Das Steh Training beim Hund – warum die Position Steh die Basis für Bewegung (-straining) ist

Das Steh Training beim Hund – warum die Position Steh die Basis für Bewegung (-straining) ist

Das Steh Training beim Hund – viele Hundehalter kennen es als Signal für das Stehenbleiben z.B. vor dem Überqueren einer Straße. Aber seien wir mal ehrlich: Niemand achtet doch wirklich darauf, wie der Hund steht, oder?!

Man geht einfach davon aus, dass der Hund es kann und mit dem Steh einfach „ausgestattet“ ist. Das stimmt auch grundsätzlich. Aber es bedeutet nicht, dass der Hund dabei dann auch richtig steht. Das verhält sich eigentlich genauso, wie das Sitzen beim Hund. Auch hier denken wir, dass der Hund das schon kann. Wenn man aber genau hinschaut, sieht man, dass viele Hunde im Sitz nicht gerade sitzen, mit dem Po auf die Seite rutschen, einen Lauf abwinkeln, einen runden Rücken machen, etc..

Ähnlich verhält es sich beim Steh. Auch hier ist es häufig so, dass der Hund nicht wirklich ausbalanciert steht, die Läufe sind nicht sauber und paarig, parallel ausgerichtet. Der Hund steht wie ein Schluck Wasser in der Kurve.

Ist es nicht egal, wie der Hund steht?

Nein, denn wenn der Hund nicht sauber stehen kann, dann ist er nicht ausbalanciert und sein Körper nicht im Gleichgewicht. Das korrekte Stehen ist die Basis für korrekte Bewegungen und auch die Basis dafür, dass man korrektes und effizientes Bewegungs- und Fitnesstraining mit seinem Hund machen kann. Denn wie soll der Hund eine Übung sauber durchführen, wenn er nicht korrekt Stehen oder Sitzen kann. Wenn die Ausgangsposition nicht stimmig ist, kann die Bewegung, die wir im Anschluss durchführen möchten, auch nicht korrekt sein.

Schon aus diesem Grund ist die Übung Steh ein Bestandteil in jedem meiner Online Kurse zum Bewegungstraining. Und ich weiß, dass sie gern mal vernachlässigt wird. Sie sieht ja nicht so spektakulär aus. Genau wie das korrekte Sitzen. Als Feedback bekomme ich hier dann zu hören: „Mein Hund kann stehen und sitzen, warum soll ich das als Übung machen! Ich will etwas neues lernen!“.

Wenn ich dann darum bitte, mir doch Videosequenzen zu senden, in denen der Hund steht oder sitzt, dann überrascht mich das Ergebnis häufig nicht. Klar, der Hund kann stehen oder sitzen. Nur nicht richtig. Wenn ich mit dem Hundehalter dann gemeinsam die Grundpositionen des Hundes analysiere, schärft sich hier der Blick und es entsteht ein Bewusstsein dafür, wie sehr der Vierbeiner wie ein „Schluck Wasser in der Kurve“ steht oder sitzt.

Das Training der Position Steh – sieht einfacher aus, als es ist

Mit dem Bewusstsein für die Bewegungen des eigenen Hundes kommt dann auch immer schnell die Erkenntnis, dass es gar nicht so einfach für den Hund ist, ein korrektes Stehen zu trainieren. Es braucht Zeit und Geduld, dass Bewusstsein des Hundes für die Position/Lage seines Körpers und seiner Gliedmaßen im Raum zu schulen und seine Bewegungen und seine Körperhaltung sukzessive zu verändern.

Dies geht nicht von heute auf morgen, sondern nur über kontinuierliche Wiederholungen der Position. Du möchtest gern das richtige und gesunde Stehen mit deinem Hund trainieren? Dann stelle ich dir hier die Übung aus meinen Online Kursen vor:

Steh Training beim Hund als Übung aus dem Bewegungstraining – so lernt dein Hund korrekt zu stehen

Equipment: Eventuell eine kleine Erhöhung als räumliche Begrenzung

Steh Training beim Hund

Steh Training beim Hund

So geht´s

Die Anfangsposition ist das Sitz. Gebe deinem Hund das Signal vom Sitz ins Steh zu wechseln. Dein Hund sollte mit allen vier Läufen sauber stehen. Das bedeutet, seine Vorderläufe paarig nebeneinander und auch die Hinterläufe paarig nebeneinander. Kein Lauf sollte ausgestellt sein. Das Gewicht sollte gleichmäßig auf seinen Läufen verteilt sein.

Aufgabe ist, dass dein Hund ruhig und ausbalanciert auf allen vier Läufen steht. Der Kopf sollte in Verlängerung der Wirbelsäule getragen werden und die Wirbelsäule sollte eine gerade Linie bilden. Was sich so einfach anhört, ist komplex für den Hund.

Steht er ruhig und korrekt, belohne dies. Im Verlauf des Trainings kannst du dann auch ein Wort- und Sichtsignal einbauen. Löse dann die Übung auf, bevor du eine neue Wiederholung startest. Ziel ist es, dass dein Hund ruhig steht und sich von selbst in der Position seiner Pfoten ausrichtet und ausbalanciert. Halte deinen Hund zu Beginn nur kurz in der Position – für wenige Sekunden – in der Position, bevor du sie auflöst.

Als Unterstützung hilft es vielen Hunden auf einer niedrigen, ausreichend großen, festen Erhöhung zu stehen, die eine räumliche Begrenzung bietet. Alternativ kannst du auch einfach eine Begrenzung vor seine Vorderpfoten legen, die ihn am Vorgehen hindert.

Steh Training beim Hund macht immer Sinn!

Das bewusste Training des Stehens ist übrigens auch für gesunde Hunde, die sauber stehen eine gute Übung, da so gesunde und richtige Bewegungen und die Position des Körpers im Raum kontinuierlich trainiert und erhalten werden.

Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren der Übung! Du hast Fragen? Dann schreibe mir gern eine Email und wir tauschen uns aus (tina@doggy-fitness.de).

Alles Liebe,

deine Tina

Bewegungstraining bei Hüftdysplasie und Hüftarthrose beim Hund – mit diesen 2 Übungen stärkst du gezielt die Hüfte & Hinterhand deines Hundes

Bewegungstraining bei Hüftdysplasie und Hüftarthrose beim Hund – mit diesen 2 Übungen stärkst du gezielt die Hüfte & Hinterhand deines Hundes

Nachdem ich kürzlich schon zwei aktive Übungen vorgestellt habe, die du bei Rückenproblemen deines Hundes nutzen kannst, stelle ich dir in diesem Artikel zwei aktive Übungen aus dem Bewegungstraining zur Stärkung der Hüfte vor. Die Hüftdysplasie und die Hüftarthrose sind sehr häufige Gelenkerkrankungen beim Hund. Beide treten übrigens oft in Kombination mit Rückenproblemen, wie Spondylose auf. Diers liegt vor allem daran, dass durch den LSÜ Twist in der Hüftbewegung – was wir umgangssprachlich als Hüftschwung beim Hund bezeichnen – eine unphysiologische Bewegung in der Lendenwirbelsäule entsteht. Bewegungstraining bei Hüftdysplasie

Das passiert bei Hüftproblemen beim Hund

Der LSÜ Twist ist übrigens eines der klassischen Symptome, die auf ein Hüftproblem beim Hund hinweisen. Viele Hundehalter finden es lustig, wenn ihr Hund besonders im Schritt Tempo ausgeprägt mit dem Po hin und her wackelt. Ohne zu wissen, dass dies ein deutlicher Hinweis auf ein Hüftproblem ist.

Bei Hüftdysplasie ist das Problem, dass das Hüftgelenk nicht kongruent ist. Das bedeutet, dass die beiden Gelenkpartner Hüftpfanne und Hüftkopf nicht optimal zueinander passen. Das sorgt zum einen für eine Instabilität im Gelenk, zum anderen entsteht schmerzhafte Arthrose.

Bei aktiven Bewegungsübungen sollte also im Fokus stehen, dass man zum einen durch eine gute Muskulatur dem Hüftgelenk Stabilität gibt. Zum anderen sollte die Gelenkbeweglichkeit erhalten, bzw. gefördert werden, um das Fortschreiten der Arthrose im Gelenk zu verzögern bzw. zu verhindern. Zudem ist es wichtig, ein möglichst normales Gangbild zu trainieren.

Um das zu erreichen ist natürlich eine Kombination aus verschiedenen aktiven Bewegungsübungen notwendig. Dennoch möchte ich dir zwei Übungen vorstellen, die auch fester Bestandteil in meinem Hüftfit Kurs sind. Hiermit kannst du schon mal erste Schritte im Bewegungstraining machen und damit beginnen, deinen Hund damit zu unterstützen. Bitte bedenke, dass die vorgestellten Übungen weder einen Tierarztbesuch ersetzen, noch eine Behandlung durch einen Physiotherapeuten oder ein gezieltes aktives Bewegungstraining.

Zwei Übungen aus dem Bewegungstraining bei Hüftproblemen

M11 – Isometrisches Training hinten Bewegungstraining bei Hüftdysplasie

Trainierte Bereiche: Hinterläufe und unterer Rücken

Wirkung

Stärkung der Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens. Gleichzeitig werden Körpergefühl, Balance und Koordination trainiert. Mit isometrischen Übungen trainiert man sehr effektiv die Muskulatur. Es ist eine besondere Form des Krafttrainings, da man die Muskulatur anspannt, ohne dass sie oder ein Gelenk dafür bewegt werden muss. Dein Hund arbeitet gegen den Widerstand der Hand oder gegen die Schwerkraft.

Wann nicht

Keine Einschränkung

So geht´s

Ausgangsposition für alle Varianten: Dein Hund befindet sich im Steh, auf einem ebenen, rutschfesten Untergrund

Variante A: Hocke dich hinter deinen stehenden Hund und lege deine Hände seitlich auf seine Oberschenkel. Übe mit der linken Hand leichten, gleichbleibenden Druck auf den Oberschenkel aus, bis du spürst, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position für die im Trainingsplan angegebene Zeit, ohne nachzufedern oder den Druck zu erhöhen. Lasse langsam wieder los und übe mit der rechten Hand einen leichten Druck auf den anderen Oberschenkel aus, bis du wieder spürst, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position so lange, wie im Trainingsplan angegeben, und lasse anschließend langsam los.

Isometrisches Training Hund Hinterhand

Isometrisches Training Hund Hinterhand

Variante B: Als Nächstes umfasst du die Oberschenkel vorne. Ziehe ganz leicht in deine Richtung, als würdest du deinen Hund zu dir ziehen wollen, bis du merkst, dass dein Hund gegenhält. Halte für die angegebene Dauer und lasse wieder locker.

