Vestibularsyndrom – so unterstützt du die Mobilität des Hundes

Vestibularsyndrom – so unterstützt du die Mobilität des Hundes

Das Vestibularsyndrom ist eine Erkrankung, die vorwiegend ältere Hunde trifft. Für Hundehalter ist sie meist mit einem großen Schreck verbunden, da der Hund von einem Moment auf den anderen immobil ist, sich nicht mehr koordinieren kann und „wie betrunken“ wirkt. Immer noch viel zu häufig werden Hunde mit einem Vestibularsyndrom einfach eingeschläfert, obwohl die Chancen sehr groß sind, dass sie sich wieder weitestgehend erholen. Bei einigen Hunden bleibt eine leichte Kopfschiefhaltung. Doch innerhalb der ersten Tag verbessern sich die allgemeinen Symptome zusehends.

Wichtige Fakten zur Erkrankung des Gleichgewichtsorgans für dich zusammengefasst

Das Vestibularsyndrom hat übrigens nichts mit einem Schlaganfall zu tun, sondern betrifft rein das Gleichgewichtsorgan des Hundes. Da hinsichtlich des Vestibularsyndroms immer noch viel Unwissenheit und Unsicherheit herrscht, habe ich in meinem Artikel zu dieser Erkrankung des Gleichgewichtsorgans die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Zudem findest du in diesem Artikel wichtige Verhaltenstipps für dich als Hundehalter.

Wenn beim Hund die Diagnose gestellt wurde braucht er vor allem eines: Ruhe. Es ist wichtig, für die Regeneration, dass der betroffene Patient viel schlafen kann und ein ruhiges Umfeld hat. Laute Musik, Fernsehergeräusche und Besuch sind in diesem Moment Fehl am Platze. vestibularsyndrom Mobilität

Neben Ruhe ist der Erhalt der Mobilität wichtig Vestibularsyndrom Mobilität

Je nach Ausprägung des Vestibularsyndrom sind die Symptome unterschiedlich stark und oftmals ist es so, dass der Hund sich nicht mehr gut auf den Beinen halten kann. Hinzu kommt das viele ältere Hunde generell über wenig Muskulatur verfügen und steife Gelenke haben. Wenn der Hund dann länger liegt, passiert es im Nu, dass er immobil wird und an Kraft verliert. Es wird dann immer schwieriger, ihn wieder zu mobilisieren.

Daher ist es sehr wichtig, dass du als Hundehalter dafür Sorge trägst, die Mobilität nach Möglichkeit zu erhalten. Dafür stelle ich dir hier einige Tipps zusammen. Vestibularsyndrom Mobilität

So erhältst du die Mobilität deines Hundes beim Vestibularsyndrom

Assistiertes Stehen Vestibularsyndrom Mobilität

Da betroffene Hunde sich häufig kaum selbständig auf den Beinen halten können, sind Stürze vorprogrammiert. Daher ist es wichtig, dass du deinen Hund unterstützt, wenn er sich hinstellt und im nächsten Schritt bewegt. Falls du keine Tragehilfe Zuhause hast, kannst du ein normales Duschhandtuch nehmen und unter dem Bauch deines Hundes durchführen und die beiden Enden in der Hand halten. Damit unterstützt du vor allem seine Hinterhand und er hat die Möglichkeit aufzustehen und zu stehen.

Assistiertes Gehen

Du weißt, es kommt zwangsläufig der Moment, wo dein Hund sich lösen muss. Aber wie? Da ihr im ersten Schritt das assistierte Stehen geübt habt, kann man nun im nächsten Schritt zum assistierten Gehen übergehen. So kann dein Hund mit dem Handtuch unter seinem Bauch und durch dich gehalten nun auch erste Schritte machen. Das bietet sich auch an, wenn es in den Garten oder vor die Türe zum Lösen geht. Normale Spaziergänge sind in aller Regel nicht möglich und dein Hund braucht einfach auch Ruhe.

Mit dem unterstützten Stehen und Gehen, das du am besten mehrmals am Tag mit deinem Hund für ein paar Schritte, also in kurzen Intervallen machst, erhältst du nicht nur seine Mobilität, sondern bringst auch den Kreislauf in Schwung und unterstützt die Rehabilitation. Vestibularsyndrom Mobilität

Passives Bewegen – bitte mit entsprechender Anleitung Vestibularsyndrom Mobilität

Auch das passive Bewegen ist eine gute Möglichkeit, die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten und normale Bewegungsabläufe zu fördern. Da dein Hund dabei entspannt liegen und ruhen kann, bietet es sich sehr an, um es mehrmals täglich anzuwenden.

Hierbei werden die Läufe des Hundes und damit seine Gelenke ohne sein Zutun bewegt, indem du die Gliedmaße in die Beugung und in die Streckung führst. Da hierbei Scherkräfte ausgelöst werden können, gebe ich dir hier keine genaue Anleitung dazu, sondern bitte dich, dich hierzu an einen Physiotherapeuten zu wenden, der es dir vor Ort zeigt. Da es deinem Hund bei einem Vestibulärsyndrom sehr schwindelig ist, empfehle ich dir, den/die Physiotherapeuten/in zu bitten, zu euch nach Hause zu kommen, um deinem Hund eine Autofahrt und zusätzliche Anstrengung nach Möglichkeit zu ersparen.

Vestibularsyndrom – kein Grund aufzugeben

Diese Störung des Gleichgewichtsorganes ist in aller Regel kein Todesurteil für deinen Hund und die schweren Symptome bilden sich im Laufe der ersten Tage Schritt für Schritt zurück. Manchmal kann es auch wenige Wochen dauern, doch die Prognose ist meist gut. Daher solltest du deinem Hund die Chance geben, sich wieder zu erholen und kannst ihn in der Gesundungsphase mit diesen einfachen Dingen unterstützen, um seine Mobilität zu erhalten und zu fördern. Wenn du unsicher bist, oder Fragen hast, kannst du dich auch jederzeit gern bei mir melden!

Alles Liebe,

deine Tina

 

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

In der letzten Zeit erleben Bewegungstraining und Hundefitness einen wahren Hype. Grundsätzlich freue ich mich natürlich darüber, dass Hundehalter sich mit der Gesundheit ihrer Hunde beschäftigen und sich aktiv einbringen möchten. Genau das ist es, was ich mit meinem Trainingsansatz erreichen möchte. Wenn du als Hundehalter mit deinem Hund trainierst – natürlich immer nach entsprechender fachlicher Anleitung – förderst du nicht nur die Gesundheit deines Hundes, hältst und machst ihn mobil, verzögerst den Alterungsprozess und vieles mehr. Auch dein Blick und deine Wahrnehmung für die Bewegungsabläufe deines Hundes verbessern sich. Fitnesstraining Hund Fitnesstraining Hund

Du siehst plötzlich, ob dein Hund korrekt sitzt, ob er im Passgang läuft, oder er eine andere Auffälligkeit in der Bewegung hat.

Natürlich sollst du hier nicht die Diagnose eines Tierarztes übernehmen. Aber deine Wahrnehmung ist sensibilisiert und so besteht die Chance, dass Erkrankungen des Bewegungsapparates früher erkannt und behandelt werden. So weit so gut.

Höher, schneller, weiter – zum Wohle der Gesundheit?

Das Ganze hat leider auch eine Kehrseite. Was mir in letzter Zeit immer häufiger aufgefallen ist, ist das das Gesundheitstraining seltsame Blüten treibt. Was mir in der Entwicklung des Hundefitness Trainings und des Bewegungstrainings nicht gefällt ist, dass es immer wieder Hundehalter gibt, die eindeutig überambitioniert sind.

Nicht nur, dass den Hunden abstruse Bewegungsabläufe abverlangt werden, die keinerlei gesundheitlichen Effekt haben. Denn wie soll z.B. ein Border Collie mit allen vier Läufen auf einem kleinen Balancepad platziert tatsächlich noch seine Muskulatur trainieren, wenn er sich eben auf diesem Balancepad völlig verkrampft hält?

Nein, es entsteht ein gefühlter Leistungsdruck. Und den halte ich so oder so im Leben mit unseren Hunden für unangebracht. Aber wenn es um eine Aktivität geht, die der Gesundheit förderlich sein soll und auch noch Spaß machen soll, dann erst Recht. Das, was bei uns Menschen schon lange Einzug gehalten hat, scheint sich mehr und mehr auch im Leben mit unseren Hunden niederzuschlagen. Der Hund muss funktionieren, Leistung bringen, egal wann wir es wollen.

Deshalb ist Leistungsdruck im Hundefitness-Training unangebracht

Ich sehe diese Entwicklung ausgesprochen kritisch. Wenn ich mit einem Hund eine Übung aufbauen möchte – und sei sie in meinen Augen – noch so einfach, dann funktioniert dies nur erfolgreich, wenn ich mit meinem Hund trainieren. Will heißen, so wie mein Hund es körperlich kann und wie er es geistig umsetzen kann.

Da sind Leistungsdruck, Funktionieren-Müssen und Ungeduld einfach fehl am Platze. Im Gegenteil. Ich halte es für extrem wichtig, um einen nachhaltigen Trainingseffekt zu haben, dass ich meinem Hund die Chance gebe, nachzudenken. Er soll sich die Übung in seinem Tempo und so kleinschrittig, wie er es benötigt, erarbeiten. Nur so haben wir die Chance, dass neue, gesunde Bewegungsabläufe tatsächlich im Gehirn manifestieren.

Und wenn der Hund nur eine oder zwei Wiederholungen schafft, ist das auch völlig in Ordnung. Es ist um Welten sinnvoller, wenn der Hund eine Übung 1-2 Mal wiederholt und dafür korrekt, als 5 Mal und dafür sind die letzten drei Wiederholungen nur so halb wirklich gelungen.

