Dein Hund verliert Muskulatur? – das sind mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Dein Hund verliert Muskulatur? – das sind mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Vielleicht hast du es bei deinem eigenen Hund bereits festgestellt oder aber bei anderen Hunden gesehen: Der Hund ist in einem oder mehreren Körperbereichen schlecht bemuskelt. In der hundephysiotherapeutischen Praxis ist es quasi „daily Business“, dass Hunde mit einer schlechten Bemuskelung vorgestellt werden. Doch nicht immer ist eine schwache oder ungleichmäßige Muskulatur auf den ersten Blick sichtbar. Zu Beginn ist sie meist erst einmal tastbar. Hund verliert Muskulatur

Läßt sich eine Muskelatrophie beim Hund genau definieren?

Ich rate immer dazu, sich bei dem Verdacht, dass die Muskulatur des Hundes ungleichmäßig sein könnte, nicht aufs Augenmaß zu verlassen. Licht ins Dunkle läßt sich ganz einfach bringen, indem man den Muskelumfang misst. Dies ist auch etwas, was ich im Training kontinuierlich beizubehalten, um im Umkehrschluss den Muskelaufbau zu dokumentieren und auf valide Daten zurückgreifen zu können.

Doch wie kommt es zu einer sogenannten Muskelatrophie? Hund verliert Muskulatur

Der Verlust von Muskulatur kann unterschiedliche Ursachen haben. Man unterscheidet zwischen einer Inaktivitätsatrophie und neurogene Muskelatrophie. Hund verliert Muskulatur

Bei einer Inaktivitätsatrophie entsteht der Verlust der Muskulatur durch eine verringerte oder nicht-Benutzung der Muskulatur. Die Muskulatur wird im betroffenen Körperbereich nicht mehr oder weniger bewegt. In der Folge verringert sich der Durchmesser der Muskelfasern. Diese Art von Atrophie tritt auf durch Schonhaltungen oder Ruhigstellung z.B. nach einer Operation.

Die neurogene Muskelatrophie entsteht dadurch, dass die Nervenweiterleitung nicht mehr korrekt funktioniert. Der Nervenreiz auf die Muskelfasern ist teils oder komplett unterbrochen. Dies ist typischerweise bei neurologischen Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen der Fall. Auch durch eine Spondylose z.B. kann es zu einer Kompression der Nerven kommen.

Was beide Typen eint ist, dass der Verlust der Muskulatur möglichst schnell gebremst werden sollte. Denn Muskulatur baut sich zwar sehr schnell ab, doch der Aufbau dauert umso länger. Zudem bedeutet eine geschwächte Muskulatur auch immer eine erhöhte Belastung für die Gelenke und in der Folge die Gefahr von z.B. Arthrose. Weiterhin kommt es zur Verkürzung der Muskulatur und zu einem Verlust der Funktion. Hund verliert Muskulatur

Wie behandelt man eine schwache Muskulatur beim Hund?

Optisch gibt es bei beiden Arten der Muskelatrophie keinen sichtbaren Unterschied. Doch die Herangehensweise in der der physiotherapeutischen Behandlung und demzufolge im Muskelaufbau sind in gewissen Punkten unterschiedlich. In der konkreten Behandlung ist das Vorgehen immer abhängig vom jeweiligen Patienten.

Behandlung einer Inaktivitätsatrophie Hund verliert Muskulatur

Doch allgemein und vereinfacht dargestellt, geht es beim Aufbau der Muskulatur verursacht durch eine Inaktivitätsatrophie z.B. nach einer Kreuzbandoperation zum einen darum, dass man das Vertrauen in den betroffenen Lauf stärkt. Die Nervenfunktion ist hier in der Regel nicht gestört. Über sanfte Bewegungsanbahnungen, z.B. passives Bewegen und aktive Bewegungsübungen, Training im Unterwasserlaufband etc. wird die Muskulatur sukzessive wieder gestärkt.

Behandlung einer neurogenen Muskelatrophie

Bei einer neurogenen Muskelatrophie ist es zusätzlich unverzichtbar, einen großen Fokus auf die Nervenfunktion zu setzen. Ohne funktionierende Nerven, ist bei dieser Art des Muskelverlustes kein Muskelaufbau möglich.

Hier werden also verschiedene physiotherapeutische Maßnahmen genutzt, um die Nervenfunktion zu stärken (ggfs. ist zuvor je nach Ursache und Krankheitsbild auch eine chirurgische Dekompression notwendig). Diese Maßnahmen können Stimulanz der Nervenfunktion z.B. durch Elektrotherapie, Lasertherapie, Bewegungsanbahnungen wie passives Bewegen, Ausstreichen der Zehenzwischenräume, Reizsetzungen z.B. mit dem Eislolly in den Zehenzwischenräumen etc. sein. Zusätzlich wird im Therapieverlauf die Muskulatur z.B. durch aktives Bewegungstraining und/oder Training im Unterwasserlaufband gestärkt. Hund verliert Muskulatur

Du siehst, eine geschwächte und ungleichmäßige Muskulatur beim Hund kann unterschiedliche Ursachen haben und so sollte auch die Behandlung entsprechend angepasst erfolgen. Daher ist es unverzichtbar, dass wenn du deinen Hund selbst aktiv z.B. mit Bewegungstraining unterstützen möchtest, du dies mit einem gut strukturierten Training tust, das „Hand und Fuß“ hat und nicht einfach mit ein paar Übungen, die man im Internet gefunden hat, drauflostrainiert.

Hat dein Hund schon einmal unter einer schwachen Muskulatur gelitten? Was war die Ursachen und was hast du dagegen getan? Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren mit mir! Hund verliert Muskulatur

Alles Liebe, deine Tina

Osteomyelitis beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung

Osteomyelitis beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung

Die Osteomyelitis beim Hund ist eine infektiöse Entzündung des Knochenmarks. Allerdings spricht man auch häufig von einer Osteitis, da es sich in vielen Fällen nicht um eine reine Entzündung des Knochenmarks handelt, sondern auch andere Anteile des Knochens, wie die Knochensubstanz und Knochenhaut betroffen sind.

Die möglichen Ursachen einer Osteomyelitis beim Hund

In vielen Fällen entsteht eine Osteomyelitis durch Operationen am Bewegungsapparat, offene Knochenbrüche, das Einsetzen von Implantaten oder offene Weichteiltraumata, die z.B. durch eine tiefe Bissverletzung verursacht worden sein kann. Eines haben alle Ursachen gemeinsam: die Erreger – meistens Bakterien – gelangen durch die offene Wunde in den Körper und lösen die Entzündung aufs. In seltenen Fällen können auch Vieren oder Pilze eine Osteomyelitis beim Hund auslösen.

Diese Erreger verursachen häufig die Osteomyelitis (Osteitis):

  • Staphylococcus aureus (75–80 %)
  • β‑hämolysierende A‑Streptokokken
  • andere Bakterien
  • selten Pilze
  • selten Viren

Bei Welpen kann es häufig zu einer akuten Osteomyelitis kommen. Hierbei gelangen die Erreger über eine offene Wunde in den Blutkreislauf und darüber in die noch nicht verschlossenen Wachstumsfugen der langen Röhrenknochen wie z.B. Oberschenkel (Femur) oder Oberarm (Humerus). Von den Wachstumsfugen aus greift die Entzündung schlussendlich auf das Knochemark über und kann sich auf den gesamten Knochen ausbreiten. In der Folge kann es zum Absterben des harten Knochengewebes und zu einer Knochenerweichung kommen.

Die häufigsten Symptome

  • erhöhte Temperatur oder Fieber
  • typische Entzündungszeichen wie
  1. Rötung (rubor)
  2. Schwellung (tumor)
  3. Schmerz (dolor)
  4. Erwärmung (calor)
  5. Eingeschränkte Funktion (functio laesa)

So wird die Osteomyelitis beim Hund diagnostiziert

Für eine sichere Diagnose sind bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder Ultraschall notwendig. Auf Röntgenaufnahmen kann man sehr gut erkennen, ob und wo es vom gesunden Knochengewebe in geschädigtes schwammartige Knochengewebe übergeht. Die schwammartige Veränderung zeigt die Schädigung des Knochenmaterials an. Weiterhin wird in der Regel ein Blutbild erstellt, das im Falle einer Entzündung eine erhöhte Anzahl an Leukozyten zeigt.

Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch müssen Osteosarkome ausgeschlossen werden. Dabei handelt es sich um stark metastasierende Knochentumore.

