Wieviel Bewegung braucht dein Hund?

Eine gute Frage, die häufig diskutiert wird und die Meinungen weit auseinander gehen. Es gibt auf die Frage keine einheitliche Antwort. Und keine goldenen Regel, wie viel dein Hund sich bewegen darf. Denn jeder Hund ist anders. Aber es gibt wichtige Anhaltspunkte, mit denen du einschätzen kannst, ob die tägliche Bewegung deines Hundes optimal ist. Und diese Punkte verrate ich dir in diesem Artikel.

Ich nehme es gleich vorweg: Qualität vor Quantität!

Ausschlaggebend ist nicht die Zeit, die dein Hund bewegt wird, sondern wie abwechslungsreich du diese Zeit gestaltest. Es bringt deinem Hund nichts und wird ihn unglaublich langweilen, täglich 3 Stunden Bewegung zu bekommen, aber dafür immer dieselbe Route mit dir zu laufen. Auch für uns Menschen ist eine Strecke, die wir täglich laufen nicht mehr aufregend. Sie ist eher Pflichtprogramm als Freude. Sehr viel spannender sind unterschiedliche Strecken und verschiedene Eindrücke. Wechselnde Untergründe wie Feld- und Waldboden, Sand und Wiesen sorgen dafür, dass dein Hund seine Schritte bewusst wählt und wahrnimmt. So tut ihr gleich noch etwas für Koordination und Balance. Und die unterschiedlichen Gerüche werden ihn faszinieren. Sie motivieren ihn und bereiten ihm große Freude, mit dir unterwegs zu sein. Je nach Fitness deines Hundes kannst du auch kurze Tempowechsel in den Spaziergang einbauen. Auch Laufen am Rad oder Joggen macht vielen Hunden große Freude. Berücksichtige dabei immer die Fitness, Rasse und Größe deines Hundes. Lese hierzu meine Artikel Radfahren mit Hund und Joggen mit Hund, um gleich von Beginn an alles richtig zu machen.

 Größe und Körperbau deines Hundes bestimmen die Bewegung

Unsere Hunde wurden für unterschiedliche Aufgaben gezüchtet und haben daher teils sehr unterschiedlich ausgebildete Körpermerkmale. Daher sind Körperbau und Größe zwei nicht zu unterschätzende Faktoren für die Bewegung deines Hundes. Nein, eine kleine stämmige Bulldogge hat nicht dasselbe Bewegungsbedürfnis wie ein Greyhound! Es gibt Rassen, die sind schon vom Körperbau her für viel und ausgiebige Bewegung gemacht. Der Körperbau ist eher schlank, die Beine lang, schlank und sehr muskulös. Dazu gehören zum Beispiel Retriever. Molosserartige Hunde und jene mit kompaktem Körperbau, stämmigen Beinchen sind keine geborenen Ausdauerläufer. Ihre Bewegungen sind langsamer, träger und weniger effektiv. Auch kleine Hunde haben vier Beine, die sie hervorragend für ihre Fortbewegung nutzen können. Sprich auch sie brauchen Bewegung und Spaziergänge und gehören nicht in die Handtasche! Dennoch sollte man auch hier auf den Körperbau achten. Kurze, stämmige und o-beinige Läufe wie beim Dackel sind nicht für Langstrecken gemacht.

Alter deines Hundes:

Wird dein Hund älter, lässt mir der Zeit auch der Wunsch nach Bewegung etwas nach und das Tempo wird langsamer. Es ist wichtig, dass du ihn beweglich hältst, ohne ihn zu überfordern. Das bedeutet, dass für ihn mehrere kürzere Spaziergänge besser sind. Das hält sein Herz-Kreislaufsystem fit. Seine Gelenke bleiben beweglich und die Muskulatur stabil. Auch kurze Spaziergänge kannst du spannend gestalten und viel für die Fitness deines Seniors tun!

Erkrankungen und Fitnesslevel deines Hundes

Hat er Erkrankungen des Bewegungsapparates oder des Herz-Kreislauf-Systems? Leidet er unter Schmerzen oder hat dein Hund sehr wenig Muskulatur? Es ist wichtig, dann mehrere kurze Spaziergänge mit ihm zu machen. Dein Hund sollte nicht unter Schmerzen laufen müssen und sich nicht überanstrengen. Das führt nur zu Lahmheiten, Verschlimmerung der Erkrankung, Schädigung der Gelenke und Bewegungsunlust. Kürzere Runden fordern ihn körperlich nicht so stark, er ermüdet weniger und die Erholungsphase ist kürzer.

Charakter und Rasseeigenschaften

Nicht zuletzt haben auch Charakter und Rasse Einfluss darauf, wie bewegungsfreudig dein Hund ist. Du solltest nicht davon ausgehen, dass jeder Retriever einen hohen Bewegungsdrang hat und jeder Bernhardiner sich mit wenig Bewegung zufrieden gibt. Es gibt sie, die Pointer, die sehr genügsam und gemütlich sind und es gibt auch stämmige, kleine Bulldoggen, die für ihr Leben gern laufen. Darauf sollte man sich dann auch einlassen.

Die Temperaturen

Keine Toleranz habe ich beim Thema „Bewegung“ bei sehr hohen Temperaturen. Unsere Hunde können mit Hitze genauso schlecht umgehen wie wir. Die Spaziergänge sollten daher deutlich verkürzt werden und lieber am frühen Morgen oder späten Abend stattfinden. Wenn du trotzdem sicher sein willst, dass dein Hund fit bleibt, empfehle ich dir unbedingt meinen GRATIS 30-TAGE SOMMERFITNESS-PLAN! Mit meinem gezielten Workout stellst du sicher, dass dein Hund trotzdem super in Form bleibt. Du trainierst Muskulatur, Gelenkbeweglichkeit, Kraft und Koordination. UND: ihr habt auch noch eine Menge Spaß zusammen!

Im richtigen Moment eine Auszeit

Die meisten Hunde kennen keine eigenen Grenzen. Gerade sehr aktive und lauf- und arbeitsfreudige Hunde begleiten ihre Menschen weit über ihre eigenen körperlichen Grenzen hinaus. Die Grenzen müssen also von dir gesetzt werden. Du bist derjenige, der das Bewegungspensum steuert und im richtigen Moment Ruhepausen zu „verordnet“. Hast du Fragen zum Beitrag oder einen Themenwunsch? Dann schreibe mir gern einen Kommentar oder eine Nachricht!

 

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