Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

Warum Leistungsdruck im Bewegungs- & Fitnesstraining beim Hund fehl am Platze ist

In der letzten Zeit erleben Bewegungstraining und Hundefitness einen wahren Hype. Grundsätzlich freue ich mich natürlich darüber, dass Hundehalter sich mit der Gesundheit ihrer Hunde beschäftigen und sich aktiv einbringen möchten. Genau das ist es, was ich mit meinem Trainingsansatz erreichen möchte. Wenn du als Hundehalter mit deinem Hund trainierst – natürlich immer nach entsprechender fachlicher Anleitung – förderst du nicht nur die Gesundheit deines Hundes, hältst und machst ihn mobil, verzögerst den Alterungsprozess und vieles mehr. Auch dein Blick und deine Wahrnehmung für die Bewegungsabläufe deines Hundes verbessern sich. Fitnesstraining Hund Fitnesstraining Hund

Du siehst plötzlich, ob dein Hund korrekt sitzt, ob er im Passgang läuft, oder er eine andere Auffälligkeit in der Bewegung hat.

Natürlich sollst du hier nicht die Diagnose eines Tierarztes übernehmen. Aber deine Wahrnehmung ist sensibilisiert und so besteht die Chance, dass Erkrankungen des Bewegungsapparates früher erkannt und behandelt werden. So weit so gut.

Höher, schneller, weiter – zum Wohle der Gesundheit?

Das Ganze hat leider auch eine Kehrseite. Was mir in letzter Zeit immer häufiger aufgefallen ist, ist das das Gesundheitstraining seltsame Blüten treibt. Was mir in der Entwicklung des Hundefitness Trainings und des Bewegungstrainings nicht gefällt ist, dass es immer wieder Hundehalter gibt, die eindeutig überambitioniert sind.

Nicht nur, dass den Hunden abstruse Bewegungsabläufe abverlangt werden, die keinerlei gesundheitlichen Effekt haben. Denn wie soll z.B. ein Border Collie mit allen vier Läufen auf einem kleinen Balancepad platziert tatsächlich noch seine Muskulatur trainieren, wenn er sich eben auf diesem Balancepad völlig verkrampft hält?

Nein, es entsteht ein gefühlter Leistungsdruck. Und den halte ich so oder so im Leben mit unseren Hunden für unangebracht. Aber wenn es um eine Aktivität geht, die der Gesundheit förderlich sein soll und auch noch Spaß machen soll, dann erst Recht. Das, was bei uns Menschen schon lange Einzug gehalten hat, scheint sich mehr und mehr auch im Leben mit unseren Hunden niederzuschlagen. Der Hund muss funktionieren, Leistung bringen, egal wann wir es wollen.

Deshalb ist Leistungsdruck im Hundefitness-Training unangebracht

Ich sehe diese Entwicklung ausgesprochen kritisch. Wenn ich mit einem Hund eine Übung aufbauen möchte – und sei sie in meinen Augen – noch so einfach, dann funktioniert dies nur erfolgreich, wenn ich mit meinem Hund trainieren. Will heißen, so wie mein Hund es körperlich kann und wie er es geistig umsetzen kann.

Da sind Leistungsdruck, Funktionieren-Müssen und Ungeduld einfach fehl am Platze. Im Gegenteil. Ich halte es für extrem wichtig, um einen nachhaltigen Trainingseffekt zu haben, dass ich meinem Hund die Chance gebe, nachzudenken. Er soll sich die Übung in seinem Tempo und so kleinschrittig, wie er es benötigt, erarbeiten. Nur so haben wir die Chance, dass neue, gesunde Bewegungsabläufe tatsächlich im Gehirn manifestieren.

Und wenn der Hund nur eine oder zwei Wiederholungen schafft, ist das auch völlig in Ordnung. Es ist um Welten sinnvoller, wenn der Hund eine Übung 1-2 Mal wiederholt und dafür korrekt, als 5 Mal und dafür sind die letzten drei Wiederholungen nur so halb wirklich gelungen.

Kurzum: langsam ist die Devise und weniger ist mehr

Dein Hund ist nicht jeden Tag gleich leistungsfähig Fitnesstraining Hund

Kennst du das? Du stellst alles für die Trainingseinheit bereit, dein Hund steht zwar freudig da, aber irgendwie läuft es nicht wirklich rund. Ich gebe ehrlich zu: bei mir und Tessa kommt das vor. Sogar ziemlich regelmäßig. Genau wie wir Menschen sind unsere Hunde nämlich auch nicht jeden Tag gleich leistungsfähig. Und da gilt es nicht, dass Programm des Trainingsplanes stumpf abzuarbeiten, sondern Rücksicht auf die Bedürfnisse des Hundes zu nehmen. Ist der Hund nicht gut drauf, ist er auch nicht wirklich bei der Sache. Er kann sich schlechter konzentrieren und führt Bewegungen nicht präzise aus. Am Ende bleibe auf beiden Seiten nur Frust.

Was tun, wenn der Hund nicht in „Trainingslaune“ ist? Fitnesstraining Hund

Ganz einfach: akzeptieren! Wenn du spürst, dass dein Hund sich nicht konzentrieren kann oder er körperlich einfach nicht auf der Höhe ist, ist das der einzig vernünftige Weg. Wenn ich in dieser Situation bin, mache ich immer eines. Das Training positiv abschließen. Ist Tessa unkonzentriert und fahrig, gehe ich dazu über, eine Übung mit ihr zu machen, die garantiert immer sitzt und schließe das Training damit sofort wieder ab. Auch wenn es die einzige Übung sein wird. Bei Tessa ist das der Doggy Twist – dabei dreht sie sich rechtsherum und linksherum um ihre eigene Achse. Das klappt immer. Und damit ist es dann auch gut.

Ich möchte nicht, dass Tessa das Gefühl hat, “versagt” zu haben

Für mich ist Leistungsdruck tabu, ich spule kein Programm ab – auch wenn es auf meinem Trainingsplan steht. Denn mein Trainingspartner ist mein Hund – ein Lebewesen. Da gilt es Rücksicht zu nehmen und zu respektieren, wenn mein Hund nicht leistungsfähig ist.

Neuer Tag, neues Glück Fitnesstraining Hund

Wenn du dein Training abschließt, wie ich es mit Tessa mache, wird auch dein Hund spüren, dass du seine Bedürfnisse wahrnimmst und respektierst. Nur so ist sichergestellt, dass er am nächsten Tag, wieder freudig bei der nächsten Trainingseinheit dabei ist und euer Training nicht mit Frust und Zwang verbunden ist, sondern mit Spaß. Nur so kannst du dauerhaft erfolgreich beim Bewegungstraining mit deinem Hund sein. Fitnesstraining Hund

Alles Liebe, deine Tina

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Arthrose = Schonen? – Warum es so wichtig ist, dass dein Hund bei Gelenkproblemen in Bewegung bleibt

Wenn Hundehalter die Diagnose Arthrose bei ihrem Hund erhalten, sind sie meist unsicher, was in Sachen Bewegung noch gut für ihren Hund ist. Der erste Gedanke ist in der Regel, dass man den Hund nun gänzlich schonen müsse, um ein Fortschreiten der Arthrose zu vermeiden. Dies ist aber so nicht richtig und kann sogar schädlich für deinen Hund sein.

Was passiert, wenn du deinen Hund bei Arthrose und anderen Gelenkerkrankungen komplett schonst

Gelenke brauchen Bewegung, damit die Ernährung des Knorpels gewährleistet ist. Das liegt daran, dass die Nährstoffe mittels einer Pumpbewegung über die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel gelangt. Diese entsteht durch die Bewegung des Gelenks. Bleibt die Bewegung aus, wird der Knorpel nicht mehr ausreichend genährt. In der Folge entsteht weitere Arthrose.

Zudem verändert die Gelenkflüssigkeit ihre Konsistenz und wird zäh, wenn ein Gelenk nicht ausreichend bewegt wird. Auch die Bänder, Sehnen und Muskeln werden in Mitleidenschaft gezogen und die Gelenkbeweglichkeit ist eingeschränkt. Die Muskulatur baut ab, was wiederum eine zusätzliche Belastung für die Gelenke bedeutet. Du siehst, bei kompletter Schonung oder zu wenig Bewegung gerät dein Hund sehr schnell in einen Teufelskreis. Dieser zieht ein Fortschreiten der Arthrose nach sich.

Es ist also klar, dass eine komplette Schonung bei einer Gelenkarthrose nicht das Mittel der Wahl sein kann, um ein Fortschreiten der Arthrose zu verhindern und eine sinnvolle Unterstützung für den Hund zu bieten. Doch was ist der richtige Weg?

In Bewegung bleiben – aber dem Gesundheitszustand angepasst

Angepasste Bewegung ist das Zauberwort. Ich weiß, es ist ein dehnbarer Begriff und wenig greifbar, weil es nicht einfach eine Zahl ist, die man pauschal in den Raum werfen kann. Denn jeder Hund ist unterschiedlich.

Grundsätzlich sollte die tägliche Bewegung deines Hundes seinem Gesundheitszustand angepasst sein. So ist es bei Gelenkerkrankungen sinnvoll, dass dein Hund nicht mehr beispielsweise zweimal täglich lange Spaziergänge macht. Besser ist, über den Tag verteilt mehrere kürzere Spaziergänge zu machen. Das hat den positiven Effekt, dass dein Hund nicht so sehr erschöpft und zugleich die Erholungsphase deutlich verkürzt wird.

So schaffst du es trotz Arthrose, die nötige Bewegung zu gewährleisten. Wie gesagt kann man hier keinen Pauschalwert nennen, wie lang die einzelnen Spaziergänge sein dürfen. Hier muss man sich wirklich herantasten und schauen, was dem Hund gut tut.

„Aber mein Hund läuft doch trotz Arthrose seine große Runde und hat auch Spaß daran!“

Klar, dein Hund hat ja auch kein Vernunftsdenken! Die Aussage, dass Hunde trotz schwerer Gelenkprobleme förmlich bis zum Umfallen laufen und über ihre Grenzen hinausgehen höre ich gar nicht selten. Das liegt ganz einfach daran, dass unsere Hunde kein Vernunftsdenken haben. Dein Hund denkt sich nicht: „Ich sollte jetzt besser nach Hause gehen, sonst tut mir mein Knie morgen wieder weh.“ Oder „Nee, besser spiele ich nicht so wild mit meinem Hundekumpel, sonst kann ich morgen wieder kaum aufstehen.“.

Wir müssen diesen Job für unsere Hunde übernehmen und es ist die Verantwortung von uns als Hundehalter, für unsere Hunde vernünftig zu sein. Das bedeutet nicht, alles zu reglementieren und dem Hund nichts mehr zu gönnen. Ein gesundes Gleichgewicht ist immer wichtig. Dem Hund seine liebsten Aktivitäten gänzlich zu nehmen, um sicherzustellen, dass seiner Gesundheit hinreichend Genüge getan wird, ist auch nicht sinnvoll. Dann haben wir zwar einen Hund, der ganz sicher nichts macht, was ihm schaden könnte, aber wir haben einen auch einen Hund, der womöglich depressiv wird, weil seine Lebensqualität einfach sehr negativ beeinflusst wird.