Die Behandlung der Osteomyelitis beim Hund

Eine schnelle und umfassende Behandlung der Osteomyelitis ist unverzichtbar, da sie chronisch werden kann. Unbehandelt kann sie zum Tod führen. Zum einen ist eine konsequente, hoch dosierte Antibiotikagabe über mindestens sechs Wochen unverzichtbar. Auch eine operative Entfernung des geschädigten Knochenmaterials und umliegendem Gewebe kann notwendig sein. Grundsätzlich ist es in vielen Fällen so, dass eine vollständige Heilung nicht möglich ist. Es kann allerdings eine Defektheilung erreicht werden, sprich das Gewebe wird „repariert“.

Die physiotherapeutische Behandlung der Osteomyelitis beim Hund

Mittels Lasertherapie kann die Bekämpfung der Entzündung unterstützt werden. Zudem wird die Zellregeneration angeregt und so die Neubildung von Knochenmaterial gefördert. Im Anschluss machen Maßnahmen wie passives Bewegen der Gelenke Sinn, aber auch aktives Bewegungstraining, um die Muskulatur wieder zu stärken und gesunde Bewegungsabläufe zu fördern.

Was du als Hundehalter tun kannst

Eine konsequente Schonung des betroffenen Laufes ist zum Abklingen der Entzündung unverzichtbar. Eine zu frühe Belastung kann zu einem erneuten Aufflammen des entzündlichen Prozesses führen und eine Chronifizierung der Entzündung nach sich ziehen. In der Akutphase der Entzündung kannst du deinen Hund z.B. mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wickeln unterstützen. Dazu gehören z.B. Quarkwickel, Retterspitz- oder Beinwellwickel. (Achtung: bitte wende die Wickel nicht an offenen Wunden an.) Das aktive Bewegungstraining kannst du nach entsprechender Anleitung durch den Physiotherapeuten begleitend auch Zuhause durchführen, um den Gesundungsprozess zu fördern.

 

Alles Liebe, deine Tina

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – Behandlungsmöglichkeiten, Physiotherapie und Tipps, wie du die Genesung aktiv unterstützen kannst

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – Behandlungsmöglichkeiten, Physiotherapie und Tipps, wie du die Genesung aktiv unterstützen kannst

Bereits im letzten Artikel ging es um Morbus Legg-Calvé-Perthes. Du hast erfahren, was die Erkrankung bedeutet, was häufige Symptome sind, was Ursachen und häufig betroffene Rassen sind. Im heutigen Artikel geht es darum, wie man Legg-Calvé-Perthes behandeln kann, wie Physiotherapie helfen kann und was du als Hundehalter aktiv tun kannst, um deinen Hund bei der Genesung bestmöglich zu unterstützen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung ist immer individuell abhängig von der Ausprägung der Erkrankung. Eine konservative Behandlung mittels Schonung, Schmerztherapie und Physiotherapie kann über einen kurzen Zeitraum von bis zu drei Monaten versucht werden, wenn noch keine irreversiblen Schäden aufgetreten sind. Allerdings bleibt zu bedenken, dass bereits vorhandene Schäden im Gelenk bestehen bleiben.

Vielfach wird daher eine operative Behandlung vorgezogen. Möglichkeiten hierbei sind zum einem die Entfernung des Oberschenkelkopfes (und -halses). Das ist die sogenannte Femurkopfresektion. Im Bereich, wo zuvor der Oberschenkelkopf war, bildet sich eine bindegewebige und sehr stabile Verbindung zwischen Oberschenkelknochen und Becken. Diese chirurgische Methode ist besonders bei kleinen bis mittelgroßen Hunden sehr erfolgsversprechend.

Alternativ kann ein Hüftgelenkersatz, also eine Implatation einer Endoprothese vorngenommen werden. Die Endoprothese wird insbesondere bei großen und schweren Hunden gewählt.

Die Femurkopfresektion ist in jedem Fall die günstigere Variante und auch weniger invasiv.

Physiotherapie bei Morbus Legg-Calvé-Perthes

Ganz gleich, ob man sich für eine operative Behandlung oder eine konservative Behandlung entscheidet, ist die physiotherapeutische Begleitung unverzichtbar.

Ziele der Physiotherapie

  • Schmerzlinderung
  • Erhalt und Förderung der Gelenkbeweglichkeit
  • Muskelaufbau
  • Förderung physiologischer (gesunder) Bewegungsabläufe und Vertrauen in den betroffenen Lauf
  • Entlastung überlasteter Strukturen

Welche Behandlungsformen der Hundephysiotherapie kann man einsetzen?

  • Mit Massagen kann man Verspannungen in den überlasteten Bereichen, die durch die Schonhaltung entstanden sind, lindern. Hierdurch erreichen wir auch eine Schmerzlinderung. Begleitend kann hier z.B. auch Wärmetherapie eingesetzt werden.
  • Passives Bewegen erhöht die Gelenkbeweglichkeit und unterstützt physiologische Bewegungsabläufe.
  • Mittels Lasertherapie und Elektrotherapie kann der Heilungsprozess gefördert werden und Schmerzen gemindert werden.
  • Das aktive Bewegungstraining ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, der nach fachlicher Anleitung auch vom Hundehalter Zuhause durchgeführt werden kann. Hiermit fördern wir gesunde Bewegungsabläufe, stärken die Muskulatur und das Vertrauen in den betroffenen Lauf.
So kannst du deinen Hund im Alltag unterstützen
  • Achte darauf, dass dein Hund im Haus oder der Wohnung nicht ausrutschen kann. Bereiche, in denen er sich häufig bewegt, kannst du vorrübergehend z.B. mit Läufern auslegen.
  • Die Spaziergänge sollten in den ersten Wochen sehr kurz sein und langsam gesteigert werden. Bitte richte dich hier nach den Empfehlungen des behandelnden Arztes.
  • Es ist wichtig, dass du deinen Hund an der Leine führst. Er sollte möglichst im Schritt laufen.
  • Wildes Spiel, enge Wendungen und kurze Stopps sind tabu und Gift für deinen Hund. Daher solltest du auch bei Kontakten mit anderen Hunden sehr bedacht sein.
  • Achte darauf, das andere Hunde ihm nicht aufreiten.
  • Sprünge sind ebenfalls tabu. Fürs Auto kannst du hier auf Hunderampen zurückgreifen.
  • Beim Treppensteigen solltest du darauf achten, dass dein Hund möglichst wenig Treppen läuft und wenn nur langsam und bewusst. Unterstützen kannst du ihn mit einer Tragehilfe.
  • Als Liegeplatz eignet sich ein orthopädischer Schlafplatz, da dieser druckentlastend auf die Gelenke wirkt.
  • Achte darauf, dass dein Hund nicht unter Übergewicht leidet.
  • Mit Nahrungsergänzungsmitteln kannst du deinen Hund in der Genesungsphase gut unterstützen.
  • Die Übungen aus dem Bewegungstraining solltest du regelmäßig und nach Absprache mit deinem behandelnden Physiotherapeuten durchführen. Sie beschleunigen die Heilung enorm. Bitte experimentiere hier nicht eigenmächtig, sondern halte dich an das Übungskonzept deines Therapeuten.
  • Lasse dir vom Therapeuten Massagegriffe zeigen, um deinen Hund auch Zuhause zu massieren und Verspannungen zu mindern.

Hast du schon einmal vom Legg-Calvé-Perthes gehört oder Erfahrungen damit? Teile diese gern in den Kommentaren mit mir!

Alles Liebe, deine Tina

 

 

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – das Krankheitsbild, Ursache, Symptome, betroffene Rassen und Diagnose

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – das Krankheitsbild, Ursache, Symptome, betroffene Rassen und Diagnose

Legg-Calvé-Perthes wird auch als aseptische Femurkopfnekrose bezeichnet. Eine Nekrose bedeutet das Absterben von einer oder mehreren Zellen. Bei Morbus Legg-Calvé-Perthes handelt es sich um eine Erkrankung des Oberschenkelkopfes beim Welpen und Junghund, bei der es zu einem Absterben von Gewebe des Femurkopfes kommt. Dieser Prozess entsteht allerdings nicht durch eine Entzündung oder einen Erreger.

Wie kann es zum Absterben des Femurkopfes (Oberschenkelkopfes) kommen?

Bei dieser Erkrankung des Bewegungsapparatrs handelt es sich um eine Wachstumsstörung beum jungen Hund. Diese tritt vor dem Epiphysenfugenschluss (Schließen der Wachstumsfugen) auf. Es kommt zu einer mangelhaften Blutversorgung, wodurch das Gewebe des Oberschenkelkopfes abstirbt. Er kann sich also nicht zu seiner normalen Größe entwickeln. Hinzu kommt, dass es zu starken Verformungen kommt, was durch den Knochenabbau (Osteolyse) verursacht ist. Der Oberschenkelkopf kann so matürlich nicht mehr optimal in die Gelenkpfanne passen. Es kommt zwangsläufig zur Entstehung einer Hüftarthrose, die für den Hund sehr schmerzhaft ist.