Kurzum: langsam ist die Devise und weniger ist mehr

Dein Hund ist nicht jeden Tag gleich leistungsfähig Fitnesstraining Hund

Kennst du das? Du stellst alles für die Trainingseinheit bereit, dein Hund steht zwar freudig da, aber irgendwie läuft es nicht wirklich rund. Ich gebe ehrlich zu: bei mir und Tessa kommt das vor. Sogar ziemlich regelmäßig. Genau wie wir Menschen sind unsere Hunde nämlich auch nicht jeden Tag gleich leistungsfähig. Und da gilt es nicht, dass Programm des Trainingsplanes stumpf abzuarbeiten, sondern Rücksicht auf die Bedürfnisse des Hundes zu nehmen. Ist der Hund nicht gut drauf, ist er auch nicht wirklich bei der Sache. Er kann sich schlechter konzentrieren und führt Bewegungen nicht präzise aus. Am Ende bleibe auf beiden Seiten nur Frust.

Was tun, wenn der Hund nicht in „Trainingslaune“ ist? Fitnesstraining Hund

Ganz einfach: akzeptieren! Wenn du spürst, dass dein Hund sich nicht konzentrieren kann oder er körperlich einfach nicht auf der Höhe ist, ist das der einzig vernünftige Weg. Wenn ich in dieser Situation bin, mache ich immer eines. Das Training positiv abschließen. Ist Tessa unkonzentriert und fahrig, gehe ich dazu über, eine Übung mit ihr zu machen, die garantiert immer sitzt und schließe das Training damit sofort wieder ab. Auch wenn es die einzige Übung sein wird. Bei Tessa ist das der Doggy Twist – dabei dreht sie sich rechtsherum und linksherum um ihre eigene Achse. Das klappt immer. Und damit ist es dann auch gut.

Ich möchte nicht, dass Tessa das Gefühl hat, “versagt” zu haben

Für mich ist Leistungsdruck tabu, ich spule kein Programm ab – auch wenn es auf meinem Trainingsplan steht. Denn mein Trainingspartner ist mein Hund – ein Lebewesen. Da gilt es Rücksicht zu nehmen und zu respektieren, wenn mein Hund nicht leistungsfähig ist.

Neuer Tag, neues Glück Fitnesstraining Hund

Wenn du dein Training abschließt, wie ich es mit Tessa mache, wird auch dein Hund spüren, dass du seine Bedürfnisse wahrnimmst und respektierst. Nur so ist sichergestellt, dass er am nächsten Tag, wieder freudig bei der nächsten Trainingseinheit dabei ist und euer Training nicht mit Frust und Zwang verbunden ist, sondern mit Spaß. Nur so kannst du dauerhaft erfolgreich beim Bewegungstraining mit deinem Hund sein. Fitnesstraining Hund

Alles Liebe, deine Tina

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Wenn Hundehalter die Diagnose Arthrose bei ihrem Hund erhalten, sind sie meist unsicher, was in Sachen Bewegung noch gut für ihren Hund ist. Der erste Gedanke ist in der Regel, dass man den Hund nun gänzlich schonen müsse, um ein Fortschreiten der Arthrose zu vermeiden. Dies ist aber so nicht richtig und kann sogar schädlich für deinen Hund sein.

Was passiert, wenn du deinen Hund bei Arthrose und anderen Gelenkerkrankungen komplett schonst

Gelenke brauchen Bewegung, damit die Ernährung des Knorpels gewährleistet ist. Das liegt daran, dass die Nährstoffe mittels einer Pumpbewegung über die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel gelangt. Diese entsteht durch die Bewegung des Gelenks. Bleibt die Bewegung aus, wird der Knorpel nicht mehr ausreichend genährt. In der Folge entsteht weitere Arthrose.

Zudem verändert die Gelenkflüssigkeit ihre Konsistenz und wird zäh, wenn ein Gelenk nicht ausreichend bewegt wird. Auch die Bänder, Sehnen und Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen und die Gelenkbeweglichkeit ist eingeschränkt. Die Muskulatur baut ab, was wiederum eine zusätzliche Belastung für die Gelenke bedeutet. Du siehst, bei kompletter Schonung oder zu wenig Bewegung gerät dein Hund sehr schnell in einen Teufelskreis. Dieser zieht ein Fortschreiten der Arthrose nach sich.

Es ist also klar, dass eine komplette Schonung bei einer Gelenkarthrose nicht das Mittel der Wahl sein kann, um ein Fortschreiten der Arthrose zu verhindern und eine sinnvolle Unterstützung für den Hund zu bieten. Doch was ist der richtige Weg?

In Bewegung bleiben – aber dem Gesundheitszustand angepasst

Angepasste Bewegung ist das Zauberwort. Ich weiß, es ist ein dehnbarer Begriff und wenig greifbar, weil es nicht einfach eine Zahl ist, die man pauschal in den Raum werfen kann. Denn jeder Hund ist unterschiedlich.

Grundsätzlich sollte die tägliche Bewegung deines Hundes seinem Gesundheitszustand angepasst sein. So ist es bei Gelenkerkrankungen sinnvoll, dass dein Hund nicht mehr beispielsweise zweimal täglich lange Spaziergänge macht. Besser ist, über den Tag verteilt mehrere kürzere Spaziergänge zu machen. Das hat den positiven Effekt, dass dein Hund nicht so sehr erschöpft und zugleich die Erholungsphase deutlich verkürzt wird.

So schaffst du es trotz Arthrose, die nötige Bewegung zu gewährleisten. Wie gesagt kann man hier keinen Pauschalwert nennen, wie lang die einzelnen Spaziergänge sein dürfen. Hier muss man sich wirklich herantasten und schauen, was dem Hund gut tut.

„Aber mein Hund läuft doch trotz Arthrose seine große Runde und hat auch Spaß daran!“

Klar, dein Hund hat ja auch kein Vernunftsdenken! Die Aussage, dass Hunde trotz schwerer Gelenkprobleme förmlich bis zum Umfallen laufen und über ihre Grenzen hinausgehen höre ich gar nicht selten. Das liegt ganz einfach daran, dass unsere Hunde kein Vernunftsdenken haben. Dein Hund denkt sich nicht: „Ich sollte jetzt besser nach Hause gehen, sonst tut mir mein Knie morgen wieder weh.“ Oder „Nee, besser spiele ich nicht so wild mit meinem Hundekumpel, sonst kann ich morgen wieder kaum aufstehen.“.

Wir müssen diesen Job für unsere Hunde übernehmen und es ist die Verantwortung von uns als Hundehalter, für unsere Hunde vernünftig zu sein. Das bedeutet nicht, alles zu reglementieren und dem Hund nichts mehr zu gönnen. Ein gesundes Gleichgewicht ist immer wichtig. Dem Hund seine liebsten Aktivitäten gänzlich zu nehmen, um sicherzustellen, dass seiner Gesundheit hinreichend Genüge getan wird, ist auch nicht sinnvoll. Dann haben wir zwar einen Hund, der ganz sicher nichts macht, was ihm schaden könnte, aber wir haben einen auch einen Hund, der womöglich depressiv wird, weil seine Lebensqualität einfach sehr negativ beeinflusst wird.

Es gilt also immer entsprechend abzuwägen.

Reichen Spaziergänge alleine, um das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten?

Die Spaziergänge sind in jedem Fall ein sehr wichtiger Faktor. Zusätzlich ist es hilfreich, deinen Hund gezielt mit verschiedenen Bewegungsübungen zu unterstützen. Das ist wie ein regelmäßiges Gymnastizieren, um die Muskulatur und Beweglichkeit zu erhalten und zu fördern. So wie es auch ein Humanphysiotherapeut empfehlen würde, wenn du Gelenkprobleme hast. Hier kann ich dir übrigens meinen Arthrosfit Selbstlernkurs für Hundehalter ans Herz legen. Dort lernst du gezielt Bewegungsübungen für deinen Hund, die ihn bei Arthrose in Bewegung halten: ARTHROSEFIT BEWEGUNGSTRAINING.

Fazit – Arthrose = Schonen?!

Schonen ist keinesfalls die alleinige Lösung. Es ist wichtig, eine gewisse Bewegung und Beweglichkeit deines Hundes zu erhalten, um damit das Fortschreiten der Gelenkprobleme zu verhindern. Angepasste Spaziergänge – häufiger, dafür kürzer – und zusätzlich gezieltes Bewegungstraining sind optimal, um deinen Hund bei Gelenkproblemen richtig und ausreichend zu bewegen, ohne ihn zu überlasten und ohne die Gelenke durch übermäßiges Schonen „einrosten“ zu lassen.

Alles Liebe, deine Tina!

 

Neurologische Probleme beim Hund – so förderst du die Nervenweiterleitung mit dem Ausstreichen der Zehenzwischenräume

Neurologische Probleme beim Hund – so förderst du die Nervenweiterleitung mit dem Ausstreichen der Zehenzwischenräume

Eine ganze Reihe von Rückenerkrankungen bringen gleichzeitig auch neurologische Probleme mit sich. Häufige Erkrankungen, die eng mit neurologischen Problemen verbunden sind, sind typischerweise Bandscheibenvorfälle, das Cauda Equina Compressions Syndrom, Spondylose oder Rückenmarksinfarkt – um nur einige zu nennen. Eine Erkrankung, die keine neurologische Ursache hat, aber neurologische Symptome nach sich zieht, ist die Degenerative Myelopathie.

So zeigen sich neurologische Probleme beim Hund

Sie zeigen sich häufig durch ganz typische Anzeichen, wie beispielsweise das klassische Pfotenschleifen, aber auch koordinative Probleme. Zudem wird die Muskulatur immer schwächer. Betroffene Hunde stolpern häufiger, stehen nicht mehr wirklich stabil, bei Rüden klappt das Beinchen heben nicht mehr so recht und auch Alltagsbewegungen werden gemieden. Dazu können Dinge wie Treppenlaufen gehören.

Was kann man tun, um die Nervenweiterleitung zu fördern?