Es gilt also immer entsprechend abzuwägen.

Reichen Spaziergänge alleine, um das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten?

Die Spaziergänge sind in jedem Fall ein sehr wichtiger Faktor. Zusätzlich ist es hilfreich, deinen Hund gezielt mit verschiedenen Bewegungsübungen zu unterstützen. Das ist wie ein regelmäßiges Gymnastizieren, um die Muskulatur und Beweglichkeit zu erhalten und zu fördern. So wie es auch ein Humanphysiotherapeut empfehlen würde, wenn du Gelenkprobleme hast. Hier kann ich dir übrigens meinen Arthrosfit Selbstlernkurs für Hundehalter ans Herz legen. Dort lernst du gezielt Bewegungsübungen für deinen Hund, die ihn bei Arthrose in Bewegung halten: ARTHROSEFIT BEWEGUNGSTRAINING.

Fazit – Arthrose = Schonen?!

Schonen ist keinesfalls die alleinige Lösung. Es ist wichtig, eine gewisse Bewegung und Beweglichkeit deines Hundes zu erhalten, um damit das Fortschreiten der Gelenkprobleme zu verhindern. Angepasste Spaziergänge – häufiger, dafür kürzer – und zusätzlich gezieltes Bewegungstraining sind optimal, um deinen Hund bei Gelenkproblemen richtig und ausreichend zu bewegen, ohne ihn zu überlasten und ohne die Gelenke durch übermäßiges Schonen „einrosten“ zu lassen.

Alles Liebe, deine Tina!

 

Wie gutes Hundetraining aufgebaut wird und warum es wichtig ist, dass es deinem Hund dabei gut geht! – Gastartikel von Anne Bucher

Wie gutes Hundetraining aufgebaut wird und warum es wichtig ist, dass es deinem Hund dabei gut geht! – Gastartikel von Anne Bucher

In vielen meiner Blogartikel habe ich das Thema Schmerzen schon von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Es ist ein breites Themenfeld und sehr komplex. Auf der anderen Seite ist es aber auch ganz einfach: Schmerzen beeinflussen das Leben. Auch das Leben unserer Hunde. So ist auch ein gutes Hundetraining mit deinem Vierbeiner unter Schmerzen nicht möglich. Da für mich Körper und Geist eng zusammenhängen, freue ich mich über diesen Gastartikel von Hundetrainerin Anne Bucher. Sie erklärt dir nicht nur, wie sich gutes Verhaltenstraining mit deinem Hund aufbaut und warum du dabei viel Geduld haben solltest, sie greift auch auf, was beim training passiert, wenn dein Hund Schmerzen hat. Viel Freude und Erkenntnisse bei diesem tollen Artikel!

Gutes Hundetraining erfordert viele kleine Schritte – und Geduld!

Ganz egal, ob du einen eher einen ängstlichen, impulsiven, hibbeligen oder schwer motivierbaren Hund hast: Nachhaltige Veränderungen erreichst du über eine Kombi aus gutem Training und echtem Wohlbefinden.

Das Training sorgt für die Verhaltensveränderung. Es ist systematisch, kleinschrittig und strukturiert. Dabei enthält es mehrere Komponenten, die zwar vom Problem, dem Lebensumfeld und natürlich auch vom Hund beeinflusst werden, im groben aber immer die Folgendes beinhalten:

Management

Damit das Verhalten möglichst selten auftritt, nicht mehr weiter geübt und gefestigt wird, wird ermittelt wann, wie und wo das Verhalten auftritt und wie es verhindert werden kann. Je besser du es für eine Zeit verhindern kannst, desto schneller wird dein Training vorangehen.

Es ist nicht das Ziel, dem Problem auf Dauer aus dem Wege zu gehen, sondern zunächst einen Fuß in die Tür zu bekommen. Das nötige Trainingsrepertoire aufzubauen und in der Zwischenzeit zu regenerieren.

Je häufiger der Hund das Verhalten, auch nur im Ansatz, zeigt, desto schwerer wird es, es loszuwerden. Ein guter Trainer wird dich daher nicht bitten, dir das Verhalten mal zu demonstrieren, wenn du es nicht eh schon gefilmt hast. Niemand geht davon aus, dass du es von heute auf Morgen komplett verhindern kannst, umso wichtiger ist es, dass auf ein „absichtlich“ auslösen verzichtet wird. Das gilt doppelt und dreifach, wenn es ein Verhalten ist, das sich für den Hund, dich oder jemanden aus der Umwelt nicht gut anfühlt oder gar gefährlich ist.

Erlernen einer neuen Strategie.

In der Zwischenzeit können dein Hund und du neue Trainingswerkzeuge, einen neuen Umgang und ein Handling lernen. Ihr könnt lernen, wie ihr in einem plötzlichen Ausrutscher reagieren könnt und im Anschluss das beste daraus macht.

Daraus entsteht eine neue Strategie, die sich für dich und deinen Hund gut anfühlen und eure Bedürfnisse erfüllen sollte. Je besser die Strategie, desto eher wird dein Hud sie hinterher auch ohne dein Zutun ausführen und das sollte das mittel- bis langfristige Ziel sein. Du willst ja nicht ewig auf Hab-Acht-Position beim Gassi sein!

Generalisieren und etablieren der neuen Strategie

Seid ihr beide in eurem Tun eingespielt, heißt es die neue Strategie wieder ins Leben bringen. Stück für Stück an unterschiedlichen Auslösern, Orten und in verschiedenen Erregungslagen zu trainieren. Wenn du versehentlich den Bogen überspannst oder mal in schwierige Situationen gerätst, ist das nicht schlimm. Du frischst dein Training wieder auf, betreibst wieder einige Tage mehr Management und weiter geht es!

Klingt langwierig? Ist es in der Regel nicht. Du solltest bereits nach kurzer Zeit deutliche Veränderungen und Fortschritte sehen. Klar, manchmal gibt es Rückschläge und lernen verlaüft eben nicht geradlinig. Aber in der Regel sind nach einigen Wochen merkliche Verbesserungen spürbar. Ist das nicht der Fall, gilt es dein Training zu hinterfragen und in jedem Fall den zweiten  Aspekt ganz genau zu durchleuchten:

Ohne Wohlbefinden deines Hundes wird dein Training nicht auf Dauer Früchte tragen!

Ein Training wie oben beschrieben, stärkt euer Vertrauen und das Wohlbefinden. Es macht Spaß und schweißt zusammen. Es ist jedoch ein Kampf gegen Windmühlen, wenn dabei andere Dinge übersehen werden, die das Wohlbefinden dauerhaft stören.

Einer der häufigsten Gründe hierfür sind meiner Erfahrung nach Schmerzen im Bewegungsapparat. Ob es das Einklemmen der Rute, das Ziehen an der Leine, heftiges in die Leine Springen oder am Zaun plötzliches Stoppen ist, alle haben eines gemeinsam: Sie verursachen Fehlbelastungen, die zu Verspannungen, Stauchungen und anderen Schmerzen führen.

Nicht selten sind die Schmerzen sogar zuerst da und dann beginnt das Verhalten zu kippen. Doch egal, was zuerst da war: Ist beides da, hilft es nur, an beidem zu arbeiten.

Schmerzen aktivieren Angst!

Treten Schmerzen auf, wird auch das neuronale Netzwerk von Angst aktiv. Angst ist eine starke Emotion, die überlebensnotwendig ist und entsprechende Verhaltensmuster aktiviert. Oft verbinden wir Angst nur mit Flucht, mit einem zitternden sich versteckenden Wesen. Doch Angst hat viele Gesichter und Schmerzen damit auch. Alle haben eines gemeinsam: Das Hundegehirn will das Auftreten unbedingt vermeiden oder lindern. Gelingt das nicht, sucht es nach Ablenkung und Dingen, die es wieder glücklicher machen.

Du gibt deinem Hund ein Signal, wie z.B. Sitz, er wuselt durch die Gegend, bietet zig andere Verhalten an, bellt vielleicht oder zieht sich zurück. Dein Hund ist im Konflikt. Sein Gehirn sagt, dass er sich hinsetzen soll, gleichzeitig warnt, es ihn vor dem Schmerz es zu tun. Oft denken wir, der Hund wäre hibbelig, bockig oder stur. Er vermeidet jedoch nur den Schmerz.

Dein Hund ist ein wahrer Zappelphillip und kommt Zuhause nicht zur Ruhe. Es kann sein, dass das Hinlegen oder das Liegen unangenehm ist. Zwickt es mehrfach in einer solchen Situation, versucht der Hund es zu vermeiden. Nicht immer sind für uns die Reaktionen logisch und eindeutig, die Schmerzen auslösen. Aus unserer Perspektive macht es keinen Sinn, dass der jagdlicht motivierte Hund bei Schmerzen dennoch über Stock und Stein geht, um das Wild zu verfolgen. Der häufige Trugschluss: Keine Schmerzen!

Die bevorzugten Verhaltensweisen tun dem Hund in dem Moment gut. Es werden Hormone und Neurotransmitter ausgeschüttet, die nicht nur glücklich machen, sondern auch dafür sorgen, dass der Schmerz in dem Moment nicht wahrgenommen wird. Je tiefer das entsprechende Verhalten im Gehirn verankert ist, je mehr der Hund darauf selektiert wurde, desto wahrscheinlicher wird es unter Stress und Schmerzen.

Sucht das Gehirn nach neuer, schöner Stimulation, werden dabei Dinge die selbstbelohnend sind immer wichtiger. Belohnungen von außen hingegen werden abgeschwächt. So werden selbstbelohnende Verhaltensweisen immer wichtiger und mehr. Damit ist die Tür offen zum Entwickeln unangenehmer Verhaltensprobleme bis hin zu Störungen, wie exzessives Jagen oder Bellen.

Schmerzen sind begünstigende Faktoren von Problemverhalten

Angst und Schmerzen lösen immer Stress aus. Wenn dein Hund häufig Stress ausgesetzt ist, verändert sich sein Lernvermögen. Die blitzschnellen, emotionalen Strukturen im Gehirn verdichten sich und impulsive und reaktive Reaktionen werden schneller und vielleicht auch heftiger.

Ein einfaches „Sitz“ hingegen wird immer schwerer. Der Gehirnbereich, der für Signal- und Impulskontrolle zuständig ist, wird in dieser Zeit nämlich geschwächt. Das gestresste Hundegehirn befindet sich im „Autopilot“, alles was keine unmittelbare Verbesserung der Situation (aus Hundeperspektive) bringt, ist erst einmal abgeklemmt.

Bei den eher trägen Hundetypen, entwickeln sich statt der schnelleren Reaktionen eher Lethargie und Rückzug. Sie sind immer schwerer zu motivieren. Wer häufig Schmerzen, Stress und Angst ertragen muss, wird zunehmend dünnhäutiger und kann schlechter Lernen, was nicht unmittelbar und direkt im Bezug zu Schmerz, Angst und Stress steht. Hinzu kommen Fehlverknüpfungen. Ein Klassiker: Dein Hund sieht den anderen Hund, er springt in die Leine und es tut weh. Logisch, wer schuld ist, oder? Immer der andere. Sein Gehirn hatte wieder recht – andere Hunde sind doof!

