeschlossen sind allerdings entzündliche Gelenkerkrankungen. Dann ist sie tabu. Doch bei beispielsweise bei Arthrose, Ellbogen- und Hüftdysplasie und auch bei Spondylose profitiert dein Hund enorm von z.B. Rotlicht. Bei der Spondylose ist es wichtig, mit Wärme nur außerhalb eines akuten Schubs zu arbeiten. Übrigens auch wenn dein Hund unter einer chronisch-rheumatischen oder chronisch-entzündlichen Erkrankung leidet, hilft Wärme sehr gut. Schmerzen werden in allen Fällen gelindert, Verspannungen gelockert und die Gelenke beweglicher.

Schmerzlindernde Wickel – wie früher bei Oma

Ich liebe Wickel. Ganz im Ernst! Meine persönlichen Lieblingswickel: Quarkwickel, Beinwell- und Retterspitzwickel. Sie sind leicht anzuwenden und haben sich einfach über viele Generationen sehr bewährt in ihrer Wirksamkeit. Besonders gern empfehle ich Quarkwickel. Er ist in seiner Anwendung besonders einfach. Er ist ein kalter Wickel und kann zur akuten Schmerztherapie bei Entzündungen und Schwellungen eingesetzt werden. Er lässt sich sehr gut direkt am schmerzenden Gelenk positionieren und wirkt damit auf den Punkt. Hier findest du übrigens eine Anleitung für den Quarkwickel. Gelenkschmerzen Hund

Komm gut mit deinem Hund durch den Herbst und wir wünschen euch viele schöne, gemeinsame Herbstspaziergänge!

Alles Liebe, Tina

Rückentraining für Hunde – mit diesen zwei Übungen stärkst du die Muskulatur und förderst die Beweglichkeit

Rückentraining für Hunde – mit diesen zwei Übungen stärkst du die Muskulatur und förderst die Beweglichkeit

Viele Hunde haben im Verlaufe ihres Lebens Rückenprobleme und Hundehalter möchten ihre Vierbeiner mit einem gezielten Rückentraining für Hunde unterstützen.

Ich bin sehr froh, dass unter Hundehaltern mittlerweile ein größeres Bewusstsein für den Rücken ihres Hundes und damit mögliche Probleme bzw. Erkrankungen gegeben ist. Noch vor wenigen Jahren waren Erkrankungen wie beispielsweise Spondylose eher Zufallsbefunde und Vierbeiner haben sich vielfach über einen langen Zeitraum mit Rückenschmerzen gequält, obwohl sie ihrem Menschen doch deutliche Symptome gezeigt haben.

Im Bewegungstraining sind die Möglichkeiten und Übungen sehr vielfältig, vor allem aber auch abhängig davon, was man trainieren möchte. Wenn man beispielsweise einen Sporthund hat, dessen Rückenmuskulatur gestärkt werden soll, aber keine Erkrankungen der Wirbelsäule vorliegen, können andere Übungen Sinn machen, als bei einem Hund mit Spondylose, nach einem Bandscheibenvorfall oder bei einem Cauda Equina Compressions Syndrom. Hier muss dann natürlich entsprechend Rücksicht auf die Erkrankung der Wirbelsäule genommen werden.

Das ist wichtig bei Rückenübungen für Hunde

In diesem Artikel stelle ich dir zwei Übungen vor, die dein Hund leicht erlernen kann und die man gezielt einsetzen kann, um zum einen die Flexibilität der Wirbelsäule und der Muskulatur zu erhöhen und zwar mittels einem aktiven Stretching. Auf der anderen Seite stärken die Übungen die Rückenmuskulatur und geben so der Wirbelsäule Stabilität. Rückentraining für Hunde

Die Kombination aus beiden Faktoren ist sehr wichtig, denn eine verkürzte Muskulatur und bei einer eingeschränkten Beweglichkeit kann man nicht wirklich gezielt Muskulatur aufbauen.

Beide Übungen sind Bestandteile eines effektiven Trainings und ich nutze sie sehr gern in meinen Kursen, besonders im Rückenfit Kurs. Sie bieten dir einen Einstieg und einen Einblick in das Bewegungstraining, ersetzen allerdings keinen Besuch beim Tierarzt oder ein gezieltes Training.

Rückentraining für Hunde – 2 aktive Übungen aus meinen Kursen

K9 – Umrunden

Umrunden B

Trainierte Körperbereiche

Rückenmuskulatur Rückentraining für Hunde

Wirkung

Das Umrunden ist ein intensives, aktives Stretching der Rückenmuskulatur. Zusätzlich werden Balance und Koordination des gesamten Körpers sowie gleichmäßige Belastung beider Körperseiten gefördert.

So geht’s

Umrunden a

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition „Steh“ vor dir. Locke nun deinen Hund mit einem Leckerli in der rechten Hand rechts um deine Beine herum. Wenn dein Hund hinter dir ist, kommt deine linke Hand zum Einsatz und du holst ihn hinter dir mit dem Leckerli in deiner linken Hand ab und führst ihn wieder vor dich. Die Übung kannst du natürlich auch im nächsten Schritt mit einem Signalwort aufbauen und das Leckerli nach der Hälfte des Weges weglassen. So wird die Bewegung dann immer flüssiger. Achte darauf, dass dein Hund in beide Richtungen läuft, damit beide Körperhälften gleichmäßig trainiert werden.

Übrigens: Es ist nicht außergewöhnlich, wenn du feststellst, dass das Umrunden deinem Hund in eine der beiden Richtungen leichter fällt. Auch Hunde haben eine Schokoladenseite. Über das kontinuierliche Training kannst du die schwächere Seite allerdings stärken.

Trainingsempfehlung

Starte mit 2-3 Umrundungen pro Richtung.

S4 – Sit Pretty Rückentraining für Hunde

Sit pretty b

Trainierte Körperbereiche

Schultermuskulatur und Vorderläufe, Nacken-, Rücken- und Kruppenmuskulatur

Wirkung

Stretching von Nacken- sowie Rückenmuskulatur, Training der Muskulatur der Vorderläufe und der Schultern, der Muskulatur des Rückens und der Kruppe, Balance und Koordination des gesamten Körpers

So geht´s

Sit pretty a

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition „Sitz“. Du stehst neben deinem Hund und ihr schaut in die gleiche Richtung. Halte ein Leckerli dicht über die Nase deines Hundes und führe es sehr langsam senkrecht ein wenig nach oben, sodass dein Hund sich danach streckt. Achte darauf, dass er nicht aufspringt; wenn das passiert, warst du zu schnell bzw. dann hältst du das Leckerli zu hoch. Optimal ist die Übung ausgeführt, wenn dein Hund nicht nur den Hals streckt, sondern sich mit den Vorderpfoten leicht auf die Zehenspitzen stellt. Halte die Position für etwa 3 Sekunden. Führe das Leckerli langsam wieder in die Ausgangsposition bevor du deinen Hund belohnst.

Tipp: Wenn es deinem Hund schwerfällt, auf der Stelle sitzen zu bleiben, dann kannst du dir auch ein Target zur Hilfe nehmen, auf das er seine Vorderpfoten stellt. Alternativ zum Training mit dem Leckerli kannst du auch mit dem Nasentouch arbeiten, falls er deinem Hund vertraut ist.

Variante: Beherrscht dein Hund die Übung sicher, kann er mit seinen Vorderpfoten auch auf einem flexiblen Untergrund stehen, um den Trainingseffekt der Übung zu steigern.

Trainingsempfehlung Rückentraining für Hunde

Die Übung sieht sehr einfach aus, bedeutet aber eine hohe Körperspannung für deinen Hund und eine große Anstrengung. Beginne mit 2-3 Wiederholungen á 3 Sekunden.