Isometrisches Training Hund Hinterhand

Isometrisches Training Hund Hinterhand

Variante C: Nun legst du deine Hände flach auf den unteren Rücken/Po deines Hundes, als würdest du ihn in den Sitz drücken. Übe leichten Druck nach unten aus, bis du spürst, dass dein Hund gegenhält, und halte wieder für die im Plan angegebene Dauer. Lasse dann langsam wieder locker.

Isometrisches Training Hund Hinterhand

Isometrisches Training Hund Hinterhand

Es ist wichtig, dass der Druck, den du ausübst, sehr fein ist und nie ruckartig passiert. Gebe deinem Hund zwischendurch die Möglichkeit, sich zu lockern.

Trainingsempfehlung Bewegungstraining bei Hüftdysplasie

Auch wenn isometrische Übungen nach wenig aussehen, sind sie für den Hund sehr anstrengend. Beginne mit 2-3 Wiederholungen á 2-3 Sekunden.

M3 – Steh Sitz Transfer

Trainierte Körperbereiche: Hinterläufe und unterer Rücken

Wirkung

Der Steh Sitz Transfer ist ein sehr effektives Kraft- und Beweglichkeitstraining für die Hinterläufe deines Hundes. Zudem wird die Muskulatur des unteren Rückens trainiert.

Wann nicht Bewegungstraining bei Hüftdysplasie

Schmerzen oder Instabilität des Hinterlaufs, versteifte Gelenke oder Versteifung des unteren Rückens

So geht´s

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition Sitz und du stehst vor deinem Hund – mit dem Blick zueinander. Dein Hund sollte möglichst gerade sitzen und nicht auf die Seite rutschen oder einen Lauf bequem abwinkeln. Ziel ist eine möglichst hohe Körperspannung.

Steh Sitz Transfer - Doggy Fitness

Steh Sitz Transfer – Doggy Fitness

Steh Sitz Transfer - Doggy Fitness

Steh Sitz Transfer – Doggy Fitness

Gebe deinem Hund nun das Signal vom Sitz ins Steh zu wechseln. In dieser Bewegung sollte er den Schwung möglichst aus den Hinterläufen nehmen und sich nicht über die Vorderläufe nach oben ziehen. Unterstützen kannst du die Bewegung deines Hundes damit, dass du selbst eine kleine Bewegung nach hinten machst und ihn mit einem Leckerli lockst. Achte darauf, dass der Abstand zwischen dir und deinem Hund nicht zu groß ist, sonst motiviert ihn das im Umkehrschluss eine deutliche Vorwärtsbewegung zu machen. In der Position Steh belohnst du dann deinen Hund. Du kannst ihn aus dieser Position nun wieder ins Sitz bringen für die nächste Wiederholung der Übung. Bewegungstraining bei Hüftdysplasie

So ist sichergestellt, dass wir gezielt die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens trainieren und eine physiologische Belastung des Hundekörpers trainieren.

Ein sauberer Wechsel vom Sitz ins Steh und umgekehrt ist für die meisten Hunde schwieriger als wir denken. Gebe deinem Hund daher die Möglichkeit seine Bewegungsabläufe im Verlauf des Trainings zu verbessern. Kontinuierliche Wiederholungen schulen das Bewusstsein für korrekte Bewegungsabläufe.

Extratipp: Es hilft vielen Hunden sehr, wenn sie die Übung auf einer fest umrissenen, leicht erhöhten Fläche durchführen, wie z.B. einem Target oder einem Stepper.

Trainingsempfehlung

Die Übung sieht sehr einfach aus, bedeutet aber eine hohe Körperspannung für deinen Hund und eine große Anstrengung für die korrekte Ausführung. Beginne mit 2-3 Wiederholungen.

Dein Hund leidet unter Hüftproblemen und du möchtest ihn gern intensiver unterstützen? Melde dich gern bei mir und wir tauschen uns aus, wie du ihm helfen kannst!

Alles Liebe, Tina

 

 

Rückentraining für Hunde – mit diesen zwei Übungen stärkst du die Muskulatur und förderst die Beweglichkeit

Rückentraining für Hunde – mit diesen zwei Übungen stärkst du die Muskulatur und förderst die Beweglichkeit

Viele Hunde haben im Verlaufe ihres Lebens Rückenprobleme und Hundehalter möchten ihre Vierbeiner mit einem gezielten Rückentraining für Hunde unterstützen.

Ich bin sehr froh, dass unter Hundehaltern mittlerweile ein größeres Bewusstsein für den Rücken ihres Hundes und damit mögliche Probleme bzw. Erkrankungen gegeben ist. Noch vor wenigen Jahren waren Erkrankungen wie beispielsweise Spondylose eher Zufallsbefunde und Vierbeiner haben sich vielfach über einen langen Zeitraum mit Rückenschmerzen gequält, obwohl sie ihrem Menschen doch deutliche Symptome gezeigt haben.

Im Bewegungstraining sind die Möglichkeiten und Übungen sehr vielfältig, vor allem aber auch abhängig davon, was man trainieren möchte. Wenn man beispielsweise einen Sporthund hat, dessen Rückenmuskulatur gestärkt werden soll, aber keine Erkrankungen der Wirbelsäule vorliegen, können andere Übungen Sinn machen, als bei einem Hund mit Spondylose, nach einem Bandscheibenvorfall oder bei einem Cauda Equina Compressions Syndrom. Hier muss dann natürlich entsprechend Rücksicht auf die Erkrankung der Wirbelsäule genommen werden.

Das ist wichtig bei Rückenübungen für Hunde

In diesem Artikel stelle ich dir zwei Übungen vor, die dein Hund leicht erlernen kann und die man gezielt einsetzen kann, um zum einen die Flexibilität der Wirbelsäule und der Muskulatur zu erhöhen und zwar mittels einem aktiven Stretching. Auf der anderen Seite stärken die Übungen die Rückenmuskulatur und geben so der Wirbelsäule Stabilität. Rückentraining für Hunde

Die Kombination aus beiden Faktoren ist sehr wichtig, denn eine verkürzte Muskulatur und bei einer eingeschränkten Beweglichkeit kann man nicht wirklich gezielt Muskulatur aufbauen.

Beide Übungen sind Bestandteile eines effektiven Trainings und ich nutze sie sehr gern in meinen Kursen, besonders im Rückenfit Kurs. Sie bieten dir einen Einstieg und einen Einblick in das Bewegungstraining, ersetzen allerdings keinen Besuch beim Tierarzt oder ein gezieltes Training.

Rückentraining für Hunde – 2 aktive Übungen aus meinen Kursen

K9 – Umrunden

Umrunden B

Trainierte Körperbereiche

Rückenmuskulatur Rückentraining für Hunde

Wirkung

Das Umrunden ist ein intensives, aktives Stretching der Rückenmuskulatur. Zusätzlich werden Balance und Koordination des gesamten Körpers sowie gleichmäßige Belastung beider Körperseiten gefördert.

So geht’s

Umrunden a

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition „Steh“ vor dir. Locke nun deinen Hund mit einem Leckerli in der rechten Hand rechts um deine Beine herum. Wenn dein Hund hinter dir ist, kommt deine linke Hand zum Einsatz und du holst ihn hinter dir mit dem Leckerli in deiner linken Hand ab und führst ihn wieder vor dich. Die Übung kannst du natürlich auch im nächsten Schritt mit einem Signalwort aufbauen und das Leckerli nach der Hälfte des Weges weglassen. So wird die Bewegung dann immer flüssiger. Achte darauf, dass dein Hund in beide Richtungen läuft, damit beide Körperhälften gleichmäßig trainiert werden.

Übrigens: Es ist nicht außergewöhnlich, wenn du feststellst, dass das Umrunden deinem Hund in eine der beiden Richtungen leichter fällt. Auch Hunde haben eine Schokoladenseite. Über das kontinuierliche Training kannst du die schwächere Seite allerdings stärken.

Trainingsempfehlung

Starte mit 2-3 Umrundungen pro Richtung.

S4 – Sit Pretty Rückentraining für Hunde

Sit pretty b

Trainierte Körperbereiche

Schultermuskulatur und Vorderläufe, Nacken-, Rücken- und Kruppenmuskulatur

Wirkung

Stretching von Nacken- sowie Rückenmuskulatur, Training der Muskulatur der Vorderläufe und der Schultern, der Muskulatur des Rückens und der Kruppe, Balance und Koordination des gesamten Körpers

So geht´s

Sit pretty a

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition „Sitz“. Du stehst neben deinem Hund und ihr schaut in die gleiche Richtung. Halte ein Leckerli dicht über die Nase deines Hundes und führe es sehr langsam senkrecht ein wenig nach oben, sodass dein Hund sich danach streckt. Achte darauf, dass er nicht aufspringt; wenn das passiert, warst du zu schnell bzw. dann hältst du das Leckerli zu hoch. Optimal ist die Übung ausgeführt, wenn dein Hund nicht nur den Hals streckt, sondern sich mit den Vorderpfoten leicht auf die Zehenspitzen stellt. Halte die Position für etwa 3 Sekunden. Führe das Leckerli langsam wieder in die Ausgangsposition bevor du deinen Hund belohnst.

Tipp: Wenn es deinem Hund schwerfällt, auf der Stelle sitzen zu bleiben, dann kannst du dir auch ein Target zur Hilfe nehmen, auf das er seine Vorderpfoten stellt. Alternativ zum Training mit dem Leckerli kannst du auch mit dem Nasentouch arbeiten, falls er deinem Hund vertraut ist.

Variante: Beherrscht dein Hund die Übung sicher, kann er mit seinen Vorderpfoten auch auf einem flexiblen Untergrund stehen, um den Trainingseffekt der Übung zu steigern.

Trainingsempfehlung Rückentraining für Hunde

Die Übung sieht sehr einfach aus, bedeutet aber eine hohe Körperspannung für deinen Hund und eine große Anstrengung. Beginne mit 2-3 Wiederholungen á 3 Sekunden.

Dein Hund leidet unter Rückenproblemen und du möchtest ihn gern intensiver unterstützen? Melde dich gern bei mir und wir tauschen uns aus, wie du ihm helfen kannst! Rückentraining für Hunde

Alles Liebe, Tina

HAPPYFIT 2.0 Hundefitness – gratis 6 Tage-Trainingsplan und Übungsanleitungen für deinen Hund!