Das macht uns als Hundehalter natürlich hilflos. Doch in vielen Fällen gibt es viele Möglichkeiten, die Nervenweiterleitung wieder zu verbessern. Dazu gehören neben dem Bewegungstraining, stimulierenden Massagen, passivem Bewegen auch Maßnahmen, wie das Ausstreichen der Zehenzwischenräume. Das schlage ich Hundehaltern mit Hunden mit neurologischen Problemen gern als Hausaufgabenübung vor, denn es ist sehr einfach, nicht wirklich fehleranfällig und extrem effektiv. Umso mehr wundere ich mich, dass es immer noch so wenige Menschen kennen. neurologische Probleme beim Hund

Reizsetzungen sorgen dafür, dass Nervenimpulse wieder ankommen

Wenn wir die Nervenweiterleitung unserer Hunde fördern wollen, müssen wir natürliche Reize setzen, denn bei neurologischen Problemen, ist die Nervenweiterleitung gestört. Das führt dazu, dass die “Botschaft” nicht mehr bis in die Muskeln und Zehen weitergeleitet wird. In der Konsequenz kommt es dann dazu, dass Hunde an Stabilität verlieren, die Muskulatur abbaut und Bewegungen immer schwerer fallen. In letzter Konsequenz kann es eine Lähmung des Hundes nach sich ziehen. neurologische Probleme beim Hund

Die gute Nachricht: so lange noch eine Tiefensensibilität da ist, haben wir gute Chancen, den Zustand deutlich zu verbessern (das darfst du nun natürlich bitte nicht als „Diagnose“ oder Versprechen werten!). Solange der Hund also noch „Gefühl“ in seinen Pfoten hat – sprich ein wenig der Botschaft, die die Nerven senden, kommen noch in der Peripherie an, können wir dieses auch wieder verstärken. Wir können dies wieder fördern, indem wir am anderen Ende, sprich an den Zehen anfangen zu stimulieren und so dem Gehirn signalisieren, dass da etwas ist. So fördern wir die Weiterleitung und Verbindung.

So geht das Ausstreichen der Zehenzwischenräume:

Du brauchst keine Angst zu haben – es funktioniert ganz einfach. Wenn du meine Artikel schon länger liest, weißt du, dass ich besonders gern Dinge mag, die einfach sind und eine große Wirkung haben. Diese Übung gehört definitiv dazu!

Du gehst dafür einfach mehrmals täglich mit deinen Fingern in die Zehenzwischenräume der Hinterpfoten und massierst sie sanft und streichst sie aus. Zusätzlich kannst du auch leicht an den Häärchen in den Zehenzwischenräumen und den Schwimmhäuten “zubbeln” – natürlich nur sanft. Das stimuliert und fördert sehr effektiv die Nervenweiterleitung. Wenn dein Hund kitzelig ist, dann achte darauf, dass du die Zehen nicht zu „zart“ anfasst.

„Steter Tropfen höhlt den Stein“ neurologische probleme beim Hund

Natürlich wirst du nicht nach einmaligem Ausstreichen der Zehenzwischenräume ein Wunder erleben. Aber wenn du kontinuierlich am besten mehrmals täglich die Zwischenräume der Hundepfoten ausstreichst und massierst, wirst du – vor allem in Kombination mit anderen Maßnahmen – eine deutliche Verbesserung erreichen.

Alles Liebe, deine Tina

Hundemassage leicht gemacht mit dem Massagehandschuh – Anleitung für Hundehalter

Hundemassage leicht gemacht mit dem Massagehandschuh – Anleitung für Hundehalter

Viele Hundehalter interessieren sich sehr für das Thema Hundemassage. Doch nicht immer möchten sie sich an richtige Masssagegriffe heranwagen. Nicht immer hat man die Zeit für eine ausgiebige Massage und auch nicht jeder Hund kann und will lange entspannt liegenbleiben. Es ist einfach auch sehr intensiv – und nicht jeder Hund kann damit gut umgehen.

Tessa gehört auch zu diesen Hunden. Ein bißchen Massage ist schön. Aber alles in Maßen bitte. Ich persönlich halte auch so gar nichts davon, den Hund dann zur Massage „zu nötigen“. Wenn er sich damit nicht wohl fühlt, wird er innerlich in jedem Fall anspannen, was sich auch in muskulären Verspannungen äußert. Dabei wollen wir mit einer Hundemassage doch eine seelische und körperliche Entspannung unseres Hundes erreichen. Das passt für mich dann nicht mehr zusammen.

Da ist die Hundemassage mit einem Massagehandschuh für mich dann eine geniale Alternative

Ich habe für Tessa übrigens richtige Fingerhandschuhe für die Massage, der sogar zwei verschiedene Arten von Noppen hat. Das macht es möglich, viel gezielter und genauer zu massieren und auch an kleinere Bereiche des Körpers gut heran zu kommen. Auch kleine Hunde profitieren davon natürlich sehr. Es verleiht ein wesentlich besseres Gefühl bei der Massage. Der Hund ist gut tastbar und man hat viel Gefühl in der Hand. Das Material des Handschuhs ist angenehm weich und flexibel.

Hierauf solltest du bei deinem Massageutensil achten:

  • Es sollte aus weichem Material sein (Gummistriegel), damit es für deinen Hund auch bei kurzem Fell nicht unangenehm ist.
  • Es sollte nicht unangenehm riechen – die Nase unserer Vierbeiner sind ausgesprochen empfindlich.
  • Die Handschuhe sollten pflegeleicht und schnell zu reinigen sein.
  • Für dich sollte die Passform angenehm sein, damit du ein gutes Griffgefühl hast und sicher in der Behandlung bist.

Toller Nebeneffekt der Hundemassage

Neben Massageeffekt bürsten die Massagehandschuhe eine Menge Fell heraus. Also hat man neben der Massage auch gleich eine tolle und effektive Fellpflege.

Doch wie wirkt die Massage mit einem Massagehandschuhe?

Grundsätzlich wirkt die Massage mit Hilfsmitteln wie eine klassische Massage. Doch die Intensität reicht nicht an eine klassische Massage mit den Händen heran. Die Bereiche, die du massierst, werden erwärmt, die Durchblutung wird gesteigert und du regst das Herz-Kreislaufsystem an. Du linderst Schmerzen und entspannst die Muskulatur deines Hundes. Dein Hund wird wieder beweglicher und agiler. Dies hilft ihm bei Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Hüftdysplasie oder Spondylose. Wenn du die Massage mit den Hilfsmitteln bei Hunden mit neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel einem Bandscheibenvorfall anwendest, unterstützt du damit, dass die behandelten Körperteile bewusster wahrgenommen werden und die Nerven stimuliert werden. Das hilft auch bei der Behandlung von Lähmungen. Aber auch als Wellnessbehandlung, Qualitytime mit deinem Hund und zur Stärkung eurer Bindung ist es eine wunderbare Maßnahme.

Die Massage mit einem Handschuh bietet eine tolle Möglichkeit z.B.:

  • Wenn man mit Massage Schmerzen lindern möchte– aber ohne Griffe zu erlernen.
  • Wenn dein Hund sich bei direkten, intensiven Berührungen durch eine Hand unwohl fühlt

Wann ist die Massage tabu? Hundemassage

  • Entzündungen
  • Trächtigkeit
  • Tumoren
  • Fieber
  • Herzerkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • frische Verletzung
  • Blutungsneigungen

Bei nervösen Hunden ist eine Massage mit einem Handschuh schwierig, da sie stimulierend wirkt. Auch bei histaminempfindlichen Hunden rate ich von der Massage mit Hilfsmitteln ab, da die Histaminausschüttung verstärkt wird.

Wie führst du die Massage und was musst du beachten?

Die Massage sollte mit leichtem Druck durchgeführt werden, da sie so angenehm und entspannend ist. In die Massage kannst du den Rücken, die Schultern und Vorderläufe, Kruppe und Hinterläufe einbeziehen. Streiche immer in einer fließenden Bewegung mit dem Strich. Du kannst auch mit kreisenden Bewegungen massieren. kannst du durchführen. Massiere nicht zu lange und intensiv auf einer Stelle und halte den Druck möglichst immer gleich. Versuche immer im Bereich der Muskulatur zu arbeiten und spare knöcherne Bereiche aus. Auf knöchernen Bereichen zu massieren ist unangenehm bis schmerzhaft.

Auch empfindliche Bereiche des Körpers sparst du bitte aus. Dazu gehören der Kopf, die Geschlechtsteile und die Brustwarzen.

Hundemassage – Videoanleitung (KLICK)

Eine entspannte Atmosphäre ist wichtig Hundemassage

Nehme dir Zeit für die Massage und schaffe eine wohlige Atmosphäre. Eine angenehme Raumtemperatur und angenehmes Licht gehören dazu. Dein Hund sollte bequem liegen, vielleicht auf seiner Lieblingsdecke und auch du solltest bequem sitzen. Schenke deinem Hund deine volle Aufmerksamkeit. Das bedeutet auch, dass Fernseher, Handy etc. tabu sind. die Raumtemperatur und das Licht sollten angenehm sein. Hundemassage

Wie häufig kannst du deinen Hund mit einem Massagehandschuh massieren?

Bei neurologischen Erkrankungen kannst du die betroffenen Gliedmaßen täglich damit massieren. Ansonsten empfehle ich dir, die Massage mit einem Handschuh höchstens alle zwei Tage durchzuführen. Die Behandlung ist sehr intensiv und bei häufigerer Anwendung kann es zu einer Überreizung kommen und für deinen Hund unangenehm werden.

Deinen eigenen Hund massieren – traust du dich nun?

Und – wagst du dich an das Thema Hundemassage jetzt auch heran? Ich hoffe, ich konnte dich für dieses schöne Thema begeistern. Die Massage mit einem Striegel oder einem Massagehandschuh ist auf jeden Fall eine tolle Variante. Falls du dich intensiver mit dem Thema Massage beim Hund beschäftigen möchtest, findest du hier ausführliche Infos zum Thema Massage und Anleitungen zu folgenden Massagegriffen: Hundemassage

Ich wünsche dir und deinem Hund viel Freude mit der Massage! Bei Fragen schreibe mir gerne eine Email oder hinterlasse mir einen Kommentar!