Das gilt nicht nur für andere Hunde. Dein Hund erschrickt, z.B. wegen eines lauten Geräusches, er zuckt zusammen und dabei tut was weh? So kann durchaus eine ausgewachsene Geräuschangst entstehen.

Das Beste zum Schluss

Packst du beide Enden zugleich an, wirst du mit ziemlicher Sicherheit schon sehr bald richtig gute Veränderungen erkennen!

Ihr, du und dein Hund, seid der Situation also nicht ausgeliefert. Ihr könnt das Anpacken und viele TrainerInnen arbeiten gerne Hand in Hand mit Therapeuten und Tierärzten. Und auch wenn du das Erlebte nicht ändern kannst, du kannst für die Zukunft eine Menge an Wohlbefinden und an guten, neuen Strategien aufbauen.

Zur Person Anne Bucher
Anne Bucher

Anne Bucher

Anne Bucher ist Hundetrainerin und Gründerin von Anne Bucher – Anders mit Hund.

Ihre Mission ist es, dass jeder Mensch Zugang zu Anleitung und Wissen hat, um ein bedürfnisorientiertes Leben mit seinem Hund zu verbringen. Damit dies gelingt, begleitet Anne HundehalterInnen on- und offline, referiert im deutschsprachigen Raum und bildet HundetrainerInnnen aus, die die gleichen Werte vertreten.

Verhaltensprobleme online trainieren, geht denn das ? Oh ja! Du kannst das Thema „Erregung & Entspannung“ als Selbstlernkurse erarbeiten oder unser intensives und eng betreutes Jahresprogramm „Ein echtes Team“ mitmachen und Training nach dem B.R.A.V.E. Konzept lernen. Wir kümmern uns um die echten Ursachen der Probleme und machen dich zur besten Trainerin für deinen Hund, die kompetent, souverän und zufrieden mit ihrem Hund durch das Leben geht. Dabei setzen wir darauf, dass dein Hund vor allem Selbstwirksamkeit und eigene, sinnvolle Strategien lernt. Hast du Lust? Dann schau nochmal vorbei!

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Hundemassage leicht gemacht mit dem Massagehandschuh – Anleitung für Hundehalter

Hundemassage leicht gemacht mit dem Massagehandschuh – Anleitung für Hundehalter

Viele Hundehalter interessieren sich sehr für das Thema Hundemassage. Doch nicht immer möchten sie sich an richtige Masssagegriffe heranwagen. Nicht immer hat man die Zeit für eine ausgiebige Massage und auch nicht jeder Hund kann und will lange entspannt liegenbleiben. Es ist einfach auch sehr intensiv – und nicht jeder Hund kann damit gut umgehen.

Tessa gehört auch zu diesen Hunden. Ein bißchen Massage ist schön. Aber alles in Maßen bitte. Ich persönlich halte auch so gar nichts davon, den Hund dann zur Massage „zu nötigen“. Wenn er sich damit nicht wohl fühlt, wird er innerlich in jedem Fall anspannen, was sich auch in muskulären Verspannungen äußert. Dabei wollen wir mit einer Hundemassage doch eine seelische und körperliche Entspannung unseres Hundes erreichen. Das passt für mich dann nicht mehr zusammen.

Da ist die Hundemassage mit einem Massagehandschuh für mich dann eine geniale Alternative

Ich habe für Tessa übrigens richtige Fingerhandschuhe für die Massage, der sogar zwei verschiedene Arten von Noppen hat. Das macht es möglich, viel gezielter und genauer zu massieren und auch an kleinere Bereiche des Körpers gut heran zu kommen. Auch kleine Hunde profitieren davon natürlich sehr. Es verleiht ein wesentlich besseres Gefühl bei der Massage. Der Hund ist gut tastbar und man hat viel Gefühl in der Hand. Das Material des Handschuhs ist angenehm weich und flexibel.

Hierauf solltest du bei deinem Massageutensil achten:

  • Es sollte aus weichem Material sein (Gummistriegel), damit es für deinen Hund auch bei kurzem Fell nicht unangenehm ist.
  • Es sollte nicht unangenehm riechen – die Nase unserer Vierbeiner sind ausgesprochen empfindlich.
  • Die Handschuhe sollten pflegeleicht und schnell zu reinigen sein.
  • Für dich sollte die Passform angenehm sein, damit du ein gutes Griffgefühl hast und sicher in der Behandlung bist.

Toller Nebeneffekt der Hundemassage

Neben Massageeffekt bürsten die Massagehandschuhe eine Menge Fell heraus. Also hat man neben der Massage auch gleich eine tolle und effektive Fellpflege.

Doch wie wirkt die Massage mit einem Massagehandschuhe?

Grundsätzlich wirkt die Massage mit Hilfsmitteln wie eine klassische Massage. Doch die Intensität reicht nicht an eine klassische Massage mit den Händen heran. Die Bereiche, die du massierst, werden erwärmt, die Durchblutung wird gesteigert und du regst das Herz-Kreislaufsystem an. Du linderst Schmerzen und entspannst die Muskulatur deines Hundes. Dein Hund wird wieder beweglicher und agiler. Dies hilft ihm bei Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthrose, Hüftdysplasie oder Spondylose. Wenn du die Massage mit den Hilfsmitteln bei Hunden mit neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel einem Bandscheibenvorfall anwendest, unterstützt du damit, dass die behandelten Körperteile bewusster wahrgenommen werden und die Nerven stimuliert werden. Das hilft auch bei der Behandlung von Lähmungen. Aber auch als Wellnessbehandlung, Qualitytime mit deinem Hund und zur Stärkung eurer Bindung ist es eine wunderbare Maßnahme.

Die Massage mit einem Handschuh bietet eine tolle Möglichkeit z.B.:

  • Wenn man mit Massage Schmerzen lindern möchte– aber ohne Griffe zu erlernen.
  • Wenn dein Hund sich bei direkten, intensiven Berührungen durch eine Hand unwohl fühlt

Wann ist die Massage tabu? Hundemassage

  • Entzündungen
  • Trächtigkeit
  • Tumoren
  • Fieber
  • Herzerkrankungen
  • Infektionserkrankungen
  • frische Verletzung
  • Blutungsneigungen

Bei nervösen Hunden ist eine Massage mit einem Handschuh schwierig, da sie stimulierend wirkt. Auch bei histaminempfindlichen Hunden rate ich von der Massage mit Hilfsmitteln ab, da die Histaminausschüttung verstärkt wird.

Wie führst du die Massage und was musst du beachten?

Die Massage sollte mit leichtem Druck durchgeführt werden, da sie so angenehm und entspannend ist. In die Massage kannst du den Rücken, die Schultern und Vorderläufe, Kruppe und Hinterläufe einbeziehen. Streiche immer in einer fließenden Bewegung mit dem Strich. Du kannst auch mit kreisenden Bewegungen massieren. kannst du durchführen. Massiere nicht zu lange und intensiv auf einer Stelle und halte den Druck möglichst immer gleich. Versuche immer im Bereich der Muskulatur zu arbeiten und spare knöcherne Bereiche aus. Auf knöchernen Bereichen zu massieren ist unangenehm bis schmerzhaft.

Auch empfindliche Bereiche des Körpers sparst du bitte aus. Dazu gehören der Kopf, die Geschlechtsteile und die Brustwarzen.

Hundemassage – Videoanleitung (KLICK)

Eine entspannte Atmosphäre ist wichtig Hundemassage

Nehme dir Zeit für die Massage und schaffe eine wohlige Atmosphäre. Eine angenehme Raumtemperatur und angenehmes Licht gehören dazu. Dein Hund sollte bequem liegen, vielleicht auf seiner Lieblingsdecke und auch du solltest bequem sitzen. Schenke deinem Hund deine volle Aufmerksamkeit. Das bedeutet auch, dass Fernseher, Handy etc. tabu sind. die Raumtemperatur und das Licht sollten angenehm sein. Hundemassage

Wie häufig kannst du deinen Hund mit einem Massagehandschuh massieren?

Bei neurologischen Erkrankungen kannst du die betroffenen Gliedmaßen täglich damit massieren. Ansonsten empfehle ich dir, die Massage mit einem Handschuh höchstens alle zwei Tage durchzuführen. Die Behandlung ist sehr intensiv und bei häufigerer Anwendung kann es zu einer Überreizung kommen und für deinen Hund unangenehm werden.

Deinen eigenen Hund massieren – traust du dich nun?

Und – wagst du dich an das Thema Hundemassage jetzt auch heran? Ich hoffe, ich konnte dich für dieses schöne Thema begeistern. Die Massage mit einem Striegel oder einem Massagehandschuh ist auf jeden Fall eine tolle Variante. Falls du dich intensiver mit dem Thema Massage beim Hund beschäftigen möchtest, findest du hier ausführliche Infos zum Thema Massage und Anleitungen zu folgenden Massagegriffen: Hundemassage

Ich wünsche dir und deinem Hund viel Freude mit der Massage! Bei Fragen schreibe mir gerne eine Email oder hinterlasse mir einen Kommentar!

Alles Liebe, Tina

 

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Zehengelenksarthrose beim Hund – wenn die Pfoten bei jedem Schritt schmerzen

Wenn ein Hund unter Arthrose in den Zehen – also unter einer Zehengelenksarthrose –  leidet, wird das meist kleingeredet und verharmlost. Das ist ja nur eine Arthrose im Zeh. Dabei hat eine Arthrose im kleinen Zeh eine große Auswirkung auf das Befinden deines Hundes.

Die Pfoten deines Hundes sind täglich im Einsatz

Dein Hund braucht seine Pfoten. Und zwar täglich. Die Zehengelenke müssen jede Bewegung des Körpers mitmachen. Wenn er unter einer Arthrose in den Zehengelenken leidet, wirkt sich das auf jeden seiner Schritte aus. Und zwar schmerzhaft. Zwar ist ein Zehengelenk nur ein sehr kleines Gelenk im Vergleich z.B. zur Hüfte, doch wenn es schmerzt, wirkt sich das dennoch stark auf die Fortbewegung deines Hundes aus.

Er beginnt zu humpeln, vielleicht dauerhaft, vielleicht auch „nur“ intermittierend, möchte seine Pfote nicht mehr richtig belasten. Das hat Folgen für den gesamten Hundekörper. Die betroffene Pfote wird entlastet, andere Körperbereiche werden dadurch vermehrt belastet. Dies bietet übrigens den perfekten Nährboden, dass durch Überlastung nun auch Arthrose in anderen (Zehen-) Gelenken entsteht. In diesem Artikel findest du übrigens viele allgemeine Informationen zum Krankheitsbild der Arthrose.

Der normale Bewegungsablauf ist gestört und zusätzlich können auch muskuläre Verspannungen auftreten. Das in aller Kürze zusammengefasst.

Die Anatomie der Zehengelenke beim Hund

Schauen wir einmal kurz auf die Pfote deines Hundes. Anatomisch gesehen werden die Zehengelenke gern vernachlässigt und Hüfte, Ellbogen / Co. sind in unserer Wahrnehmung viel präsenter. Die Zehengelenke des Hundes sind die Gelenkverbindungen zwischen den einzelnen Zehengliedern, aber auch der Zehengrundglieder mit den Mittelfußknochen.