Dein Hund leidet unter Rückenproblemen und du möchtest ihn gern intensiver unterstützen? Melde dich gern bei mir und wir tauschen uns aus, wie du ihm helfen kannst! Rücke

Übrigens: Diese und viele Übungen mehr findest du auch in meinen Online Kurse zum Bewegungs- und Fitnesstraining für Hunde – hier lernst du gezielt und gesund mit deinem Hund zu trainieren! Rückentraining für Hunde

Alles Liebe, Tina

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

In der letzten Zeit erleben Bewegungstraining und Hundefitness einen wahren Hype. Grundsätzlich freue ich mich natürlich darüber, dass Hundehalter sich mit der Gesundheit ihrer Hunde beschäftigen und sich aktiv einbringen möchten. Genau das ist es, was ich mit meinem Trainingsansatz erreichen möchte. Wenn du als Hundehalter mit deinem Hund trainierst – natürlich immer nach entsprechender fachlicher Anleitung – förderst du nicht nur die Gesundheit deines Hundes, hältst und machst ihn mobil, verzögerst den Alterungsprozess und vieles mehr. Auch dein Blick und deine Wahrnehmung für die Bewegungsabläufe deines Hundes verbessern sich. Fitnesstraining Hund Fitnesstraining Hund

Du siehst plötzlich, ob dein Hund korrekt sitzt, ob er im Passgang läuft, oder er eine andere Auffälligkeit in der Bewegung hat.

Natürlich sollst du hier nicht die Diagnose eines Tierarztes übernehmen. Aber deine Wahrnehmung ist sensibilisiert und so besteht die Chance, dass Erkrankungen des Bewegungsapparates früher erkannt und behandelt werden. So weit so gut.

Höher, schneller, weiter – zum Wohle der Gesundheit?

Das Ganze hat leider auch eine Kehrseite. Was mir in letzter Zeit immer häufiger aufgefallen ist, ist das das Gesundheitstraining seltsame Blüten treibt. Was mir in der Entwicklung des Hundefitness Trainings und des Bewegungstrainings nicht gefällt ist, dass es immer wieder Hundehalter gibt, die eindeutig überambitioniert sind.

Nicht nur, dass den Hunden abstruse Bewegungsabläufe abverlangt werden, die keinerlei gesundheitlichen Effekt haben. Denn wie soll z.B. ein Border Collie mit allen vier Läufen auf einem kleinen Balancepad platziert tatsächlich noch seine Muskulatur trainieren, wenn er sich eben auf diesem Balancepad völlig verkrampft hält?

Nein, es entsteht ein gefühlter Leistungsdruck. Und den halte ich so oder so im Leben mit unseren Hunden für unangebracht. Aber wenn es um eine Aktivität geht, die der Gesundheit förderlich sein soll und auch noch Spaß machen soll, dann erst Recht. Das, was bei uns Menschen schon lange Einzug gehalten hat, scheint sich mehr und mehr auch im Leben mit unseren Hunden niederzuschlagen. Der Hund muss funktionieren, Leistung bringen, egal wann wir es wollen.

Deshalb ist Leistungsdruck im Hundefitness-Training unangebracht

Ich sehe diese Entwicklung ausgesprochen kritisch. Wenn ich mit einem Hund eine Übung aufbauen möchte – und sei sie in meinen Augen – noch so einfach, dann funktioniert dies nur erfolgreich, wenn ich mit meinem Hund trainieren. Will heißen, so wie mein Hund es körperlich kann und wie er es geistig umsetzen kann.

Da sind Leistungsdruck, Funktionieren-Müssen und Ungeduld einfach fehl am Platze. Im Gegenteil. Ich halte es für extrem wichtig, um einen nachhaltigen Trainingseffekt zu haben, dass ich meinem Hund die Chance gebe, nachzudenken. Er soll sich die Übung in seinem Tempo und so kleinschrittig, wie er es benötigt, erarbeiten. Nur so haben wir die Chance, dass neue, gesunde Bewegungsabläufe tatsächlich im Gehirn manifestieren.

Und wenn der Hund nur eine oder zwei Wiederholungen schafft, ist das auch völlig in Ordnung. Es ist um Welten sinnvoller, wenn der Hund eine Übung 1-2 Mal wiederholt und dafür korrekt, als 5 Mal und dafür sind die letzten drei Wiederholungen nur so halb wirklich gelungen.

Kurzum: langsam ist die Devise und weniger ist mehr

Dein Hund ist nicht jeden Tag gleich leistungsfähig Fitnesstraining Hund

Kennst du das? Du stellst alles für die Trainingseinheit bereit, dein Hund steht zwar freudig da, aber irgendwie läuft es nicht wirklich rund. Ich gebe ehrlich zu: bei mir und Tessa kommt das vor. Sogar ziemlich regelmäßig. Genau wie wir Menschen sind unsere Hunde nämlich auch nicht jeden Tag gleich leistungsfähig. Und da gilt es nicht, dass Programm des Trainingsplanes stumpf abzuarbeiten, sondern Rücksicht auf die Bedürfnisse des Hundes zu nehmen. Ist der Hund nicht gut drauf, ist er auch nicht wirklich bei der Sache. Er kann sich schlechter konzentrieren und führt Bewegungen nicht präzise aus. Am Ende bleibe auf beiden Seiten nur Frust.

Was tun, wenn der Hund nicht in „Trainingslaune“ ist? Fitnesstraining Hund

Ganz einfach: akzeptieren! Wenn du spürst, dass dein Hund sich nicht konzentrieren kann oder er körperlich einfach nicht auf der Höhe ist, ist das der einzig vernünftige Weg. Wenn ich in dieser Situation bin, mache ich immer eines. Das Training positiv abschließen. Ist Tessa unkonzentriert und fahrig, gehe ich dazu über, eine Übung mit ihr zu machen, die garantiert immer sitzt und schließe das Training damit sofort wieder ab. Auch wenn es die einzige Übung sein wird. Bei Tessa ist das der Doggy Twist – dabei dreht sie sich rechtsherum und linksherum um ihre eigene Achse. Das klappt immer. Und damit ist es dann auch gut.

Ich möchte nicht, dass Tessa das Gefühl hat, “versagt” zu haben

Für mich ist Leistungsdruck tabu, ich spule kein Programm ab – auch wenn es auf meinem Trainingsplan steht. Denn mein Trainingspartner ist mein Hund – ein Lebewesen. Da gilt es Rücksicht zu nehmen und zu respektieren, wenn mein Hund nicht leistungsfähig ist.

Neuer Tag, neues Glück Fitnesstraining Hund

Wenn du dein Training abschließt, wie ich es mit Tessa mache, wird auch dein Hund spüren, dass du seine Bedürfnisse wahrnimmst und respektierst. Nur so ist sichergestellt, dass er am nächsten Tag, wieder freudig bei der nächsten Trainingseinheit dabei ist und euer Training nicht mit Frust und Zwang verbunden ist, sondern mit Spaß. Nur so kannst du dauerhaft erfolgreich beim Bewegungstraining mit deinem Hund sein. Fitnesstraining Hund

Alles Liebe, deine Tina

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Wenn Hundehalter die Diagnose Arthrose bei ihrem Hund erhalten, sind sie meist unsicher, was in Sachen Bewegung noch gut für ihren Hund ist. Der erste Gedanke ist in der Regel, dass man den Hund nun gänzlich schonen müsse, um ein Fortschreiten der Arthrose zu vermeiden. Dies ist aber so nicht richtig und kann sogar schädlich für deinen Hund sein.