Alles Liebe, Tina

 

2 effektive Übungen, um die Koordination und das Körpergefühl deines Hundes zu stärken

2 effektive Übungen, um die Koordination und das Körpergefühl deines Hundes zu stärken

Viele Hunde haben erstaunlicherweise ein relativ schlechtes Körpergefühl und Körperbewusstsein. Für sie hört ihr Körper hinter dem Rumpf auf. Das führt unweigerlich dazu, dass die Läufe aber auch die Wirbelsäule ungleichmäßig belastet werden. Längerfristig beeinflusst das einen übermäßigen Gelenkverschleiß und somit Arthrose in den Gelenken.

Es ist also durchaus sinnvoll zum einen zu schauen, wie gleichmäßig dein Hund seine Läufe nutzt, wie seine Bewegungsabläufe sind und wie gut seine Koordination ist. Zeigen sich hier Defizite, kann man die Koordination, das Körpergefühl und gleichmäßige Bewegungsabläufe allerdings in jedem Alter und bei jedem Gesundheitszustand mit einfachen Übungen trainieren.

Mit einem guten Körpergefühl ist grundsätzlich das Verletzungsrisiko deines Hundes gemindert und zwar nicht nur im Sport, sondern bei jeder alltäglichen Bewegung. Nachfolgend stelle ich dir in diesem Artikel verschiedene Übungen vor, die du mit deinem Hund auch als Laie selbst durchführen kannst. Hierzu sind kein besonderes Equipment und auch keine Vorkenntnisse deinerseits oder deines Hundes notwendig. Körpergefühl Hund

Mit diesen 2 Übungen förderst du Körpergefühl und Koordination deines Hundes Körpergefühl Hund

1. Auf einer Decke ausbalancieren

Für diese Übung nimmst du dir ein größeres Handtuch oder eine Decke – je nach Größe deines Hundes. Dein Hund soll sich dann etwa mittig auf diese Decke stellen Nun beginnst du leicht und langsam an unterschiedlichen Ecken der Decke oder des Handtuchs leicht zu ziehen. Dein Hund muss so den Belastungsschwerpunkt von einem Lauf auf den anderen geben und sich ausbalancieren. Zusätzlich nimmt er so seinen Körper gesamthaft wahr. Die Übung ist für deinen Hund anstrengender, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Starte mit einer Einheit von 20-30 Sekunden und steigere die Einheiten dann langsam.

Ausbalancieren auf einer Decke

Ausbalancieren auf einer Decke

2. In einem Behältnis wie Karton ausbalancieren Körpergefühl Hund

Hierfür benötigst du je nach Größe deines Hundes einen Karton oder ein anderes passenden Behältnis, in das dein Hund sich theoretisch mit allen vier Läufen hineinstellen kann. Zunächst sollte dieses Behältnis eine recht angenehme Größe habe, so dass dein Hund seine vier Läufe relativ einfach darin positionieren kann. Der Rand sollte leicht zu überwinden sein. Es geht primär um eine optische, räumliche Begrenzung. Der Boden des Behältnis sollte rutschfest sein, oder mit etwas rutschfestem ausgelegt sein. Motiviere deinen Hund dann, mit seinen Pfoten in das Behältnis einzusteigen. Bestätige deinen Hund jedes Mal positiv, wenn er seine Pfoten in das Behältnis setzt. Auch wenn es im ersten Schritt erst einmal eine Pfote ist.

Ziel ist es, dass er nach und nach alle vier Pfoten in das Behältnis setzt und komplett darin steht. Wenn dein Hund es bei dieser Größe des Behältnisses schafft, sollte er die Position für einen kurzen Moment halten (etwa 2-3 Sek.) Nun kannst du im nächsten Schritt zu einem kleineren Behältnis greifen und ihn motivieren, sich dort hineinzustellen. Je kleiner es wird, desto anspruchsvoller ist es für ihn. Je enger die Pfoten unter seinem Körper zusammenrücken, desto intensiver muss er sich ausbalancieren. Auch mit der Dauer, die er die Position hält, kannst du dann entsprechend variieren. Körpergefühl Hund

Das solltest du beim Training beachten

Erarbeite die Übungen immer langsam mit deinem Hund und gebe ihm die Möglichkeit, in seinem Tempo seinem Körper bewusst zu werden. Sei geduldig mit ihm. Beim aktiven Bewegungstraining ist der Weg das Ziel und gibt deinem Hund die Chance, sich mit seinem Körper und den Bewegungen aktiv auseinanderzusetzen. Es ist immer sinnvoll, die Übungseinheiten kurz zu halten und sich nach den körperlichen Voraussetzungen und der Konzentrationsfähig seines Hundes zu richten. Das er Spaß beim Training hat ist unverzichtbar. Achte bitte auch immer auf seine Sicherheit, dass bedeutet vor allem, dass er auf rutschfesten Untergründen steht. Falls du dir nicht sicher bei der Durchführung der Übungen bist, dann schreibe mir gern einfach eine Email und ich helfe dir weiter!

So hast du drei aktive Bewegungsübungen für eine bessere Koordination und Körpergefühl, die du mit deinem Hund sehr leicht und ohne besonderes Equipment Zuhause durchführen kannst.

Alle Liebe, deine Tina

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund wird immer unweigerlich verbunden mit Balancepads und Balanceboards in allen Farben und Größen. Aber warum eigentlich?! Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreibe und meine Gedanken dazu teile. Doch mir rollen sich immer wieder die Zehennägel auf, wenn ich sehe, wie Hunde in Videos mühsam um Haltung kämpfen und alles beim Training haben – aber keinen Spaß und keinen Trainingseffekt. Der Halter ist aber wahnsinnig stolz, wie der Vierbeiner sich da auf dem wackeligen Konstrukt aus 5 verschiedenen Gummipads in bunter Farbvielfalt hält. Ja, das ist jetzt überspitzt dargestellt, aber die (traurige) Realität ist davon oft gar nicht so weit entfernt.

Das hat nichts mit Fitnesstraining oder Balancetraining zu tun

Die unsachgemäße Nutzung von Balancepads, Balanceboards und Wackelbrettern führt nämlich garantiert nicht zum Muskelaufbau und auch nicht zu einem guten Körpergefühl. Du magst mich jetzt für einen bunte-Balancepads-Gegner halten. Und in gewissen Punkten bin ich das auch. Als Hundephysio kann ich dir sagen, dass all diese Trainingsutensilien bei unsachgemäßer Nutzung eher Schaden anrichten als zu nutzen.

Aber ich will nicht weiter schimpfen. Viele Hundehalter möchten ihrem Hund etwas Gutes tun und seine Gesundheit unterstützen. Und das ist ja erst einmal auch sehr gut so. Bei der Recherche stolpert man dann über die nett anzusehenden Fitnessutensilien für den Hund – und schlägt zu.

Aber wie nun einsetzen? Fitnesstraining beim Hund

Erst einmal gar nicht! Stelle sie in die Ecke. Dein Hund braucht sie nämlich zum Einstieg in das Fitness- oder Bewegungstraining nicht.

Du fragst dich warum?

Um dir diese Frage zu beantworten, stellen wir uns vor, wie wir Menschen es handhaben, wenn wir neu in einen Sport einsteigen. Ganz einfach: wenn du mit einem Sport beginnst, dann gehst du ganz strukturiert an das Training heran. Man beginnt mit den Basics. Du erarbeitest dir die Grundlagen der Sportart und schaffst eine gewisse (sportartenbezogene) „Basisfitness“. Die Bewegungen und mögliche Griffe müssen sitzen und du musst dich sicher bewegen, bevor die nächsten Schritte gemacht werden. Das sorgt dafür, dass du mit dem Sport vertraut und auch sukzessive besser wirst. Zudem wird dein Verletzungsrisiko gemindert. Wenn du das nicht machst und zur überambitionierten Fraktion gehörst, die sofort auf einem höheren Level einsteigt, bist du sicher mit dem schmerzhaften Muskelkater am nächsten Tag und Frustration durch fehlenden Trainingserfolg gut vertraut.

Und warum soll dein Hund als Einsteiger im Fitness– und Bewegungstraining sofort seine Übungen auf einem flexiblen Untergrund durchführen?

Richtig, das macht keinen Sinn. Auch im Bewegungstraining beim Hund fängt man – wenn man es fachlich korrekt angeht – erst einmal auf dem ganz normalen Untergrund an. Und zwar mit einfachen Basisübungen. Jede Übung, die du mit deinem Hund machst, sollte er souverän und sicher auf einem stabilen Untergrund durchführen können. Die Bewegungen sollten korrekt sein, damit sich die Bewegungsabläufe auch korrekt im Gehirn abspeichern. Fitnesstraining beim Hund

Dann erst – und wirklich dann erst – kann man beginnen, selbige Übungen auf einem flexiblen Untergrund wie einem Balancepad durchzuführen.

Deshalb solltest du mit deinem Hund erst später auf flexiblen Untergründen trainieren

Der flexible Untergrund hat es in sich. Der Hund ist nicht mehr nur mit der korrekten Durchführung der Bewegung beschäftigt, sondern muss sich auch noch ausbalancieren. Auch der Anspruch an die Muskulatur ist deutlich höher. Er muss viel mehr Muskelkraft aufbringen. Das verlangt körperlich einiges von ihm.

Das passiert bei unsachgemäßer Nutzung von Balancepads & Co.

Wenn du nun mit diesem Wissen hingehen würdest und Übungen, mit denen dein Hund nicht vertraut ist, direkt auf einem flexiblen Untergrund trainieren würdest, ist es klar das folgendes passiert:

  • Bewegungen werden nicht mehr korrekt, bewusst und sauber durchgeführt
  • Dein Hund ist unsicher in den Bewegungen Fitnesstraining beim Hund
  • Seine Muskulatur spannt an – und zwar der ganze Körper – denn er kämpft ja verbissen um „Haltung“. Ein aktives Muskeltraining ist an dieser Stelle NICHT möglich! Oder hast du schon einmal mit verspannter Muskulatur ein effektives Muskelaufbau-Training erreicht?
  • Das Gegenteil passiert: die Muskulatur deines Hundes verspannt. Verspannungen haben Schmerzen und Schonhaltungen zur Folge.
  • In der Summe wirken sich diese Dinge negativ auf sein Körpergefühl aus

Ich bin mir sicher, dass alles das nicht zu den Dingen gehört, die du erreichen möchtest. Daher solltest du deinen eigenen Ehrgeiz außen vorlassen und dich nicht blenden lassen von bunten Gummipads.