HAPPYFIT 2.0 Hundefitness – gratis 6 Tage-Trainingsplan und Übungsanleitungen für deinen Hund!

Das Thema Hundefitness und Bewegungstraining wird bei Hundehaltern immer beliebter. Ich begeistere mich schon seit einigen Jahren damit und für mich ist es mein absoluter Schwerpunkt in meiner Arbeit mit Hunden geworden. Es fasziniert mich immer wieder, wie man schon mit wenigen, einfachen Übungen die Gesundheit und Basisfitness des Hundes stärken kann.

Hundefitness – ist das was für meinen Hund?!

Auf jeden Fall! Hundefitness ist nicht nur ein Thema für gesunde Hunde. Man kann es perfekt für wirklich jeden Hund nutzen. Ganz gleich ob präventiv zur Förderung der allgemeinen Fitness beim gesunden Hund oder Sporthund, für ältere Hunde, um die Mobilität wieder zu fördern, bei Vierbeinern mit Gelenkproblemen oder für junge Hunde, um ihnen von Beginn an ein gutes Körpergefühl zu geben.

Ich freue mich über jeden einzelnen Hundehalter, den ich für das Thema Bewegungstraining oder auch Fitnesstraining begeistern kann. Das Tolle ist nämlich, dass du es nach entsprechender Instruktion durch eine Fachfrau/einen Fachmann auch regelmäßig selbst mit deinem Hund machen kannst.

Hierbei ist es zum einen wichtig, dass du genau weißt, wie du die Übungen durchführst, aber auch welche Übungen für die körperlichen Bedürfnisse deines Hundes passend sind. Zusätzlich solltest du nicht willkürlich trainieren, sondern einen passenden Trainingsplan haben, in dem Übungen sinnvoll miteinander kombiniert werden und auch eine passende Anzahl an Wiederholungen für jede Übung definiert werden. Du brauchst also Struktur.

Möchtest du auch gerne einen Einstieg in das Thema finden und bist noch nicht sicher, ob dein Hund mitmacht und Spaß daran hat? Hundefitness

Ich finde es toll, dass du offen für das Thema bist! Damit du einen ersten Einblick in das Thema bekommst, stelle ich dir hier einige Übungen aus dem Hundefitness Training vor. Diese Übungen sind für jeden Hund geeignet und du kannst sie leicht nachmachen. Damit du auch eine entsprechende Struktur für dein Training hast, kannst du dir kostenfrei noch den passenden 6 Tage HAPPYFIT Trainingsplan herunterladen! HIER HAPPYFIT TRAININGSPLAN HERUNTERLADEN.

Mit diesen Übungen gewähre ich dir gleichzeitig einen kleinen Einblick in meine Online Kurse zum Fitness- und Bewegungstraining für Hunde, die du zu verschiedenen Themen auf Doggy Fitness findest. Wenn du Freude am Training gefunden hast und weitermachen möchtest, aber noch unsicher bist, welcher Kurs für deinen Hund passt, melde dich jederzeit gern bei mir und wir können uns austauschen: tina@doggy-fitness.de . Hundefitness

Einige wichtige Punkte zum Training:

  • Du benötigst kein Equipment, sondern kannst Dinge aus deinem Haushalt nutzen
  • Achte immer auf einen rutschfesten Untergrund, damit dein Hund stabil steht
  • Berücksichtige immer die Tagesform deines Hundes. Wie wir Menschen sind unsere Hunde nicht immer gleich gut drauf
  • Arbeite immer positiv mit deinem Hund. Bestrafung ist tabu. Zwinge deinen Hund auch nicht, wenn er ausweicht!
  • Halte dich bitte an die im Trainingsplan angegebene Anzahl von Wiederholungen – mehr hilft nicht mehr
  • Was für dich so einfach aussieht, ist für deinen Hund durchaus anstrengend – Leistungsdruck ist tabu. Es geht um bewusstes Bewegungstraining, im Sinne der Gesundheit

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K2 – Slalomlaufen durch die Beine Hundefitness

Wirkung

Beim Slalomlaufen durch die Beine werden eine gleichmäßige Belastung aller vier Läufe, ein gesunder Bewegungsablauf sowie Balance und Koordination trainiert. Gleichzeitig wird die Beugung der Wirbelsäule intensiviert und die Muskulatur des Rückens und der Läufe gestärkt.

Wann nicht

Instabilität oder Schmerzen in der Wirbelsäule

So geht´s

Für das Achtenlaufen durch die Beine stellst du dich mit gegrätschten Beinen hin und lockst deinen Hund mit einem Leckerli zwischen deinen Beinen hindurch und außen um deine Beine herum. Dies solltest du in beide Richtungen durchführen, damit dein Hund seine Wirbelsäule in beide Richtungen stretcht. Hat dein Hund verstanden, was er machen soll, lässt du das Leckerli weg und lockst deinen Hund mit der Handbewegung und kannst auch ein  Wortsignal ergänzen. Belohne deinen Hund dann immer, wenn er eine ganze Acht gelaufen ist, damit der Bewegungsablauf möglichst flüssig ist.

K4 – Balance Training auf der Decke

Wirkung

Das Balance Training fördert gezielt die Koordination, das Gleichgewicht und ein gutes Körpergefühl deines Hundes. Zugleich wird mit der Übung das Vertrauen in seinen Körper und die gesamte Muskulatur gestärkt.

Equipment

Decke oder großes Handtuch

So geht´s

Für die Übung nimmst du dir ein größeres Handtuch oder eine Decke – je nach Größe deines Hundes. Dein Hund soll sich dann etwa mittig auf diese Decke stellen. Nun beginnst du leicht und langsam an unterschiedlichen Ecken der Decke oder des Handtuchs leicht zu ziehen. Dein Hund muss so den Belastungsschwerpunkt von einem Lauf auf den anderen geben und sich ausbalancieren. Zusätzlich nimmt er so seinen Körper gesamthaft wahr. Die Übung ist für deinen Hund anstrengender, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Starte mit einer Einheit von 20-30 Sekunden und steigere die Einheiten dann langsam.

M1 – Pfote geben

Wirkung

Das Pfote geben eignet sich, um die Beweglichkeit des Ellbogens zu fördern. Auch die Muskulatur des gesamten Vorderlaufes wird trainiert. Zusätzlich förderst du die Koordination deines Hundes, da er beim wechselweisen Pfote geben sein Gleichgewicht verlagern muss. Hundefitness

Wann nicht

Schmerzen im Vorderlauf, bei versteiften Ellbogengelenken

So geht´s

Dein Hund sollte sich zunächst in der Grundposition Sitz befinden. Wenn dein Hund den Trick Pfote geben bereits kennt, lässt du dir nun abwechseln beide Vorderpfoten in verschiedenen Höhen geben.

Kennt dein Hund den Trick noch nicht, kannst du die Übung folgendermaßen aufbauen:

Dein Hund befindet sich in der Anfangsposition Sitz. Nehme nun ein Leckerli in eine Hand und halte sie in Höhe der Handgelenke deines Hundes vor ihn. Dein Hund wird nun Interesse an deiner Hand und dem versteckten Leckerli zeigen. Versucht er, es mit der Nase zu erlangen, ignorierst du dies. Wenn dein Hund mit der Pfote deine Hand berührt, lobst du ihn (oder clickst das Verhalten) und gibst ihm das Leckerli.

Das wiederholst du, bis dein Hund eine Pfote sicher hebt. Im nächsten Schritt motivierst du ihn, seine Pfoten abwechselnd zu geben, indem du deine Hand vor seinen jeweiligen Lauf hältst. Funktioniert auch das, bietest du ihm nicht mehr die geschlossene Hand mit dem Leckerli, sondern deine offene flache Hand, in die er seinen Vorderlauf legt. Du kannst die Übung nun auch mit einem Wortsignal verbinden. Er sollte die Position der gehobenen Pfote 2-4 Sekunden halten.

M3 – Steh Sitz Transfer

Wirkung

Der Steh Sitz Transfer ist ein sehr effektives Kraft- und Beweglichkeitstraining für die Hinterläufe deines Hundes. Zudem wird die Muskulatur des unteren Rückens trainiert.

Wann nicht

Schmerzen oder Instabilität des Hinterlaufs, versteifte Gelenke oder Versteifung des unteren Rückens

So geht´s

Dein Hund befindet sich in der Ausgangsposition Sitz und du stehst vor deinem Hund – mit dem Blick zueinander. Dein Hund sollte möglichst gerade sitzen und nicht auf die Seite rutschen oder einen Lauf bequem abwinkeln. Ziel ist eine möglichst hohe Körperspannung.

Gebe deinem Hund nun das Signal vom Sitz ins Steh zu wechseln. In dieser Bewegung sollte er den Schwung möglichst aus den Hinterläufen nehmen und sich nicht über die Vorderläufe nach oben ziehen. Unterstützen kannst du die Bewegung deines Hundes damit, dass du selbst eine kleine Bewegung nach hinten machst und ihn mit einem Leckerli lockst. Achte darauf, dass der Abstand zwischen dir und deinem Hund nicht zu groß ist, sonst motiviert ihn das im Umkehrschluss eine deutliche Vorwärtsbewegung zu machen. In der Position Steh belohnst du dann deinen Hund. Du kannst ihn aus dieser Position nun wieder ins Sitz bringen für die nächste Wiederholung der Übung.

So ist sichergestellt, dass wir gezielt die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens trainieren und eine physiologische Belastung des Hundekörpers trainieren.

Ein sauberer Wechsel vom Sitz ins Steh und umgekehrt ist für die meisten Hunde schwieriger als wir denken. Gebe deinem Hund daher die Möglichkeit seine Bewegungsabläufe im Verlauf des Trainings zu verbessern. Kontinuierliche Wiederholungen schulen das Bewusstsein für korrekte Bewegungsabläufe.

Extratipp: es hilft vielen Hunden sehr, wenn sie die Übung auf einer fest umrissenen, leicht erhöhten Fläche durchführen, wie z.B. einem Target oder einem Stepper.

M9 – Mikado – Cavaletti Training

Wirkung

Beim Cavalettitraining Mikado werden die Gelenkbeweglichkeit und die Muskulatur aller vier Läufe trainiert. Mittels langsamer, bewusster Bewegungen werden ein gesunder Bewegungsablauf, Balance und Koordination des gesamten Hundekörpers gefördert.

Wann nicht

Bei versteiften Gelenken

Equipment

4–7 Hindernisse wie Äste, Stangen, Besenstiele

So geht´s

Dein Hund sollte für die Mikado Variante, die Basisvariante des Cavalettitrainings sicher beherrschen.