Was passiert, wenn du deinen Hund bei Arthrose und anderen Gelenkerkrankungen komplett schonst

Gelenke brauchen Bewegung, damit die Ernährung des Knorpels gewährleistet ist. Das liegt daran, dass die Nährstoffe mittels einer Pumpbewegung über die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel gelangt. Diese entsteht durch die Bewegung des Gelenks. Bleibt die Bewegung aus, wird der Knorpel nicht mehr ausreichend genährt. In der Folge entsteht weitere Arthrose.

Zudem verändert die Gelenkflüssigkeit ihre Konsistenz und wird zäh, wenn ein Gelenk nicht ausreichend bewegt wird. Auch die Bänder, Sehnen und Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen und die Gelenkbeweglichkeit ist eingeschränkt. Die Muskulatur baut ab, was wiederum eine zusätzliche Belastung für die Gelenke bedeutet. Du siehst, bei kompletter Schonung oder zu wenig Bewegung gerät dein Hund sehr schnell in einen Teufelskreis. Dieser zieht ein Fortschreiten der Arthrose nach sich.

Es ist also klar, dass eine komplette Schonung bei einer Gelenkarthrose nicht das Mittel der Wahl sein kann, um ein Fortschreiten der Arthrose zu verhindern und eine sinnvolle Unterstützung für den Hund zu bieten. Doch was ist der richtige Weg?

In Bewegung bleiben – aber dem Gesundheitszustand angepasst

Angepasste Bewegung ist das Zauberwort. Ich weiß, es ist ein dehnbarer Begriff und wenig greifbar, weil es nicht einfach eine Zahl ist, die man pauschal in den Raum werfen kann. Denn jeder Hund ist unterschiedlich.

Grundsätzlich sollte die tägliche Bewegung deines Hundes seinem Gesundheitszustand angepasst sein. So ist es bei Gelenkerkrankungen sinnvoll, dass dein Hund nicht mehr beispielsweise zweimal täglich lange Spaziergänge macht. Besser ist, über den Tag verteilt mehrere kürzere Spaziergänge zu machen. Das hat den positiven Effekt, dass dein Hund nicht so sehr erschöpft und zugleich die Erholungsphase deutlich verkürzt wird.

So schaffst du es trotz Arthrose, die nötige Bewegung zu gewährleisten. Wie gesagt kann man hier keinen Pauschalwert nennen, wie lang die einzelnen Spaziergänge sein dürfen. Hier muss man sich wirklich herantasten und schauen, was dem Hund gut tut.

„Aber mein Hund läuft doch trotz Arthrose seine große Runde und hat auch Spaß daran!“

Klar, dein Hund hat ja auch kein Vernunftsdenken! Die Aussage, dass Hunde trotz schwerer Gelenkprobleme förmlich bis zum Umfallen laufen und über ihre Grenzen hinausgehen höre ich gar nicht selten. Das liegt ganz einfach daran, dass unsere Hunde kein Vernunftsdenken haben. Dein Hund denkt sich nicht: „Ich sollte jetzt besser nach Hause gehen, sonst tut mir mein Knie morgen wieder weh.“ Oder „Nee, besser spiele ich nicht so wild mit meinem Hundekumpel, sonst kann ich morgen wieder kaum aufstehen.“.

Wir müssen diesen Job für unsere Hunde übernehmen und es ist die Verantwortung von uns als Hundehalter, für unsere Hunde vernünftig zu sein. Das bedeutet nicht, alles zu reglementieren und dem Hund nichts mehr zu gönnen. Ein gesundes Gleichgewicht ist immer wichtig. Dem Hund seine liebsten Aktivitäten gänzlich zu nehmen, um sicherzustellen, dass seiner Gesundheit hinreichend Genüge getan wird, ist auch nicht sinnvoll. Dann haben wir zwar einen Hund, der ganz sicher nichts macht, was ihm schaden könnte, aber wir haben einen auch einen Hund, der womöglich depressiv wird, weil seine Lebensqualität einfach sehr negativ beeinflusst wird.

Es gilt also immer entsprechend abzuwägen.

Reichen Spaziergänge alleine, um das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten?

Die Spaziergänge sind in jedem Fall ein sehr wichtiger Faktor. Zusätzlich ist es hilfreich, deinen Hund gezielt mit verschiedenen Bewegungsübungen zu unterstützen. Das ist wie ein regelmäßiges Gymnastizieren, um die Muskulatur und Beweglichkeit zu erhalten und zu fördern. So wie es auch ein Humanphysiotherapeut empfehlen würde, wenn du Gelenkprobleme hast. Hier kann ich dir übrigens meinen Arthrosfit Selbstlernkurs für Hundehalter ans Herz legen. Dort lernst du gezielt Bewegungsübungen für deinen Hund, die ihn bei Arthrose in Bewegung halten: ARTHROSEFIT BEWEGUNGSTRAINING.

Fazit – Arthrose = Schonen?!

Schonen ist keinesfalls die alleinige Lösung. Es ist wichtig, eine gewisse Bewegung und Beweglichkeit deines Hundes zu erhalten, um damit das Fortschreiten der Gelenkprobleme zu verhindern. Angepasste Spaziergänge – häufiger, dafür kürzer – und zusätzlich gezieltes Bewegungstraining sind optimal, um deinen Hund bei Gelenkproblemen richtig und ausreichend zu bewegen, ohne ihn zu überlasten und ohne die Gelenke durch übermäßiges Schonen „einrosten“ zu lassen.

Alles Liebe, deine Tina!

 

Neurologische Probleme beim Hund – so förderst du die Nervenweiterleitung mit dem Ausstreichen der Zehenzwischenräume

Neurologische Probleme beim Hund – so förderst du die Nervenweiterleitung mit dem Ausstreichen der Zehenzwischenräume

Eine ganze Reihe von Rückenerkrankungen bringen gleichzeitig auch neurologische Probleme mit sich. Häufige Erkrankungen, die eng mit neurologischen Problemen verbunden sind, sind typischerweise Bandscheibenvorfälle, das Cauda Equina Compressions Syndrom, Spondylose oder Rückenmarksinfarkt – um nur einige zu nennen. Eine Erkrankung, die keine neurologische Ursache hat, aber neurologische Symptome nach sich zieht, ist die Degenerative Myelopathie.

So zeigen sich neurologische Probleme beim Hund

Sie zeigen sich häufig durch ganz typische Anzeichen, wie beispielsweise das klassische Pfotenschleifen, aber auch koordinative Probleme. Zudem wird die Muskulatur immer schwächer. Betroffene Hunde stolpern häufiger, stehen nicht mehr wirklich stabil, bei Rüden klappt das Beinchen heben nicht mehr so recht und auch Alltagsbewegungen werden gemieden. Dazu können Dinge wie Treppenlaufen gehören.

Was kann man tun, um die Nervenweiterleitung zu fördern?

Das macht uns als Hundehalter natürlich hilflos. Doch in vielen Fällen gibt es viele Möglichkeiten, die Nervenweiterleitung wieder zu verbessern. Dazu gehören neben dem Bewegungstraining, stimulierenden Massagen, passivem Bewegen auch Maßnahmen, wie das Ausstreichen der Zehenzwischenräume. Das schlage ich Hundehaltern mit Hunden mit neurologischen Problemen gern als Hausaufgabenübung vor, denn es ist sehr einfach, nicht wirklich fehleranfällig und extrem effektiv. Umso mehr wundere ich mich, dass es immer noch so wenige Menschen kennen. neurologische Probleme beim Hund

Reizsetzungen sorgen dafür, dass Nervenimpulse wieder ankommen

Wenn wir die Nervenweiterleitung unserer Hunde fördern wollen, müssen wir natürliche Reize setzen, denn bei neurologischen Problemen, ist die Nervenweiterleitung gestört. Das führt dazu, dass die “Botschaft” nicht mehr bis in die Muskeln und Zehen weitergeleitet wird. In der Konsequenz kommt es dann dazu, dass Hunde an Stabilität verlieren, die Muskulatur abbaut und Bewegungen immer schwerer fallen. In letzter Konsequenz kann es eine Lähmung des Hundes nach sich ziehen. neurologische Probleme beim Hund

Die gute Nachricht: so lange noch eine Tiefensensibilität da ist, haben wir gute Chancen, den Zustand deutlich zu verbessern (das darfst du nun natürlich bitte nicht als „Diagnose“ oder Versprechen werten!). Solange der Hund also noch „Gefühl“ in seinen Pfoten hat – sprich ein wenig der Botschaft, die die Nerven senden, kommen noch in der Peripherie an, können wir dieses auch wieder verstärken. Wir können dies wieder fördern, indem wir am anderen Ende, sprich an den Zehen anfangen zu stimulieren und so dem Gehirn signalisieren, dass da etwas ist. So fördern wir die Weiterleitung und Verbindung.