Vom Aufbau her unterscheidet man zwischen Zehengrund-, Zehenmittel- und Zehenendgelenken.

Der Aufbau der einzelnen Gelenke entspricht dem eines ganz „normalen“ Gelenks. Das heißt zu den gelenkbildenden Bestandteilen gehören die knöchernen Gelenkpartner, die Gelenkkapsel, Gelenkknorpel, Gelenkflüssigkeit, sowie stabilisierende Bänder. Aber alles in sehr, sehr kleiner Ausführung, wenn man ein Zehengelenk beispielsweise mit dem Kniegelenk vergleicht.

In der Behandlung der Zehengelenksarthrose macht es uns diese Feingliedrigkeit nicht wirklich einfacher. Aber dazu später mehr.

Wie kann eine Arthrose in den Zehengelenken entstehen?

  • Verletzungen
  • Verschleiß aufgrund des Alters
  • Übergewicht
  • Fehlstellungen
  • Übermäßige Belastung

Diese Anzeichen können auf eine Arthrose in den Zehengelenken hindeuten

  • Lahmheit – dauerhaft oder intermittierend
  • Häufiges Belecken der Pfoten und Gelenke, was häufig als Putzen missverstanden wird
  • Immer wieder Hochhalten der Pfote
  • Der Hund läuft „wie auf Eiern“
  • Berührungsempfindlichkeit an den Pfoten
  • Spürbare Erwärmung der Gelenke
  • Schwierigkeiten bei Alltagsbewegungen wie Treppensteigen, ins Auto steigen
  • Weniger Freude bei Spaziergängen
  • Der Hund läuft steifbeinig
  • Spielfreude lässt nach

Dies ist natürlich nur eine Auswahl an Symptome. Wichtig ist, wenn du die Anzeichen bei deinem Hund erkennst, dass du ihn deinem Tierarzt für weitere Untersuchungen vorstellst. Notiere dir am besten vor dem Arztbesuch, was du beobachtet hast. In der Aufregung beim Tierarzt sind oft plötzlich alle Gedanken verschwunden, die man sich vorher dazu gemerkt hat.

So diagnostiziert der Tierarzt die Arthrose in den Zehengelenken

Der Arzt wird die Pfote genau untersuchen und die Beweglichkeit der Gelenke überprüfen. Auch auf mögliche Schmerzanzeichen achtet er dabei. Zudem ist es wichtig zu hören, ob das Gelenk eventuell Krepitationsgeräusche (trockenes, mahlendes Geräusch des Gelenks) durch den Knorpelschaden zeigt. Weiterhin wird er natürlich untersuchen, ob dein Hund eventuell eine andere Verletzung hat, wie durch einen Dorn o.ä.. Mit Hilfe einer Röntgenaufnahme kann durch die Bildgebung die Arthrose im Zehengelenk sichtbar gemacht werden.

Wie behandelt man eine Zehengelenksarthrose beim Hund?

Wie eben bereits angesprochen ist die Behandlung ausgesprochen schwierig. Aber nicht unmöglich. Keinesfalls solltest du mit der Haltung „Es ist ja nur ein Zehengelenk, das macht nichts!“ agieren und es einfach ad acta legen. Wie zu Beginn des Artikels beschrieben hat auch eine „kleine“ Arthrose im Zehengelenk große Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat des Hundes.

Die Behandlungsziele sollten sein:

  • Schmerzlinderung
  • Das Fortschreiten der Arthrose aufzuhalten
  • Die Gelenkbeweglichkeit und Gelenkfunktion erhalten und fördern
  • Eine möglichst normale Belastung der Pfote, damit normale und gesunde Bewegungsabläufe des gesamten Körpers möglich sind.
  • Entzündungshemmung

Behandlungsmöglichkeiten

Aus tierärztlicher Sicht wird meist zu einer konservativen Therapie mit Schmerzmitteln und Entzündungshemmern geraten. Das lindert möglicherweise (aber nicht immer) den Schmerz, aber die Arthrose hat trotzdem weiterhin freie Bahn. Im nächsten Schritt wird die Zehe dann oft amputiert. Doch das hat signifikante Auswirkungen auf die Bewegung des Hundes. Man muss dazu sagen, dass der Hund eine Amputation einer der äußeren Zehen besser kompensieren kann, als wenn es sich um mittlere Zehen handelt, die im Mittelpunkt der Belastung stehen.

Doch auch wenn die Behandlung der Zehengelenksarthrose nicht einfach ist, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten aus dem physiotherapeutischen Bereich, auf die wir zurückgreifen können. Einige davon kannst du auch als Hundehalter Zuhause (nach Absprache mit dem Physio) durchführen.

Meine Empfehlung bei der Behandlung einer Zehengelenksarthrose:

Ich setze beispielsweise gern die Lasertherapie ein, die gute Erleichterung schafft und die Entzündung und Schmerzen lindert, sowie die Beweglichkeit erhöht. Auch das passive Bewegen der Zehengelenke ist sehr hilfreich. Dies kann auch als Hausaufgabenübung durch den Hundehalter durchgeführt werden.

Zusätzlich sind Wickel, wie z.B. Quarkwickel, Beinwell– oder Retterspitzwickel gute Möglichkeiten, die ebenfalls durch den Hundehalter angewandt werden können.

Regelmäßige Bewegungsübungen aus dem aktiven Bewegungstraining helfen deinem Hund, wieder gesunde Bewegungsabläufe zu trainieren. Auch bei einer Zehengelenksarthrose ist im Endeffekt der gesamte Körper beteiligt und sollte auch in der Behandlung berücksichtigt werden.

Zusätzlich kann es deinem Hund helfen, unterwegs einen Pfotenschuh zu tragen. Auch das schützt das Zehengelenk, puffert etwas und dämpft mögliche Schmerzen ab. Achte dabei darauf, dass der Pfotenschuh nicht zu eng, aber bitte auch nicht zu locker sitzt. Zudem sollte er nicht auf die betroffene Zehe drücken. Mittlerweile werden auch Orthesen angeboten, die die betroffene Pfote schützend umgeben und ähnlich wie der Pfotenschuh wirken. Hier solltest du eine Orthese von einem Orthopädietechniker für Hunde anfertigen lassen.

Zusätzlich bieten Nahrungsergänzungsmittel, die die Gelenke nähren, eine gute Möglichkeit deinen Hund zu unterstützen. Hier seien als Beispiele Kollagenpeptide, Grünlippmuschelextrakt, Teufelskralle, & Co. genannt.

Was kann und sollte man im Alltag bei einer Zehengelenksarthrose beim Hund beachten?

Bitte vermeide unbedingt, dass dein Hund auf hartem Untergrund läuft. Du wirst feststellen, dass er auf einem Untergrund wie Asphalt deutlich mehr lahmt. Wähle stattdessen nachgiebige Untergründe wie beispielsweise Waldboden. Der ist gelenkschonender und dämpft deutlich ab. Für einen Hund mit Arthrose in den Zehen ist das eine riesige Erleichterung.
Passe zudem die Spaziergänge dem Befinden und der Erkrankung deines Hundes an. Die Spaziergänge sollten so gestaltet sein, dass du kürzere Runden läufst und dafür häufiger. Das ist besser, als zwei große Spaziergänge am Tag zu machen.

Du siehst, es gibt bei einer Arthrose im Zehengelenk beim Hund viele Möglichkeiten ihn zu unterstützen. In jedem Fall sollte die Gelenkerkrankung ernst genommen werden und nicht aufgrund der geringen Gelenksgröße verharmlost werden.

Du hast noch Fragen zum Thema? Schreibe mir gern eine Email an tina@doggy-fitness oder hinterlasse mir einen Kommentar!

Alles Liebe,

Tina

Gelenkschmerzen beim Hund – wenn jeder Schritt unangenehm ist

Gelenkschmerzen beim Hund – wenn jeder Schritt unangenehm ist

Gelenkschmerzen beim Hund ist ein Thema, dass immer mehr an Wahrnehmung und Bedeutung gewinnt. Das war jedoch nicht immer so. Wenn man bedenkt, dass man bis in die 1980er Jahre davon ausgegangen ist, dass Hunde keinen oder sehr begrenzt überhaupt Schmerzen empfinden, kann man sich vorstellen, dass es lange dauerte, bis in den Köpfen der Menschen ein Umdenken stattgefunden hat.

Was passiert, wenn ein Gelenk schmerzt und nicht funktioniert

Dabei kennen wir Menschen es doch selbst: wenn das Knie schmerzt, dann vermeiden wir Bewegungen und Belastungen. Zusätzlich führt es zu einer Unsicherheit und fehlendem Vertrauen in das betroffene Gelenk. Ich selbst kann davon ein Lied singen. Ich bin mit hypermobilen Kniescheiben gesegnet und kann dir sagen: eine Patellaluxation ist eine schmerzhafte Angelegenheit. Aber nicht nur das. Jahrelang wäre ich niemals eine Treppe herunter gegangen, ohne mich am Geländer festzuhalten. Jeden Schritt habe ich mit äußerstem Bedacht gemacht. Einfach weil ich meinen Kniegelenken nicht vertraut habe.

Wie geht es unseren Hunden in dieser Situation

Wenn ein Hund Gelenkschmerzen hat und unter einer Erkrankung des Bewegungsapparates leidet, verändert das ebenfalls das Vertrauen in den Körper und beeinflusst das Körpergefühl signifikant. Grundsätzlich geht es unseren Hunden in einer solchen Situation nicht anders, als uns Menschen. Beim Vierbeiner mag es so sein, dass er durch externe Reize eher dazu tendiert, sein Handicap mal zu vergessen. Da setzt bei uns Menschen das Vernunftsdenken ein, das unseren Hunden fehlt.

Wie empfinden Hunde Schmerz?

Das Schmerzempfinden unserer Hunde ist so individuell wie die Hunde selbst. Charakter und Konstitution haben großen Einfluss darauf, wie stark oder schwach ein Schmerz empfunden wird und wie hoch die jeweilige Schmerztoleranz ist.

Gelenkschmerzen beim Hund und Auffälligkeiten in der Bewegung werden oft übersehen

Ein großes Problem ist, dass wir Menschen ganz klar artikulieren können, wenn uns etwas weh tut oder wir eine Schwäche im Gelenk spüren und das unsere Bewegung beeinflusst. Das kann unser Hund natürlich nicht so. Deshalb ist es immer noch in vielen Fällen so, dass Hunde Auffälligkeiten im Bewegungsablauf zeigen oder auch ganz klare Schmerzsymptome, die aber nicht erkannt werden. Häufig entgegen Hundehalter darauf angesprochen: „Der ist schon immer so gelaufen, das macht der so!“ oder „Er ist jetzt halt schon älter und deshalb läuft der so!“.

Dadurch das viele pathologischen Veränderungen in den Bewegungsabläufen schleichend vonstatten gehen, kommt es uns tatsächlich häufig so vor, als würde der Hund schon immer so laufen. Daher ist es sehr wichtig, dass wir als Hundehalter sensibilisiert sind, wie unsere Hunde uns zeigen, wenn sie unter Schmerzen leiden. Genauso wichtig ist es aber auch, dass wir in der Lage sind einige wichtige Auffälligkeiten im Bewegungsablauf unserer Hunde zu erkennen.