Wie kommt es zu den Durchblutungsstörungen und der mangelhaften Blutversorgung des Oberschenkelkopfes?

Der Grund für hierfür ist nicht gänzlich geklärt. Eine genetische Vorbelastung wird sehr stark vermutet. Auch Stoffwechselstörungen, Fehlstellung von Gliedmaßen und hormonelle Faktoren werden diskutiert.

Welche Hunde sind betroffen?

Von Legg-Calvé-Perthes sind meistens kleinere Hunde betroffen, die weniger als 10 Kilogramm wiegen. Häufig betroffene Rassen sind z.B.:

  • Malteser
  • Yorkshire Terrier
  • Zwergdackel
  • Pekinesen
  • Zwergpudel
  • West Highland Terrier
  • Zwergschnauzer
  • Cairn Terrier

Meistens tritt die Erkrankung nur einseitig auf.

Was sind häufige Symptome für Legg-Calvé-Perthes?

Die ersten Symptome treten meist zwischen dem 3. – 10. Lebensmonat auf. Sie ähneln denen einer Hüftdysplasie. Sie können über mehrere Monate anhalten und dann abklingen. Das Abklingen der Symptome ist ursächlich im Abschluss des Knochenwachstums. Die durch die Erkrankung entstandenen Deformierungen des Oberschenkelkopfes und des Oberschenkelhalses verhindern jedoch eine normale Funktion des Gelenks.

  • Schmerzen in der Bewegung
  • Berührungsempfindlichkeit an der Hüfte
  • Nach hinten Schnappen zur Hüfte, als wäre dort eine Fliege
  • Beschlecken und Beknabbern des Hüftbereiches
  • Leichte bis schwere Lahmheit
  • Schmerzen beim Aufstehen
  • Deutlicher Verlust der Muskulatur am Oberschenkel und Gesäß
  • Verminderte Spiel- und Bewegungsfreude
  • Schnelleres Ermüden und Hinlegen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte

Sollte dein Hund eines oder mehrere der Symptome zeigen, empfehle ich dir, ihn in jedem Fall deinem Tierarzt vorzustellen, um ihn entsprechend untersuchen zu lassen.

Wie wird Morbus Legg-Calvé-Perthes diagnostiziert?

Die typischen Symptome und ein orthopädischer Untersuchungsgang geben erste Anhaltspunkte, die durch entsprechende Röntgenaufnahmen bestätigt werden.

Im nächsten Artikel erfährst du, wie Legg-Calvé-Perthes behandelt wird, was Physiotherapie bringt und was du als Hundehalter selbst tun kannst, um deinen Hund sinnvoll zu unterstützen.

Alles Liebe, deine Tina

 

 

Dein Hund will nicht mehr springen? – das sind mögliche Ursachen

Dein Hund will nicht mehr springen? – das sind mögliche Ursachen

Wenn dein Hund (plötzlich) nicht mehr springen will, gibt es verschiedene Ursachen. Die eine kann sein, dass er es einfach nicht möchte. Häufig ist es aber so, dass er es nicht mehr kann, bzw. ihm die Bewegung schwer fällt oder Schmerzen bereitet. Springen tun Hunde nicht nur im Hundesport. Eigentlich ist es eine recht alltägliche Bewegung. Für viele Hunde ist es ganz normal, ins Auto zu springen oder aufs Sofa oder Bett zu springen.  Besonders wenn es sich um liebgewonnene Gewohnheiten deines Hundes handelt und er für sein Leben gern neben dir auf dem Sofa kuschelt und das nicht mehr tut, solltest du aufmerksam werden.

Oft kann man dann beobachten, dass der Hund beispielsweise in diesen Situationen um das Sofa oder Bett herumschleicht und Ansätze für einen Sprung macht, aber immer wieder abbricht. Auch kommt es häufig vor, dass Hunde Sprünge nicht sofort komplett vermeiden, sondern die Sprungbewegung plötzlich anders und schwerfälliger oder ungelenker aussieht. Ähnlich sieht die Situation aus, wenn der Hund wie immer ins Auto hüpfen soll und plötzlich zögerlich vor dem Auto steht und von einer Pfote auf die andere tippelt. Das hat in den wenigsten Fällen etwas mit Sturheit oder „Ungehorsam“ zu tun.

Wenn dir ein solches Verhalten auffällt solltest du dir im ersten Schritt einige Fragen stellen wie z.B.: Hund will nicht mehr springen

  • Leidet dein Hund eventuell bereits an einer Erkrankung des Bewegungsapparates?
  • Hast du in der letzten Zeit festgestellt, dass dein Hund lahmt?
  • Ist das Verhalten deines Hundes verändert?
  • Gibt es weitere Dinge, die er hinsichtlich Bewegungen verändert hat?
  • Zeigt dein Hund Probleme mit der Koordination?
  • Ist seine Muskulatur weniger geworden?
  • Schleift er häufiger mal mit den Pfoten?
  • Schnappt er manchmal plötzlich nach hinten, als würde er nach einer Fliege schnappen?

Wenn du hier feststellst, dass einer oder mehrere Punkte bei deinem Hund zutreffen, dann liegt es nahe, dass er Sprünge vermeidet, weil er Schmerzen im Bewegungsapparat hat. Hund will nicht mehr springen

Der Hund geht in ein schmerzmeidendes Verhalten

Das bedeutet, dass er mehrfach festgestellt hat, dass er in einer Bewegung einen Schmerz gespürt hat und diese deswegen vermeidet. Das ist eine ganz logische Konsequenz, die wir auch von uns Menschen kennen. Wenn wir spüren, dass in einer Bewegung wiederholt ein Schmerz auftritt, beginnen wir ganz automatisch diese zu vermeiden. Hund will nicht mehr springen

Was können die Ursachen für Schmerz oder körperliche Schwäche sein?

  • (neurologische) Rückenerkrankungen wie Spondylose, Cauda Equina Kompressions Syndrom oder Bandscheibenvorfall. Hierbei schmerzt zum einen der Rücken, aber es kommt vielfach auch zu Störungen in der Nervenfunktion, Koordinationsproblemen und geschwächter Muskulatur. Das Vertrauen in die Hinterhand und die Kraft gehen mehr und mehr verloren und der Hund schafft es nicht mehr, zu springen.
  • Hüftprobleme wie Hüftdysplasie können ebenfalls zu einem Meideverhalten bei Sprüngen führen. Es fehlt an Kraft und Muskulatur und die Bewegung tut im Hüftgelenk weh.
  • Erkrankungen im Kniegelenk können auch dazu führen, dass Hunde Sprünge vermeiden. Arthrose im Knie z.B. ist besonders im fortgeschrittenen Stadium sehr schmerzhaft. Die Beweglichkeit im Kniegelenk ist eingeschränkt, oftmals ist auch die Muskulatur bereits geschwächt und so bereitet es große Probleme aufs Sofa oder Bett oder ins Auto zu hüpfen.
  • Das Alter deines Hundes – den Alterungsprozess unserer Vierbeiner können wir zwar verzögern und sie auch im Alter fit halten. Doch im Verlaufe des Alterungsprozesses kommt es zwangsläufig zu fortschreitender körperlicher Schwäche. Die Kraft und die Muskulatur werden dann bei vielen Hunden sukzessive weniger. Dies kann auch dazu führen, dass wie bei uns Menschen bestimmte Bewegungen dann nunr noch beschwerlich möglich sind.
Was kannst du tun? Hund will nicht mehr springen

Keinesfalls sollst du es nun einfach als gegeben hinnehmen, dass dein Hund es halt nicht mehr zu dir aufs Sofa schafft. Ich empfehle dir unbedingt, der Ursache auf den Grund zu gehen und deinen Hund tierärztlich untersuchen zu lassen. Oftmals kann man – besonders wenn man früh genug handelt – die schmerzauslösende Ursache beseitigen oder zumindest eine Linderung herbeiführen. Dies ist sehr wichtig, damit es neben der Problematik im Bewegungsapparat nicht auch noch zu einer Chronifizierung des Schmerzes kommt.

Wenn sich herausstellt, dass dein Hund unter einer Erkrankung des Bewegungsapparates leidet, dann solltest du ihn beim Einstieg ins Auto z.B. mit einer Hunderampe unterstützen, oder ihn ins Auto heben. Wenn du nicht darauf verzichten möchtest, dass dein Hund auf dem Sofa oder im Bett liegt, gibt es hierfür Aufstiegshilfen und Treppen, die du ihm zur Unterstützung anbieten kannst.