Für die Mikado Variante nimmst du 4-7 Hindernisse wie Cavaletti Stangen, Besenstiele oder Äste und ordnest diese wie ein Mikado Spiel an. Die Stangen liegen also in unterschiedlichen Abständen und Höhen und auf relativ engem Raum. Aufgabe ist nun, dass dein Hund langsam und bewusst Pfote für Pfote über die Stangen klettert

M15 – Pfoten anheben

Wirkung

Die Übung ist ein effektives Muskeltraining, ohne dass eine aktive Gelenkbewegung nötig ist. Daher spricht man von einer isometrischen Übung (Muskelstärkung ohne aktive Bewegung des Gelenks). Zusätzlich trainierst du das Körpergefühl, die Koordination und die Balance deines Hundes.

Wann nicht

Keine Einschränkung

So geht´s

Dein Hund ist in der Ausgangsposition Steh. Du hockst zunächst vor oder neben ihm. Greife nun einen Vorderlauf (oberhalb der Pfote) und hebe ihn für die im Trainingsplan angegebene Zeit an. Setze die Pfote ab, greife den anderen Vorderlauf und hebe das Bein ebenfalls leicht an und halte die Position. Hundefitness

Hocke dich nun hinter deinen stehenden Hund. Hebe den einen Hinterlauf – ebenfalls oberhalb der Pfote – an und beuge den Lauf leicht, so wie du es machst, wenn du deinem Hund die Pfote abtrocknest. Halte die Pfote für die im Trainingsplan angegebene Dauer.

Auch wenn die Übung einfach aussieht, Effekt und Anstrengung sind hoch, gerade wenn dein Hund einen Schwachpunkt im Bewegungsapparat hat.

Beim Anheben des Laufs kräftigst du durch die Gewichtsverlagerung die Muskulatur der übrigen drei Läufe und dein Hund muss die Verlagerung des Körperschwerpunktes ausgleichen.

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Ich wünsche dir und deinem Hund viel Freude beim Training!

Alles Liebe, deine Tina

Hundefitness-Training vs. Tricktraining – was sind die Unterschiede?

Hundefitness-Training vs. Tricktraining – was sind die Unterschiede?

In letzter Zeit bin ich häufiger gefragt worden, wo der Unterschied zwischen Hundefitness–Training bzw. Bewegungstraining und dem Tricktraining ist. Grundsätzlich hat beides eigentlich nicht viel miteinander zu tun, bzw. Ziel und Fokus sind völlig unterschiedlich. Beim Tricktraining geht es vorrangig um “Spaß”, Hobby, Beschäftigung und Auslastung. Das soll nicht abwertend klingen – im Gegenteil – es ist für die Hunde hochanspruchsvoll und beeindruckend, was viele Hunde lernen. Aber es geht eben um das Erlernen von Tricks. Beim Bewegungstraining geht es um das Erlernen bestimmter Bewegungen und im Fokus steht ausschließlich der gesundheitliche Aspekt.

Die Ziele des Bewegungstrainings Hundefitness-Training

Es geht um gesunde Bewegungen und Bewegungsabläufe, um ein gutes Körpergefühl, gleichmäßige Bemuskelung, Beweglichkeit und Koordination.

Wie erreicht man das?

Das setzt man im ersten Schritt mit ganz alltäglichen Bewegungsabläufen um. Denn schon da hapert es bei den meisten Vierbeinern – auch bei den gesunden Hunden. Viele Hunde haben keine gute Wahrnehmung ihres eigenen Körpers. Wenn wir hier mit hochkomplexen Bewegungen herangehen würden, würde das nur zu Anspannung führen, aber nicht zu einer besseren Wahrnehmung des eigenen Körpers und den eigenen Bewegungsabläufen. Es ist wichtig, dass Bewegungen vom Hund bewusst und gezielt durchführt werden. Dabei sind es auch oft kleine Bewegungen, die sehr punktuell sind.

Alltagsbewegungen wie korrektes Sitzen, Stehen und auch Liegen werden häufig vernachlässigt Hundefitness-Training

Ich habe bereits in einem anderen Artikel darüber geschrieben, dass viele Hunde nicht „korrekt“ sitzen können. Das ist so ein Klassiker, genau wie das Stehen oder Liegen. Hast du schon einmal darauf geachtet, wie dein Hund sitzt? Man kann bei vielen Hunden beobachten, dass sie im Sitz oft mit dem Po auf die Seite rutschen, einen Lauf abwinkeln und wie ein Schluck Wasser in der Kurve sitzen. Das ist nicht nur bei älteren oder gelenkkranken Hunden so, sondern genauso bei gesunden Hunden und auch Sporthunden. Ist halt bequem. So wie wir als Teenager oft nicht gerade gesessen haben. Wenn ein Hund es lernt, Grundbewegungen bewusst und korrekt auszuführen und mit weiteren Bewegungsübungen, die alle langsam durchgeführt werden sollten, dann hat dies Einfluss auf seine gesamte Fortbewegung. Hundefitness-Training

Auch im Sport. Der Hund hat eine bessere Haltung, Körperspannung und ein besseres Körpergefühl. Das ermöglicht, dass er seinen Körper im Sport viel besser und gezielter einsetzen kann. In der Folge ist er leistungsfähiger aber auch das Verletzungsrisiko wird minimiert.

Ich habe viele Sporthunde und Sporthundehalter in meinen Kursen, die mich dann fragen, warum der Hund einen Steh Sitz Transfer als Übung machen soll – kann er doch alles schon. Aber wenn ich die Kursteilnehmer dann bitte, den Hund bei den Bewegungen zu filmen und wir das gemeinsam anschauen und analysieren, sieht man, wie viele Hunde hier noch viel Potenzial haben, ihre Bewegungsabläufe zu optimieren. Der Teufel steckt oft im Detail.  Über die Zeit hin zeigt sich dann auch, dann man plötzlich merkt, dass der Hund sich im Sport beginnt zu verändern und seinen Körper anders einsetzt.

Bei der Hundefitness geht es nicht um Entertainment

Unseren Hunden macht das Bewegungstraining Spaß. Ich habe in den letzten knapp drei Jahren eigentlich keinen Hund erlebt, der nicht mit Spaß bei der Sache war. Dabei muss ich ganz klar sagen,  dass es zwar wichtig für das Training ist, dass der Hund mit Freude mitmacht. Doch der Grund, weshalb wir mit ihm trainieren ist weder Entertainment noch darum, ihm „kreative“ Bewegungen beizubringen. Es geht vielmehr um das gezielte Fördern von optimalen Bewegungen, ganz gleich, ob ich die wiederherstellen möchte oder ob ich präventiv arbeite. Hundefitness-Training

Aber einige Übungen aus dem Tricktraining sind doch auch gut für die Fitness des Hundes, oder?

Ganz bestimmt sogar! Häufig wird die Beweglichkeit gefördert und auch die Balance. Doch das steht einfach beim Tricktraining nicht im Fokus. Demensprechend wird auch nicht auf bestimmte Trainingsmuster geachtet, die sich positiv auf die Fitness auswirken.

Das ist wichtig beim Hundefitness-Training

Beim Hundefitness – Training werden die Übungen nach Trainingseffekten gezielt ausgewählt und miteinander kombiniert. So wie es die Bedürfnisse des Hundes erfordern. Sprich berücksichtig wird immer: trainieren wir mit einem Sporthund, einem älteren Vierbeiner, mit einem, bei dem wir präventiv die Basisfitness fördern möchten, mit einem jungen Hund oder mit einem Hund der Gelenkerkrankungen hat. Trainiert werden sollte nach einem Trainingsplan, damit das Training auch einen roten Faden hat. Es geht um ein Ganzkörpertraining – das zwar je nachdem auch körperliche Schwerpunkte hat – aber grundsätzlich immer den gesamten Körper ins Training einbezieht. Zudem ist es auch wichtig, dass es immer eine gesunde Mischung aus Muskeltraining, Förderung der Beweglichkeit, Stretching, Koordination und Training des Körpergefühls ist. Auch die Kondition sollte berücksichtigt werden. So kann man in der Summe sagen, es macht die Kombination der Übungen, die auf die verschiedenen Körperbereiche abzielt, aber auch die verschiedenen Aspekte eines Fitnesstrainings. Das will alles sinnvoll abgestimmt sein. Diese Faktoren spielen beim Tricktraining ebenfalls keine übergeordnete Rolle.

Du siehst, Tricktraining und Hundefitness-Training liegen thematisch weit auseinander und haben einen ganz unterschiedlichen Fokus. Ich finde übrigens das Tricktraining eine ganz tolle Möglichkeit, um Hunde auszulasten – auch wenn sie schon älter sind oder Gelenkprobleme haben. Hundefitness-Training

Alles Liebe,

deine Tina

 

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

In der letzten Zeit erleben Bewegungstraining und Hundefitness einen wahren Hype. Grundsätzlich freue ich mich natürlich darüber, dass Hundehalter sich mit der Gesundheit ihrer Hunde beschäftigen und sich aktiv einbringen möchten. Genau das ist es, was ich mit meinem Trainingsansatz erreichen möchte. Wenn du als Hundehalter mit deinem Hund trainierst – natürlich immer nach entsprechender fachlicher Anleitung – förderst du nicht nur die Gesundheit deines Hundes, hältst und machst ihn mobil, verzögerst den Alterungsprozess und vieles mehr. Auch dein Blick und deine Wahrnehmung für die Bewegungsabläufe deines Hundes verbessern sich. Fitnesstraining Hund Fitnesstraining Hund

Du siehst plötzlich, ob dein Hund korrekt sitzt, ob er im Passgang läuft, oder er eine andere Auffälligkeit in der Bewegung hat.

Natürlich sollst du hier nicht die Diagnose eines Tierarztes übernehmen. Aber deine Wahrnehmung ist sensibilisiert und so besteht die Chance, dass Erkrankungen des Bewegungsapparates früher erkannt und behandelt werden. So weit so gut.

Höher, schneller, weiter – zum Wohle der Gesundheit?

Das Ganze hat leider auch eine Kehrseite. Was mir in letzter Zeit immer häufiger aufgefallen ist, ist das das Gesundheitstraining seltsame Blüten treibt. Was mir in der Entwicklung des Hundefitness Trainings und des Bewegungstrainings nicht gefällt ist, dass es immer wieder Hundehalter gibt, die eindeutig überambitioniert sind.