So geht das Ausstreichen der Zehenzwischenräume:

Du brauchst keine Angst zu haben – es funktioniert ganz einfach. Wenn du meine Artikel schon länger liest, weißt du, dass ich besonders gern Dinge mag, die einfach sind und eine große Wirkung haben. Diese Übung gehört definitiv dazu!

Du gehst dafür einfach mehrmals täglich mit deinen Fingern in die Zehenzwischenräume der Hinterpfoten und massierst sie sanft und streichst sie aus. Zusätzlich kannst du auch leicht an den Häärchen in den Zehenzwischenräumen und den Schwimmhäuten “zubbeln” – natürlich nur sanft. Das stimuliert und fördert sehr effektiv die Nervenweiterleitung. Wenn dein Hund kitzelig ist, dann achte darauf, dass du die Zehen nicht zu „zart“ anfasst.

„Steter Tropfen höhlt den Stein“ neurologische probleme beim Hund

Natürlich wirst du nicht nach einmaligem Ausstreichen der Zehenzwischenräume ein Wunder erleben. Aber wenn du kontinuierlich am besten mehrmals täglich die Zwischenräume der Hundepfoten ausstreichst und massierst, wirst du – vor allem in Kombination mit anderen Maßnahmen – eine deutliche Verbesserung erreichen.

Alles Liebe, deine Tina

Hundemassage leicht gemacht mit dem Massagehandschuh – Anleitung für Hundehalter

Hundemassage leicht gemacht mit dem Massagehandschuh – Anleitung für Hundehalter

Viele Hundehalter interessieren sich sehr für das Thema Hundemassage. Doch nicht immer möchten sie sich an richtige Masssagegriffe heranwagen. Nicht immer hat man die Zeit für eine ausgiebige Massage und auch nicht jeder Hund kann und will lange entspannt liegenbleiben. Es ist einfach auch sehr intensiv – und nicht jeder Hund kann damit gut umgehen.

Tessa gehört auch zu diesen Hunden. Ein bißchen Massage ist schön. Aber alles in Maßen bitte. Ich persönlich halte auch so gar nichts davon, den Hund dann zur Massage „zu nötigen“. Wenn er sich damit nicht wohl fühlt, wird er innerlich in jedem Fall anspannen, was sich auch in muskulären Verspannungen äußert. Dabei wollen wir mit einer Hundemassage doch eine seelische und körperliche Entspannung unseres Hundes erreichen. Das passt für mich dann nicht mehr zusammen.

Da ist die Hundemassage mit einem Massagehandschuh für mich dann eine geniale Alternative

Ich habe für Tessa übrigens richtige Fingerhandschuhe für die Massage, der sogar zwei verschiedene Arten von Noppen hat. Das macht es möglich, viel gezielter und genauer zu massieren und auch an kleinere Bereiche des Körpers gut heran zu kommen. Auch kleine Hunde profitieren davon natürlich sehr. Es verleiht ein wesentlich besseres Gefühl bei der Massage. Der Hund ist gut tastbar und man hat viel Gefühl in der Hand. Das Material des Handschuhs ist angenehm weich und flexibel.

Hierauf solltest du bei deinem Massageutensil achten:

  • Es sollte aus weichem Material sein (Gummistriegel), damit es für deinen Hund auch bei kurzem Fell nicht unangenehm ist.
  • Es sollte nicht unangenehm riechen – die Nase unserer Vierbeiner sind ausgesprochen empfindlich.
  • Die Handschuhe sollten pflegeleicht und schnell zu reinigen sein.
  • Für dich sollte die Passform angenehm sein, damit du ein gutes Griffgefühl hast und sicher in der Behandlung bist.

Toller Nebeneffekt der Hundemassage

Neben Massageeffekt bürsten die Massagehandschuhe eine Menge Fell heraus. Also hat man neben der Massage auch gleich eine tolle und effektive Fellpflege.

Doch wie wirkt die Massage mit einem Massagehandschuhe?

Grundsätzlich wirkt die Massage mit Hilfsmitteln wie eine klassische Massage. Doch die Intensität reicht nicht an eine klassische Massage mit den Händen heran. Die Bereiche, die du massierst, werden erwärmt, die Durchblutung wird gesteigert und du regst das Herz-Kreislaufsystem an. Du linderst Schmerzen und entspannst die Muskulatur deines Hundes. Dein Hund wird wieder beweglicher und agiler. Dies hilft ihm bei Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Hüftdysplasie oder Spondylose. Wenn du die Massage mit den Hilfsmitteln bei Hunden mit neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel einem Bandscheibenvorfall anwendest, unterstützt du damit, dass die behandelten Körperteile bewusster wahrgenommen werden und die Nerven stimuliert werden. Das hilft auch bei der Behandlung von Lähmungen. Aber auch als Wellnessbehandlung, Qualitytime mit deinem Hund und zur Stärkung eurer Bindung ist es eine wunderbare Maßnahme.

Die Massage mit einem Handschuh bietet eine tolle Möglichkeit z.B.:

  • Wenn man mit Massage Schmerzen lindern möchte– aber ohne Griffe zu erlernen.
  • Wenn dein Hund sich bei direkten, intensiven Berührungen durch eine Hand unwohl fühlt

Wann ist die Massage tabu? Hundemassage

  • Entzündungen
  • Trächtigkeit
  • Tumoren
  • Fieber
  • Herzerkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • frische Verletzung
  • Blutungsneigungen

Bei nervösen Hunden ist eine Massage mit einem Handschuh schwierig, da sie stimulierend wirkt. Auch bei histaminempfindlichen Hunden rate ich von der Massage mit Hilfsmitteln ab, da die Histaminausschüttung verstärkt wird.

Wie führst du die Massage und was musst du beachten?

Die Massage sollte mit leichtem Druck durchgeführt werden, da sie so angenehm und entspannend ist. In die Massage kannst du den Rücken, die Schultern und Vorderläufe, Kruppe und Hinterläufe einbeziehen. Streiche immer in einer fließenden Bewegung mit dem Strich. Du kannst auch mit kreisenden Bewegungen massieren. kannst du durchführen. Massiere nicht zu lange und intensiv auf einer Stelle und halte den Druck möglichst immer gleich. Versuche immer im Bereich der Muskulatur zu arbeiten und spare knöcherne Bereiche aus. Auf knöchernen Bereichen zu massieren ist unangenehm bis schmerzhaft.

Auch empfindliche Bereiche des Körpers sparst du bitte aus. Dazu gehören der Kopf, die Geschlechtsteile und die Brustwarzen.