So sieht verantwortungsvolles Fitness- und Bewegungstraining beim Hund aus

Verantwortungsvoll betriebenes Fitness- und Bewegungstraining beim Hund sollte immer sinnvoll und planvoll aufgebaut werden. Hierzu geht man vom einfachen zum komplexen – in Sachen Anspruch und in der Bewegung ansich. Überlege dir auch, was dein Trainingsziel für deinen Hund ist. Bei der Auswahl der Übungen ist es auch sinnvoll, sich von einer Fachfrau/ einem Fachmann unter die Arme greifen zu lassen.

Dein Hund sollte Grundbewegungen gut beherrschen, eine gewisse Basisfitness haben und auch am Körpergefühl sollte gearbeitet werden. Dazu braucht es zu Beginn weder komplexe Bewegungen und aufwändige Tricks, noch besonderes Equipment.

Effektive Übungen müssen nicht spektakulär aussehen!

Der Effekt einer Übung macht sich nicht daran fest, wie komplex und aufregend sie aussieht. Schon sehr einfache Übungen haben einen großen und nachhaltigen Trainingseffekt. Als Beispiel führe ich da gern meinen geliebten Steh-Sitz Transfer an. Fast jeder Hund kennt das Signal. Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung. Dein Hund kann sich dann nämlich sehr gut auf die Bewegung an sich konzentrieren. Beim (simplen) Hinsetzen und Aufstehen trainierst du die Beweglichkeit der Hinterläufe deines Hundes – und zwar von der Hüfte, über Knie bis hin zum Sprunggelenk. Zusätzlich aber auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens.

Und das mit einem einfachen Steh Sitz Transfer. Ohne Equipment.

Die Krux an der Sache ist allerdings, dass es für viele Hunde jeden Alters und Fitnesslevel nicht selbstverständlich ist, dass er sich korrekt hinsetzen kann. Wenn du mehr über das korrekte Sitz bei deinem Hund erfahren möchtest, dann ist mein Artikel zum korrekten Sitzen und wie du es trainierst perfekt für dich,

Fazit: Fitnesstraining beim Hund – mit oder ohne Balancepads & Co.

Du siehst also, wo wir beim Fitnesstraining beim Hund ansetzen müssen: bei einfachen Bewegungen, die dein Hund lernt, korrekt durchzuführen. Dann kann man komplexere Bewegungsabläufe ins Training einbauen und sukzessive dem Fitnessstatus entsprechend auch flexible Untergründe mit einbauen.

Ich bin ganz sicher kein Gegner der Balancekissen, -pads & Co. und nutze sie selbst immer wieder im Training. Aber eben erst, wenn der Hund es auch körperlich leisten kann und gewissen Grundbewegungen und eine Basisfitness gegeben sind. Mir liegt es am Herzen, dass sie sinnvoll ins Training eingebaut werden, damit der Nutzen für die Fitness des Hundes tatsächlich gegeben ist. So stellst du sicher, dass du mit Bewegungstraining beim Hund deinem Vierbeiner einen wirklichen gesundheitlichen Nutzen bietest. Fitnesstraining beim hund

Alles Liebe, deine Tina

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Wenn ein Hund unter Arthrose in den Zehen – also unter einer Zehengelenksarthrose –  leidet, wird das meist kleingeredet und verharmlost. Das ist ja nur eine Arthrose im Zeh. Dabei hat eine Arthrose im kleinen Zeh eine große Auswirkung auf das Befinden deines Hundes.

Die Pfoten deines Hundes sind täglich im Einsatz

Dein Hund braucht seine Pfoten. Und zwar täglich. Die Zehengelenke müssen jede Bewegung des Körpers mitmachen. Wenn er unter einer Arthrose in den Zehengelenken leidet, wirkt sich das auf jeden seiner Schritte aus. Und zwar schmerzhaft. Zwar ist ein Zehengelenk nur ein sehr kleines Gelenk im Vergleich z.B. zur Hüfte, doch wenn es schmerzt, wirkt sich das dennoch stark auf die Fortbewegung deines Hundes aus.

Er beginnt zu humpeln, vielleicht dauerhaft, vielleicht auch „nur“ intermittierend, möchte seine Pfote nicht mehr richtig belasten. Das hat Folgen für den gesamten Hundekörper. Die betroffene Pfote wird entlastet, andere Körperbereiche werden dadurch vermehrt belastet. Dies bietet übrigens den perfekten Nährboden, dass durch Überlastung nun auch Arthrose in anderen (Zehen-) Gelenken entsteht. In diesem Artikel findest du übrigens viele allgemeine Informationen zum Krankheitsbild der Arthrose.

Der normale Bewegungsablauf ist gestört und zusätzlich können auch muskuläre Verspannungen auftreten. Das in aller Kürze zusammengefasst.

Die Anatomie der Zehengelenke beim Hund

Schauen wir einmal kurz auf die Pfote deines Hundes. Anatomisch gesehen werden die Zehengelenke gern vernachlässigt und Hüfte, Ellbogen / Co. sind in unserer Wahrnehmung viel präsenter. Die Zehengelenke des Hundes sind die Gelenkverbindungen zwischen den einzelnen Zehengliedern, aber auch der Zehengrundglieder mit den Mittelfußknochen.

Vom Aufbau her unterscheidet man zwischen Zehengrund-, Zehenmittel- und Zehenendgelenken.

Der Aufbau der einzelnen Gelenke entspricht dem eines ganz „normalen“ Gelenks. Das heißt zu den gelenkbildenden Bestandteilen gehören die knöchernen Gelenkpartner, die Gelenkkapsel, Gelenkknorpel, Gelenkflüssigkeit, sowie stabilisierende Bänder. Aber alles in sehr, sehr kleiner Ausführung, wenn man ein Zehengelenk beispielsweise mit dem Kniegelenk vergleicht.

In der Behandlung der Zehengelenksarthrose macht es uns diese Feingliedrigkeit nicht wirklich einfacher. Aber dazu später mehr.

Wie kann eine Arthrose in den Zehengelenken entstehen?

  • Verletzungen
  • Verschleiß aufgrund des Alters
  • Übergewicht
  • Fehlstellungen
  • Übermäßige Belastung

Diese Anzeichen können auf eine Arthrose in den Zehengelenken hindeuten

  • Lahmheit – dauerhaft oder intermittierend
  • Häufiges Belecken der Pfoten und Gelenke, was häufig als Putzen missverstanden wird
  • Immer wieder Hochhalten der Pfote
  • Der Hund läuft „wie auf Eiern“
  • Berührungsempfindlichkeit an den Pfoten
  • Spürbare Erwärmung der Gelenke
  • Schwierigkeiten bei Alltagsbewegungen wie Treppensteigen, ins Auto steigen
  • Weniger Freude bei Spaziergängen
  • Der Hund läuft steifbeinig
  • Spielfreude lässt nach

Dies ist natürlich nur eine Auswahl an Symptome. Wichtig ist, wenn du die Anzeichen bei deinem Hund erkennst, dass du ihn deinem Tierarzt für weitere Untersuchungen vorstellst. Notiere dir am besten vor dem Arztbesuch, was du beobachtet hast. In der Aufregung beim Tierarzt sind oft plötzlich alle Gedanken verschwunden, die man sich vorher dazu gemerkt hat.

So diagnostiziert der Tierarzt die Arthrose in den Zehengelenken

Der Arzt wird die Pfote genau untersuchen und die Beweglichkeit der Gelenke überprüfen. Auch auf mögliche Schmerzanzeichen achtet er dabei. Zudem ist es wichtig zu hören, ob das Gelenk eventuell Krepitationsgeräusche (trockenes, mahlendes Geräusch des Gelenks) durch den Knorpelschaden zeigt. Weiterhin wird er natürlich untersuchen, ob dein Hund eventuell eine andere Verletzung hat, wie durch einen Dorn o.ä.. Mit Hilfe einer Röntgenaufnahme kann durch die Bildgebung die Arthrose im Zehengelenk sichtbar gemacht werden.

Wie behandelt man eine Zehengelenksarthrose beim Hund?

Wie eben bereits angesprochen ist die Behandlung ausgesprochen schwierig. Aber nicht unmöglich. Keinesfalls solltest du mit der Haltung „Es ist ja nur ein Zehengelenk, das macht nichts!“ agieren und es einfach ad acta legen. Wie zu Beginn des Artikels beschrieben hat auch eine „kleine“ Arthrose im Zehengelenk große Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat des Hundes.

Die Behandlungsziele sollten sein:

  • Schmerzlinderung
  • Das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten
  • Die Gelenkbeweglichkeit und Gelenkfunktion erhalten und fördern
  • Eine möglichst normale Belastung der Pfote, damit normale und gesunde Bewegungsabläufe des gesamten Körpers möglich sind.
  • Entzündungshemmung

Behandlungsmöglichkeiten

Aus tierärztlicher Sicht wird meist zu einer konservativen Therapie mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern geraten. Das lindert möglicherweise (aber nicht immer) den Schmerz, aber die Arthrose hat trotzdem weiterhin freie Bahn. Im nächsten Schritt wird die Zehe dann oft amputiert. Doch das hat signifikante Auswirkungen auf die Bewegung des Hundes. Man muss dazu sagen, dass der Hund eine Amputation einer der äußeren Zehen besser kompensieren kann, als wenn es sich um mittlere Zehen handelt, die im Mittelpunkt der Belastung stehen.

Doch auch wenn die Behandlung der Zehengelenksarthrose nicht einfach ist, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten aus dem physiotherapeutischen Bereich, auf die wir zurückgreifen können. Einige davon kannst du auch als Hundehalter Zuhause (nach Absprache mit dem Physio) durchführen.