Nicht nur, dass den Hunden abstruse Bewegungsabläufe abverlangt werden, die keinerlei gesundheitlichen Effekt haben. Denn wie soll z.B. ein Border Collie mit allen vier Läufen auf einem kleinen Balancepad platziert tatsächlich noch seine Muskulatur trainieren, wenn er sich eben auf diesem Balancepad völlig verkrampft hält?

Nein, es entsteht ein gefühlter Leistungsdruck. Und den halte ich so oder so im Leben mit unseren Hunden für unangebracht. Aber wenn es um eine Aktivität geht, die der Gesundheit förderlich sein soll und auch noch Spaß machen soll, dann erst Recht. Das, was bei uns Menschen schon lange Einzug gehalten hat, scheint sich mehr und mehr auch im Leben mit unseren Hunden niederzuschlagen. Der Hund muss funktionieren, Leistung bringen, egal wann wir es wollen.

Deshalb ist Leistungsdruck im Hundefitness-Training unangebracht

Ich sehe diese Entwicklung ausgesprochen kritisch. Wenn ich mit einem Hund eine Übung aufbauen möchte – und sei sie in meinen Augen – noch so einfach, dann funktioniert dies nur erfolgreich, wenn ich mit meinem Hund trainieren. Will heißen, so wie mein Hund es körperlich kann und wie er es geistig umsetzen kann.

Da sind Leistungsdruck, Funktionieren-Müssen und Ungeduld einfach fehl am Platze. Im Gegenteil. Ich halte es für extrem wichtig, um einen nachhaltigen Trainingseffekt zu haben, dass ich meinem Hund die Chance gebe, nachzudenken. Er soll sich die Übung in seinem Tempo und so kleinschrittig, wie er es benötigt, erarbeiten. Nur so haben wir die Chance, dass neue, gesunde Bewegungsabläufe tatsächlich im Gehirn manifestieren.

Und wenn der Hund nur eine oder zwei Wiederholungen schafft, ist das auch völlig in Ordnung. Es ist um Welten sinnvoller, wenn der Hund eine Übung 1-2 Mal wiederholt und dafür korrekt, als 5 Mal und dafür sind die letzten drei Wiederholungen nur so halb wirklich gelungen.

Kurzum: langsam ist die Devise und weniger ist mehr

Dein Hund ist nicht jeden Tag gleich leistungsfähig Fitnesstraining Hund

Kennst du das? Du stellst alles für die Trainingseinheit bereit, dein Hund steht zwar freudig da, aber irgendwie läuft es nicht wirklich rund. Ich gebe ehrlich zu: bei mir und Tessa kommt das vor. Sogar ziemlich regelmäßig. Genau wie wir Menschen sind unsere Hunde nämlich auch nicht jeden Tag gleich leistungsfähig. Und da gilt es nicht, dass Programm des Trainingsplanes stumpf abzuarbeiten, sondern Rücksicht auf die Bedürfnisse des Hundes zu nehmen. Ist der Hund nicht gut drauf, ist er auch nicht wirklich bei der Sache. Er kann sich schlechter konzentrieren und führt Bewegungen nicht präzise aus. Am Ende bleibe auf beiden Seiten nur Frust.

Was tun, wenn der Hund nicht in „Trainingslaune“ ist? Fitnesstraining Hund

Ganz einfach: akzeptieren! Wenn du spürst, dass dein Hund sich nicht konzentrieren kann oder er körperlich einfach nicht auf der Höhe ist, ist das der einzig vernünftige Weg. Wenn ich in dieser Situation bin, mache ich immer eines. Das Training positiv abschließen. Ist Tessa unkonzentriert und fahrig, gehe ich dazu über, eine Übung mit ihr zu machen, die garantiert immer sitzt und schließe das Training damit sofort wieder ab. Auch wenn es die einzige Übung sein wird. Bei Tessa ist das der Doggy Twist – dabei dreht sie sich rechtsherum und linksherum um ihre eigene Achse. Das klappt immer. Und damit ist es dann auch gut.

Ich möchte nicht, dass Tessa das Gefühl hat, “versagt” zu haben

Für mich ist Leistungsdruck tabu, ich spule kein Programm ab – auch wenn es auf meinem Trainingsplan steht. Denn mein Trainingspartner ist mein Hund – ein Lebewesen. Da gilt es Rücksicht zu nehmen und zu respektieren, wenn mein Hund nicht leistungsfähig ist.

Neuer Tag, neues Glück Fitnesstraining Hund

Wenn du dein Training abschließt, wie ich es mit Tessa mache, wird auch dein Hund spüren, dass du seine Bedürfnisse wahrnimmst und respektierst. Nur so ist sichergestellt, dass er am nächsten Tag, wieder freudig bei der nächsten Trainingseinheit dabei ist und euer Training nicht mit Frust und Zwang verbunden ist, sondern mit Spaß. Nur so kannst du dauerhaft erfolgreich beim Bewegungstraining mit deinem Hund sein. Fitnesstraining Hund

Alles Liebe, deine Tina

Gesunder Hundesport – die Gesundheit deines Hundes im Blick! Interview bei Hundesport Nubi

Gesunder Hundesport – die Gesundheit deines Hundes im Blick! Interview bei Hundesport Nubi

Das Thema Hundesport – und vor allem gesunder Hundesport – begegnet mir als Hundephysiotherapeutin immer wieder und immer mehr. „Gott sei Dank!“ – muss ich sagen. Es zeigt mir, dass das Bewusstsein von Hundesportlern für die Gesundheit ihrer Hunde immer intensiver und auch wichtiger wird. Hunde sind für mich einfach kein „Sportgerät“ sondern Partner, mit denen man gemeinsam Sport betreibt.

Es wird sich immer genauer mit der Bewegung der Hunde und dem Bewegungsapparat beschäftigt, denn es zeigt sich nachhaltig, dass verantwortungsvoll betriebener Hundesport dazu führt, dass die Vierbeiner nicht nur leistungsfähiger sind, sondern auch Verletzungen vermieden und gemindert werden. Aber auch Gelenkerkrankungen als Folge von Über- und Fehlbelastung wird minimiert. Das ist gut so!

Gesunder Hundesport – Das Team von Hundesport Nubi hat mir Löcher in den Bauch gefragt – danke dafür!

Ich habe mich wirklich sehr gefreut, als unser schon seit langer Zeit bestehender Kontakt darin mündete, dass Mara und Tim vom Blog Hundesport Nubi mich zum Thema Hundesport interviewt haben. Beide sind, wie der Name des Blogs es schon sagt, absolut Hundesport-begeistert. Dabei ist es ihnen genauso wichtig, dass sie mit ihren beiden Hunden Wollie und Nubi, ihren Hundesport immer mit dem Blick auf die Gesundheit ihrer beiden Vierbeiner betreiben.

Diese Fragen lagen den Beiden besonders am Herzen:

  • Was unseren Hunden beim Hundesport am meisten schadet – Stichworte: Warm Up, direkt aus dem Auto auf den Platz, kritische Bewegungen etc..
  • Wo der Unterschied zwischen Hundefitness und Tricktraining liegt – ja eine sehr wichtige Frage – es gibt zwar ein paar Gemeinsamkeiten, aber grundsätzlich zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.
  • Das Thema Fußarbeit – wie es auf den Hundekörper wirkt, mit welchen Übungen man unterstützen und gegensteuern kann. Auch eine super Frage, man sieht nämlich viele Hund, die durch intensive Fußarbeit in den Passgang verfallen.
  • Welche Gelenkerkrankungen man mit Fitnesstraining beim Hund vorbeugen kann. Das sind natürlich eine ganze Menge.
  • Wie ich Tessa beim Training motiviere – es scheint, als sei auch zu ihnen durchgedrungen, dass Podencos manchmal etwas – sagen wir – autark in ihrem Handeln sind.

Ich bin mir sicher, dass alles das Fragen und Themen sind, die dich auch interessieren. Auch wenn sie hundesportspezifisch sind, so sind einige Fragen auch relevant für das ganz alltägliche Leben mit Hund. Wenn dich meine Antworten dazu interessieren, dann geht es hier zum Interview bei Hundesport Nubi mit Martina Flocken. Hundesport Nubi hält übrigens im Artikel auch noch einen exklusiven Rabattcode für die Doggy Fitness Kurse bereit. Danke an Tim & Mara, dass es euch eine Herzensache ist, dass die Gesundheit unserer Hunde beim Sport immer im Fokus steht!

Viel Freude wünsche ich dir mit dem Artikel!

Alles Liebe, Tina

Wie gutes Hundetraining aufgebaut wird und warum es wichtig ist, dass es deinem Hund dabei gut geht! – Gastartikel von Anne Bucher

Wie gutes Hundetraining aufgebaut wird und warum es wichtig ist, dass es deinem Hund dabei gut geht! – Gastartikel von Anne Bucher

In vielen meiner Blogartikel habe ich das Thema Schmerzen schon von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Es ist ein breites Themenfeld und sehr komplex. Auf der anderen Seite ist es aber auch ganz einfach: Schmerzen beeinflussen das Leben. Auch das Leben unserer Hunde. So ist auch ein gutes Hundetraining mit deinem Vierbeiner unter Schmerzen nicht möglich. Da für mich Körper und Geist eng zusammenhängen, freue ich mich über diesen Gastartikel von Hundetrainerin Anne Bucher. Sie erklärt dir nicht nur, wie sich gutes Verhaltenstraining mit deinem Hund aufbaut und warum du dabei viel Geduld haben solltest, sie greift auch auf, was beim training passiert, wenn dein Hund Schmerzen hat. Viel Freude und Erkenntnisse bei diesem tollen Artikel!

Gutes Hundetraining erfordert viele kleine Schritte – und Geduld!

Ganz egal, ob du einen eher einen ängstlichen, impulsiven, hibbeligen oder schwer motivierbaren Hund hast: Nachhaltige Veränderungen erreichst du über eine Kombi aus gutem Training und echtem Wohlbefinden.

Das Training sorgt für die Verhaltensveränderung. Es ist systematisch, kleinschrittig und strukturiert. Dabei enthält es mehrere Komponenten, die zwar vom Problem, dem Lebensumfeld und natürlich auch vom Hund beeinflusst werden, im groben aber immer die Folgendes beinhalten:

Management

Damit das Verhalten möglichst selten auftritt, nicht mehr weiter geübt und gefestigt wird, wird ermittelt wann, wie und wo das Verhalten auftritt und wie es verhindert werden kann. Je besser du es für eine Zeit verhindern kannst, desto schneller wird dein Training vorangehen.