Was passiert, wenn ein Hund einen Gelenkschmerz hat?

Da wir nun wissen, dass er Schmerzen empfindet, wie wir Menschen, handelt er auch ähnlich: er schont das betroffene Gelenk. Er versucht Bewegungen nur so weit auszuführen, wie es für ihn erträglich ist. Um zu kompensieren, belastet er in der Folge andere Körperteile mehr.

Das hat natürlich Folgen. Weniger Belastung und Bewegung bedeuten einen Verlust der Muskulatur und schlechterer Ernährung des Gelenks und des Gelenkknorpels. Arthrose ist vorprogrammiert. Auch die anderen Gelenke, die nun überlastet werden, sind schnell gefährdet, eine Arthrose zu entwickeln. Zusätzlich kommt es zu Verspannungen in der Muskulatur. Der Hund befindet sich in einem Teufelskreis.

Gelenkschmerzen beim Hund haben Auswirkungen auf seine Lebensqualität

Schmerzen zu haben, beeinflusst die Lebensqualität und der Schmerz selbst wird zum Krankheitsbild. Hunde bewegen sich nicht mehr gern, werden unleidlich, ziehen sich zurück, sind schlecht gelaunt und reagieren bei sozialen Kontakten schneller gereizt. Und obwohl es den Menschen bekannt ist, dass Hunde Schmerz spüren, fehlt es in vielen Fällen zum einen daran, klar zu erkennen, dass der Hund Schmerzen hat, aber auch in der Konsequenz an einem adäquaten Schmerzmanagement.

Warum ist es wichtig, dass man etwas gegen die Schmerzen tut?

Wenn wir erkennen, dass unser Hund Gelenkprobleme hat und Anzeichen für Schmerzen zeigt, sollten wir frühzeitig handeln, damit der Hund gar nicht erst in den Teufelskreis aus Schmerz und potenzieller Arthrose kommt. Ein frühzeitiges Schmerzmanagement ist in jedem Fall angebracht. Das bedeutet nicht, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Aber es bedeutet, dass es in unserer Verantwortung als Hundehalter liegt, dass wir die Anzeichen für Schmerzen beim Hund kennen und frühzeitig ernstnehmen und entsprechend – dem Schmerzgeschehen angemessen – handeln und behandeln lassen.

Muss es immer gleich Schmerzmittel sein?

Nicht zwangsläufig. Aber ein Hund sollte definitiv auch keine Schmerzen haben. Manchmal reicht schon eine Gabe von Medikamenten für wenige Tage oder im akuten Fall. Auch mit Maßnahmen wie Physiotherapie, Nahrungsergänzung, Bewegungstraining etc. kann ein erfolgreiches Schmerzmanagement gestaltet werden. Die Mittel der Wahl sind dabei immer individuell abhängig vom betroffenen Hund und sollte abgestimmt werden mit dem behandelnden Tierarzt oder/ Physiotherapeuten.

Typische Symptome eines Bewegungsschmerzes

Zwar ist die Wahrnehmung des Schmerzes immer individuell, doch gibt es diverse typische Anzeichen für Gelenkschmerzen beim Hund. In der Folge findest du eine kleine Auswahl an sehr häufigen Anzeichen für Schmerzen. Die Anzeichen des Hundes, die auf einen Gelenkschmerz hindeuten, sind sehr vielfältig und können in den unterschiedlichsten Kombinationen auftreten.

  • Dauerhafte oder intermittierende Lahmheit
  • Vermehrtes Ruhe- und Schlafbedürfnis
  • Weniger Freude an Bewegung – der Hund geht ungern spazieren
  • Der Gang des Hundes ist steifbeinig oder staksig
  • Alltägliche Bewegungen werden vermieden oder fallen schwer
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen und Hinlegen
  • Lautäußerungen wie Schmatzen oder Seufzen
  • Es fällt dem Hund schwer eine Ruheposition zu finden und er zeigt Rastlosigkeit.
  • Knabbern an den Gelenken
  • Verlust der Muskulatur
  • Warme Stellen an Gelenken oder am Rücken
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Muskuläre Verspannungen
  • Veränderungen am Fell des Hundes: es ist struppig, schuppig, fettig oder riecht
  • Ein veränderter Gesichtsausdruck, er hat Ränder oder Vertiefungen unter den Augen
  • Vermehrtes Hecheln, Schmatzen oder Gähnen
  • Verändertes Sozialverhalten – z.B. Angst, Aggression oder Unsicherheit

Wenn du noch mehr Anzeichen für einen Gelenkschmerz beim Hund und auch die Symptome für akuten Schmerz kennenlernen möchtest, dann ist der Artikel 21 Anzeichen für Schmerzen beim Hund perfekt für dich!

Wenn dein Hund eines oder mehrere dieser Symptome zeigt, nehme sie bitte ernst und stelle deinen Hund dem Tierarzt vor, denn dein Hund simuliert niemals. Eher würde der Vierbeiner versuchen, einen Schmerz zu verbergen, da es sich um ein Zeichen von Schwäche handelt.

Im Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ gehen wir noch einmal intensiv auf das Thema Gelenkschmerzen beim Hund ein, aber auch auf typische Auffälligkeiten in der Bewegung, die auf verschiedene Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie, Patellaluxation o.ä. hindeuten können. Hier kannst du dabei sein: Zum Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ anmelden. Übrigens mit dem Rabattcode: WEBINAR-FJI erhältst du 10% Rabatt!

Du hast noch Fragen zum Thema oder zum Webinar? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar oder schreibe mir eine Email an: tina@doggy-fitness.de .

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

Warum es so wichtig ist, dass dein Hund richtig sitzt!

ShareNein, es geht hier nicht um Gehorsamstraining. Das Sitzen ist genau wie das Stehen eine normale Grundhaltung unserer Hunde. Doch wenn man sich umschaut sieht man, dass es vielen Hunden ausgesprochen schwer fällt, sich normal hinzusetzen, oder sauber zu stehen. Hund Sitz

Wir Menschen sind nicht besser Hund Sitz

Du kennst vielleicht auch diesen nervigen Satz deiner Eltern „Setz dich gerade hin, du sitzt schon wieder so krumm!“. Was uns als Kinder und Jugendliche so unsäglich genervt hat, war durchaus sinnvoll. Immer krumm zu sitzen manifestiert sich nämlich irgendwann in unseren Bewegungen. Und zwar als korrekt! Dabei ist es definitiv eine Fehlhaltung, mit einem krummen Rücken dazusitzen. Dauerhaft kann sie Gelenk- und Bandscheibenschädigungen nach sich ziehen. Auch die Muskulatur „passt“ sich dieser ständigen Haltung an. Doch zurück zum Hund.

Auch unsere Hunde sitzen „krumm“

Sicher hast du selbst schon Hunde gesehen, die wenn sie sich hinsetzen mit dem Po sofort auf die Seite rutschen. Auch ein sehr krummer Rücken oder abgewinkelte Hinterläufe sind keine Seltenheit. Das ist übrigens nicht niedlich oder ein Zeichen für Entspannung. Es ist eine Fehlhaltung. Hund Sitz

Diese Fehlhaltung hat auch Einfluss darauf, wie sich dein Hund bewegt

Wenn dein Hund nun aus dem Sitz, das er ganz bequem auf der einen Pobacke eingenommen hat, wieder aufstehen möchte, kann man sich vorstellen, dass dies nicht so passieren kann, wie der Körper das als gesunden Bewegungsablauf vorgesehen hat. Statt sich aus den Hinterläufen hochzustemmen und dafür die Muskulatur des unteren Rückens und der Hinterläufe zu nehmen, zieht der Hund sich über die Vorderläufe und seinen Schultergürtel nach oben.

Falsches Sitzen bleibt nicht folgenlos und  schädigt den Hundekörper Hund Sitz

Das wiederum hat eine Überlastung der Muskulatur der Vorderläufe und in der Folge Verspannungen, Blockaden und möglicherweise auch Überlastungsschäden am Gelenkknorpel der Vorderläufe zur Folge. Die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens werden schwächer. Auch in der Fortbewegung wird dein Hund mehr und mehr auf seine Vorderläufe setzen und die Hinterläufe laufen halt so mit. Hund Sitz

Steh Sitz Transfer als effektive Übung im Fitness- und Bewegungstraining für Hunde

Daher ist es wichtig, dass du mit deinem Hund Sitz nicht einfach nur als Kommando trainierst. Achte auch darauf, wie er sich hinsetzt und fördere gezielt ein sauberes Hinsetzen und Aufstehen. Hund Sitz

In meinen Online Kursen ist das Steh Sitz Training fester Bestandteil der Übungen. Für die meisten Hundehalter klingt die Übung langweilig, denn „Sitzen“ kann der Hund ja. Doch ein großer Teil der Hunde sitzt eben nicht sauber und normal und mit Hilfe der Übung kann man ihn dazu animieren, ganz bewusst an seiner „Haltung“ zu arbeiten. Übrigens stärkt so ein simpler Steh Sitz Transfer auch die Muskulatur der Hinterläufe und des unteren Rückens. Auch die Gelenkbeweglichkeit der kompletten Hinterläufe wird gefördert. Eine tolle Allroundübung, die man mit wenig Aufwand in den Alltag integrieren kann.

Wenn du Auffälligkeiten deines Hundes im Sitzen beobachtest, wie beispielsweise ein Abwinkeln des Hinterlaufes o.ä. macht es immer auch Sinn, einen Blick vom Tierarzt darauf werfen lassen. Möglicherweise wählt dein Hund diese Position als Schonhaltung aufgrund von Rücken-, Knie-, oder Hüftproblemen.

Gesundheitscheck für ältere Hunde – was gemacht wird und weshalb er unverzichtbar ist

Gesundheitscheck für ältere Hunde – was gemacht wird und weshalb er unverzichtbar ist

Viele Hundehalter schauen mich mit großen Augen an, wenn ich ihnen empfehle, weil ihrem älteren Hund einen regelmäßigen Gesundheitscheck für ältere Hunde machen zu lassen. Die Antwort lautet meist: „Aber der hat doch gar nichts, der ist einfach nur alt.“ Gesundheitscheck alter Hund

Allerdings ist es so, dass sich der Körper im Alter verändert. Ältere Hunde haben einen veränderten Stoffwechsel und ein schwächeres Immunsystem. Das macht sie anfälliger für Krankheiten. Gleichzeitig ist aber auch die Gesundung sehr anstrengend für den Körper und benötigt viel Kraft.

Viele Erkrankungen entstehen schleichend

Viele Erkrankungen zeigen zu Beginn kaum auffällige Symptome und der Vierbeiner kann sie auch gut kompensieren und auch vertuschen. Dabei erhöht eine frühe Erkennung der Krankheit in sehr vielen Fällen die Heilungschancen und verkürzt die Rekonvaleszenz.