Hundemassage – Videoanleitung (KLICK)

Eine entspannte Atmosphäre ist wichtig Hundemassage

Nehme dir Zeit für die Massage und schaffe eine wohlige Atmosphäre. Eine angenehme Raumtemperatur und angenehmes Licht gehören dazu. Dein Hund sollte bequem liegen, vielleicht auf seiner Lieblingsdecke und auch du solltest bequem sitzen. Schenke deinem Hund deine volle Aufmerksamkeit. Das bedeutet auch, dass Fernseher, Handy etc. tabu sind. die Raumtemperatur und das Licht sollten angenehm sein. Hundemassage

Wie häufig kannst du deinen Hund mit einem Massagehandschuh massieren?

Bei neurologischen Erkrankungen kannst du die betroffenen Gliedmaßen täglich damit massieren. Ansonsten empfehle ich dir, die Massage mit einem Handschuh höchstens alle zwei Tage durchzuführen. Die Behandlung ist sehr intensiv und bei häufigerer Anwendung kann es zu einer Überreizung kommen und für deinen Hund unangenehm werden.

Deinen eigenen Hund massieren – traust du dich nun?

Und – wagst du dich an das Thema Hundemassage jetzt auch heran? Ich hoffe, ich konnte dich für dieses schöne Thema begeistern. Die Massage mit einem Striegel oder einem Massagehandschuh ist auf jeden Fall eine tolle Variante. Falls du dich intensiver mit dem Thema Massage beim Hund beschäftigen möchtest, findest du hier ausführliche Infos zum Thema Massage und Anleitungen zu folgenden Massagegriffen: Hundemassage

Ich wünsche dir und deinem Hund viel Freude mit der Massage! Bei Fragen schreibe mir gerne eine Email oder hinterlasse mir einen Kommentar!

Alles Liebe, Tina

 

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund wird immer unweigerlich verbunden mit Balancepads und Balanceboards in allen Farben und Größen. Aber warum eigentlich?! Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreibe und meine Gedanken dazu teile. Doch mir rollen sich immer wieder die Zehennägel auf, wenn ich sehe, wie Hunde in Videos mühsam um Haltung kämpfen und alles beim Training haben – aber keinen Spaß und keinen Trainingseffekt. Der Halter ist aber wahnsinnig stolz, wie der Vierbeiner sich da auf dem wackeligen Konstrukt aus 5 verschiedenen Gummipads in bunter Farbvielfalt hält. Ja, das ist jetzt überspitzt dargestellt, aber die (traurige) Realität ist davon oft gar nicht so weit entfernt.

Das hat nichts mit Fitnesstraining oder Balancetraining zu tun

Die unsachgemäße Nutzung von Balancepads, Balanceboards und Wackelbrettern führt nämlich garantiert nicht zum Muskelaufbau und auch nicht zu einem guten Körpergefühl. Du magst mich jetzt für einen bunte-Balancepads-Gegner halten. Und in gewissen Punkten bin ich das auch. Als Hundephysio kann ich dir sagen, dass all diese Trainingsutensilien bei unsachgemäßer Nutzung eher Schaden anrichten als zu nutzen.

Aber ich will nicht weiter schimpfen. Viele Hundehalter möchten ihrem Hund etwas Gutes tun und seine Gesundheit unterstützen. Und das ist ja erst einmal auch sehr gut so. Bei der Recherche stolpert man dann über die nett anzusehenden Fitnessutensilien für den Hund – und schlägt zu.

Aber wie nun einsetzen? Fitnesstraining beim Hund

Erst einmal gar nicht! Stelle sie in die Ecke. Dein Hund braucht sie nämlich zum Einstieg in das Fitness- oder Bewegungstraining nicht.

Du fragst dich warum?

Um dir diese Frage zu beantworten, stellen wir uns vor, wie wir Menschen es handhaben, wenn wir neu in einen Sport einsteigen. Ganz einfach: wenn du mit einem Sport beginnst, dann gehst du ganz strukturiert an das Training heran. Man beginnt mit den Basics. Du erarbeitest dir die Grundlagen der Sportart und schaffst eine gewisse (sportartenbezogene) „Basisfitness“. Die Bewegungen und mögliche Griffe müssen sitzen und du musst dich sicher bewegen, bevor die nächsten Schritte gemacht werden. Das sorgt dafür, dass du mit dem Sport vertraut und auch sukzessive besser wirst. Zudem wird dein Verletzungsrisiko gemindert. Wenn du das nicht machst und zur überambitionierten Fraktion gehörst, die sofort auf einem höheren Level einsteigt, bist du sicher mit dem schmerzhaften Muskelkater am nächsten Tag und Frustration durch fehlenden Trainingserfolg gut vertraut.

Und warum soll dein Hund als Einsteiger im Fitness– und Bewegungstraining sofort seine Übungen auf einem flexiblen Untergrund durchführen?

Richtig, das macht keinen Sinn. Auch im Bewegungstraining beim Hund fängt man – wenn man es fachlich korrekt angeht – erst einmal auf dem ganz normalen Untergrund an. Und zwar mit einfachen Basisübungen. Jede Übung, die du mit deinem Hund machst, sollte er souverän und sicher auf einem stabilen Untergrund durchführen können. Die Bewegungen sollten korrekt sein, damit sich die Bewegungsabläufe auch korrekt im Gehirn abspeichern. Fitnesstraining beim Hund

Dann erst – und wirklich dann erst – kann man beginnen, selbige Übungen auf einem flexiblen Untergrund wie einem Balancepad durchzuführen.

Deshalb solltest du mit deinem Hund erst später auf flexiblen Untergründen trainieren

Der flexible Untergrund hat es in sich. Der Hund ist nicht mehr nur mit der korrekten Durchführung der Bewegung beschäftigt, sondern muss sich auch noch ausbalancieren. Auch der Anspruch an die Muskulatur ist deutlich höher. Er muss viel mehr Muskelkraft aufbringen. Das verlangt körperlich einiges von ihm.

Das passiert bei unsachgemäßer Nutzung von Balancepads & Co.

Wenn du nun mit diesem Wissen hingehen würdest und Übungen, mit denen dein Hund nicht vertraut ist, direkt auf einem flexiblen Untergrund trainieren würdest, ist es klar das folgendes passiert:

  • Bewegungen werden nicht mehr korrekt, bewusst und sauber durchgeführt
  • Dein Hund ist unsicher in den Bewegungen Fitnesstraining beim Hund
  • Seine Muskulatur spannt an – und zwar der ganze Körper – denn er kämpft ja verbissen um „Haltung“. Ein aktives Muskeltraining ist an dieser Stelle NICHT möglich! Oder hast du schon einmal mit verspannter Muskulatur ein effektives Muskelaufbau-Training erreicht?
  • Das Gegenteil passiert: die Muskulatur deines Hundes verspannt. Verspannungen haben Schmerzen und Schonhaltungen zur Folge.
  • In der Summe wirken sich diese Dinge negativ auf sein Körpergefühl aus

Ich bin mir sicher, dass alles das nicht zu den Dingen gehört, die du erreichen möchtest. Daher solltest du deinen eigenen Ehrgeiz außen vorlassen und dich nicht blenden lassen von bunten Gummipads.

So sieht verantwortungsvolles Fitness- und Bewegungstraining beim Hund aus

Verantwortungsvoll betriebenes Fitness- und Bewegungstraining beim Hund sollte immer sinnvoll und planvoll aufgebaut werden. Hierzu geht man vom einfachen zum komplexen – in Sachen Anspruch und in der Bewegung ansich. Überlege dir auch, was dein Trainingsziel für deinen Hund ist. Bei der Auswahl der Übungen ist es auch sinnvoll, sich von einer Fachfrau/ einem Fachmann unter die Arme greifen zu lassen.

Dein Hund sollte Grundbewegungen gut beherrschen, eine gewisse Basisfitness haben und auch am Körpergefühl sollte gearbeitet werden. Dazu braucht es zu Beginn weder komplexe Bewegungen und aufwändige Tricks, noch besonderes Equipment.

Effektive Übungen müssen nicht spektakulär aussehen!

