Dein Hund verliert Muskulatur? – das sind mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Dein Hund verliert Muskulatur? – das sind mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Vielleicht hast du es bei deinem eigenen Hund bereits festgestellt oder aber bei anderen Hunden gesehen: Der Hund ist in einem oder mehreren Körperbereichen schlecht bemuskelt. In der hundephysiotherapeutischen Praxis ist es quasi „daily Business“, dass Hunde mit einer schlechten Bemuskelung vorgestellt werden. Doch nicht immer ist eine schwache oder ungleichmäßige Muskulatur auf den ersten Blick sichtbar. Zu Beginn ist sie meist erst einmal tastbar. Hund verliert Muskulatur

Läßt sich eine Muskelatrophie beim Hund genau definieren?

Ich rate immer dazu, sich bei dem Verdacht, dass die Muskulatur des Hundes ungleichmäßig sein könnte, nicht aufs Augenmaß zu verlassen. Licht ins Dunkle läßt sich ganz einfach bringen, indem man den Muskelumfang misst. Dies ist auch etwas, was ich im Training kontinuierlich beizubehalten, um im Umkehrschluss den Muskelaufbau zu dokumentieren und auf valide Daten zurückgreifen zu können.

Doch wie kommt es zu einer sogenannten Muskelatrophie? Hund verliert Muskulatur

Der Verlust von Muskulatur kann unterschiedliche Ursachen haben. Man unterscheidet zwischen einer Inaktivitätsatrophie und neurogene Muskelatrophie. Hund verliert Muskulatur

Bei einer Inaktivitätsatrophie entsteht der Verlust der Muskulatur durch eine verringerte oder nicht-Benutzung der Muskulatur. Die Muskulatur wird im betroffenen Körperbereich nicht mehr oder weniger bewegt. In der Folge verringert sich der Durchmesser der Muskelfasern. Diese Art von Atrophie tritt auf durch Schonhaltungen oder Ruhigstellung z.B. nach einer Operation.

Die neurogene Muskelatrophie entsteht dadurch, dass die Nervenweiterleitung nicht mehr korrekt funktioniert. Der Nervenreiz auf die Muskelfasern ist teils oder komplett unterbrochen. Dies ist typischerweise bei neurologischen Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen der Fall. Auch durch eine Spondylose z.B. kann es zu einer Kompression der Nerven kommen.

Was beide Typen eint ist, dass der Verlust der Muskulatur möglichst schnell gebremst werden sollte. Denn Muskulatur baut sich zwar sehr schnell ab, doch der Aufbau dauert umso länger. Zudem bedeutet eine geschwächte Muskulatur auch immer eine erhöhte Belastung für die Gelenke und in der Folge die Gefahr von z.B. Arthrose. Weiterhin kommt es zur Verkürzung der Muskulatur und zu einem Verlust der Funktion. Hund verliert Muskulatur

Wie behandelt man eine schwache Muskulatur beim Hund?

Optisch gibt es bei beiden Arten der Muskelatrophie keinen sichtbaren Unterschied. Doch die Herangehensweise in der der physiotherapeutischen Behandlung und demzufolge im Muskelaufbau sind in gewissen Punkten unterschiedlich. In der konkreten Behandlung ist das Vorgehen immer abhängig vom jeweiligen Patienten.

Behandlung einer Inaktivitätsatrophie Hund verliert Muskulatur

Doch allgemein und vereinfacht dargestellt, geht es beim Aufbau der Muskulatur verursacht durch eine Inaktivitätsatrophie z.B. nach einer Kreuzbandoperation zum einen darum, dass man das Vertrauen in den betroffenen Lauf stärkt. Die Nervenfunktion ist hier in der Regel nicht gestört. Über sanfte Bewegungsanbahnungen, z.B. passives Bewegen und aktive Bewegungsübungen, Training im Unterwasserlaufband etc. wird die Muskulatur sukzessive wieder gestärkt.

Behandlung einer neurogenen Muskelatrophie

Bei einer neurogenen Muskelatrophie ist es zusätzlich unverzichtbar, einen großen Fokus auf die Nervenfunktion zu setzen. Ohne funktionierende Nerven, ist bei dieser Art des Muskelverlustes kein Muskelaufbau möglich.