Daher liegt es in unserer Verantwortung als Hundehalter, unsere Seniorenhunde regelmäßig durchchecken zu lassen, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Unsere Vierbeiner können sich uns nicht mitteilen und im Alltag fallen Veränderungen häufig verzögert auf. Daher ist es absolut unverzichtbar, den älteren Hund zumindest alle 6 Monate zum Geriatriecheck für Hunde vorzustellen.

Ein chronischen Verlauf kann irgendwann zu eingeschränkter Lebensqualität führen Gesundheitscheck alter Hund

Es ist nicht nur so, dass der Hundekörper mit Erkrankungen im Alter schlechter umgehen kann. Viele Erkrankungen nehmen zusätzlich einen chronischen Verlauf. In einigen Fällen kann das verhindert werden. Doch selbst wenn der chronische Krankheitsverlauf nicht verhindert werden kann, so können jedoch die Krankheitssymptome abgemildert werden und Schmerzen gelindert oder sogar verhindert werden.

Schöner Lebensabend und Lebensqualität trotz Krankheit

Wie eingangs bereits beschrieben: je eher eine Erkrankung festgestellt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Vielfach kann das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Im besten Fall bevor es zu Symptomen kommt, die die Lebensqualität mindern. Besonders bei alterstypischen Herzerkrankungen und Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Rückenproblemen wie Spondylose ist dies der Fall.

Diese Parameter werden beim Geriatriecheck für Hunde überprüft

Der Tierarzt wird im ersten Schritt eine gründliche Anamnese erstellen. Dazu gehört die Erfassung der Krankheitsgeschichte deines Hundes und auch möglichen aktuellen Symptomen. Dein Tierarzt untersucht deinen Hund gründlich. Dazu gehören beispielsweise die Kontrolle der Augen und des Gehörs, sowie der Körperöffnungen. Auch ein Blick in das Maul deines Hundes darf keinesfalls fehlen. Besonders die Zähne sind bei Seniorhunden oft eine Baustelle. Auch der Zustand von Haut und Fell werden überprüft.

Dein Hund wird auch eingehend abgetastet. So versucht dein Tierarzt, Schwellungen, Verhärtungen und schmerzhafte Stellen zu ertasten. Die Gelenke deines Hundes werden auf Beweglichkeit und mögliche schmerzende Gelenkarthrose überprüft. Auch der Rücken wird abgetastet, um möglichen Rückenschmerzen auf die Schliche zu kommen.

Auch diese Untersuchungen gehören dazu Gesundheitscheck alter Hund

Weiterhin wird eine Laboruntersuchung von Blut und Urin vorgenommen. Besonders Blut- und Harnuntersuchung geben einen guten Aufschluss über den Gesundheitszustand deines Hundes. Hier können Krankheiten festgestellt werden, die äußerlich möglicherweise noch gar keine Symptome zeigen. Nierenerkrankungen zeigen erste deutliche Symptome z.B. erst, wenn mehr als die Hälfte des Nierengewebes bereits geschädigt ist.

Es ist auch empfehlenswert, einen Herzultraschall machen zu lassen, um mögliche Herzprobleme frühzeitig zu erkennen. Sollten sich bei der allgemeinen Untersuchung Auffälligkeiten zeigen, sind teilweise weitere diagnostische Untersuchungen wie Röntgen, EKG oder Ultraschall notwendig, um eine Diagnose zu stellen.

Gesundheitscheck für ältere Hunde als Prävention

Du siehst, ein regelmäßiger Check Up beim Tierarzt für deinen älteren Hund ist kein unnützer Schnick-Schnack. Im Gegenteil. Es gibt dir die Möglichkeit, dass Erkrankungen bei deinem Hund frühzeitig erkannt und behandelt werden. Deinem Hund gibt es die Chance mit viel Lebensqualität und ohne schwere Symptome und Schmerzen zu altern.

Du hast dich schon immer gefragt, was im Hundekörper passiert, wenn dein Hund älter wird: Das passiert im Körper deines Hundes, wenn er altert.

Hast du einen älteren Hund und schon einmal einen Gesundheits-Check machen lassen? Wie sind deine Erfahrungen damit? Gesundheitscheck alter Hun

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Wir können es nicht verhindern – unsere Hunde werden älter und bauen körperlich ab. Oft macht uns diese Tatsache hilflos. Denn was passiert eigentlich im Hundekörper, wenn Hunde altern? Wie können wir unsere Vierbeiner unterstützen, mobil halten und den Alterungsprozess sogar verzögern?! Und was kann ich meinem Hund noch zumuten, was macht älteren Hunden Spaß und wie gehe ich mit dem Älterwerden meines Vierbeiners um?

Ich vermittele dir einen Einblick in den biologischen Prozess des Älterwerdens und verschafft ein gutes Verständnis. Gleichzeitig gebe ich dir Maßnahmen an die Hand, wie du den eigenen Hund im Prozess des Älterwerdens aktiv unterstützen und begleiten kannst- inkl. Eines kleinen Workouts für deinen Seniorhund.

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So hilft isometrisches Training deinem Hund entspannt durch stressige Weihnachtstage zu kommen!

So hilft isometrisches Training deinem Hund entspannt durch stressige Weihnachtstage zu kommen!

Die Weihnachtstage und auch die Vorweihnachtszeit können auch für unsere Hunde stressig sein. Sie spüren einfach, dass auch wir Menschen im Jahresendspurt sind. Aber auch an den Feiertagen selbst, wenn die Familie zu Besuch ist und das Haus voll ist, kann das für unsere Hunde schnell eine stressige Angelegenheit werden. Wenn der Vierbeiner dann noch von Natur aus eher nervös, leicht erregbar oder ängstlich ist, dann wird es für ihn umso schwieriger.

Es gibt allerdings Möglichkeiten, wie du deinem Hund zu Entspannung verhelfen kannst, auch wenn es mal etwas trubeliger zugeht. Da auch Tessa schnell nervös wird, besonders wenn andere Menschen da sind und die Stimmung etwas „aufgeregter“ ist, unterstütze ich sie in diesen Situationen gern mit isometrischen Übungen.

Wie wirken isometrische Übungen?

Bei isometrischen Übungen haben wir eine gezielte Muskelan- und entspannung ohne eine aktive Muskelbewegung. Die An- und Entspannung wird über den leichten Druck der Hand des Menschen ausgelöst. Zudem wird hierbei die Eigenwahrnehmung des Körpers gefördert. Der Hund muss sich auf sich selbst und seinen Körper konzentrieren und fährt so seinen Erregungszustand sukzessive runter. Körper und Geist befinden sich immer in einem engen Zusammenspiel. Und so können wir mit isometrischen Übungen über die Bewusstmachung des Körpers auch eine geistige und seelische Entspannung herbeiführen.

Es ist übrigens sinnvoll, wenn du nicht erst im Stressmoment selbst mit dem Aufbau der isometrischen Übungen beginnst, sondern schon vorher. So kennt dein Hund sie bereits und sie können als konditionierte Entspannung genutzt werden. Ich stelle dir im Folgenden verschiedenen isometrische Handgriffe vor, die du sehr leicht mit deinem Hund umsetzen kannst.

Isometrische Übungen zur Stressreduktion deines Hundes

Für die Übungen sollte dein Hund immer auf einem rutschfesten, ebenen Untergrund stehen.

Die erste Position:

Hocke dich als erstes hinter deinen Hund. Lege nun deine Hände seitlich auf die Oberschenkel deines Hundes. Gebe mit deiner rechten Hand leichten Druck auf den Oberschenkel nach links. Du wirst spüren, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position ca. 3 Sekunden und federe nicht nach. Lasse nun langsam wieder locker. Gebe jetzt mit der linken Hand leichten Druck nach rechts. Du wirst wieder spüren, dass dein Hund seine Muskeln anspannt und gegenhält.

Halte diese Position wieder für ca. 3 Sekunden und lasse dann langsam locker.

Die zweite Position:

Hocke dich nun vor deinen Hund, sodass ihr euch anschaut. Lege deine Hände seitlich auf die Schultern deines Vierbeiners. Als erstes übst du mit deiner rechten Hand leichten Druck auf die Schulter aus. Du wirst nun wieder spüren, dass dein Hund die Muskeln anspannt und gegenhält. Halte diese Position für die in der Trainingsempfehlung angegebene Zeit. Federe nicht nach und erhöhe auch nicht den Druck. Lasse langsam wieder locker und übe mit der linken Hand einen leichten Druck auf die andere Schulter aus. Wenn du spürst, dass dein Hund gegenhält, hältst du diese Position wieder für die in der Trainingsempfehlung angegebene Zeit und lasse dann langsam locker.

Für den nächsten Griff legst du deine Hände auf die Brust deines Hundes. Übe nun einen leichten Druck aus, als würdest du ihn von dir wegschieben. Halte den Druck wieder für die in der Trainingsempfehlung angegebene Zeit.

Achte darauf, dass der Druck, den du ausübst, nie stark oder ruckartig passiert. Gib deinem Hund zwischendurch die Möglichkeit, sich zu lockern.

Wie oft und wie lange?

Beginne mit einmal täglich 3 Wiederholungen á 3 Sekunden pro Übung.

Der große Vorteil an isometrischen Übungen ist, dass du sie immer und überall und in wirklich jeder Situation mit deinem Hund durchführen kannst. Welche Tipps hast du, damit dein Hund sich in stressigen Situationen entspannt? Teile sie gern in den Kommentaren mit anderen Hundefreunden!

 

Beinwell Wickel  – sanfte Hilfe aus der Natur bei Gelenkproblemen & Schmerzen

Beinwell Wickel – sanfte Hilfe aus der Natur bei Gelenkproblemen & Schmerzen

Bereits der Name Beinwell verrät uns, seine hauptsächliche Wirkung. Traditionell wurde er bei Knochenbrüchen eingesetzt. Ursprünglich stammt der Beinwell aus Osteuropa und Asien. Mit der Zeit hat er sich aber in Europa und Nordamerika verbreitet. Das die Pflanze recht robust und nicht besonders anspruchsvoll ist, tut da sicher ihr übriges. Den Namen Beinwell erhielt die Pflanze, weil ihr eine heilungsfördernde Wirkung auf Muskeln, Sehnen, Haut und Knochen nachgesagt wird.

Was genau ist Beinwell?

Der Beinwell ist eine Staude, mit rauhaarigen, stark geäderten herablaufenden Blättern, die bis zu 30 cm breit und 50 cm lang werden können. Die Blüten des Beinwells sind weißlich bis gelblich, rötlich bis blauviolett. Insgesamt kann die Pflanze bis zu 1,50 cm hoch werden. Sie wächst sehr schnell und man kann sie 5-6 Mal im Jahr schneiden. Die Wurzeln des Beinwells sind außen dunkelbraun und innen fleischig und weiß. Sie entwickeln ein weitläufiges Wurzelsystem und eine Wurzel kann sogar armdick werden und bis zu einem Meter lang werden.

Diese Stoffe sind in Beinwell enthalten

Im Beinwell finden sich Allantoin, Aspargin, Cholin, Flavonoide, Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren, Schleimstoffe und Triterpenoide. Auch der Anteil an Vitamin B12 ist extrem hoch. Weitere Bestandteile sind Panthothensäure, Niacin, Riboflavin, Vitamin A, Vitamin C, Kalium und Calcium.