Alles Liebe, deine Tina

Schmerzen beim Hund – Wahrnehmung von Schmerz und sinnvolle Schmerztherapie

Schmerzen beim Hund – Wahrnehmung von Schmerz und sinnvolle Schmerztherapie

Heutzutage klingt es für uns befremdlich, doch noch in den späten 1980er Jahren ging man davon aus, dass Tiere kein dem Menschen vergleichbares Schmerzempfinden haben. Das ist gar nicht so lange her und kaum nachvollziehbar. Mittlerweile wurde dies erfreulicherweise widerlegt. Schon im direkten Vergleich des zentralen (Rückenmark und Gehirn) und peripheren Nervensystems (das Nervensystem außerhalb von Rückenmark und Gehirn), sind die Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Tier offensichtlich. Die Forschung zeigt auch, dass messbare Reaktionen auf Schmerzreize sehr ähnlich sind.

Doch was ist Schmerz überhaupt genau?

So seltsam es klingen mag, doch Schmerz ist eine geniale Funktion des Körpers. Er ist eine Schutzfunktion des Körpers auf alles, was schädigend ist. Das beinhaltet externe Faktoren, wie z.B. Verletzungen, Druck oder Hitze- und Kälteeinwirkung, aber auch innere Faktoren wie z.B. Tumore, degenerative Prozesse, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen.

Zugleich funktioniert er als Alarmsignal, das zeigt, dass etwas im Körper nicht so ist, wie es sein sollte. Doch es gibt auch Situationen, in denen der Körper Schmerzen selbst regulieren und sie dämpft oder sogar ausschaltet. Das kann ist Situationen von großem Stress oder Flucht sein.

Wie nimmt der Hund Schmerzen wahr?

Wie wir Menschen, nimmt der Hund Schmerzen individuell wahr. Wie intensiv sie wahrgenommen werden und wie die Schmerztoleranz ist, ist sogar von der Tagesform abhängig.

Wenn ein Hund unter Schmerzen leidet, sollte dieser so gut und schnell wie möglich behandelt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass aus einem akuten Schmerz ein chronischer Schmerz wird. Der Schmerz wird selbst zu einem Krankheitsbild und der Hund befindet sich in einem Teufelskreis aus Schmerz, Verspannung, Bewegungseinschränkung etc.. Zur gezielten Behandlung eines Schmerzes ist eine entsprechende Diagnostik, um Ort und Ursache des Schmerzes zu definieren und auch die Intensität des Schmerzes einzuschätzen unverzichtbar. Im Anschluss ist es dann wichtig, Maßnahmen für den Hund abzuleiten, um die Schmerzen zu beseitigen oder zumindest Linderung zu verschaffen.

Primäre Ziele der Schmerztherapie

  • Beseitigung der Schmerzursache – Beendigung des Schmerzzustandes durch Beseitigung der schmerzauslösenden Faktoren
  • Bei chronischen Erkrankungen sollte eine bestmögliche Linderung des Schmerzes im Fokus stehen.
  • Steigerung der Lebensqualität und Minderung des Leidensdrucks
  • Vermeidung eines Schmerzgedächtnis

Wege aus dem Schmerz – Möglichkeiten der Schmerztherapie beim Hund

Vielleicht muss ich dich an dieser Stelle enttäuschen. Auch wenn es mir selbst schmerzt zu sehen und zu wissen, dass ein Lebewesen Schmerzen leidet: Ich kann dir kein Patentrezept gegen Schmerzen beim Hund geben. Es gibt keine allgemeingültige Formel und keine Allround-Pille, die Schmerzen stillt und beseitigt.

Was ich dir aber sagen ist, dass die Tiermedizin sich fortwährend mit großen Schritten weiterentwickelt. Dazu gehört auch die Behandlung von Schmerzen. Die medikamentöse Behandlung mit Schmerzmitteln sollte ausschließlich durch einen Tierarzt erfolgen. Ich rate davon ab, selbst nach Gefühl Medikamente auszuwählen, die man ggfs. noch im Haus hat. Da sowohl die Art des Schmerzes, als auch die Intensität je nach Erkrankung und Verletzung völlig unterschiedlich ist, bedarf es auch entsprechender fachkundiger Auswahl der Medikation. Aus diesem Grund gehe ich nicht dezidiert auf die verschiedenen Arten an Schmerzmitteln und ihre Wirkung ein. Ergänzend/Ersetzend zur konservativen Schmerztherapie gibt es allerdings eine große Bandbreite an Maßnahmen, die ebenfalls in der Schmerztherapie eingesetzt werden können.

Meiner Erfahrung nach, ist es sehr sinnvoll verschiedene Maßnahmen sinnvoll miteinander zu kombinieren, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. So können beispielsweise Akupunktur und auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel schmerzlindernd eingesetzt werden. Auch viele physiotherapeutische Behandlungsformen zielen primär darauf ab, dem Hund Schmerzen zu nehmen.

Dazu gehören z.B.:

Viele Maßnahmen können nach fachkundiger Anleitung auch von dir Zuhause durchgeführt werden. So kannst du selbst aktiv die Schmerztherapie deines Hundes begleiten, indem du Massagen durchführst, mit Wärme oder Kälte Linderung verschaffst, Wickel anlegst, aktive Bewegungsübungen durchführst, etc.. Wichtig zu sagen ist mir, dass du nicht „wild“ selbst therapieren solltest, sondern dich hier von einem Hundephysiotherapeuten anleiten lassen solltest und mit ihm für deinen Hund passende Maßnahmen besprichst.

Schmerzen nehmen bedeutet handeln

Was mir ein großes Anliegen ist, ist dass es unverzichtbar ist, seinem Hund Schmerzen bestmöglich zu nehmen. Immer wieder bin ich mit Hundehaltern im Kontakt, die große Angst vor den Nebenwirkungen von Medikamente haben und deshalb eine Medikation ablehnen. Natürlich sollte man nicht willkürlich und leichtfertig zu Schmerzmitteln greifen. Doch wenn ein Hund Schmerzen leidet, sollte ihm dieser genommen werden. Vielfach ist unter einem guten Schmerzmanagement die Reduktion oder der gänzliche Verzicht auf konservative Schmerzmittel möglich. Doch selbst wenn nicht, sollte grundsätzlich die Lebensqualität des Hundes im Vordergrund stehen. Und Schmerzen haben einen großen Einfluss darauf, wie gut diese ist. Zusätzlich kann durch die Schmerztherapie einer Entstehung eines Schmerzgedächtnis entgegengewirkt werden.

Ein individuelles Schmerzkonzept

Wichtig ist es, ein individuell auf den Hund zugeschnittenes Schmerzmanagement zu entwickeln. Dabei widersprechen sich die unterschiedlichen Maßnahmen nicht, sondern können hervorragend zusammen funktionieren und sich ergänzen. Es spricht also nichts dagegen, einen Hund konservativ mit Schmerzmitteln zu behandeln, ihn aber zusätzlich mit Nahrungsergänzungsmitteln und physiotherapeutischen Maßnahmen oder auch z.B. Akupunktur zu unterstützen.

Ich empfehle sogar eine Kombination verschiedener Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern und zu nehmen, da sie sich gegenseitig unterstützen und so dem Hund mehr Lebensqualität bieten. Ein gelungenes Schmerzmanagement ist also bestenfalls immer eine sich ergänzende Kombination verschiedener Maßnahmen, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Alles Liebe, deine Tina

Pfotenschuhe – diese Einsatzmöglichkeiten gibt es beim Hund und das solltest du bei der Auswahl beachten

Pfotenschuhe – diese Einsatzmöglichkeiten gibt es beim Hund und das solltest du bei der Auswahl beachten

Pfotenschuhe erfreuen sich nicht nur immer größer werdender Beliebtheit. Dank der ständigen Weiterentwicklung sind die Einsatzmöglichkeiten mittlerweile auch wirklich vielfältig. Zum einen kommen Pfotenschuhe bzw. Pfotenschutzschuhe zum Einsatz bei Rettungshunden, die häufig auf gefährlichen Untergründen wie spitzen Steinen, Scherben, heißem Asphalt etc. unterwegs sind. Selbiges gilt auch für Dienst- und Sporthunde. Hierbei geht es darum, die Pfoten der Hunde vor Verletzungen zu schützen.

Doch auch als orthopädisches Hilfsmittel kommen Pfotenschuhe zum Einsatz und sind je nach Einsatzbereich unterschiedlich gearbeitet.

Pfotenschuhe für Hundesenioren und bei neurologischen Erkrankungen

Hundesenioren und Hunde mit neurologischen Erkrankungen, die Überköten, Lähmungserscheinungen, Paresen oder Plegien nach sich ziehen, haben besonders mit glatten Untergründen wie Fliesen oder Parkett zu kämpfen. Pfotenschuhe bieten zum einen deutlich mehr Halt besonders auf glatteren Untergründen. Zum anderen werden die Pfoten und Krallen geschützt. Andernfalls kommt es häufig zum Wundscheuern der Pfoten und zu abgeschliffenen Krallen, was für unsere Hunde ausgesprochen schmerzhaft ist.