Hier werden also verschiedene physiotherapeutische Maßnahmen genutzt, um die Nervenfunktion zu stärken (ggfs. ist zuvor je nach Ursache und Krankheitsbild auch eine chirurgische Dekompression notwendig). Diese Maßnahmen können Stimulanz der Nervenfunktion z.B. durch Elektrotherapie, Lasertherapie, Bewegungsanbahnungen wie passives Bewegen, Ausstreichen der Zehenzwischenräume, Reizsetzungen z.B. mit dem Eislolly in den Zehenzwischenräumen etc. sein. Zusätzlich wird im Therapieverlauf die Muskulatur z.B. durch aktives Bewegungstraining und/oder Training im Unterwasserlaufband gestärkt. Hund verliert Muskulatur

Du siehst, eine geschwächte und ungleichmäßige Muskulatur beim Hund kann unterschiedliche Ursachen haben und so sollte auch die Behandlung entsprechend angepasst erfolgen. Daher ist es unverzichtbar, dass wenn du deinen Hund selbst aktiv z.B. mit Bewegungstraining unterstützen möchtest, du dies mit einem gut strukturierten Training tust, das „Hand und Fuß“ hat und nicht einfach mit ein paar Übungen, die man im Internet gefunden hat, drauflostrainiert.

Hat dein Hund schon einmal unter einer schwachen Muskulatur gelitten? Was war die Ursachen und was hast du dagegen getan? Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren mit mir! Hund verliert Muskulatur

Alles Liebe, deine Tina

Koordination beim Hund – sind koordinierte Bewegungen beim Hund angeboren?

Koordination beim Hund – sind koordinierte Bewegungen beim Hund angeboren?

Zwar sind unseren Hunden von Beginn an eine gewissen Mobilität und motorische Fähigkeiten gegeben und schnell beginnen sie, sich auf ihren vier Pfoten fortzubewegen und ihre Welt zu erkunden. Doch ihnen ist nicht automatisch mit auf den Weg gegeben, dass sie sich koordiniert bewegen können. Das ist für uns Menschen auch ziemlich offensichtlich, denn wenn man Welpen die Bewegungen eines Welpen betrachtet, sieht man auf den ersten Blick, wie tapsig und manchmal unbeholfen er sich fortbewegt. Das eine oder andere Mal kommt es zu Stolperern insbesondere, wenn sie auf ungewohnte, Terrain unterwegs sind. Koordination beim Hund

Das bedeutet: Hunde müssen Bewegungen und Koordination erst lernen Koordination beim Hund

Der Hundekörper ist bei der Geburt mit einer „Basisausstattung“ versehen. Das bedeutet, dass das Nervensystem zwar grundsätzlich programmiert ist, um verschiedene Bewegungen auszuführen. Doch erst durch Übung ergeben sich daraus physiologische und funktionierende Bewegungsabläufe.

Worum geht es beim Erlernen von Bewegungen?

Grundsätzlich geht es darum, Muskulatur so gezielt einzusetzen, dass eine reibungslose Abfolge von Gelenkbewegungen entsteht. Dies nennt man dann koordinierte Bewegungen. Besonders zu Beginn ist dies sehr anstrengend und schwierig. Das kennst du sicher selbst, wenn du eine neue Bewegung z.B. beim Sport erlernen musst. Zunächst fällt dies sehr schwer und du musst dich stark konzentrieren. Doch mit etwas Praxis fällt es dir leichter und irgendwann sind die Bewegungen so abgespeichert, dass sie wie automatisch passieren und du gar nicht mehr wirklich darüber nachdenken musst. Koordination beim Hund

Der Körper verbraucht beim Erlernen einer Bewegung übrigens deutlich mehr Energie, als wenn er diese bereits häufiger durchgeführt hat. Zugleich werden die Bewegungen über das regelmäßige trainieren eben dieser auch präziser und effizienter.

Warum haben manche Hunde eine schlechte Koordination? Koordination beim Hund

Du hast sicher selbst schon häufiger gesehen, dass es Hunde gibt, die sich extrem sicher und mit einer sehr guten Koordination bewegen. Auch neue Bewegungsabläufe haben sie schnell drauf. Dann gibt es wiederum Hunde, die auch im Erwachsenenalter eher ungelenk sind und große Schwierigkeiten haben, sich auf neue Bewegungen einzulassen. Ursache kann hier z.B. sein, dass im Welpen- und Junghundalter die Koordination nicht ausreichend gefördert und trainiert wurde. Doch auch Erkrankungen des Bewegungsapparates können Störungen in der Koordination nach sich ziehen. Zudem ist es so, dass mit fortschreitendem Alter die Nervenfunktion etwas nachlassen kann.

Das Gute ist: Die Koordination, das Körpergefühl und Balance kann man ein Hundeleben lang trainieren

Koordination ist tatsächlich etwas, was sich in jedem Alter verbessern läßt. Wenn man bemerkt, dass ein Hund Probleme hat, sich mit gut koordinierten Bewegungen fortzubewegen, sollte man in jedem Fall eine Verbesserung der Koordination fördern. Eine schlechte Koordination zieht nämlich in aller Regel unphysiologische Bewegungsabläufe, eine ungleichmäßige Bemuskelung und Verspannungen und eine eventuell nicht optimale Gelenkbeweglichkeit nach sich, die später Arthrose entstehen läßt.

Wie kann man die Koordination fördern?