Zusätzlich sind im Beinwell folgende Inhaltsstoffe enthalten: Chlorophyll, Phosphor und viele Spurenelemente.

Wie wirken die Stoffe des Beinwells?

Der Wirkstoff von dem wir beim Einsatz beim Mensch und Hund am meisten profitieren ist Allantoin. Er ist in allen Pflanzenteilen enthalten und es handelt sich um ein Stoffwechselprodukt, dass eine wundheilende und zellregenerierende Wirkung hat. Allantoin kann auch synthetisch hergestellt werden, aber man vermutet, dass das natürliche im Beinwell vorkommende Allantoin vor allem durch das Zusammenspiel mit den anderen enthaltenen Inhaltsstoffen synthetischen Produkten überlegen ist.

Extrawissen: Aufgrund lebertoxischer Inhaltsstoffe wird Beinwell nur äußerlich angewendet.

In der Naturheilkunde wird die Wurzel der Beinwellpflanze daher vor allem bei:

eingesetzt.

Aber auch bei Ekzemen, Stichen, Mastitis, Hautausschlägen, Krampfadern, Konjunktivitis, Hautgeschwüren oder Wunden kann es Linderung verschaffen und die Heilung fördern.

Extrawissen: ich empfehle dir, getrockneten Beinwell beim Krallenschneiden stets bereitzuhalten. Er ist ein sehr wirksamer Blutstiller. Wenn du ihn einfach auf die Wunde tupfst, wird die Blutung sofort gestoppt.

Wann solltest du auf Anwendungen bzw. Produkten mit Beinwell verzichten?

  • bei Welpen
  • für trächtige und laktierende Hündinnen ist er nicht geeignet
  • bei Hunde mit Lebererkrankungen

So kannst du Beinwell bei deinem Hund einsetzen

Meistens wird die Wurzel als Umschlag oder in einer Salbe verwendet. Es können aber auch Blätter und die Wurzel verwendet werden. Ich selber setze Beinwell beim Hund sehr gern als Wickel ein. So lässt er sich sehr gut bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose, Verstauchungen, Sehnen- und Bandverletzungen, Muskelverletzungen und Verspannungen, sowie Arthritis gezielt am „Ort des Geschehens“ einsetzen.

So stellst du einen Beinwell Wickel her

Wickel mit Wurzelpulver

Wenn du zur Herstellung eines Beinwell Wickels Wurzelpulver verwendest, rührst du das Pulver mit kaltem oder heißem Wasser zu einem Brei an. Diesen Wurzelbrei trägst du dann dick auf ein Leintuch auf. Schlage es dann ein und lege den Wickel dann auf die gewünschte Stelle. Du kannst den Wickel dann noch mit einem Außentuch befestigen, um ein verrutschen zu verhindern.

Wickel mit frischer oder getrockneter Wurzel

Wenn du die frische oder getrocknete Wurzel verwendest, dann solltest du die getrocknete Wurzel möglichst klein hacken oder auch mahlen. Dann kochst du sie 10-20 Minuten auf. Danach siebst du sie ab und trägst die feuchte Masse auf ein Leinentuch auf, schlägst es ein und legst den Wickel auf die betroffene Stelle auf.

Beinwell Wickel mit Blättern

Wenn du die Blätter des Beinwells für einen Wickel nutzen möchtest, dann musst du im ersten Schritt die frischen Blätter mit einem Nudelholz walzen. Dadurch werden die Fasern gebrochen. Nun legst du die Blätter kurz in schwach kochendes Wasser. Im Anschluss nimmst du die Blätter und legst sie auf ein Leinentuch. Schlage dies ein und lege es auf die Stelle, die du behandeln möchtest

Das solltest du bei der Anwendung des Beinwell Wickels beachten

Dein Hund sollte bei einer Anwendung mit einem Wickel ruhen. Achte darauf, dass er nicht friert. Wenn du einen Wickel beim Hund anwendest, solltest du nach wenigen Minuten die Reaktion auf seiner Haut überprüfen. Wenn die Haut stark errötet oder Pusteln auftreten, solltest du den Wickel sofort entfernen. Achte darauf, dass bei einem warmen Wickel die Temperatur des Wickels nicht zu hoch ist. Das kannst du leicht überprüfen, wenn du die Temperatur des Wickels an der Innenseite deines eigenen Handgelenks überprüfst. Wenn du den Wickel auflegst, solltest du immer schauen, dass du ihn faltenfrei auflegst. Gebe deinem Hund nach der Anwendung des Wickels etwas Zeit, nachzuruhen.

Wie lange und wie häufig?

Wenn dein Hund es toleriert, kannst du den warmen Wickel zwischen 15-30 Minuten aufliegen lassen, bis er kalt geworden ist. Bei kalten Wickeln im Gegenzug, kann er aufliegen, bis er warm geworden ist. Einen Wickel kannst du ohne weiteres auch 2 Mal täglich anwenden.

Wenn du deinen Hund gern mit naturheilkundlichen Produkten und Nahrungsergänzungsmitteln unterstützt, dann kann ich dir übrigens die SHOP APOTHEKE sehr ans Herz legen. Dort findest du eine Vielzahl an hochwertiger Produkte für die Gesundheit deines Hundes!

Hast du bereits Erfahrungen mit Beinwell im Einsatz beim Hund gesammelt? Teile sie gern mit mir und anderen Hundefreunden in den Kommentaren.

Im Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ gehen wir noch einmal intensiv auf das Thema Gelenkschmerzen beim Hund ein, aber auch auf typische Auffälligkeiten in der Bewegung, die auf verschiedene Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie, Patellaluxation o.ä. hindeuten können. Hier kannst du dabei sein: Zum Webinar „Bewegungsschmerz beim Hund“ anmelden. Übrigens mit dem Rabattcode: WEBINAR-FJI erhältst du 10% Rabatt!

Du hast noch Fragen zum Thema oder zum Webinar? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar oder schreibe mir eine Email an: tina@doggy-fitness.de .

 

OCD  beim Junghund – wenn der junge Hund Gelenkprobleme bekommt

OCD beim Junghund – wenn der junge Hund Gelenkprobleme bekommt

Wenn ein Welpe oder junger Hund einzieht, geht man grundsätzlich davon aus, dass das neue vierbeinige Familienmitglied fit und gesund ist. Denn welche Krankheiten – und vor allem Gelenkerkrankungen – soll ein so junger Hund in den ersten Lebensjahren schon bekommen.

Doch weit gefehlt. Es gibt Gelenkerkrankungen die insbesondere in den ersten Lebensmonaten des jungen Hundes auftreten. Dazu gehört auch die OCD beim Junghund. Sie tritt in der Regel zwischen dem 4. und 8.  Lebensmonat auf. Also dann, wenn man als Hundehalter eigentlich denkt, dass man eine unbeschwerte Zeit mit seinem Hund verlebt und er vor Gesundheit nur so strotzt.

Bei der OCD sind immer die Gelenke betroffen, die besonders belastet und genutzt werden. In der Hauptsache tritt die OCD im Schultergelenk des jungen Hundes auf. Aber auch Knie, Ellbogen und Sprunggelenk können betroffen sein. Da die OCD beim Junghund in den meisten Fällen in der Schulter auftritt, schauen wir uns zunächst die Anatomie des Schultergelenks etwas näher an.

Wie setzt sich das Schultergelenk zusammen? OCD beim Junghund

Das Schultergelenk besteht aus Schulterblatt und Oberarm. Beim Hund liegen die Schulterblätter seitlich an der Brustwand an. Im Gegensatz zum Menschen sind sie bei unserem Hund nur durch große Muskelstränge mit dem Brustkorb verbunden. Das Schulterblatt hat eine leicht dreieckige Form und ist ein flacher Knochen. Seine Spitze ist nach unten gewinkelt. Die Ränder des Schulterblatts kannst du gut ertasten. Die nach unten zeigende Spitze bildet eine Gelenkpfanne. Dorthinein passt der Kopf des Oberarmknochens. Schulterblatt und Oberarm bilden so ein sogenanntes Kugelgelenk.

Extrawissen: ein Kugelgelenk bildet sich aus einer schalenförmigen Gelenkpfanne, die einen kugelförmigen Gelenkkopf umfasst.

Im Schultergelenk und auch außen gibt es straffe Bänder, die nur eine Beugung und Streckung des Gelenks zulassen. Eine Bewegung nach links und rechts hingegen ist nur minimal möglich.

Die Entstehung einer OCD beim Junghund

Beim Welpen und Junghund ist das Skelett noch in der Entwicklung. Es besteht nicht durchgehend aus Knochen, sondern noch aus weichem Knorpelgewebe.

Im Verlaufe des Wachstums werden die Knorpelzellen dann nach und nach von Knochenzellen ersetzt. So kommt es zu einer Verknöcherung und Festigung des Skeletts. Gleichzeitig gewährleistet sie auch die Ernährung und Sauerstoffversorgung der Knochen- und Knorpelzellen. Während des Wachstums gibt es verschiedene Auslöser, die zu Störungen in der Verknöcherung führen.

Was passiert?

Diese Auslöser haben gemeinsam, dass durch sie der Knorpel unregelmäßig an Dicke zunimmt. In der Folge wird aber der darunterliegende Knorpel und die Knochenmasse nicht mehr genügend versorgt. Es kommt zum Absterben der Zellen.

Kommt es dann zu einer größeren Beanspruchung, reißt der Knorpel ein. Nun dringt Gelenkflüssigkeit in den entstandenen Spalt ein. Dadurch kann das abgesplitterte Knorpelfragment nicht wieder anheilen. Es schwimmt nun frei in der Gelenkflüssigkeit. In der Bewegung löst es Schmerzen aus und es entsteht eine Gelenkarthrose. Ein solches freies Knorpelstück nennt man Corpora Libre.

Die Auslöser für eine OCD

Für die OCD gibt es verschiedene Auslöser. Zum einen ist eine genetische Vorbelastung möglich. Auch eine übermäßige Aktivität sowie Übergewicht im Junghundalter begünstigen die Entstehung einer OCD.  Doch auch die Fütterung kann ein Auslöser sein. So kann es zu einem zu schnellen Wachstum durch zu energiereiches Futter kommen. Zudem fördert die übermäßige Gabe von Mineralstoffen und Vitaminen eine OCD. Doch auch ein Unfall oder Sturz als Ursache sind möglich.

Gibt es Hunde, die besonders häufig betroffen sind?

Wie gerade bereits erwähnt, gibt es Rassen, die eine genetische Prädisposition haben. Dazu gehören beispielsweise der Deutsche Schäferhund, Golden Retriever und die Deutsche Dogge. Doch auch Rassen wie Rottweiler, Labrador und Berner Sennenhunde können betroffen sein. Alle Rassen haben gemeinsam, dass sie als erwachsene Hunde ein Gewicht von 25kg und mehr erreichen können. Rüden sind jedoch häufiger betroffen als Hündinnen.