Der Effekt einer Übung macht sich nicht daran fest, wie komplex und aufregend sie aussieht. Schon sehr einfache Übungen haben einen großen und nachhaltigen Trainingseffekt. Als Beispiel führe ich da gern meinen geliebten Steh-Sitz Transfer an. Fast jeder Hund kennt das Signal. Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung. Dein Hund kann sich dann nämlich sehr gut auf die Bewegung an sich konzentrieren. Beim (simplen) Hinsetzen und Aufstehen trainierst du die Beweglichkeit der Hinterläufe deines Hundes – und zwar von der Hüfte, über Knie bis hin zum Sprunggelenk. Zusätzlich aber auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens.

Und das mit einem einfachen Steh Sitz Transfer. Ohne Equipment.

Die Krux an der Sache ist allerdings, dass es für viele Hunde jeden Alters und Fitnesslevel nicht selbstverständlich ist, dass er sich korrekt hinsetzen kann. Wenn du mehr über das korrekte Sitz bei deinem Hund erfahren möchtest, dann ist mein Artikel zum korrekten Sitzen und wie du es trainierst perfekt für dich,

Fazit: Fitnesstraining beim Hund – mit oder ohne Balancepads & Co.

Du siehst also, wo wir beim Fitnesstraining beim Hund ansetzen müssen: bei einfachen Bewegungen, die dein Hund lernt, korrekt durchzuführen. Dann kann man komplexere Bewegungsabläufe ins Training einbauen und sukzessive dem Fitnessstatus entsprechend auch flexible Untergründe mit einbauen.

Ich bin ganz sicher kein Gegner der Balancekissen, -pads & Co. und nutze sie selbst immer wieder im Training. Aber eben erst, wenn der Hund es auch körperlich leisten kann und gewissen Grundbewegungen und eine Basisfitness gegeben sind. Mir liegt es am Herzen, dass sie sinnvoll ins Training eingebaut werden, damit der Nutzen für die Fitness des Hundes tatsächlich gegeben ist. So stellst du sicher, dass du mit Bewegungstraining beim Hund deinem Vierbeiner einen wirklichen gesundheitlichen Nutzen bietest. Fitnesstraining beim hund

Alles Liebe, deine Tina

Gelenkschmerzen beim Hund – wenn jeder Schritt unangenehm ist

Gelenkschmerzen beim Hund – wenn jeder Schritt unangenehm ist

Gelenkschmerzen beim Hund ist ein Thema, dass immer mehr an Wahrnehmung und Bedeutung gewinnt. Das war jedoch nicht immer so. Wenn man bedenkt, dass man bis in die 1980er Jahre davon ausgegangen ist, dass Hunde keinen oder sehr begrenzt überhaupt Schmerzen empfinden, kann man sich vorstellen, dass es lange dauerte, bis in den Köpfen der Menschen ein Umdenken stattgefunden hat.

Was passiert, wenn ein Gelenk schmerzt und nicht funktioniert

Dabei kennen wir Menschen es doch selbst: wenn das Knie schmerzt, dann vermeiden wir Bewegungen und Belastungen. Zusätzlich führt es zu einer Unsicherheit und fehlendem Vertrauen in das betroffene Gelenk. Ich selbst kann davon ein Lied singen. Ich bin mit hypermobilen Kniescheiben gesegnet und kann dir sagen: eine Patellaluxation ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Aber nicht nur das. Jahrelang wäre ich niemals eine Treppe herunter gegangen, ohne mich am Geländer festzuhalten. Jeden Schritt habe ich mit äußerstem Bedacht gemacht. Einfach weil ich meinen Kniegelenken nicht vertraut habe.

Wie geht es unseren Hunden in dieser Situation

Wenn ein Hund Gelenkschmerzen hat und unter einer Erkrankung des Bewegungsapparates leidet, verändert das ebenfalls das Vertrauen in den Körper und beeinflusst das Körpergefühl signifikant. Grundsätzlich geht es unseren Hunden in einer solchen Situation nicht anders, als uns Menschen. Beim Vierbeiner mag es so sein, dass er durch externe Reize eher dazu tendiert, sein Handicap mal zu vergessen. Da setzt bei uns Menschen das Vernunftsdenken ein, das unseren Hunden fehlt.

Wie empfinden Hunde Schmerz?

Das Schmerzempfinden unserer Hunde ist so individuell wie die Hunde selbst. Charakter und Konstitution haben großen Einfluss darauf, wie stark oder schwach ein Schmerz empfunden wird und wie hoch die jeweilige Schmerztoleranz ist.

Gelenkschmerzen beim Hund und Auffälligkeiten in der Bewegung werden oft übersehen

Ein großes Problem ist, dass wir Menschen ganz klar artikulieren können, wenn uns etwas weh tut oder wir eine Schwäche im Gelenk spüren und das unsere Bewegung beeinflusst. Das kann unser Hund natürlich nicht so. Deshalb ist es immer noch in vielen Fällen so, dass Hunde Auffälligkeiten im Bewegungsablauf zeigen oder auch ganz klare Schmerzsymptome, die aber nicht erkannt werden. Häufig entgegen Hundehalter darauf angesprochen: „Der ist schon immer so gelaufen, das macht der so!“ oder „Er ist jetzt halt schon älter und deshalb läuft der so!“.

Dadurch das viele pathologischen Veränderungen in den Bewegungsabläufen schleichend vonstatten gehen, kommt es uns tatsächlich häufig so vor, als würde der Hund schon immer so laufen. Daher ist es sehr wichtig, dass wir als Hundehalter sensibilisiert sind, wie unsere Hunde uns zeigen, wenn sie unter Schmerzen leiden. Genauso wichtig ist es aber auch, dass wir in der Lage sind einige wichtige Auffälligkeiten im Bewegungsablauf unserer Hunde zu erkennen.

Was passiert, wenn ein Hund einen Gelenkschmerz hat?

Da wir nun wissen, dass er Schmerzen empfindet, wie wir Menschen, handelt er auch ähnlich: er schont das betroffene Gelenk. Er versucht Bewegungen nur so weit auszuführen, wie es für ihn erträglich ist. Um zu kompensieren, belastet er in der Folge andere Körperteile mehr.

Das hat natürlich Folgen. Weniger Belastung und Bewegung bedeuten einen Verlust der Muskulatur und schlechterer Ernährung des Gelenks und des Gelenkknorpels. Arthrose ist vorprogrammiert. Auch die anderen Gelenke, die nun überlastet werden, sind schnell gefährdet, eine Arthrose zu entwickeln. Zusätzlich kommt es zu Verspannungen in der Muskulatur. Der Hund befindet sich in einem Teufelskreis.

Gelenkschmerzen beim Hund haben Auswirkungen auf seine Lebensqualität

Schmerzen zu haben, beeinflusst die Lebensqualität und der Schmerz selbst wird zum Krankheitsbild. Hunde bewegen sich nicht mehr gern, werden unleidlich, ziehen sich zurück, sind schlecht gelaunt und reagieren bei sozialen Kontakten schneller gereizt. Und obwohl es den Menschen bekannt ist, dass Hunde Schmerz spüren, fehlt es in vielen Fällen zum einen daran, klar zu erkennen, dass der Hund Schmerzen hat, aber auch in der Konsequenz an einem adäquaten Schmerzmanagement.

Warum ist es wichtig, dass man etwas gegen die Schmerzen tut?

Wenn wir erkennen, dass unser Hund Gelenkprobleme hat und Anzeichen für Schmerzen zeigt, sollten wir frühzeitig handeln, damit der Hund gar nicht erst in den Teufelskreis aus Schmerz und potenzieller Arthrose kommt. Ein frühzeitiges Schmerzmanagement ist in jedem Fall angebracht. Das bedeutet nicht, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Aber es bedeutet, dass es in unserer Verantwortung als Hundehalter liegt, dass wir die Anzeichen für Schmerzen beim Hund kennen und frühzeitig ernstnehmen und entsprechend – dem Schmerzgeschehen angemessen – handeln und behandeln lassen.