Es ist nicht das Ziel, dem Problem auf Dauer aus dem Wege zu gehen, sondern zunächst einen Fuß in die Tür zu bekommen. Das nötige Trainingsrepertoire aufzubauen und in der Zwischenzeit zu regenerieren.

Je häufiger der Hund das Verhalten, auch nur im Ansatz, zeigt, desto schwerer wird es, es loszuwerden. Ein guter Trainer wird dich daher nicht bitten, dir das Verhalten mal zu demonstrieren, wenn du es nicht eh schon gefilmt hast. Niemand geht davon aus, dass du es von heute auf Morgen komplett verhindern kannst, umso wichtiger ist es, dass auf ein „absichtlich“ auslösen verzichtet wird. Das gilt doppelt und dreifach, wenn es ein Verhalten ist, das sich für den Hund, dich oder jemanden aus der Umwelt nicht gut anfühlt oder gar gefährlich ist.

Erlernen einer neuen Strategie.

In der Zwischenzeit können dein Hund und du neue Trainingswerkzeuge, einen neuen Umgang und ein Handling lernen. Ihr könnt lernen, wie ihr in einem plötzlichen Ausrutscher reagieren könnt und im Anschluss das beste daraus macht.

Daraus entsteht eine neue Strategie, die sich für dich und deinen Hund gut anfühlen und eure Bedürfnisse erfüllen sollte. Je besser die Strategie, desto eher wird dein Hud sie hinterher auch ohne dein Zutun ausführen und das sollte das mittel- bis langfristige Ziel sein. Du willst ja nicht ewig auf Hab-Acht-Position beim Gassi sein!

Generalisieren und etablieren der neuen Strategie

Seid ihr beide in eurem Tun eingespielt, heißt es die neue Strategie wieder ins Leben bringen. Stück für Stück an unterschiedlichen Auslösern, Orten und in verschiedenen Erregungslagen zu trainieren. Wenn du versehentlich den Bogen überspannst oder mal in schwierige Situationen gerätst, ist das nicht schlimm. Du frischst dein Training wieder auf, betreibst wieder einige Tage mehr Management und weiter geht es!

Klingt langwierig? Ist es in der Regel nicht. Du solltest bereits nach kurzer Zeit deutliche Veränderungen und Fortschritte sehen. Klar, manchmal gibt es Rückschläge und lernen verlaüft eben nicht geradlinig. Aber in der Regel sind nach einigen Wochen merkliche Verbesserungen spürbar. Ist das nicht der Fall, gilt es dein Training zu hinterfragen und in jedem Fall den zweiten  Aspekt ganz genau zu durchleuchten:

Ohne Wohlbefinden deines Hundes wird dein Training nicht auf Dauer Früchte tragen!

Ein Training wie oben beschrieben, stärkt euer Vertrauen und das Wohlbefinden. Es macht Spaß und schweißt zusammen. Es ist jedoch ein Kampf gegen Windmühlen, wenn dabei andere Dinge übersehen werden, die das Wohlbefinden dauerhaft stören.

Einer der häufigsten Gründe hierfür sind meiner Erfahrung nach Schmerzen im Bewegungsapparat. Ob es das Einklemmen der Rute, das Ziehen an der Leine, heftiges in die Leine Springen oder am Zaun plötzliches Stoppen ist, alle haben eines gemeinsam: Sie verursachen Fehlbelastungen, die zu Verspannungen, Stauchungen und anderen Schmerzen führen.

Nicht selten sind die Schmerzen sogar zuerst da und dann beginnt das Verhalten zu kippen. Doch egal, was zuerst da war: Ist beides da, hilft es nur, an beidem zu arbeiten.

Schmerzen aktivieren Angst!

Treten Schmerzen auf, wird auch das neuronale Netzwerk von Angst aktiv. Angst ist eine starke Emotion, die überlebensnotwendig ist und entsprechende Verhaltensmuster aktiviert. Oft verbinden wir Angst nur mit Flucht, mit einem zitternden sich versteckenden Wesen. Doch Angst hat viele Gesichter und Schmerzen damit auch. Alle haben eines gemeinsam: Das Hundegehirn will das Auftreten unbedingt vermeiden oder lindern. Gelingt das nicht, sucht es nach Ablenkung und Dingen, die es wieder glücklicher machen.

Du gibt deinem Hund ein Signal, wie z.B. Sitz, er wuselt durch die Gegend, bietet zig andere Verhalten an, bellt vielleicht oder zieht sich zurück. Dein Hund ist im Konflikt. Sein Gehirn sagt, dass er sich hinsetzen soll, gleichzeitig warnt, es ihn vor dem Schmerz es zu tun. Oft denken wir, der Hund wäre hibbelig, bockig oder stur. Er vermeidet jedoch nur den Schmerz.

Dein Hund ist ein wahrer Zappelphillip und kommt Zuhause nicht zur Ruhe. Es kann sein, dass das Hinlegen oder das Liegen unangenehm ist. Zwickt es mehrfach in einer solchen Situation, versucht der Hund es zu vermeiden. Nicht immer sind für uns die Reaktionen logisch und eindeutig, die Schmerzen auslösen. Aus unserer Perspektive macht es keinen Sinn, dass der jagdlicht motivierte Hund bei Schmerzen dennoch über Stock und Stein geht, um das Wild zu verfolgen. Der häufige Trugschluss: Keine Schmerzen!

Die bevorzugten Verhaltensweisen tun dem Hund in dem Moment gut. Es werden Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet, die nicht nur glücklich machen, sondern auch dafür sorgen, dass der Schmerz in dem Moment nicht wahrgenommen wird. Je tiefer das entsprechende Verhalten im Gehirn verankert ist, je mehr der Hund darauf selektiert wurde, desto wahrscheinlicher wird es unter Stress und Schmerzen.

Sucht das Gehirn nach neuer, schöner Stimulation, werden dabei Dinge die selbstbelohnend sind immer wichtiger. Belohnungen von außen hingegen werden abgeschwächt. So werden selbstbelohnende Verhaltensweisen immer wichtiger und mehr. Damit ist die Tür offen zum Entwickeln unangenehmer Verhaltensprobleme bis hin zu Störungen, wie exzessives Jagen oder Bellen.

Schmerzen sind begünstigende Faktoren von Problemverhalten

Angst und Schmerzen lösen immer Stress aus. Wenn dein Hund häufig Stress ausgesetzt ist, verändert sich sein Lernvermögen. Die blitzschnellen, emotionalen Strukturen im Gehirn verdichten sich und impulsive und reaktive Reaktionen werden schneller und vielleicht auch heftiger.

Ein einfaches „Sitz“ hingegen wird immer schwerer. Der Gehirnbereich, der für Signal- und Impulskontrolle zuständig ist, wird in dieser Zeit nämlich geschwächt. Das gestresste Hundegehirn befindet sich im „Autopilot“, alles was keine unmittelbare Verbesserung der Situation (aus Hundeperspektive) bringt, ist erst einmal abgeklemmt.

Bei den eher trägen Hundetypen, entwickeln sich statt der schnelleren Reaktionen eher Lethargie und Rückzug. Sie sind immer schwerer zu motivieren. Wer häufig Schmerzen, Stress und Angst ertragen muss, wird zunehmend dünnhäutiger und kann schlechter Lernen, was nicht unmittelbar und direkt im Bezug zu Schmerz, Angst und Stress steht. Hinzu kommen Fehlverknüpfungen. Ein Klassiker: Dein Hund sieht den anderen Hund, er springt in die Leine und es tut weh. Logisch, wer schuld ist, oder? Immer der andere. Sein Gehirn hatte wieder recht – andere Hunde sind doof!

Das gilt nicht nur für andere Hunde. Dein Hund erschrickt, z.B. wegen eines lauten Geräusches, er zuckt zusammen und dabei tut was weh? So kann durchaus eine ausgewachsene Geräuschangst entstehen.

Das Beste zum Schluss

Packst du beide Enden zugleich an, wirst du mit ziemlicher Sicherheit schon sehr bald richtig gute Veränderungen erkennen!

Ihr, du und dein Hund, seid der Situation also nicht ausgeliefert. Ihr könnt das Anpacken und viele TrainerInnen arbeiten gerne Hand in Hand mit Therapeuten und Tierärzten. Und auch wenn du das Erlebte nicht ändern kannst, du kannst für die Zukunft eine Menge an Wohlbefinden und an guten, neuen Strategien aufbauen.

Zur Person Anne Bucher
Anne Bucher

Anne Bucher

Anne Bucher ist Hundetrainerin und Gründerin von Anne Bucher – Anders mit Hund.

Ihre Mission ist es, dass jeder Mensch Zugang zu Anleitung und Wissen hat, um ein bedürfnisorientiertes Leben mit seinem Hund zu verbringen. Damit dies gelingt, begleitet Anne HundehalterInnen on- und offline, referiert im deutschsprachigen Raum und bildet HundetrainerInnnen aus, die die gleichen Werte vertreten.

Verhaltensprobleme online trainieren, geht denn das ? Oh ja! Du kannst das Thema „Erregung & Entspannung“ als Selbstlernkurse erarbeiten oder unser intensives und eng betreutes Jahresprogramm „Ein echtes Team“ mitmachen und Training nach dem B.R.A.V.E. Konzept lernen. Wir kümmern uns um die echten Ursachen der Probleme und machen dich zur besten Trainerin für deinen Hund, die kompetent, souverän und zufrieden mit ihrem Hund durch das Leben geht. Dabei setzen wir darauf, dass dein Hund vor allem Selbstwirksamkeit und eigene, sinnvolle Strategien lernt. Hast du Lust? Dann schau nochmal vorbei!

www.annebucher.com

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2 effektive Übungen, um die Koordination und das Körpergefühl deines Hundes zu stärken

2 effektive Übungen, um die Koordination und das Körpergefühl deines Hundes zu stärken

Viele Hunde haben erstaunlicherweise ein relativ schlechtes Körpergefühl und Körperbewusstsein. Für sie hört ihr Körper hinter dem Rumpf auf. Das führt unweigerlich dazu, dass die Läufe aber auch die Wirbelsäule ungleichmäßig belastet werden. Längerfristig beeinflusst das einen übermäßigen Gelenkverschleiß und somit Arthrose in den Gelenken.

Es ist also durchaus sinnvoll zum einen zu schauen, wie gleichmäßig dein Hund seine Läufe nutzt, wie seine Bewegungsabläufe sind und wie gut seine Koordination ist. Zeigen sich hier Defizite, kann man die Koordination, das Körpergefühl und gleichmäßige Bewegungsabläufe allerdings in jedem Alter und bei jedem Gesundheitszustand mit einfachen Übungen trainieren.