Stoßdämpfende Wirkung

Besonders bei Erkrankungen wie z.B. schmerzhaften Zehengelenksarthrosen tut häufig jeder Schritt weh. Pfotenschutzschuhe mit speziellen Silikoneinlagen bieten eine stoßdämpfende Wirkung und ermöglichen somit auch eine schmerzfreiere Fortbewegung.

Verbesserung des Gangbildes durch Pfotenschuhe

Fehlstellungen, Schmerzen und insbesondere Gelenkerkrankungen und Bänderschwächen an den Pfoten- und Zehengelenken führen zu einem unphysiologischen Gangbild. Durch Pfotenschuhe kann eine Normalisierung des Gangbildes und damit auch verbesserte Nutzung der Muskulatur gefördert werden.

Ausgleich von Beinlängen

Sowohl durch Fehlbildungen, schlecht verheilte Brüche oder Wachstumsstörungen kann es zu Beinlängenunterschieden kommen. Diese führen zu einem veränderten Gangbild und in der Folge auch zu Fehl- und Überbelastungen. Durch Pfotenschuhe besteht die Möglichkeit, die Beinlängenunterschiede auszugleichen und dem Hund zu normalen Bewegungsabläufen zu verhelfen.

Du siehst, es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Pfotenschuhe.

Doch wie wählt man die passenden Pfotenschutzschuhe aus?

Es gibt mittlerweile Pfotenschuhe, die eher Indoor eingesetzt werden. Sie haben weniger dicke Sohlen und sind leichter. Und es gibt jene, die für den Outdoor Einsatz konzipiert sind. Sie haben dickere Sohlen und mehr Profil und sind insgesamt noch etwas robuster.

Weiterhin ist es sehr wichtig, dass du auf eine gute Passform des Pfotenschuh achtest. Er sollte weder zu groß sein und rutschen noch zu klein und einengen. Beides würde deinem Hund die Fortbewegung noch erschweren. Auch das Material ist wichtig. Grundsätzlich sollten Pfotenschutzschuhe aus atmungsaktiven Materialien bestehen und waschbar sein. Für den Außeneinsatz sollten sie möglich Feuchtigkeit fernhalten.

Hattest du bei deinem Hund schon einmal Pfotenschuhe im Einsatz? Teile deine Erfahrungen gern ein den Kommentaren mit mir.

Alles Liebe, deine Tina

 

Das Canine Wobbler Syndrom – Entstehung, betroffene Rassen & Symptome

Das Canine Wobbler Syndrom – Entstehung, betroffene Rassen & Symptome

Das Canine Wobbler Syndrom ist eine Erkrankung der Halswirbelsäule und des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. „to wobble“ bedeutet schwanken oder wackeln und beschreibt so sehr eindeutig eines der Hauptsymptome der Erkrankung: Koordinationsstörungen. Diese sind auf eine Kompression des Rückenmarks zurückzuführen.

Wie entsteht das Canine Wobbler Syndrom?

Das Wobbler Syndrom kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist eine chronisch fortschreitende Bandscheibenerkrankung. Im Verlaufe des Alterungsprozesses verschleißt das Bandscheibenmaterial mehr und mehr. Das hat eine Veränderung der Bandscheiben in ihrer Form und auch eine Aufquellung zur Folge. Es kommt in der Folge zu einer Vorwölbung des degenerierten Bandscheibenmaterials in Richtung des Wirbelkanals. Dadurch entsteht eine Kompression des Rückenmarks und die Nervenfunktion wird gestört. Der Bereich vom 5.-7- Halswirbel ist am häufigsten betroffen.

Verstärkt wird dieser Degenerationsprozess der Bandscheibe bei langhalsigen Hunden häufig noch durch eine Formveränderung der Wirbel. Dazu kommt es, weil die Wirbel instabil sind. Die Belastung für die Bandscheiben ist dadurch dann ungleich höher. Diese Formveränderung der Wirbel ist vermutlich genetisch bedingt.

Aber auch ein Wirbel selbst kann eine Kompression des Rückenmarks und somit ein Wobbler Syndrom hervorrufen.

Hierbei unterscheidet man zum einen statische Kompressionen durch knöcherne Zubildungen entlang des Wirbelkanals in Bereich der Halswirbelsäule. Zum anderen kann eine dynamische Subluxation eine Kompression hervorrufen. Das bedeutet, dass durch die veränderte Form des Wirbelkörpers eine Instabilität entsteht, die wiederum Verrenkungen der Wirbel gegeneinander nach sich zieht. Die Subluxation wird bei der Beugung des Halses verursacht, bzw. verstärkt. Diese Art der Subluxationen ist in aller Regel nicht schmerzhaft. Die verschiedenen Ursachen können auch in Kombination miteinander auftreten.

Welche Hunderassen sind häufig betroffen?

Besonders häufig betroffen sind junge Deutsche Doggen und Dobermänner mittleren Alters. Zudem sind männliche Hunde etwa doppelt so häufig betroffen, wie Hündinnen. Zumeist sind häufiger große Hunderassen mit langen Hälsen wie Rhodesian Ridgeback, Barsoi und auch Dalmatiner, betroffen. Canine Wobbler Syndrom

Das sind die typischen Symptome des Wobbler Syndroms

Wie eingangs bereits beschrieben, ist es vor allem das schwankende Gangbild und die mehr oder weniger starken Koordinationsstörungen, die charakteristisch sind. Dies geschieht durch die Beeinträchtigung der langen Rückenmarksbahnen wodurch die Informationsweiterleitung zwischen Gehirn und Hinterhand nicht mehr optimal funktioniert.

Schrittweite und -höhe sind zumeist gesteigert. Betroffene Vierbeiner laufen mit weit nach außen greifenden Schritten. Steigt die Kompression des Rückenmarks, zeigt sich auch das Pfotenschleifen als ein typisches Symptom. Zudem kommt es vielfach zu Störungen der Propriozeption (Körperwahrnehmung). In der Vorderhand sind besonders die kleinen tippelnden Schritte auffällig, den sogenannten Soldatenschritt. Daraus ergeben sich zwei verschiedene Gangmuster vorne und hinten.

In seltenen Fällen kann es durch ein akutes Trauma zu einer vollständigen Lähmung kommen. Das Trauma selbst ist hierbei zumeist geringgradig. Es ist die fortgeschrittene Vorschädigung des Rückenmarks, die ein sogenanntes Bagatelltrauma ausreichen läßt, um eine vollständige Lähmung zu verursachen. Die Hunde zeigen vielfach einen Schmerz im Halsbereich oder einen Schmerz in der Bewegung des Halses. Der Kopf wird häufig tief getragen. Die Halsmuskulatur verspannt stark. Es kommt zu einer fortschreitenden Muskelatrophie der Läufe.

Im nächsten Artikel erfährst du alles zur Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten des Caninen Wobbler Syndroms!

Alles Liebe, deine Tina

Bandagen und Orthesen für Hunde – wie sie wirken und mehr Stabilität für Gelenke bieten

Bandagen und Orthesen für Hunde – wie sie wirken und mehr Stabilität für Gelenke bieten

Der orthopädische Bereich für Hunde entwickelt sich mehr und mehr weiter und so haben sich besonders die Bereiche der Orthesen und Bandagen für Hunde rasant entwickelt. Was eine Bandage kann und wo sie eingesetzt wird und was Orthesen beim Hund leisten können und wie sie unterstützen, habe ich dir hier verständlich zusammengefasst. Zudem erfährst du, was man bei der Auswahl beachten sollte und wann man nicht „von der Stange“ kaufen sollte.

Bandagen für Hunde – wann sie eingesetzt werden

Bandagen bieten Hunden, die unter einer altersbedingten Gelenkschwäche, Bänder- oder Muskelschwäche, degenerativen Gelenkerkrankung wie Arthrose, neurologischen Erkrankungen oder akuten Verletzungen leiden, eine gute Unterstützung und Sicherheit in der Bewegung. Aber auch im Hundesport oder bei intensiver Belastung wie Wanderungen, werden sie vermehrt zur Prävention eingesetzt. Orthesen für Hunde

So funktionieren Bandagen Orthesen für Hunde

In ihrer Funktion stabilisieren und/oder fixieren Bandagen Gelenke. Sie sind weicher, leichter und flexibler aufgebaut als Orthesen. Aufgrund der verwendeten Materialien behindern sie die Bewegung des Hundes nicht.