Muss es immer gleich Schmerzmittel sein?

Nicht zwangsläufig. Aber ein Hund sollte definitiv auch keine Schmerzen haben. Manchmal reicht schon eine Gabe von Medikamenten für wenige Tage oder im akuten Fall. Auch mit Maßnahmen wie Physiotherapie, Nahrungsergänzung, Bewegungstraining etc. kann ein erfolgreiches Schmerzmanagement gestaltet werden. Die Mittel der Wahl sind dabei immer individuell abhängig vom betroffenen Hund und sollte abgestimmt werden mit dem behandelnden Tierarzt oder/ Physiotherapeuten.

Typische Symptome eines Bewegungsschmerzes

Zwar ist die Wahrnehmung des Schmerzes immer individuell, doch gibt es diverse typische Anzeichen für Gelenkschmerzen beim Hund. In der Folge findest du eine kleine Auswahl an sehr häufigen Anzeichen für Schmerzen. Die Anzeichen des Hundes, die auf einen Gelenkschmerz hindeuten, sind sehr vielfältig und können in den unterschiedlichsten Kombinationen auftreten.

  • Dauerhafte oder intermittierende Lahmheit
  • Vermehrtes Ruhe- und Schlafbedürfnis
  • Weniger Freude an Bewegung – der Hund geht ungern spazieren
  • Der Gang des Hundes ist steifbeinig oder staksig
  • Alltägliche Bewegungen werden vermieden oder fallen schwer
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen und Hinlegen
  • Lautäußerungen wie Schmatzen oder Seufzen
  • Es fällt dem Hund schwer eine Ruheposition zu finden und er zeigt Rastlosigkeit.
  • Knabbern an den Gelenken
  • Verlust der Muskulatur
  • Warme Stellen an Gelenken oder am Rücken
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Muskuläre Verspannungen
  • Veränderungen am Fell des Hundes: es ist struppig, schuppig, fettig oder riecht
  • Ein veränderter Gesichtsausdruck, er hat Ränder oder Vertiefungen unter den Augen
  • Vermehrtes Hecheln, Schmatzen oder Gähnen
  • Verändertes Sozialverhalten – z.B. Angst, Aggression oder Unsicherheit

Wenn du noch mehr Anzeichen für einen Gelenkschmerz beim Hund und auch die Symptome für akuten Schmerz kennenlernen möchtest, dann ist der Artikel 21 Anzeichen für Schmerzen beim Hund perfekt für dich!

Wenn dein Hund eines oder mehrere dieser Symptome zeigt, nehme sie bitte ernst und stelle deinen Hund dem Tierarzt vor, denn dein Hund simuliert niemals. Eher würde der Vierbeiner versuchen, einen Schmerz zu verbergen, da es sich um ein Zeichen von Schwäche handelt.

Im Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ gehen wir noch einmal intensiv auf das Thema Gelenkschmerzen beim Hund ein, aber auch auf typische Auffälligkeiten in der Bewegung, die auf verschiedene Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie, Patellaluxation o.ä. hindeuten können. Hier kannst du dabei sein: Zum Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ anmelden. Übrigens mit dem Rabattcode: WEBINAR-FJI erhältst du 10% Rabatt!

Du hast noch Fragen zum Thema oder zum Webinar? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar oder schreibe mir eine Email an: tina@doggy-fitness.de .

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

Nein, es geht hier nicht um Gehorsamstraining. Das Sitzen ist genau wie das Stehen eine normale Grundhaltung unserer Hunde. Doch wenn man sich umschaut sieht man, dass es vielen Hunden ausgesprochen schwer fällt, sich normal hinzusetzen, oder sauber zu stehen. Hund Sitz

Wir Menschen sind nicht besser Hund Sitz

Du kennst vielleicht auch diesen nervigen Satz deiner Eltern „Setz dich gerade hin, du sitzt schon wieder so krumm!“. Was uns als Kinder und Jugendliche so unsäglich genervt hat, war durchaus sinnvoll. Immer krumm zu sitzen manifestiert sich nämlich irgendwann in unseren Bewegungen. Und zwar als korrekt! Dabei ist es definitiv eine Fehlhaltung, mit einem krummen Rücken dazusitzen. Dauerhaft kann sie Gelenk- und Bandscheibenschädigungen nach sich ziehen. Auch die Muskulatur „passt“ sich dieser ständigen Haltung an. Doch zurück zum Hund.

Auch unsere Hunde sitzen „krumm“

Sicher hast du selbst schon Hunde gesehen, die wenn sie sich hinsetzen mit dem Po sofort auf die Seite rutschen. Auch ein sehr krummer Rücken oder abgewinkelte Hinterläufe sind keine Seltenheit. Das ist übrigens nicht niedlich oder ein Zeichen für Entspannung. Es ist eine Fehlhaltung. Hund Sitz

Diese Fehlhaltung hat auch Einfluss darauf, wie sich dein Hund bewegt

Wenn dein Hund nun aus dem Sitz, das er ganz bequem auf der einen Pobacke eingenommen hat, wieder aufstehen möchte, kann man sich vorstellen, dass dies nicht so passieren kann, wie der Körper das als gesunden Bewegungsablauf vorgesehen hat. Statt sich aus den Hinterläufen hochzustemmen und dafür die Muskulatur des unteren Rückens und der Hinterläufe zu nehmen, zieht der Hund sich über die Vorderläufe und seinen Schultergürtel nach oben.

Falsches Sitzen bleibt nicht folgenlos und  schädigt den Hundekörper Hund Sitz

Das wiederum hat eine Überlastung der Muskulatur der Vorderläufe und in der Folge Verspannungen, Blockaden und möglicherweise auch Überlastungsschäden am Gelenkknorpel der Vorderläufe zur Folge. Die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens werden schwächer. Auch in der Fortbewegung wird dein Hund mehr und mehr auf seine Vorderläufe setzen und die Hinterläufe laufen halt so mit. Hund Sitz

Steh Sitz Transfer als effektive Übung im Fitness- und Bewegungstraining für Hunde

Daher ist es wichtig, dass du mit deinem Hund Sitz nicht einfach nur als Kommando trainierst. Achte auch darauf, wie er sich hinsetzt und fördere gezielt ein sauberes Hinsetzen und Aufstehen. Hund Sitz

In meinen Online Kursen ist das Steh Sitz Training fester Bestandteil der Übungen. Für die meisten Hundehalter klingt die Übung langweilig, denn „Sitzen“ kann der Hund ja. Doch ein großer Teil der Hunde sitzt eben nicht sauber und normal und mit Hilfe der Übung kann man ihn dazu animieren, ganz bewusst an seiner „Haltung“ zu arbeiten. Übrigens stärkt so ein simpler Steh Sitz Transfer auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens. Auch die Gelenkbeweglichkeit der kompletten Hinterläufe wird gefördert. Eine tolle Allroundübung, die man mit wenig Aufwand in den Alltag integrieren kann.

Wenn du Auffälligkeiten deines Hundes im Sitzen beobachtest, wie beispielsweise ein Abwinkeln des Hinterlaufes o.ä. macht es immer auch Sinn, einen Blick vom Tierarzt darauf werfen lassen. Möglicherweise wählt dein Hund diese Position als Schonhaltung aufgrund von Rücken-, Knie-, oder Hüftproblemen.