Mit einem guten Körpergefühl ist grundsätzlich das Verletzungsrisiko deines Hundes gemindert und zwar nicht nur im Sport, sondern bei jeder alltäglichen Bewegung. Nachfolgend stelle ich dir in diesem Artikel verschiedene Übungen vor, die du mit deinem Hund auch als Laie selbst durchführen kannst. Hierzu sind kein besonderes Equipment und auch keine Vorkenntnisse deinerseits oder deines Hundes notwendig. Körpergefühl Hund

Mit diesen 2 Übungen förderst du Körpergefühl und Koordination deines Hundes Körpergefühl Hund

1. Auf einer Decke ausbalancieren

Für diese Übung nimmst du dir ein größeres Handtuch oder eine Decke – je nach Größe deines Hundes. Dein Hund soll sich dann etwa mittig auf diese Decke stellen Nun beginnst du leicht und langsam an unterschiedlichen Ecken der Decke oder des Handtuchs leicht zu ziehen. Dein Hund muss so den Belastungsschwerpunkt von einem Lauf auf den anderen geben und sich ausbalancieren. Zusätzlich nimmt er so seinen Körper gesamthaft wahr. Die Übung ist für deinen Hund anstrengender, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Starte mit einer Einheit von 20-30 Sekunden und steigere die Einheiten dann langsam.

Ausbalancieren auf einer Decke

Ausbalancieren auf einer Decke

2. In einem Behältnis wie Karton ausbalancieren Körpergefühl Hund

Hierfür benötigst du je nach Größe deines Hundes einen Karton oder ein anderes passenden Behältnis, in das dein Hund sich theoretisch mit allen vier Läufen hineinstellen kann. Zunächst sollte dieses Behältnis eine recht angenehme Größe habe, so dass dein Hund seine vier Läufe relativ einfach darin positionieren kann. Der Rand sollte leicht zu überwinden sein. Es geht primär um eine optische, räumliche Begrenzung. Der Boden des Behältnis sollte rutschfest sein, oder mit etwas rutschfestem ausgelegt sein. Motiviere deinen Hund dann, mit seinen Pfoten in das Behältnis einzusteigen. Bestätige deinen Hund jedes Mal positiv, wenn er seine Pfoten in das Behältnis setzt. Auch wenn es im ersten Schritt erst einmal eine Pfote ist.

Ziel ist es, dass er nach und nach alle vier Pfoten in das Behältnis setzt und komplett darin steht. Wenn dein Hund es bei dieser Größe des Behältnisses schafft, sollte er die Position für einen kurzen Moment halten (etwa 2-3 Sek.) Nun kannst du im nächsten Schritt zu einem kleineren Behältnis greifen und ihn motivieren, sich dort hineinzustellen. Je kleiner es wird, desto anspruchsvoller ist es für ihn. Je enger die Pfoten unter seinem Körper zusammenrücken, desto intensiver muss er sich ausbalancieren. Auch mit der Dauer, die er die Position hält, kannst du dann entsprechend variieren. Körpergefühl Hund

Das solltest du beim Training beachten

Erarbeite die Übungen immer langsam mit deinem Hund und gebe ihm die Möglichkeit, in seinem Tempo seinem Körper bewusst zu werden. Sei geduldig mit ihm. Beim aktiven Bewegungstraining ist der Weg das Ziel und gibt deinem Hund die Chance, sich mit seinem Körper und den Bewegungen aktiv auseinanderzusetzen. Es ist immer sinnvoll, die Übungseinheiten kurz zu halten und sich nach den körperlichen Voraussetzungen und der Konzentrationsfähig seines Hundes zu richten. Das er Spaß beim Training hat ist unverzichtbar. Achte bitte auch immer auf seine Sicherheit, dass bedeutet vor allem, dass er auf rutschfesten Untergründen steht. Falls du dir nicht sicher bei der Durchführung der Übungen bist, dann schreibe mir gern einfach eine Email und ich helfe dir weiter!

So hast du drei aktive Bewegungsübungen für eine bessere Koordination und Körpergefühl, die du mit deinem Hund sehr leicht und ohne besonderes Equipment Zuhause durchführen kannst.

Alle Liebe, deine Tina

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund – warum Balancepads & Co. nicht zum Spaß eingesetzt werden sollten

Fitnesstraining beim Hund wird immer unweigerlich verbunden mit Balancepads und Balanceboards in allen Farben und Größen. Aber warum eigentlich?! Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel schreibe und meine Gedanken dazu teile. Doch mir rollen sich immer wieder die Zehennägel auf, wenn ich sehe, wie Hunde in Videos mühsam um Haltung kämpfen und alles beim Training haben – aber keinen Spaß und keinen Trainingseffekt. Der Halter ist aber wahnsinnig stolz, wie der Vierbeiner sich da auf dem wackeligen Konstrukt aus 5 verschiedenen Gummipads in bunter Farbvielfalt hält. Ja, das ist jetzt überspitzt dargestellt, aber die (traurige) Realität ist davon oft gar nicht so weit entfernt.

Das hat nichts mit Fitnesstraining oder Balancetraining zu tun

Die unsachgemäße Nutzung von Balancepads, Balanceboards und Wackelbrettern führt nämlich garantiert nicht zum Muskelaufbau und auch nicht zu einem guten Körpergefühl. Du magst mich jetzt für einen bunte-Balancepads-Gegner halten. Und in gewissen Punkten bin ich das auch. Als Hundephysio kann ich dir sagen, dass all diese Trainingsutensilien bei unsachgemäßer Nutzung eher Schaden anrichten als zu nutzen.

Aber ich will nicht weiter schimpfen. Viele Hundehalter möchten ihrem Hund etwas Gutes tun und seine Gesundheit unterstützen. Und das ist ja erst einmal auch sehr gut so. Bei der Recherche stolpert man dann über die nett anzusehenden Fitnessutensilien für den Hund – und schlägt zu.

Aber wie nun einsetzen? Fitnesstraining beim Hund

Erst einmal gar nicht! Stelle sie in die Ecke. Dein Hund braucht sie nämlich zum Einstieg in das Fitness- oder Bewegungstraining nicht.

Du fragst dich warum?

Um dir diese Frage zu beantworten, stellen wir uns vor, wie wir Menschen es handhaben, wenn wir neu in einen Sport einsteigen. Ganz einfach: wenn du mit einem Sport beginnst, dann gehst du ganz strukturiert an das Training heran. Man beginnt mit den Basics. Du erarbeitest dir die Grundlagen der Sportart und schaffst eine gewisse (sportartenbezogene) „Basisfitness“. Die Bewegungen und mögliche Griffe müssen sitzen und du musst dich sicher bewegen, bevor die nächsten Schritte gemacht werden. Das sorgt dafür, dass du mit dem Sport vertraut und auch sukzessive besser wirst. Zudem wird dein Verletzungsrisiko gemindert. Wenn du das nicht machst und zur überambitionierten Fraktion gehörst, die sofort auf einem höheren Level einsteigt, bist du sicher mit dem schmerzhaften Muskelkater am nächsten Tag und Frustration durch fehlenden Trainingserfolg gut vertraut.

Und warum soll dein Hund als Einsteiger im Fitness– und Bewegungstraining sofort seine Übungen auf einem flexiblen Untergrund durchführen?

Richtig, das macht keinen Sinn. Auch im Bewegungstraining beim Hund fängt man – wenn man es fachlich korrekt angeht – erst einmal auf dem ganz normalen Untergrund an. Und zwar mit einfachen Basisübungen. Jede Übung, die du mit deinem Hund machst, sollte er souverän und sicher auf einem stabilen Untergrund durchführen können. Die Bewegungen sollten korrekt sein, damit sich die Bewegungsabläufe auch korrekt im Gehirn abspeichern. Fitnesstraining beim Hund

Dann erst – und wirklich dann erst – kann man beginnen, selbige Übungen auf einem flexiblen Untergrund wie einem Balancepad durchzuführen.

Deshalb solltest du mit deinem Hund erst später auf flexiblen Untergründen trainieren

Der flexible Untergrund hat es in sich. Der Hund ist nicht mehr nur mit der korrekten Durchführung der Bewegung beschäftigt, sondern muss sich auch noch ausbalancieren. Auch der Anspruch an die Muskulatur ist deutlich höher. Er muss viel mehr Muskelkraft aufbringen. Das verlangt körperlich einiges von ihm.

Das passiert bei unsachgemäßer Nutzung von Balancepads & Co.

Wenn du nun mit diesem Wissen hingehen würdest und Übungen, mit denen dein Hund nicht vertraut ist, direkt auf einem flexiblen Untergrund trainieren würdest, ist es klar das folgendes passiert:

  • Bewegungen werden nicht mehr korrekt, bewusst und sauber durchgeführt
  • Dein Hund ist unsicher in den Bewegungen Fitnesstraining beim Hund
  • Seine Muskulatur spannt an – und zwar der ganze Körper – denn er kämpft ja verbissen um „Haltung“. Ein aktives Muskeltraining ist an dieser Stelle NICHT möglich! Oder hast du schon einmal mit verspannter Muskulatur ein effektives Muskelaufbau-Training erreicht?
  • Das Gegenteil passiert: die Muskulatur deines Hundes verspannt. Verspannungen haben Schmerzen und Schonhaltungen zur Folge.
  • In der Summe wirken sich diese Dinge negativ auf sein Körpergefühl aus

Ich bin mir sicher, dass alles das nicht zu den Dingen gehört, die du erreichen möchtest. Daher solltest du deinen eigenen Ehrgeiz außen vorlassen und dich nicht blenden lassen von bunten Gummipads.

So sieht verantwortungsvolles Fitness- und Bewegungstraining beim Hund aus

Verantwortungsvoll betriebenes Fitness- und Bewegungstraining beim Hund sollte immer sinnvoll und planvoll aufgebaut werden. Hierzu geht man vom einfachen zum komplexen – in Sachen Anspruch und in der Bewegung ansich. Überlege dir auch, was dein Trainingsziel für deinen Hund ist. Bei der Auswahl der Übungen ist es auch sinnvoll, sich von einer Fachfrau/ einem Fachmann unter die Arme greifen zu lassen.

Dein Hund sollte Grundbewegungen gut beherrschen, eine gewisse Basisfitness haben und auch am Körpergefühl sollte gearbeitet werden. Dazu braucht es zu Beginn weder komplexe Bewegungen und aufwändige Tricks, noch besonderes Equipment.

Effektive Übungen müssen nicht spektakulär aussehen!