Diese Unterschiede gibt es bei Bandagen

Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen. So wird z.B. über die Dicke des Materials eine unterschiedlich stabilisierende Funktion erreicht. Weiterhin können auch Gelenkschienen zur weiteren Stabilisierung zum Einsatz kommen. In ihrer Form sind die Bandagen auf das entsprechende Gelenk angepasst. Orthesen für Hunde

Eine wichtige Passform ist sehr wichtig, damit die Bandage auch in ihrer Funktion wirken kann. So darf sie weder zu weit sein und rutschen, noch einschneiden. Druckstellen sollten vermieden werden und auf ein luftdurchlässiges Material geachtet werden. Hier wird gerne Neopren eingesetzt. Orthesen für Hunde

Viele Gelenkbandagen gibt es mittlerweile „vorgefertigt“ zu kaufen. Bei Kniebandagen beispielsweise empfehle ich, nach Möglichkeit auf eine Maßanfertigung zurückzugreifen. Sie können temporär aber auch dauerhaft eingesetzt werden.

Orthesen für Hunde – Unterstützung in der Reha, Stabilität für Gelenke und mehr

Im Gegensatz zur Bandage ist eine Orthese ist eine feste Schiene. Sie ist aus einer stabilen Rahmen- oder Schalenkonstruktion gefertigt. Dies ist besonders hilfreich, wenn der Hund unter Funktionseinschränkungen an einem Gelenk der auch der Wirbelsäule leidet. Auch Orthesen können sowohl temporär, als auch dauerhaft eingesetzt werden.

Der Unterschied zwischen Schalenorthesen und Zweischalenorthesen beim Hund und wie sie wirken

Man unterscheidet zwischen Schalenorthesen, bei denen die Schale mit Hilfe von Gurten am Lauf befestigt wird. Hierdurch erreicht man eine Stabilisierung eines Gelenkes. Dies ist hilfreich bei Erkrankungen wie Arthrose oder jenen, die Bänder und Sehnen betreffen. Auch Fehlstellungen können hiermit unterstützt werden. Schalenorthesen gibt es mit Gelenkfunktion, die z.B. in der Rehabilitation eine sukzessiv gesteigerte Gelenkbewegung ermöglicht. Gerne empfehle ich Orthesen auch für ältere Hunde, denen man eine Operation nicht mehr zumuten möchte, um möglichst physiologische Bewegungsabläufe zu erhalten, indem man mit Hilfe der Orthese zur Entlastung des betroffenen Laufes beiträgt und auch Schmerzen lindern kann. Auch nach einer Amputation kann eine Orthese am gegenüberliegenden Lauf gute Dienste zur Entlastung leisten.

Auf der anderen Seite gibt es Zweischalenorthesen, die den gesamten Lauf umschließen. Dadurch erreicht man eine intensive Stabilisierung. Sie kommt z.B. zum Einsatz bei Gelenkversteifungen, Lähmungen oder sehr großen Hunden.

Orthesen können vielfältig eingesetzt werden und werden in ihrer Funktionalität auf die Bedürfnisse des Hundes angepasst. Die genannten Anwendungsbeispiele bieten nur einen kleinen Überblick, wann Orthesen zum Einsatz kommen können. Ein Orthopädietechniker kann im individuellen Fall beraten und auf den Hund zugeschnitten eine Orthese anfertigen.

Hast du schon Erfahrungen mit Bandagen oder Orthesen bei deinem Hund gemacht? Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren mit mir!

Alles Liebe, deine Tina

Hundefitness für die Vorderhand deines Hundes – 3 aktive Übungen für Muskulatur und Beweglichkeit

Hundefitness für die Vorderhand deines Hundes – 3 aktive Übungen für Muskulatur und Beweglichkeit

Bei Erkrankungen der Vorderhand des Hundes wie beispielsweise einer Ellbogendysplasie oder OCD der Schulter, ist es sehr wichtig, die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten. Auch die Muskulatur sollte stabil gehalten werden, denn eine schwache Muskulatur wirkt sich wiederum nachteilig auf das Gelenk aus. Gleichzeitig sollte eine gleichmäßige Belastung beider Vorderläufe trainiert werden und normale Bewegungsabläufe, damit der Hund mit seiner Gelenkerkrankung gut zurecht kommt und das fortschreiten der Erkrankung aufgehalten wird. Doch auch bei sportlich geführten Hunden werden Körperpartien gezielt trainiert. Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Sowohl bei Gelenkerkrankungen, als auch zur Prävention oder im Sport eignen sich aktive Bewegungsübungen besonders gut. Über die aktive Mitarbeit und Bewegung trainiert der Hund seine Bewegungsabläufe und nimmt sie bewusst wahr. Neben einer besseren Beweglichkeit und guter Muskulatur haben Hund und Halter auch gleichzeitig noch eine spannende gemeinsame Aktivität. Aus diesem Grund stelle ich dir hier eine Reihe aktiver Bewegungsübungen vor, die die Vorderhand und den Schultergürtel gezielt trainieren. Bei aktiven Bewegungsübungen geht es nicht um eine besonders hohe Komplexität, sondern darum, dass der Hund die Bewegung möglichst präzise, langsam und konzentriert durchführt. Schon sehr einfach erscheinende Bewegungsabläufe haben einen hohen Trainingseffekt.

Das gibt es beim Training zu beachten: Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Achte beim Training darauf, dass dein Hund auf einem rutschfesten Untergrund steht, nehme dir Zeit für ihn und konzentriere dich ausschließlich auf die Übungen. Bitte habe Geduld mit deinem Hund und erwarte keine Perfektion vom ersten Moment an. Der Weg ist das Ziel und dein Hund soll vor allem Freude an den Übungen haben.

Pfote geben Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Trainierte Bereiche: Vorderläufe und Schultern

Wirkung

Pfote geben macht deinem Hund nicht nur viel Spaß, es eignet sich auch, um die Beweglichkeit des Ellbogens zu fördern. Zusätzlich trainierst du die Muskulatur des Vorderlaufes und die Koordination deines Hundes. Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Wann nicht: bei versteiften Ellbogengelenken

Ausführung

Dein Hund befindet sich im Sitz, Du hockst dich vor ihn und ihr schaut euch an. Animiere deinen Hund, seine Pfote in deine Hand zu legen. Um der Übung etwas mehr Abwechslung und Anspruch zu geben und die Gelenkbeweglichkeit zu fördern, biete deinem Hund die Hand in unterschiedlichen und wechselnden Höhen an, bis hin zum High-Five. Lasse dir beide Pfoten abwechselnd geben.

Variation

Wenn dein Hund sich bei der Übung nicht setzen kann oder möchte, kann er die Pfote auch im Liegen oder Stehen geben. Ist dein Hund sicher und erfahren mit der Übung, kannst du die Übung auch auf einem flexiblen Untergrund durchführen.

Sitz Platz Transfer

Trainierte Körperbereiche: Muskulatur der Vorderläufe, Brustmuskeln, Schultern und Rücken Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Wirkung

Der Sitz-Platz Transfer ist ein Krafttraining für die Vorderläufe, Brustmuskeln und Schultern. Indirekt wird auch der Rücken trainiert. Zusätzlich wird die Gelenkbeweglichkeit der Vorderläufe gefördert.

Wann nicht

Versteifte Gelenke

So geht´s Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Dein Hund befindet sich in der Grundposition Platz. Dabei sollte er gerade liegen und nicht bequem auf die Seite gerutscht sein. Nun gibst du ihm das Signal aus dem Platz ins Sitz zu wechseln. Du kannst das Wortsignal auch noch mit einer Handbewegung und einem Leckerli, dass du vor seiner Nase nach oben führst unterstützen. Belohne ihn dann, wenn er sich im Sitz befindet.

Ziel ist, dass dein Hund mit Hinterläufen möglichst in seiner Position bleibt und die Bewegung rein aus der Vorderhand kommt. Indem du recht nah vor ihm stehst, unterstützt du dies. Aus dem Sitz kannst du ihn nun wieder ins Platz bringen und die Übung wiederholen.

Wenn es deinem Hund schwerfällt, mit den Hinterpfoten auf einer Position zu bleiben, kann ein Target unter den Hinterpfoten helfen.

Isometrisches Training Vorderhand

Trainierte Körperbereiche: Muskulatur der Vorderläufe, der Schultern und des Rumpfes, Brustmuskulatur

Wirkung

Stärkung der Muskulatur von Brust, Vorderläufen, Schultern und Rumpf. Gleichzeitig werden Körpergefühl, Balance und Koordination trainiert. Mit isometrischen Übungen trainiert man sehr effektiv die Muskulatur. Es ist eine besondere Form des Krafttrainings, da man die Muskulatur anspannt, ohne dass sie oder ein Gelenk dafür bewegt werden muss. Dein Hund arbeitet gegen den Widerstand der Hand oder gegen die Schwerkraft.