Hierzu nutzt man Übungen aus dem aktiven Bewegungstraining, die sehr sanft und nachhaltig koordinierte Bewegungsabläufe schulen. Hierbei geht es im ersten Schritt gar nicht um komplexe Übungen und Bewegungen. Vielmehr ist es sinnvoll, sich zunächst auf Basisbewegungen des Hundes zu konzentrieren. Dazu gehören Dinge wie, sich korrekt hinzusetzen, sich sauber hinzulegen, eine korrekte Stehposition einzunehmen und sich im Schritt präzise zu bewegen. Koordination beim Hund

Zusätzlich können z.B. Übungen wie Cavaletti Training und das Laufen über einen Hindernisparcours sinnvoll sein. Das Portfolio an Übungen ist riesig. Bei der Auswahl der Übungen sollte man sich allerdings immer am jeweiligen Hund orientieren und immer mit leichten Übungen beginnen, bevor man komplexere Bewegungsabläufe trainiert. Nur wenn die Basis stimmt, können auch kompliziertere Übungen korrekt absolviert werden. Wenn man sich entscheidet im Verlauf des Trainings flexible Untergründe hinzuzunehmen, dann sollte man immer von festeren Untergründen zu weicheren Untergründen gehen und nicht mit sehr nachgiebigen Untergründen beginnen. Koordination beim Hund

Wie steht es um die Koordination deines Hundes?

Alles Liebe, deine Tina

Osteomyelitis beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung

Osteomyelitis beim Hund – Ursachen, Symptome & Behandlung

Die Osteomyelitis beim Hund ist eine infektiöse Entzündung des Knochenmarks. Allerdings spricht man auch häufig von einer Osteitis, da es sich in vielen Fällen nicht um eine reine Entzündung des Knochenmarks handelt, sondern auch andere Anteile des Knochens, wie die Knochensubstanz und Knochenhaut betroffen sind.

Die möglichen Ursachen einer Osteomyelitis beim Hund

In vielen Fällen entsteht eine Osteomyelitis durch Operationen am Bewegungsapparat, offene Knochenbrüche, das Einsetzen von Implantaten oder offene Weichteiltraumata, die z.B. durch eine tiefe Bissverletzung verursacht worden sein kann. Eines haben alle Ursachen gemeinsam: die Erreger – meistens Bakterien – gelangen durch die offene Wunde in den Körper und lösen die Entzündung aufs. In seltenen Fällen können auch Vieren oder Pilze eine Osteomyelitis beim Hund auslösen.

Diese Erreger verursachen häufig die Osteomyelitis (Osteitis):

  • Staphylococcus aureus (75–80 %)
  • β‑hämolysierende A‑Streptokokken
  • andere Bakterien
  • selten Pilze
  • selten Viren

Bei Welpen kann es häufig zu einer akuten Osteomyelitis kommen. Hierbei gelangen die Erreger über eine offene Wunde in den Blutkreislauf und darüber in die noch nicht verschlossenen Wachstumsfugen der langen Röhrenknochen wie z.B. Oberschenkel (Femur) oder Oberarm (Humerus). Von den Wachstumsfugen aus greift die Entzündung schlussendlich auf das Knochemark über und kann sich auf den gesamten Knochen ausbreiten. In der Folge kann es zum Absterben des harten Knochengewebes und zu einer Knochenerweichung kommen.

Die häufigsten Symptome

  • erhöhte Temperatur oder Fieber
  • typische Entzündungszeichen wie
  1. Rötung (rubor)
  2. Schwellung (tumor)
  3. Schmerz (dolor)
  4. Erwärmung (calor)
  5. Eingeschränkte Funktion (functio laesa)

So wird die Osteomyelitis beim Hund diagnostiziert

Für eine sichere Diagnose sind bildgebende Verfahren wie Röntgen, MRT oder Ultraschall notwendig. Auf Röntgenaufnahmen kann man sehr gut erkennen, ob und wo es vom gesunden Knochengewebe in geschädigtes schwammartige Knochengewebe übergeht. Die schwammartige Veränderung zeigt die Schädigung des Knochenmaterials an. Weiterhin wird in der Regel ein Blutbild erstellt, das im Falle einer Entzündung eine erhöhte Anzahl an Leukozyten zeigt.

Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch müssen Osteosarkome ausgeschlossen werden. Dabei handelt es sich um stark metastasierende Knochentumore.

Die Behandlung der Osteomyelitis beim Hund

Eine schnelle und umfassende Behandlung der Osteomyelitis ist unverzichtbar, da sie chronisch werden kann. Unbehandelt kann sie zum Tod führen. Zum einen ist eine konsequente, hoch dosierte Antibiotikagabe über mindestens sechs Wochen unverzichtbar. Auch eine operative Entfernung des geschädigten Knochenmaterials und umliegendem Gewebe kann notwendig sein. Grundsätzlich ist es in vielen Fällen so, dass eine vollständige Heilung nicht möglich ist. Es kann allerdings eine Defektheilung erreicht werden, sprich das Gewebe wird „repariert“.