Was sind die Folgen? OCD beim Junghund

Eine OCD löst einen Teufelskreis aus. Mit dem abgesplitterten Knorpelfragment ist der Grundstein für Arthrose gelegt. Diese schreitet immer weiter fort. Gleichzeitig ist die Bewegung der Schulter schmerzhaft und eingeschränkt. Der betroffene Hund verliert immer weiter an Muskulatur. Es entstehen Schonhaltungen, um Schmerzen zu vermeiden, was wiederum zu Überlastung in anderen Körperbereichen führt. Durch das Schonen schreitet in der Folge aber auch die Arthrose weiter fort, was zu immer stärker werdenden Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führt.

Wie sind die Symptome für eine OCD?

  • Die ersten Symptome treten in der Regel zwischen dem 4. und 8. Lebensmonat auf. Ein betroffener Hund lahmt meist nach Belastung.
  • Der betroffene Lauf wird nach außen gedrückt und der Oberarm wird möglichst nah an den Körper gedrückt.
  • Man kann fühlen, dass das Schultergelenk erwärmt und geschwollen ist.
  • Der Hund vermeidet das Beugen und Strecken des Laufes, denn es ist schmerzhaft.
  • In der Folge ist dann auch die Schrittlänge ist verkürzt und die Beweglichkeit des Gelenks eingeschränkt.
  • Belastungen durch Sprünge beispielsweise vermeiden betroffene Hunde von sich aus.
  • Die Muskulatur ist schwächer als am anderen Vorderlauf.

Wie wird eine OCD diagnostiziert?

Aufgrund der klassischen Symptome, die im Junghundalter auftreten ergeben sich erste Anhaltspunkte für die Diagnose. Durch ein bildgebendes Verfahren wie eine Röntgenaufnahme kann dann die OCD sichtbar gemacht werden.

Die Behandlung der OCD beim Junghund

Wenn es sich um eine leichte OCD ohne freie Knorpelteilchen handelt, kann eine konservative Therapie versucht werden. Im Detail bedeutet das die Gabe von entzündungshemmenden und schmerzlindernden Medikamenten. Begleitend muss der Hund strikt über einen längeren Zeitraum an der kurzen Leine geführt werden. Sprünge, Rennen etc. sind absolut tabu. Gibt es bereits abgelöste Knorpelteilchen, ist eine chirurgische Entfernung dieser meist unumgänglich.

In diesem Fall muss man wirklich sagen, je früher die Corpora Libre entfernt werden, desto geringer ist das Ausmaß von Arthrose. Eine frühe OP macht an dieser Stelle wirklich Sinn, auch wenn ich grundsätzlich ein Freund davon bin, operative Eingriffe möglichst zu umgehen und alle anderen Mittel auszuschöpfen.

Extratipp: Vorsorgen mit einer Hunde-OP-Versicherung der HanseMerkur!

An dieser Stelle kann ich dir übrigens ans Herz legen, dass sich eine OP-Versicherung für deinen Hund auch schon im Junghundalter absolut bezahlt macht. Die HanseMerkur hat hierzu eine ganz neue Versicherung entwickelt, um dich in solchen Situationen zu unterstützen. Denn in dem Moment, wo der geliebte Vierbeiner eine solche Diagnose bekommt, hat man 1000 Dinge im Kopf. Häufig auch die Finanzen, da ein operativer Eingriff in der Regel mit hohen Kosten verbunden ist. Mit einer entsprechenden OP-Versicherung nimmt dir die HanseMerkur zumindest diese Sorge und du kannst dich zu 100% auf deinen Hund und seine Gesundheit konzentrieren. Die entsprechenden Konditionen und Tarife einer Hunde-OP-Versicherung hat die HanseMerkur hier für dich zusammengefasst: https://www.hansemerkur.de/hunde-op-versicherung

Physiotherapie ist unverzichtbar bei einer OCD beim Junghund

Im Anschluss an die Entfernung der Knorpelteilchen ist eine entsprechende Physiotherapie für den Hund wichtig. Normale Bewegungsabläufe sollten trainiert werden, damit sich nicht unsaubere Bewegungen durch die Lahmheit manifestieren und den Hund sein Leben lang begleiten. Zugleich wird durch die Physiotherapie die Beweglichkeit gefördert, die Muskulatur trainiert, Schmerzen gemildert und Verspannungen durch Schonhalten gelöst. Auch wenn man bei einer leichten OCD auf eine operative Entfernung der Knorpelfragmente verzichtet, sollte eine physiotherapeutische Behandlung angeschlossen werden.

Kann man eine OCD beim Junghund vermeiden?

Ist der Hund genetisch vorbelastet, dann ist es kaum möglich, die OCD zu vermeiden. Wohl aber hat man mit einer entsprechend frühen Diagnostik und angeschlossenen Behandlung die Möglichkeit, das Ausmaß der Erkrankung möglichst gering zu halten.

Bei Welpen und Junghunden sollte man weiterhin auf eine angemessene Bewegung achten. Dein junger Hund darf sich ausprobieren, tollen und rennen. Doch alles in einem gesunden Maß. Achte darauf, dass er sich nicht überanstrengt. Dinge wie das Laufen am Fahrrad ist bei jungen Hunden vor Abschluss des Wachstums tabu. Sprünge, abrupte Stopps und enge Wendungen sollten vermieden werden. Wichtig ist auch eine altersgerechte Fütterung. Der Hund sollte nicht zu energiereich ernährt werden und auch das Gewicht deines Hundes sollte sich im Normalbereich bewegen. OCD beim Junghund OCD beim Junghund OCD beim Junghund OCD beim Junghund

 

Dürfen Hunde Treppen steigen? – das sind die Go´s & No Go´s!

Dürfen Hunde Treppen steigen? – das sind die Go´s & No Go´s!

Ob Hunde Treppen steigen dürfen ist eine der häufigen Fragen, die mir gestellt werden. Es ist ein Thema, dass unter Hundehaltern viel diskutiert wird und für viele gibt es nur schwarz oder weiß.  Da heißt es dann, dass Treppen steigen für Hunde grundsätzlich schädlich und zu vermeiden ist. Denn Treppen steigen führt bei unseren Vierbeinern zwangsläufig zu Arthrose, Rückenproblemen etc.. Aber kann man das so stehen lassen? Hund Treppe

Ist Treppen steigen für Hunde so schädlich, wie es immer gesagt wird? Hund Treppe

Ich kann dir gleich sagen, dass es aus meiner Sicht als Hundephysio keine Antwort gibt, die schwarz oder weiß ist. Fangen wir bei Welpen an. Das ist das wohl strittigste Thema. Wer schon einmal ein Röntgenbild vom Skelett eines Welpen gesehen hat, der weiß, dass der Bewegungsapparat bei jungen Hunden tatsächlich noch ziemlich „unfertig“ ist. Das bedeutet im Umkehrschluss daher auch, dass ich grundsätzlich darauf achten sollte, dass die Aktivitäten auf das unfertige Skelett angepasst sein soll. Daher sollte ein Hund auch nicht am Fahrrad laufen, bevor er nicht ausgewachsen ist. Beim Thema Treppensteigen empfehle ich ebenfalls, in den ersten etwa sieben Lebensmonaten den jungen Hund zwar an das Thema Treppen steigen heranzuführen. Dennoch halte ich es für schädlich, wenn ein Welpe in diesem Alter mehrmals täglich Treppen steigt. www.doggy-fit.com

Bedeutet also: in den ersten Lebensmonaten sollte man den Welpen an das Thema Treppen steigen heranführen, damit er später sicher und souverän Treppen läuft. Doch regelmäßiges Treppensteigen in den 3. Stock halte ich in den ersten ca. 7 Lebensmonaten durchaus für grenzwertig. Wenn ein junger Hund aber ab und an ein paar Stufen hinauf und hinab läuft, wird das eher keine Gelenkprobleme bei ihm auslösen.

Darf der Hund denn Treppen steigen, wenn er erwachsen ist?

Schritt eins ist für mich persönlich, dass ich es wichtig finde, dass Hunde Treppen langsam laufen und nicht mehr oder weniger hinauf- und hinabstürzen.

Wenn man einen jungen Hund Schritt für Schritt daran heranführt, dann funktioniert das meist ganz gut. Aus eigener Erfahrung ist es aber beispielsweise bei Hunden aus dem Tierschutz, die zum Teil einfach keine Treppen kennen, gar nicht so einfach. Oft fürchten sie sich und das Treppenlaufen wird dann eher hektisch absolviert, um es hinter sich zu bringen. Dem Hund hilft es grundsätzlich, wenn du ihn führst – und zwar an der Leine. Wenn ein Hund regelmäßig Treppen laufen muss und das für ihn schwierig ist, dann solltest du in jedem Fall einen Hundetrainer zu Rate ziehen.

Aber ist es denn nun schädlich, wenn mein Hund regelmäßig Treppen steigen muß? Hund Treppe

Hier unterscheide ich ein wenig zwischen treppauf – und treppab laufen. Wenn Hunde eine Treppe langsam hinauflaufen, kann man das sogar gut als kleines Training nutzen. Laufen Hunde treppab, lastet das Körpergewicht recht ungünstig auf den Vorderläufen. Die Belastung ist durch die Körperhaltung recht hoch.

Viele Hundehalter wohnen aber nun einmal nicht im Erdgeschoss und der Hund muss regelmäßig Treppen bewältigen. Wenn man in der 1. Etage wohnt, empfinde ich das auch nicht als dramatisch. Wenn der Hund mehrmals täglich in die 3. oder 4. Etage laufen muss, dann sehe ich das schon als ordentliche Belastung für die Gelenke. Insbesondere, wenn Hunde dann älter werden, kann das zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. Hund Treppe

Wenn du Treppen in deinem Haus hast und nicht möchtest, dass dein Hund unkontrolliert hinauf und hinabläuft, dann hilft oft schon ein Babygitter. So kannst du genau steuern, wann und wie oft dein Hund die Treppe läuft.

Was ist mit Treppenlaufen, wenn mein Hund bereits Gelenkprobleme hat?

Dann stehe ich dem Thema durchaus kritisch gegenüber. Mir ist bewusst, dass es sich im täglichen Leben nicht immer vermeiden läßt. Aber für einen Hund mit Ellbogenarthrose ist das Treppablaufen eher schädlich und kann schmerzhaft sein. Auch Hunde mit Rückenproblemen haben oft Schwierigkeiten und es ist schmerzhaft für sie.

Fazit zum Thema Treppen laufen beim Hund Hund treppe

Grundsätzlich dürfen Hunde Treppen laufen. Leidet ein Hund unter Gelenkproblemen, ist es eher schädlich. Auch junge Hunde sollten nicht unkontrolliert Treppen laufen, aber an das Thema herangeführt werden. Es ist auch kein Drama, wenn ein Welpe ein paar Stufen hinauf- und hinabläuft.

Bei einem gesunden, erwachsenen Hund ist für mich das gesunde Mittelmaß entscheidend. Jeden Tag 3x täglich in die 5. Etage rauf und runter laufen zu müssen, halte ich nicht für sinnvoll. In einem normalen Maß, beispielsweise in die 1. oder 2. Etage, halte ich es allerdings für absolut in Ordnung. Grundsätzlich ist es super, wenn Hunde möglichst langsam und kontrolliert Treppen laufen.

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