Wann nicht

Keine Einschränkung Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Equipment

Für Fortgeschrittene z. B. Balance Pad, Kissen, Trampolin, nachgiebiger Untergrund

So geht´s

Ausgangsposition für alle Varianten: Dein Hund befindet sich im Steh, auf einem ebenen, rutschfesten Untergrund

Variante A: Du hockst dich vor deinen Hund, sodass ihr euch anschaut. Lege deine Hände seitlich auf die Schultern deines Hundes. Übe mit deiner linken Hand leichten, gleichbleibenden Druck auf die Schulter aus, bis du merkst, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position für die im Trainingsplan angegebene Zeit, ohne nachzufedern oder den Druck zu erhöhen. Lasse langsam wieder locker und übe mit der rechten Hand einen leichten Druck auf die andere Schulter aus, bis du spürst, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position wieder für die im Trainingsplan angegebene Zeit und lasse dann langsam locker.

Variante B: Lege deine Hände auf die Brust deines Hundes und übe leichten Druck aus, als würdest du ihn von dir wegschieben. Halte den Druck wieder für die im Trainingsplan angegebene Zeit.

Es ist wichtig, dass der Druck, den du ausübst, sehr fein ist und nie ruckartig passiert. Gib deinem Hund zwischendurch die Möglichkeit, sich zu lockern.

Variation Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Wenn dein Hund die Übung sicher beherrscht, kannst du sie auch auf einem weichen Untergrund wie zum Beispiel einem Kissen, Balance Pad durchführen. Das verstärkt den Trainingseffekt deutlich.

Bitte beachte beim regelmäßigen Training immer auch die Tagesform deines Hundes. Auch unsere Vierbeiner sind nicht jeden Tag in gleich guter Verfassung. Arbeite nie mit Druck und zwinge deinen Hund nicht in eine Position. Der Spaß am Training soll immer im Vordergrund stehen. Wenn er Schwierigkeiten mit einer Übung hat, nehme diese bitte Ernst und gehe der Ursache auf den Grund.

Ich wünsche dir viel Freude bei den hier vorgestellten aktiven Bewegungsübungen für die Vorderhand deines Hundes! Hundefitness für die Vorderhand des Hundes

Alles Liebe, deine Tina

Beschäftigung für Hunde – so kannst du deinen Hund im Alter und bei Gelenkerkrankungen beschäftigen

Beschäftigung für Hunde – so kannst du deinen Hund im Alter und bei Gelenkerkrankungen beschäftigen

Du magst dich fragen, was das Thema Beschäftigung für Hundesenioren oder gelenkkranken Hunden mit Hundephysiotherapie zu tun hat. Auf den ersten Blick nicht viel. Allerdings sind Hundesenioren und auch Hunde mit Erkrankungen des Bewegungsapparates häufig von Bewegungseinschränkungen betroffen. Ein typisches Beispiel wäre ein junger Malinois, dessen Kreuzbandriss operativ behandelt wurde und der nun ruhig gehalten werden muss. Ausgiebige Spaziergänge sind dann nicht möglich. Um solche Phasen zu überbrücken oder beispielsweise einem älteren Hund, dessen Spaziergänge kürzer ausfallen und entsprechende Alternativen zu bieten, darauf möchte ich hier eingehen. Beschäftigung für Hunde

Denn nicht selten stehen Hundehalter eben vor diesem Problem, dass sie überfordert sind, auf welche Art sie ihren Hund nun auslasten können, um Frust und Langeweile zu vermeiden. Zugleich bietet die Beschäftigung deinem Hund nicht nur eine geistige Auslastung. Sie fördert auch die Ausschüttung von Endorphinen und macht nicht nur glücklich, sondern wirkt auch schmerzlindernd! Deshalb stelle ich hier einige Ideen zur Beschäftigung zusammen, die sich unkompliziert umsetzen lassen.

Diese Beschäftigungsideen für Hunde sind perfekt bei Gelenkerkrankungen und für ältere Hunde beschäftigung für Hunde

Intelligenzspielzeuge

Es gibt heutzutage eine große Auswahl an Intelligenzspielzeugen mit unterschiedlich hohem Anspruch. Das bietet tolle Möglichkeiten, deinen Hund entsprechend seinen Bedürfnissen und Möglichkeiten geistig auszulasten. Wichtig ist, dass du deinen Hund immer vor lösbare Aufgaben stellst, um Überforderung zu vermeiden.

Futterbälle

Futterbälle bieten eine schöne Möglichkeit, einen Hund auch für eine kürzere Zeitspanne auszulasten. Besonders für ältere Hunde, die schneller ermüden, ist dies eine gut lösbare Beschäftigung. Zugleich bieten Futterbälle den Vorteil, dass sie auch im Liegen „bearbeitet“ werden können. So sind sie eine sehr gute Wahl bei Hunden, für die Stehen und Gehen schwierig ist. Zugleich wird die Feinmotorik des Hundes trainiert.

Schnüffelteppich

Auch der Schnüffelteppich ermöglicht es deinem Hund, dass er sich sogar im Liegen damit beschäftigen kann. An Tagen, an denen die Gelenke schmerzen und längeres Stehen schwer fällt, oder bei gelähmten Patienten bieten sie eine tolle Möglichkeit zur Beschäftigung. Schnüffelteppiche kann man unkompliziert selbst herstellen, aber auch im Handel beziehen.

Futterbeutel suchen

Viele Hunde haben Freude daran, versteckte Futterbeutel zu suchen und zu apportieren. So kombinierst du Bewegung und Nasenarbeit. Hier hat dein Hund Bewegung und gleichzeitig Nasenarbeit. Der Vorteil ist, dass Bewegungen hier sehr gut kontrolliert werden können und du auch über eine kurze Distanz mit deinem Hund arbeiten kannst.

Den Futterbeutel kannst du deinen Hund sowohl im Haus, als auch im Garten und sogar auf kurzen Gassigängen suchen lassen, um diese etwas aufzupeppen. Beschäftigung für Hunde

Leckerlisuchspiele

Ganz simpel Leckerlis zu verstecken, ist die wohl schnellste und unkomplizierteste Möglichkeit, deinem Hund etwas Beschäftigung zu bieten. Je nachdem, wie erfahren dein Hund ist, kannst du die Suche auf ein Zimmer oder sogar die gesamte Wohnung ausdehnen. Auch im Garten oder auf dem Spaziergang kannst du Snacks verstecken und deinen Hund suchen lassen und so Abwechslung in Spaziergänge bringen. Eine schöne Möglichkeit für ein Leckerlisuchspiel ist, diese in einem mit zerknülltem Zeitungspapier gefüllten Karton zu verstecken und sie deinen Hund heraussuchen zu lassen. Achte bei der Wahl des Kartons immer darauf, dass er der Größe deines Hundes angepasst ist.

Gegenstände suchen lassen beschäftigung für Hunde

Du kannst deinem Hund natürlich auch beibringen, verschiedene Gegenstände zu suchen. Wenn er z.B. ein Lieblingsspielzeug hat, dann kannst du dieses verstecken und ihn suchen lassen.

Tricks lernen lassen

Auch ältere Hunde und solche mit Gelenkerkrankungen können Tricks lernen. Diese sollten natürlich immer ihren körperlichen Bedürfnissen angepasst sein. Du kannst deinem Hund z.B. beibringen, verschiedene Gegenstände in eine Kiste zu räumen und beispielsweise sein Spielzeug wegzuräumen.

Schöne weitere Ideen, mit denen du deinen Hund beschäftigen kannst, wären auch Do as I do oder Clickertraining.

Falls du deinen Hund beschäftigen möchtest und zugleich etwas für seine Gesundheit tun möchtest, dann lege ich dir die Hundefitness Mediathek ans Herz.

Versuche die (vorrübergehende) Immobilität deines Hundes als Chance und nicht als Hindernis zu sehen. Ihr habt die Möglichkeit, beide schöne neue Dinge miteinander zu entdecken und kennenzulernen. Beschäftigung für Hunde

Alles Liebe, Tina

3 Stretching Übungen für deinen Hund – perfekt auch für das Warm Up

3 Stretching Übungen für deinen Hund – perfekt auch für das Warm Up

Stretching Übungen beim Hund sind nicht nur im Hundesport zum Aufwärmen sinnvoll und bilden einen wichtigen Bestandteil des Warm Up. Zugleich kann man Stretching auch nutzen, um bei Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei älteren Hunden und nach Frakturen die Beweglichkeit des Hundes wieder zu verbessern. Bei einem aktiven Stretching wird zum einem die Muskulatur gestretcht, aber auch Bänder, Sehnen und die Gelenkkapsel. Zugleich wird die Gelenkbeweglichkeit gefördert. Stretching Übungen Hund

Zudem kann es helfen, vorhandene Muskelverspannungen lösen und verkürzte Muskeln zu dehnen. Der Muskeltonus wird verbessert. So werden muskuläre Dysbalancen vermieden und somit Fehlhaltungen vorbeugt.