Meine Empfehlung bei der Behandlung einer Zehengelenksarthrose:

Ich setze beispielsweise gern die Lasertherapie ein, die gute Erleichterung schafft und die Entzündung und Schmerzen lindert, sowie die Beweglichkeit erhöht. Auch das passive Bewegen der Zehengelenke ist sehr hilfreich. Dies kann auch als Hausaufgabenübung durch den Hundehalter durchgeführt werden.

Zusätzlich sind Wickel, wie z.B. Quarkwickel, Beinwell– oder Retterspitzwickel gute Möglichkeiten, die ebenfalls durch den Hundehalter angewandt werden können.

Regelmäßige Bewegungsübungen aus dem aktiven Bewegungstraining helfen deinem Hund, wieder gesunde Bewegungsabläufe zu trainieren. Auch bei einer Zehengelenksarthrose ist im Endeffekt der gesamte Körper beteiligt und sollte auch in der Behandlung berücksichtigt werden.

Zusätzlich kann es deinem Hund helfen, unterwegs einen Pfotenschuh zu tragen. Auch das schützt das Zehengelenk, puffert etwas und dämpft mögliche Schmerzen ab. Achte dabei darauf, dass der Pfotenschuh nicht zu eng, aber bitte auch nicht zu locker sitzt. Zudem sollte er nicht auf die betroffene Zehe drücken. Mittlerweile werden auch Orthesen angeboten, die die betroffene Pfote schützend umgeben und ähnlich wie der Pfotenschuh wirken. Hier solltest du eine Orthese von einem Orthopädietechniker für Hunde anfertigen lassen.

Zusätzlich bieten Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke nähren, eine gute Möglichkeit deinen Hund zu unterstützen. Hier seien als Beispiele Kollagenpeptide, Grünlippmuschelextrakt, Teufelskralle, & Co. genannt.

Was kann und sollte man im Alltag bei einer Zehengelenksarthrose beim Hund beachten?

Bitte vermeide unbedingt, dass dein Hund auf hartem Untergrund läuft. Du wirst feststellen, dass er auf einem Untergrund wie Asphalt deutlich mehr lahmt. Wähle stattdessen nachgiebige Untergründe wie beispielsweise Waldboden. Der ist gelenkschonender und dämpft deutlich ab. Für einen Hund mit Arthrose in den Zehen ist das eine riesige Erleichterung.
Passe zudem die Spaziergänge dem Befinden und der Erkrankung deines Hundes an. Die Spaziergänge sollten so gestaltet sein, dass du kürzere Runden läufst und dafür häufiger. Das ist besser, als zwei große Spaziergänge am Tag zu machen.

Du siehst, es gibt bei einer Arthrose im Zehengelenk beim Hund viele Möglichkeiten ihn zu unterstützen. In jedem Fall sollte die Gelenkerkrankung ernst genommen werden und nicht aufgrund der geringen Gelenksgröße verharmlost werden.

Du hast noch Fragen zum Thema? Schreibe mir gern eine Email an tina@doggy-fitness oder hinterlasse mir einen Kommentar!

Alles Liebe,

Tina

Gelenkschmerzen beim Hund – wenn jeder Schritt unangenehm ist

Gelenkschmerzen beim Hund – wenn jeder Schritt unangenehm ist

Gelenkschmerzen beim Hund ist ein Thema, dass immer mehr an Wahrnehmung und Bedeutung gewinnt. Das war jedoch nicht immer so. Wenn man bedenkt, dass man bis in die 1980er Jahre davon ausgegangen ist, dass Hunde keinen oder sehr begrenzt überhaupt Schmerzen empfinden, kann man sich vorstellen, dass es lange dauerte, bis in den Köpfen der Menschen ein Umdenken stattgefunden hat.

Was passiert, wenn ein Gelenk schmerzt und nicht funktioniert

Dabei kennen wir Menschen es doch selbst: wenn das Knie schmerzt, dann vermeiden wir Bewegungen und Belastungen. Zusätzlich führt es zu einer Unsicherheit und fehlendem Vertrauen in das betroffene Gelenk. Ich selbst kann davon ein Lied singen. Ich bin mit hypermobilen Kniescheiben gesegnet und kann dir sagen: eine Patellaluxation ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Aber nicht nur das. Jahrelang wäre ich niemals eine Treppe herunter gegangen, ohne mich am Geländer festzuhalten. Jeden Schritt habe ich mit äußerstem Bedacht gemacht. Einfach weil ich meinen Kniegelenken nicht vertraut habe.

Wie geht es unseren Hunden in dieser Situation

Wenn ein Hund Gelenkschmerzen hat und unter einer Erkrankung des Bewegungsapparates leidet, verändert das ebenfalls das Vertrauen in den Körper und beeinflusst das Körpergefühl signifikant. Grundsätzlich geht es unseren Hunden in einer solchen Situation nicht anders, als uns Menschen. Beim Vierbeiner mag es so sein, dass er durch externe Reize eher dazu tendiert, sein Handicap mal zu vergessen. Da setzt bei uns Menschen das Vernunftsdenken ein, das unseren Hunden fehlt.

Wie empfinden Hunde Schmerz?

Das Schmerzempfinden unserer Hunde ist so individuell wie die Hunde selbst. Charakter und Konstitution haben großen Einfluss darauf, wie stark oder schwach ein Schmerz empfunden wird und wie hoch die jeweilige Schmerztoleranz ist.

Gelenkschmerzen beim Hund und Auffälligkeiten in der Bewegung werden oft übersehen

Ein großes Problem ist, dass wir Menschen ganz klar artikulieren können, wenn uns etwas weh tut oder wir eine Schwäche im Gelenk spüren und das unsere Bewegung beeinflusst. Das kann unser Hund natürlich nicht so. Deshalb ist es immer noch in vielen Fällen so, dass Hunde Auffälligkeiten im Bewegungsablauf zeigen oder auch ganz klare Schmerzsymptome, die aber nicht erkannt werden. Häufig entgegen Hundehalter darauf angesprochen: „Der ist schon immer so gelaufen, das macht der so!“ oder „Er ist jetzt halt schon älter und deshalb läuft der so!“.

Dadurch das viele pathologischen Veränderungen in den Bewegungsabläufen schleichend vonstatten gehen, kommt es uns tatsächlich häufig so vor, als würde der Hund schon immer so laufen. Daher ist es sehr wichtig, dass wir als Hundehalter sensibilisiert sind, wie unsere Hunde uns zeigen, wenn sie unter Schmerzen leiden. Genauso wichtig ist es aber auch, dass wir in der Lage sind einige wichtige Auffälligkeiten im Bewegungsablauf unserer Hunde zu erkennen.

Was passiert, wenn ein Hund einen Gelenkschmerz hat?

Da wir nun wissen, dass er Schmerzen empfindet, wie wir Menschen, handelt er auch ähnlich: er schont das betroffene Gelenk. Er versucht Bewegungen nur so weit auszuführen, wie es für ihn erträglich ist. Um zu kompensieren, belastet er in der Folge andere Körperteile mehr.

Das hat natürlich Folgen. Weniger Belastung und Bewegung bedeuten einen Verlust der Muskulatur und schlechterer Ernährung des Gelenks und des Gelenkknorpels. Arthrose ist vorprogrammiert. Auch die anderen Gelenke, die nun überlastet werden, sind schnell gefährdet, eine Arthrose zu entwickeln. Zusätzlich kommt es zu Verspannungen in der Muskulatur. Der Hund befindet sich in einem Teufelskreis.

Gelenkschmerzen beim Hund haben Auswirkungen auf seine Lebensqualität

Schmerzen zu haben, beeinflusst die Lebensqualität und der Schmerz selbst wird zum Krankheitsbild. Hunde bewegen sich nicht mehr gern, werden unleidlich, ziehen sich zurück, sind schlecht gelaunt und reagieren bei sozialen Kontakten schneller gereizt. Und obwohl es den Menschen bekannt ist, dass Hunde Schmerz spüren, fehlt es in vielen Fällen zum einen daran, klar zu erkennen, dass der Hund Schmerzen hat, aber auch in der Konsequenz an einem adäquaten Schmerzmanagement.

Warum ist es wichtig, dass man etwas gegen die Schmerzen tut?

Wenn wir erkennen, dass unser Hund Gelenkprobleme hat und Anzeichen für Schmerzen zeigt, sollten wir frühzeitig handeln, damit der Hund gar nicht erst in den Teufelskreis aus Schmerz und potenzieller Arthrose kommt. Ein frühzeitiges Schmerzmanagement ist in jedem Fall angebracht. Das bedeutet nicht, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Aber es bedeutet, dass es in unserer Verantwortung als Hundehalter liegt, dass wir die Anzeichen für Schmerzen beim Hund kennen und frühzeitig ernstnehmen und entsprechend – dem Schmerzgeschehen angemessen – handeln und behandeln lassen.

Muss es immer gleich Schmerzmittel sein?

Nicht zwangsläufig. Aber ein Hund sollte definitiv auch keine Schmerzen haben. Manchmal reicht schon eine Gabe von Medikamenten für wenige Tage oder im akuten Fall. Auch mit Maßnahmen wie Physiotherapie, Nahrungsergänzung, Bewegungstraining etc. kann ein erfolgreiches Schmerzmanagement gestaltet werden. Die Mittel der Wahl sind dabei immer individuell abhängig vom betroffenen Hund und sollte abgestimmt werden mit dem behandelnden Tierarzt oder/ Physiotherapeuten.

Typische Symptome eines Bewegungsschmerzes

Zwar ist die Wahrnehmung des Schmerzes immer individuell, doch gibt es diverse typische Anzeichen für Gelenkschmerzen beim Hund. In der Folge findest du eine kleine Auswahl an sehr häufigen Anzeichen für Schmerzen. Die Anzeichen des Hundes, die auf einen Gelenkschmerz hindeuten, sind sehr vielfältig und können in den unterschiedlichsten Kombinationen auftreten.