Gleitwirbel beim Hund  – die Spondylosisthesis – alle Fakten zur Erkrankung

Gleitwirbel beim Hund – die Spondylosisthesis – alle Fakten zur Erkrankung

Ein Gleitwirbel beim Hund ist ein unnatürlich beweglicher Rückenwirbel, der seine normale Position innerhalb der Wirbelsäule verlässt und dadurch Beschwerden verursacht. Man kann sich vorstellen, dass dies bei einem komplexen Konstrukt wie der Wirbelsäule, die bestimmte Bewegungen von Natur aus zulässt, aber an anderer Stelle auch wieder Beweglichkeit begrenzt, große Auswirkungen hat. Zumal die Wirbelsäule umgeben ist von Nerven, Muskeln, Sehnen und Bändern. Diese unnatürliche Beweglichkeit hat also unmittelbare Auswirkungen auf die Strukturen, die die Wirbelsäule umgeben.

Bei einem Gleitwirbel handelt es sich also um eine Instabilität der Wirbelsäule, bei der sich zwei Wirbel gegeneinander verschieben. In der Regel verschiebt sich der gesamte Wirbel, also auch der Wirbelbogen mit seinen Querfortsätzen und die oberen Gelenkfortsätze. Da in diesen Bereichen auch Nerven verlaufen, führt dies fast unweigerlich dazu, dass Nerven eingeklemmt werden. Das wiederum bedeutet, dass die Nerven geschädigt werden und im schlimmsten Fall in ihrer Funktion eingeschränkt sind oder ausfallen.

Die Ursachen eines Gleitwirbels

Es gibt unterschiedliche Ursachen für einen Gleitwirbel. Häufig handelt es sich um eine angeborene Verformung der Wirbelsäule. Es kann aber auch eine nicht angeborene Veränderung der Wirbelsäule vorliegen. Dazu gehören beispielsweise Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke (Facettenarthrose), Knochenabbau oder aber vorangegangene Brüche. Verschleißerscheinungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettenarthrose) sind allerdings die häufigste Ursache.

Symptome – diese Probleme verursacht ein Gleitwirbel beim Hund

Ein Gleitwirbel verursacht vor allen Dingen Schmerzen. Durch die Reizung und auch das Ein- bzw. Abklemmen der Nerven kommt es auch zu neurologischen Problemen. Je nach Position des Gleitwirbels können das beispielsweise Lähmungserscheinungen der Hinterläufe, aber auch aller vier Läufe sein, Koordinationsstörungen oder Pfotenschleifen  sein. Auch die Blasen- und Darmfunktion kann gestört sein. In der Folge wird auch die Muskulatur schwächer.

Durch die unphysiologische Beweglichkeit der Wirbel kommt es auch zu einem übermäßigen Verschleiß der Bandscheiben. Bandscheibenvorfälle können somit eine Folge sein. Auch kann es durch die Reizung zu einem übermäßigen Verschleiß der Wirbelgelenke kommen und infolge dessen zu Spondylarthrose.

Diagnose der Spondylosisthesis

Um den Gleitwirbel von anderen Erkrankungen abzugrenzen, die ähnliche Beschwerden und Symptome verursachen, wird zunächst ein neurologisch-orthopädischer Untersuchungsgang und eine gründliche Anamnese durchgeführt. Bildgebende Verfahren wie ein MRT geben hier besonders gut Aufschluss darüber, oder der Hund unter einem Gleitwirbel oder einer anderen Erkrankung der Wirbelsäule leidet.

Differenzialdiagnose – welche anderen Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden?

In jedem Fall müssen andere Wirbelsäulenerkrankungen wie beispielsweise Spondylose, ein Bandscheibenvorfall, das Wobbler Syndrom oder das Cauda Equina Compressions Syndrom ausgeschlossen werden.

Behandlung eines Gleitwirbels

Die Art der Behandlung hängt vor allem immer von der Ausprägung des Gleitwirbels und den Beschwerden des Patienten ab. Immer jedoch empfehle ich unbedingt eine Stärkung der Rückenmuskulatur, um die Wirbelsäule zu entlasten und zu stabilisieren. So kann eine weitere Schädigung der umliegenden Strukturen vermieden werden und auch Schmerzen genommen werden.  Zusätzlich empfiehlt sich bei der konservativen Behandlung eine Gabe entzündungshemmender und schmerzlindernde Medikamente. Auch Nahrungsergänzungsmittel können hier gute Dienste leisten. Zusätzlich kann eine Neuraltherapie für Schmerzlinderung sorgen.

Auch eine operative Stabilisierung des Gleitwirbels ist möglich. Hier findet die minimalinvasive Vertebralverblockung Anwendung. In jedem Fall sollte ein betroffener Hund durch Hundephysiotherapie begleitet werden.

Therapieziele der Physiotherapie

An erster Stelle steht hier immer ein gutes Schmerzmanagement. Das bedeutet, Schmerzen sollten so weit wie möglich gelindert werden und kontrolliert werden. Bei der Behandlung eines Patienten mit einem Gleitwirbel steht auch die Stärkung der Rückenmuskulatur ganz klar im Vordergrund, um der Wirbelsäule Stabilität zu geben und weiterer Schädigung der Nerven und umliegenden Strukturen vorzubeugen. Auch eine Verbesserung und Stärkung der Nervenfunktion durch gezieltes Training, ist immer Bestandteil der Behandlung. Gleitwirbel beim Hund

Sehr wichtig ist hier auch, dass der Hundehalter entsprechende Übungen zur Stärkung der Muskulatur, der Koordination und zum Erhalt der Beweglichkeit an die Hand bekommt, die er regelmäßig zwischen den physiotherapeutischen Sitzungen mit seinem Hund durchführt.

Verhaltenstipps im Alltag bei einem Gleitwirbel beim Hund

Ich empfehle dir, darauf zu achten, dass du in Hundebegegnungen unbedingt das Aufreiten anderer Hunde vermeidest. Auch wildes Spiel, Rempler etc. sollten in jedem Fall vermieden werden. Auch das Tätscheln des Hundes auf dem Rücken ist unbedingt zu vermeiden, da es sehr unangenehm ist.

Passe die Belastung deines Hundes immer seinem Krankheitszustand an. Das kann auch von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Es ist besser, lieber mehrere kurze Spaziergänge zu machen, als zwei oder drei lange Gassirunden. Sprünge in das Auto oder heraus solltest du ebenfalls vermeiden, da sie eine große Belastung für die Wirbelsäule sind. Hier kannst du sehr gut eine Rampe fürs Auto nutzen. Liegt dein Hund gern auf dem Sofa oder im Bett? Dann gibt es tolle Hundetreppen, mit denen er Sofa und Bett leicht erreicht.

In Sachen Schlaf solltest du darauf achten, dass die Wirbelsäule möglichst druckentlastend gelagert ist. Wenn wir bedenken, dass unsere Hunde 17-20 Stunden schlafen und Ruhen, ist das ein besonders wichtiger Punkt. Hier lege ich dir unbedingt ein orthopädisches Hundebett ans Herz. Sportarten wie Agility sind absolut tabu. Enge Wendungen, kurze Stopps etc. sind Gift für die Wirbelsäule. Wenn dein Hund übergewichtig ist, dann ist eine Gewichtsreduktion unerlässlich, um seine Wirbelsäule nicht noch mehr zu belasten. Bei schlechtem Wetter macht es Sinn den Rücken deines Hundes mit einem Hundemantel warm zu halten.

Du siehst, es gibt eine Menge Möglichkeiten, deinen Hund im Alltag zu unterstützen und ihm mit einfachen Mitteln Erleichterung zu verschaffen. Dein Hund kann mit einem Gleitwirbel gut leben. Allerdings muss die Erkrankung entsprechend behandelt und begleitet werden und im alltäglichen Leben verschaffen schon einfach umzusetzende Tipps eine enorme Erleichterung für deinen Hund.