Stretching im Hundesport als Warm Up und Cool Down – deshalb ist es so wichtig Stretching Übungen Hund

Neben den beschriebenen Wirkungsweisen führt das Stretching zudem zu einer Stoffwechselaktivierung und steigert die Durchblutung der Muskulatur. Im Hundesport leistet das Stretchen der Muskulatur als Bestandteil des Aufwärmens einen wichtigen Beitrag dazu, dass das Verletzungsrisiko minimiert wird und die Leistungsfähigkeit des Hundes gesteigert wird. Die Beweglichkeit des gesamten Körpers steigert sich und die koordinative Leistungsfähigkeit wird besser. In der Phase des Cool Downs kann die Muskulatur besser und schneller regenerieren.

Wann man auf Stretching beim Hund verzichten sollte

Auf Stretching Übungen sollte man verzichten beispielsweise, wenn Gelenke entzündet sind, bei Muskelverletzungen, Tumore oder geschwollene Lymphknoten im zu dehnenden Bereich. Auch bei einer Instabilität des zu dehnenden Bereiches, sollte man auf aktives Stretching verzichten. Stretching Übungen Hund

3 Übungen, um den Körper des Hundes zu stretchen

Im Folgenden stelle ich dir verschiedene Übungen zu einem aktiven Stretching verschiedener Bereiche des Hundekörpers vor. Die Übungen können natürlich auf unterschiedlichem Weg aufgebaut werden – z.B. mit einem Clicker, mit Targets, Markerworten oder Leckerlis. Mir liegt es am Herzen, dass du bitte immer positiv mit deinem Hund arbeitest.

Wichtig beim aktiven Stretching ist, dass dein Hund die Bewegung grundsätzlich selbst durchführt. Du solltest also keinesfalls durch Drücken oder ähnlichem „nachhelfen“. Gebe deinem Hund die Möglichkeit, die Übung und die damit verbundenen Bewegungen zu erarbeiten. Das Bewegungsausmaß des trainierten Bereichs wird sich sukzessive und im individuellen Tempo deines Hundes verbessern. Besonders wenn Körperbereiche „eingerostet“ sind und die Beweglichkeit eingeschränkt ist, braucht es etwas Geduld, um sie wieder zu steigern. Der Weg ist das Ziel und bereits der Aufbau der Übung führt dazu, dass dein Hund seinen Körper bewusst einsetzt.

Stretching – Alle Himmelsrichtungen Stretching Übungen Hund

Trainierte Körperbereiche

Nacken-, Hals- und Rückenmuskulatur

Wirkung

Du hältst Muskulatur, Sehnen und Bänder von Hals, Nacken und Rücken elastisch und steigerst die Beweglichkeit deines Hundes. Das ist wichtig, weil sie die Wirbelsäule unterstützen und Stabilität geben. Zusätzlich trainierst du mit dieser Übung die Koordination und das Gleichgewicht.

Wann nicht

Instabilität und Schmerzen in der Wirbelsäule

So geht´s – Aufbau der Übung Stretching Übungen Hund

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition Steh.

Um die Beweglichkeit der Wirbelsäule in alle Richtungen zu fördern, führst du ein Leckerli in Richtung der verschiedenen Gelenke deines Hundes führen. So kannst du ein Leckerli in beide Richtungen in einem engen Bogen in Richtung Schulter oder – etwas tiefer – in Richtung Ellbogen führen. Zudem kannst du ein Leckerli in Richtung der Vorder- und Hinterpfoten, der Knie, Sprunggelenke und Hüften jeweils in beide Richtungen führen. Dein Hund sollte die Position jeweils kurz halten – für etwa 3-5 Sekunden.

Hier kann ein Target helfen, damit dein Hund seine Position auf der Stelle halten kann. Dein Hund darf sich übrigens gern zur Unterstützung an deinen Beinen anlehnen.

Variation der Übung

Manchen Hunden ist es unangenehm, wenn du über ihnen stehst. In diesem Fall empfehle ich dir, dich vor oder neben deinen stehenden Hund zu hocken und das Leckerli von dort aus zu führen. Stretching Übungen Hund

Tipp: Wenn dein Hund den Nasentouch beherrscht, kannst du ihn auch statt des Leckerlis nutzen, um die Position zu halten.

Stretching – Auf den Hinterbeinen stehen

Trainierte Körperbereiche

Vorderbein- und Schultermuskulatur, Rückenmuskulatur, Hinterläufe und Kruppenmuskulatur

Wirkung

Das Auf den Hinterbeinen Stehen ist ein effektives Stretching der Muskeln der Vorderläufe sowie der Schulter, des Rückens und der Hüfte. Zudem wird die Muskulatur der Hinterbeine und des unteren Rückens gestärkt sowie die Balance und Koordination des gesamten Körpers gefördert.

Wann nicht

Instabilität und Schmerzen im unteren Rücken oder in den Hinterläufen

So geht´s  – Aufbau der Übung

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition Steh oder Sitz. Du stehst vor deinem Hund und ihr schaut euch an. Animiere deinen Hund (mithilfe eines Leckerlis), sich an dir hochzustellen. Dein Hund soll sich möglichst mit gestreckten Vorderläufen an dir aufstellen, damit der Stretchingeffekt am größten ist. Diese Position sollte er für etwa 3-5 Sekunden halten. Anschließend gibst du deinem Hund das Signal, wieder zurück in die Ausgangshaltung zu gehen und belohnst ihn. Wenn dein Hund verstanden hat, was du bei der Übung von ihm möchtest, kannst du das Leckerli auch sukzessive weglassen und mit einem Sicht- und Wortsignal arbeiten.

Falls du nicht möchtest, dass dein Hund an dir hochspringt, kannst du ihn auch motivieren, sich an eine Mauer, einen Baum o. Ä. hochzustellen.

Variation der Übung

Wenn dein Hund die Übung sicher beherrscht, kannst du sie auch auf einem flexiblen Untergrund wie einem Balance Pad o.ä. durchführen.

Stretching – Verbeugen Stretching Übungen Hund

Trainierte Körperbereiche

Gesamter Körper, besonders Muskulatur der Hintergliedmaßen und unterer Rücken

Wirkung

Das Verbeugen trainiert die Beweglichkeit der Vordergliedmaßen und der Brustwirbelsäule, stretcht die Muskulatur der Vorderläufe und Schultern. Zusätzlich werden die Tiefenmuskulatur und Koordination des Hundes gefördert.

So geht´s – Aufbau der Übung

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition Steh. Dein Hund soll nun mit den Vorderkörper in die Tiefstellung gehen, so als würde er eine Spielaufforderung machen. Dafür führst du ein Leckerli vor der Nase deines Hundes nach unten in Richtung seiner Vorderläufe. Sobald er seine Vorderläufe beugt, belohnst du ihn (du kannst hier auch mit Markerwort/Clicker arbeiten) und führst sofort das nächste Leckerli wieder nach oben, so dass er wieder in der Ausgangsposition ist.

Diese Bewegung wiederholst du mehrmals und versuchst deinen Hund schrittweise weiter nach unten zu locken. Sein Po sollte dabei oben bleiben. Wenn dein Hund die Bewegung sicher durchführt, kannst du das Leckerli schrittweise weglassen und ein Hand- und Wortsignal einführen. Belohne ihn dann entsprechend erst nach jeder Wiederholung. In der Verbeugung sollte er für etwa 5-7 Sekunden verbleiben.

Tipp: Wenn dein Hund dazu neigt, mit dem Po runterzugehen, kannst du als Hilfe eine Hand unter seinen Bauch halten.

Variation der Übung

Wenn dein Hund die Übung sicher beherrscht, kannst du die Dauer steigern, in der er in der Verbeugung bleibt.

Qualität statt Quantität

Wie bei allen Übungen aus dem Fitness– und Bewegungstraining beim Hund ist es wichtig, dass du dir Zeit nimmst, die Übungen langsam und möglichst präzise aufzubauen. Je präziser dein Hund in der Durchführung der Übung ist, desto größer ist der Effekt. Dein Hund sollte immer die Möglichkeit bekommen, mitzudenken und sich die Übung zu erarbeiten. Weiterhin kommt es bei den Übungen nicht auf die Quantität sondern auf die Qualität an, mit der dein Hund sie durchführt. Stretching Übungen Hund

Nun wünsche ich dir und deinem Hund viel Freude beim Ausprobieren der Übungen!

PS: Wenn du noch mehr Übungen aus der Welt des Hundefitness kennenlernen möchtest, dann empfehle ich dir meine Hundefitness Mediathek! Dort findest du mehr als 50 verschiedene Videoanleitungen mit Übungen rund um das Hundefitnesstraining – Muskelaufbau, Beweglichkeit, Koordination, Stretching, isometrische Übungen, u.v.m..

Alles Liebe, deine Tina

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