  • Dauerhafte oder intermittierende Lahmheit
  • Vermehrtes Ruhe- und Schlafbedürfnis
  • Weniger Freude an Bewegung – der Hund geht ungern spazieren
  • Der Gang des Hundes ist steifbeinig oder staksig
  • Alltägliche Bewegungen werden vermieden oder fallen schwer
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen und Hinlegen
  • Lautäußerungen wie Schmatzen oder Seufzen
  • Es fällt dem Hund schwer eine Ruheposition zu finden und er zeigt Rastlosigkeit.
  • Knabbern an den Gelenken
  • Verlust der Muskulatur
  • Warme Stellen an Gelenken oder am Rücken
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Muskuläre Verspannungen
  • Veränderungen am Fell des Hundes: es ist struppig, schuppig, fettig oder riecht
  • Ein veränderter Gesichtsausdruck, er hat Ränder oder Vertiefungen unter den Augen
  • Vermehrtes Hecheln, Schmatzen oder Gähnen
  • Verändertes Sozialverhalten – z.B. Angst, Aggression oder Unsicherheit

Wenn du noch mehr Anzeichen für einen Gelenkschmerz beim Hund und auch die Symptome für akuten Schmerz kennenlernen möchtest, dann ist der Artikel 21 Anzeichen für Schmerzen beim Hund perfekt für dich!

Wenn dein Hund eines oder mehrere dieser Symptome zeigt, nehme sie bitte ernst und stelle deinen Hund dem Tierarzt vor, denn dein Hund simuliert niemals. Eher würde der Vierbeiner versuchen, einen Schmerz zu verbergen, da es sich um ein Zeichen von Schwäche handelt.

Im Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ gehen wir noch einmal intensiv auf das Thema Gelenkschmerzen beim Hund ein, aber auch auf typische Auffälligkeiten in der Bewegung, die auf verschiedene Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie, Patellaluxation o.ä. hindeuten können. Hier kannst du dabei sein: Zum Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ anmelden. Übrigens mit dem Rabattcode: WEBINAR-FJI erhältst du 10% Rabatt!

Du hast noch Fragen zum Thema oder zum Webinar? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar oder schreibe mir eine Email an: tina@doggy-fitness.de .

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

ShareNein, es geht hier nicht um Gehorsamstraining. Das Sitzen ist genau wie das Stehen eine normale Grundhaltung unserer Hunde. Doch wenn man sich umschaut sieht man, dass es vielen Hunden ausgesprochen schwer fällt, sich normal hinzusetzen, oder sauber zu stehen. Hund Sitz

Wir Menschen sind nicht besser Hund Sitz

Du kennst vielleicht auch diesen nervigen Satz deiner Eltern „Setz dich gerade hin, du sitzt schon wieder so krumm!“. Was uns als Kinder und Jugendliche so unsäglich genervt hat, war durchaus sinnvoll. Immer krumm zu sitzen manifestiert sich nämlich irgendwann in unseren Bewegungen. Und zwar als korrekt! Dabei ist es definitiv eine Fehlhaltung, mit einem krummen Rücken dazusitzen. Dauerhaft kann sie Gelenk- und Bandscheibenschädigungen nach sich ziehen. Auch die Muskulatur „passt“ sich dieser ständigen Haltung an. Doch zurück zum Hund.

Auch unsere Hunde sitzen „krumm“

Sicher hast du selbst schon Hunde gesehen, die wenn sie sich hinsetzen mit dem Po sofort auf die Seite rutschen. Auch ein sehr krummer Rücken oder abgewinkelte Hinterläufe sind keine Seltenheit. Das ist übrigens nicht niedlich oder ein Zeichen für Entspannung. Es ist eine Fehlhaltung. Hund Sitz

Diese Fehlhaltung hat auch Einfluss darauf, wie sich dein Hund bewegt

Wenn dein Hund nun aus dem Sitz, das er ganz bequem auf der einen Pobacke eingenommen hat, wieder aufstehen möchte, kann man sich vorstellen, dass dies nicht so passieren kann, wie der Körper das als gesunden Bewegungsablauf vorgesehen hat. Statt sich aus den Hinterläufen hochzustemmen und dafür die Muskulatur des unteren Rückens und der Hinterläufe zu nehmen, zieht der Hund sich über die Vorderläufe und seinen Schultergürtel nach oben.

Falsches Sitzen bleibt nicht folgenlos und  schädigt den Hundekörper Hund Sitz

Das wiederum hat eine Überlastung der Muskulatur der Vorderläufe und in der Folge Verspannungen, Blockaden und möglicherweise auch Überlastungsschäden am Gelenkknorpel der Vorderläufe zur Folge. Die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens werden schwächer. Auch in der Fortbewegung wird dein Hund mehr und mehr auf seine Vorderläufe setzen und die Hinterläufe laufen halt so mit. Hund Sitz

Steh Sitz Transfer als effektive Übung im Fitness- und Bewegungstraining für Hunde

Daher ist es wichtig, dass du mit deinem Hund Sitz nicht einfach nur als Kommando trainierst. Achte auch darauf, wie er sich hinsetzt und fördere gezielt ein sauberes Hinsetzen und Aufstehen. Hund Sitz

In meinen Online Kursen ist das Steh Sitz Training fester Bestandteil der Übungen. Für die meisten Hundehalter klingt die Übung langweilig, denn „Sitzen“ kann der Hund ja. Doch ein großer Teil der Hunde sitzt eben nicht sauber und normal und mit Hilfe der Übung kann man ihn dazu animieren, ganz bewusst an seiner „Haltung“ zu arbeiten. Übrigens stärkt so ein simpler Steh Sitz Transfer auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens. Auch die Gelenkbeweglichkeit der kompletten Hinterläufe wird gefördert. Eine tolle Allroundübung, die man mit wenig Aufwand in den Alltag integrieren kann.

Wenn du Auffälligkeiten deines Hundes im Sitzen beobachtest, wie beispielsweise ein Abwinkeln des Hinterlaufes o.ä. macht es immer auch Sinn, einen Blick vom Tierarzt darauf werfen lassen. Möglicherweise wählt dein Hund diese Position als Schonhaltung aufgrund von Rücken-, Knie-, oder Hüftproblemen.

Tessa wird älter – und es ist ihr egal! – Alterungsprozess beim Hund

Tessa wird älter – und es ist ihr egal! – Alterungsprozess beim Hund

Was Tessas Alterungsprozess für sie & mich verändert alter Hund

Ich habe auf diesem Blog schon einige fachliche Artikel zum Thema alter Hund bzw. dem Alterungsprozess beim Hund geschrieben. Ganz einfach, weil es mir wichtig ist, dass Hundehalter wissen, was in dieser Lebensphase im Körper des Hundes passiert. Es sind nämlich nicht nur die äußerlichen Veränderungen, wie eine graue Schnauze, trübe Augen oder eine eingefallene Muskulatur. Auch im Körper gehen viele Prozesse von statten oder verändern sich. alter Hund

Die fachliche Seite ist das Eine – aber was macht das älter werden des Hundes mit mir? Alterungsprozess beim Hund

Neben all den Tipps, wie man mit dem älter werden des Hundes praktisch umgeht, stelle ich allerdings auch fest, dass es bei mir viel verändert, zu wissen das Tessa älter wird. Tessa ist 2010 geboren. Statistisch gesehen ist sie nun schon ein älterer Hund. In diesem Jahr wird sie 10 Jahre alt. Wenn ich sehe, wie sie im Garten wilde Haken schlagend mit dem Nachbarsdackel rennt, kann man sich das kaum vorstellen. Wenn er irgendwann vor Frust kläfft, weil sie ihm einfach immer wieder die lange Nase zeigt und ihn locker abhängt – obwohl er für einen Dackel rasend schnell ist – ja, da geht mir das Herz auf. Alterungsprozess beim Hund

Das Älterwerden meines Hundes macht mir Angst alter Hund

Ja, jetzt weißt du es: ich habe Angst. Vor dem Alter. Und zwar nicht vor meinem Alter, sondern vor dem meines Hundemädchens. Auch wenn ich als Hundephysio einiges an Hintergrundwissen habe und auch „wissenschaftlich“ an den Alterungsprozess meines Hundes herangehen könnte, macht er mir manchmal Angst. Nicht weil ich denke, dass ich nicht mehr so viel Freude an und mit Tessa hätte, wenn sie mal nicht mehr wilde Haken schlagen kann und alles etwas langsamer geht. Alterungsprozess beim Hund

Aber ich sehe, dass unsere Zeit endlich ist. Wenn der Hund jünger ist, ist einem das oft gar nicht so bewusst. Man hat das Gefühl, man hat noch eine Ewigkeit vor sich. Und dann plötzlich wird der Hund schon 10 Jahre alt. Ganz oft schaue ich ihr in ihr kleines Gesicht und versuche mich zu erinnern, ob früher die kleinen, braunen Sommersprossen mehr waren.

Das verändert sich in meinem Denken und Handeln Alterungsprozess beim hund

Für mich persönlich ist insbesondere im letzten Jahr das Thema Achtsamkeit in den Vordergrund gerückt. Ich weiß, es ist klingt schon etwas ausgelutscht. Überall wird von Achtsamkeit gesprochen. Aber für mich ist es in der Tat ein Thema. Auf unseren Spaziergängen versuche ich ganz bei Tessa zu sein. Ganz oft lasse ich das Handy zu Hause. Aber auch, wenn sie sich Zuhause zu mir kuschelt, dann halte ich ganz oft inne und versuche den Moment ganz bewusst zu genießen.

Gleichzeitig versuche ich keine Panik zu bekommen oder zu rechnen, wie viel Zeit uns noch bleiben könnte. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir diese Gedanken manchmal kommen. Ja, manchmal habe ich diese Panik und ich glaube, sie ist menschlich.

Tessa lebt im Hier und Jetzt

Tessa hält es vermutlich wie alle anderen Hunde: sie lebt ganz im Hier und Jetzt. Sie schaut nicht zurück auf die Vergangenheit, sie überlegt auch nicht, was Morgen sein könnte. Sie genießt den Moment, jedes Leckerli, dass sie bekommt, jede Streicheleinheit – jeden verschwörerischen Blick zwischen uns. Und sie spürt, wenn ich zu 100% bei ihr bin und sie meine ungeteilte Aufmerksamkeit hat. Alterungsprozess beim Hund

Genauso wie sie spürt, wenn ich gestresst bin oder mich geärgert habe. In diesem Sinne steht für mich in diesem Jahr ganz oben auf dem Zettel, mich nicht mehr so leicht zu ärgern, es langsam angehen zu lassen und keine Zeit sinnlos zu vertun.