Der Effekt einer Übung macht sich nicht daran fest, wie komplex und aufregend sie aussieht. Schon sehr einfache Übungen haben einen großen und nachhaltigen Trainingseffekt. Als Beispiel führe ich da gern meinen geliebten Steh-Sitz Transfer an. Fast jeder Hund kennt das Signal. Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung. Dein Hund kann sich dann nämlich sehr gut auf die Bewegung an sich konzentrieren. Beim (simplen) Hinsetzen und Aufstehen trainierst du die Beweglichkeit der Hinterläufe deines Hundes – und zwar von der Hüfte, über Knie bis hin zum Sprunggelenk. Zusätzlich aber auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens.

Und das mit einem einfachen Steh Sitz Transfer. Ohne Equipment.

Die Krux an der Sache ist allerdings, dass es für viele Hunde jeden Alters und Fitnesslevel nicht selbstverständlich ist, dass er sich korrekt hinsetzen kann. Wenn du mehr über das korrekte Sitz bei deinem Hund erfahren möchtest, dann ist mein Artikel zum korrekten Sitzen und wie du es trainierst perfekt für dich,

Fazit: Fitnesstraining beim Hund – mit oder ohne Balancepads & Co.

Du siehst also, wo wir beim Fitnesstraining beim Hund ansetzen müssen: bei einfachen Bewegungen, die dein Hund lernt, korrekt durchzuführen. Dann kann man komplexere Bewegungsabläufe ins Training einbauen und sukzessive dem Fitnessstatus entsprechend auch flexible Untergründe mit einbauen.

Ich bin ganz sicher kein Gegner der Balancekissen, -pads & Co. und nutze sie selbst immer wieder im Training. Aber eben erst, wenn der Hund es auch körperlich leisten kann und gewissen Grundbewegungen und eine Basisfitness gegeben sind. Mir liegt es am Herzen, dass sie sinnvoll ins Training eingebaut werden, damit der Nutzen für die Fitness des Hundes tatsächlich gegeben ist. So stellst du sicher, dass du mit Bewegungstraining beim Hund deinem Vierbeiner einen wirklichen gesundheitlichen Nutzen bietest. Fitnesstraining beim hund

Alles Liebe, deine Tina

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

ShareNein, es geht hier nicht um Gehorsamstraining. Das Sitzen ist genau wie das Stehen eine normale Grundhaltung unserer Hunde. Doch wenn man sich umschaut sieht man, dass es vielen Hunden ausgesprochen schwer fällt, sich normal hinzusetzen, oder sauber zu stehen. Hund Sitz

Wir Menschen sind nicht besser Hund Sitz

Du kennst vielleicht auch diesen nervigen Satz deiner Eltern „Setz dich gerade hin, du sitzt schon wieder so krumm!“. Was uns als Kinder und Jugendliche so unsäglich genervt hat, war durchaus sinnvoll. Immer krumm zu sitzen manifestiert sich nämlich irgendwann in unseren Bewegungen. Und zwar als korrekt! Dabei ist es definitiv eine Fehlhaltung, mit einem krummen Rücken dazusitzen. Dauerhaft kann sie Gelenk- und Bandscheibenschädigungen nach sich ziehen. Auch die Muskulatur „passt“ sich dieser ständigen Haltung an. Doch zurück zum Hund.

Auch unsere Hunde sitzen „krumm“

Sicher hast du selbst schon Hunde gesehen, die wenn sie sich hinsetzen mit dem Po sofort auf die Seite rutschen. Auch ein sehr krummer Rücken oder abgewinkelte Hinterläufe sind keine Seltenheit. Das ist übrigens nicht niedlich oder ein Zeichen für Entspannung. Es ist eine Fehlhaltung. Hund Sitz

Diese Fehlhaltung hat auch Einfluss darauf, wie sich dein Hund bewegt

Wenn dein Hund nun aus dem Sitz, das er ganz bequem auf der einen Pobacke eingenommen hat, wieder aufstehen möchte, kann man sich vorstellen, dass dies nicht so passieren kann, wie der Körper das als gesunden Bewegungsablauf vorgesehen hat. Statt sich aus den Hinterläufen hochzustemmen und dafür die Muskulatur des unteren Rückens und der Hinterläufe zu nehmen, zieht der Hund sich über die Vorderläufe und seinen Schultergürtel nach oben.

Falsches Sitzen bleibt nicht folgenlos und  schädigt den Hundekörper Hund Sitz

Das wiederum hat eine Überlastung der Muskulatur der Vorderläufe und in der Folge Verspannungen, Blockaden und möglicherweise auch Überlastungsschäden am Gelenkknorpel der Vorderläufe zur Folge. Die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens werden schwächer. Auch in der Fortbewegung wird dein Hund mehr und mehr auf seine Vorderläufe setzen und die Hinterläufe laufen halt so mit. Hund Sitz

Steh Sitz Transfer als effektive Übung im Fitness- und Bewegungstraining für Hunde

Daher ist es wichtig, dass du mit deinem Hund Sitz nicht einfach nur als Kommando trainierst. Achte auch darauf, wie er sich hinsetzt und fördere gezielt ein sauberes Hinsetzen und Aufstehen. Hund Sitz

In meinen Online Kursen ist das Steh Sitz Training fester Bestandteil der Übungen. Für die meisten Hundehalter klingt die Übung langweilig, denn „Sitzen“ kann der Hund ja. Doch ein großer Teil der Hunde sitzt eben nicht sauber und normal und mit Hilfe der Übung kann man ihn dazu animieren, ganz bewusst an seiner „Haltung“ zu arbeiten. Übrigens stärkt so ein simpler Steh Sitz Transfer auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens. Auch die Gelenkbeweglichkeit der kompletten Hinterläufe wird gefördert. Eine tolle Allroundübung, die man mit wenig Aufwand in den Alltag integrieren kann.

Wenn du Auffälligkeiten deines Hundes im Sitzen beobachtest, wie beispielsweise ein Abwinkeln des Hinterlaufes o.ä. macht es immer auch Sinn, einen Blick vom Tierarzt darauf werfen lassen. Möglicherweise wählt dein Hund diese Position als Schonhaltung aufgrund von Rücken-, Knie-, oder Hüftproblemen.

So hilft isometrisches Training deinem Hund entspannt durch stressige Weihnachtstage zu kommen!

So hilft isometrisches Training deinem Hund entspannt durch stressige Weihnachtstage zu kommen!

Die Weihnachtstage und auch die Vorweihnachtszeit können auch für unsere Hunde stressig sein. Sie spüren einfach, dass auch wir Menschen im Jahresendspurt sind. Aber auch an den Feiertagen selbst, wenn die Familie zu Besuch ist und das Haus voll ist, kann das für unsere Hunde schnell eine stressige Angelegenheit werden. Wenn der Vierbeiner dann noch von Natur aus eher nervös, leicht erregbar oder ängstlich ist, dann wird es für ihn umso schwieriger.

Es gibt allerdings Möglichkeiten, wie du deinem Hund zu Entspannung verhelfen kannst, auch wenn es mal etwas trubeliger zugeht. Da auch Tessa schnell nervös wird, besonders wenn andere Menschen da sind und die Stimmung etwas „aufgeregter“ ist, unterstütze ich sie in diesen Situationen gern mit isometrischen Übungen.

Wie wirken isometrische Übungen?

Bei isometrischen Übungen haben wir eine gezielte Muskelan- und entspannung ohne eine aktive Muskelbewegung. Die An- und Entspannung wird über den leichten Druck der Hand des Menschen ausgelöst. Zudem wird hierbei die Eigenwahrnehmung des Körpers gefördert. Der Hund muss sich auf sich selbst und seinen Körper konzentrieren und fährt so seinen Erregungszustand sukzessive runter. Körper und Geist befinden sich immer in einem engen Zusammenspiel. Und so können wir mit isometrischen Übungen über die Bewusstmachung des Körpers auch eine geistige und seelische Entspannung herbeiführen.

Es ist übrigens sinnvoll, wenn du nicht erst im Stressmoment selbst mit dem Aufbau der isometrischen Übungen beginnst, sondern schon vorher. So kennt dein Hund sie bereits und sie können als konditionierte Entspannung genutzt werden. Ich stelle dir im Folgenden verschiedenen isometrische Handgriffe vor, die du sehr leicht mit deinem Hund umsetzen kannst.

Isometrische Übungen zur Stressreduktion deines Hundes

Für die Übungen sollte dein Hund immer auf einem rutschfesten, ebenen Untergrund stehen.

Die erste Position:

Hocke dich als erstes hinter deinen Hund. Lege nun deine Hände seitlich auf die Oberschenkel deines Hundes. Gebe mit deiner rechten Hand leichten Druck auf den Oberschenkel nach links. Du wirst spüren, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position ca. 3 Sekunden und federe nicht nach. Lasse nun langsam wieder locker. Gebe jetzt mit der linken Hand leichten Druck nach rechts. Du wirst wieder spüren, dass dein Hund seine Muskeln anspannt und gegenhält.

Halte diese Position wieder für ca. 3 Sekunden und lasse dann langsam locker.

Die zweite Position:

Hocke dich nun vor deinen Hund, sodass ihr euch anschaut. Lege deine Hände seitlich auf die Schultern deines Vierbeiners. Als erstes übst du mit deiner rechten Hand leichten Druck auf die Schulter aus. Du wirst nun wieder spüren, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position für die in der Trainingsempfehlung angegebene Zeit. Federe nicht nach und erhöhe auch nicht den Druck. Lasse langsam wieder locker und übe mit der linken Hand einen leichten Druck auf die andere Schulter aus. Wenn du spürst, dass dein Hund gegenhält, hältst du diese Position wieder für die in der Trainingsempfehlung angegebene Zeit und lasse dann langsam locker.

Für den nächsten Griff legst du deine Hände auf die Brust deines Hundes. Übe nun einen leichten Druck aus, als würdest du ihn von dir wegschieben. Halte den Druck wieder für die in der Trainingsempfehlung angegebene Zeit.

Achte darauf, dass der Druck, den du ausübst, nie stark oder ruckartig passiert. Gib deinem Hund zwischendurch die Möglichkeit, sich zu lockern.

Wie oft und wie lange?

Beginne mit einmal täglich 3 Wiederholungen á 3 Sekunden pro Übung.

Der große Vorteil an isometrischen Übungen ist, dass du sie immer und überall und in wirklich jeder Situation mit deinem Hund durchführen kannst. Welche Tipps hast du, damit dein Hund sich in stressigen Situationen entspannt? Teile sie gern in den Kommentaren mit anderen Hundefreunden!