Wie kann man als Hundehalter mit dem Altern des Vierbeiners umgehen?

Ich glaube, dass es kein Patentrezept gibt. Jeder Hundehalter muss für sich seinen individuellen Weg finden. Was ich allerdings jedem raten kann ist, im Moment zu leben. Ich glaube, dass es gut ist, sich damit auseinanderzusetzen, dass unsere Hunde älter werden und unsere gemeinsame Zeit endlich ist. Das hilft dabei, gemeinsame Zeit bewusst zu erleben.

Wie geht es dir damit, dass dein Hund älter wird? Welche Gedanken gehen dir dazu durch den Kopf? Hinterlasse mir dein Feedback sehr gern in den Kommentaren! Alterungsprozess beim Hund 

Alles Liebe, Tina

PS: Dich interessiert, das Thema „Älterer Hund“? – Dann empfehle ich dir mein Webinar zu dem Thema:

Wir können es nicht verhindern – unsere Hunde werden älter und bauen körperlich ab. Oft macht uns diese Tatsache hilflos. Denn was passiert eigentlich im Hundekörper, wenn Hunde altern? Wie können wir unsere Vierbeiner unterstützen, mobil halten und den Alterungsprozess sogar verzögern?! Und was kann ich meinem Hund noch zumuten, was macht älteren Hunden Spaß und wie gehe ich mit dem Älterwerden meines Vierbeiners um?

Ich vermittele dir einen Einblick in den biologischen Prozess des Älterwerdens und verschafft ein gutes Verständnis. Gleichzeitig gebe ich dir Maßnahmen an die Hand, wie du den eigenen Hund im Prozess des Älterwerdens aktiv unterstützen und begleiten kannst- inkl. Eines kleinen Workouts für deinen Seniorhund.

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Gleitwirbel beim Hund  – die Spondylosisthesis – alle Fakten zur Erkrankung

Gleitwirbel beim Hund – die Spondylosisthesis – alle Fakten zur Erkrankung

Ein Gleitwirbel beim Hund ist ein unnatürlich beweglicher Rückenwirbel, der seine normale Position innerhalb der Wirbelsäule verlässt und dadurch Beschwerden verursacht. Man kann sich vorstellen, dass dies bei einem komplexen Konstrukt wie der Wirbelsäule, die bestimmte Bewegungen von Natur aus zulässt, aber an anderer Stelle auch wieder Beweglichkeit begrenzt, große Auswirkungen hat. Zumal die Wirbelsäule umgeben ist von Nerven, Muskeln, Sehnen und Bändern. Diese unnatürliche Beweglichkeit hat also unmittelbare Auswirkungen auf die Strukturen, die die Wirbelsäule umgeben.

Bei einem Gleitwirbel handelt es sich also um eine Instabilität der Wirbelsäule, bei der sich zwei Wirbel gegeneinander verschieben. In der Regel verschiebt sich der gesamte Wirbel, also auch der Wirbelbogen mit seinen Querfortsätzen und die oberen Gelenkfortsätze. Da in diesen Bereichen auch Nerven verlaufen, führt dies fast unweigerlich dazu, dass Nerven eingeklemmt werden. Das wiederum bedeutet, dass die Nerven geschädigt werden und im schlimmsten Fall in ihrer Funktion eingeschränkt sind oder ausfallen.

Die Ursachen eines Gleitwirbels

Es gibt unterschiedliche Ursachen für einen Gleitwirbel. Häufig handelt es sich um eine angeborene Verformung der Wirbelsäule. Es kann aber auch eine nicht angeborene Veränderung der Wirbelsäule vorliegen. Dazu gehören beispielsweise Verschleißerscheinungen der Wirbelgelenke (Facettenarthrose), Knochenabbau oder aber vorangegangene Brüche. Verschleißerscheinungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettenarthrose) sind allerdings die häufigste Ursache.

Symptome – diese Probleme verursacht ein Gleitwirbel beim Hund

Ein Gleitwirbel verursacht vor allen Dingen Schmerzen. Durch die Reizung und auch das Ein- bzw. Abklemmen der Nerven kommt es auch zu neurologischen Problemen. Je nach Position des Gleitwirbels können das beispielsweise Lähmungserscheinungen der Hinterläufe, aber auch aller vier Läufe sein, Koordinationsstörungen oder Pfotenschleifen  sein. Auch die Blasen- und Darmfunktion kann gestört sein. In der Folge wird auch die Muskulatur schwächer.

Durch die unphysiologische Beweglichkeit der Wirbel kommt es auch zu einem übermäßigen Verschleiß der Bandscheiben. Bandscheibenvorfälle können somit eine Folge sein. Auch kann es durch die Reizung zu einem übermäßigen Verschleiß der Wirbelgelenke kommen und infolge dessen zu Spondylarthrose.

Diagnose der Spondylosisthesis

Um den Gleitwirbel von anderen Erkrankungen abzugrenzen, die ähnliche Beschwerden und Symptome verursachen, wird zunächst ein neurologisch-orthopädischer Untersuchungsgang und eine gründliche Anamnese durchgeführt. Bildgebende Verfahren wie ein MRT geben hier besonders gut Aufschluss darüber, oder der Hund unter einem Gleitwirbel oder einer anderen Erkrankung der Wirbelsäule leidet.

Differenzialdiagnose – welche anderen Erkrankungen müssen ausgeschlossen werden?

In jedem Fall müssen andere Wirbelsäulenerkrankungen wie beispielsweise Spondylose, ein Bandscheibenvorfall, das Wobbler Syndrom oder das Cauda Equina Compressions Syndrom ausgeschlossen werden.

Behandlung eines Gleitwirbels

Die Art der Behandlung hängt vor allem immer von der Ausprägung des Gleitwirbels und den Beschwerden des Patienten ab. Immer jedoch empfehle ich unbedingt eine Stärkung der Rückenmuskulatur, um die Wirbelsäule zu entlasten und zu stabilisieren. So kann eine weitere Schädigung der umliegenden Strukturen vermieden werden und auch Schmerzen genommen werden.  Zusätzlich empfiehlt sich bei der konservativen Behandlung eine Gabe entzündungshemmender und schmerzlindernde Medikamente. Auch Nahrungsergänzungsmittel können hier gute Dienste leisten. Zusätzlich kann eine Neuraltherapie für Schmerzlinderung sorgen.

Auch eine operative Stabilisierung des Gleitwirbels ist möglich. Hier findet die minimalinvasive Vertebralverblockung Anwendung. In jedem Fall sollte ein betroffener Hund durch Hundephysiotherapie begleitet werden.

Therapieziele der Physiotherapie

An erster Stelle steht hier immer ein gutes Schmerzmanagement. Das bedeutet, Schmerzen sollten so weit wie möglich gelindert werden und kontrolliert werden. Bei der Behandlung eines Patienten mit einem Gleitwirbel steht auch die Stärkung der Rückenmuskulatur ganz klar im Vordergrund, um der Wirbelsäule Stabilität zu geben und weiterer Schädigung der Nerven und umliegenden Strukturen vorzubeugen. Auch eine Verbesserung und Stärkung der Nervenfunktion durch gezieltes Training, ist immer Bestandteil der Behandlung. Gleitwirbel beim Hund

Sehr wichtig ist hier auch, dass der Hundehalter entsprechende Übungen zur Stärkung der Muskulatur, der Koordination und zum Erhalt der Beweglichkeit an die Hand bekommt, die er regelmäßig zwischen den physiotherapeutischen Sitzungen mit seinem Hund durchführt.

Verhaltenstipps im Alltag bei einem Gleitwirbel beim Hund

Ich empfehle dir, darauf zu achten, dass du in Hundebegegnungen unbedingt das Aufreiten anderer Hunde vermeidest. Auch wildes Spiel, Rempler etc. sollten in jedem Fall vermieden werden. Auch das Tätscheln des Hundes auf dem Rücken ist unbedingt zu vermeiden, da es sehr unangenehm ist.

Passe die Belastung deines Hundes immer seinem Krankheitszustand an. Das kann auch von Tag zu Tag unterschiedlich sein. Es ist besser, lieber mehrere kurze Spaziergänge zu machen, als zwei oder drei lange Gassirunden. Sprünge in das Auto oder heraus solltest du ebenfalls vermeiden, da sie eine große Belastung für die Wirbelsäule sind. Hier kannst du sehr gut eine Rampe fürs Auto nutzen. Liegt dein Hund gern auf dem Sofa oder im Bett? Dann gibt es tolle Hundetreppen, mit denen er Sofa und Bett leicht erreicht.

In Sachen Schlaf solltest du darauf achten, dass die Wirbelsäule möglichst druckentlastend gelagert ist. Wenn wir bedenken, dass unsere Hunde 17-20 Stunden schlafen und Ruhen, ist das ein besonders wichtiger Punkt. Hier lege ich dir unbedingt ein orthopädisches Hundebett ans Herz. Sportarten wie Agility sind absolut tabu. Enge Wendungen, kurze Stopps etc. sind Gift für die Wirbelsäule. Wenn dein Hund übergewichtig ist, dann ist eine Gewichtsreduktion unerlässlich, um seine Wirbelsäule nicht noch mehr zu belasten. Bei schlechtem Wetter macht es Sinn den Rücken deines Hundes mit einem Hundemantel warm zu halten.

Du siehst, es gibt eine Menge Möglichkeiten, deinen Hund im Alltag zu unterstützen und ihm mit einfachen Mitteln Erleichterung zu verschaffen. Dein Hund kann mit einem Gleitwirbel gut leben. Allerdings muss die Erkrankung entsprechend behandelt und begleitet werden und im alltäglichen Leben verschaffen schon einfach umzusetzende Tipps eine enorme Erleichterung für deinen Hund.