Die physiotherapeutische Behandlung der Osteomyelitis beim Hund

Mittels Lasertherapie kann die Bekämpfung der Entzündung unterstützt werden. Zudem wird die Zellregeneration angeregt und so die Neubildung von Knochenmaterial gefördert. Im Anschluss machen Maßnahmen wie passives Bewegen der Gelenke Sinn, aber auch aktives Bewegungstraining, um die Muskulatur wieder zu stärken und gesunde Bewegungsabläufe zu fördern.

Was du als Hundehalter tun kannst

Eine konsequente Schonung des betroffenen Laufes ist zum Abklingen der Entzündung unverzichtbar. Eine zu frühe Belastung kann zu einem erneuten Aufflammen des entzündlichen Prozesses führen und eine Chronifizierung der Entzündung nach sich ziehen. In der Akutphase der Entzündung kannst du deinen Hund z.B. mit schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wickeln unterstützen. Dazu gehören z.B. Quarkwickel, Retterspitz- oder Beinwellwickel. (Achtung: bitte wende die Wickel nicht an offenen Wunden an.) Das aktive Bewegungstraining kannst du nach entsprechender Anleitung durch den Physiotherapeuten begleitend auch Zuhause durchführen, um den Gesundungsprozess zu fördern.

 

Alles Liebe, deine Tina

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – Behandlungsmöglichkeiten, Physiotherapie und Tipps, wie du die Genesung aktiv unterstützen kannst

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – Behandlungsmöglichkeiten, Physiotherapie und Tipps, wie du die Genesung aktiv unterstützen kannst

Bereits im letzten Artikel ging es um Morbus Legg-Calvé-Perthes. Du hast erfahren, was die Erkrankung bedeutet, was häufige Symptome sind, was Ursachen und häufig betroffene Rassen sind. Im heutigen Artikel geht es darum, wie man Legg-Calvé-Perthes behandeln kann, wie Physiotherapie helfen kann und was du als Hundehalter aktiv tun kannst, um deinen Hund bei der Genesung bestmöglich zu unterstützen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung ist immer individuell abhängig von der Ausprägung der Erkrankung. Eine konservative Behandlung mittels Schonung, Schmerztherapie und Physiotherapie kann über einen kurzen Zeitraum von bis zu drei Monaten versucht werden, wenn noch keine irreversiblen Schäden aufgetreten sind. Allerdings bleibt zu bedenken, dass bereits vorhandene Schäden im Gelenk bestehen bleiben.

Vielfach wird daher eine operative Behandlung vorgezogen. Möglichkeiten hierbei sind zum einem die Entfernung des Oberschenkelkopfes (und -halses). Das ist die sogenannte Femurkopfresektion. Im Bereich, wo zuvor der Oberschenkelkopf war, bildet sich eine bindegewebige und sehr stabile Verbindung zwischen Oberschenkelknochen und Becken. Diese chirurgische Methode ist besonders bei kleinen bis mittelgroßen Hunden sehr erfolgsversprechend.

Alternativ kann ein Hüftgelenkersatz, also eine Implatation einer Endoprothese vorngenommen werden. Die Endoprothese wird insbesondere bei großen und schweren Hunden gewählt.

Die Femurkopfresektion ist in jedem Fall die günstigere Variante und auch weniger invasiv.

Physiotherapie bei Morbus Legg-Calvé-Perthes

Ganz gleich, ob man sich für eine operative Behandlung oder eine konservative Behandlung entscheidet, ist die physiotherapeutische Begleitung unverzichtbar.

Ziele der Physiotherapie

  • Schmerzlinderung
  • Erhalt und Förderung der Gelenkbeweglichkeit
  • Muskelaufbau
  • Förderung physiologischer (gesunder) Bewegungsabläufe und Vertrauen in den betroffenen Lauf
  • Entlastung überlasteter Strukturen

Welche Behandlungsformen der Hundephysiotherapie kann man einsetzen?

  • Mit Massagen kann man Verspannungen in den überlasteten Bereichen, die durch die Schonhaltung entstanden sind, lindern. Hierdurch erreichen wir auch eine Schmerzlinderung. Begleitend kann hier z.B. auch Wärmetherapie eingesetzt werden.
  • Passives Bewegen erhöht die Gelenkbeweglichkeit und unterstützt physiologische Bewegungsabläufe.
  • Mittels Lasertherapie und Elektrotherapie kann der Heilungsprozess gefördert werden und Schmerzen gemindert werden.
  • Das aktive Bewegungstraining ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil, der nach fachlicher Anleitung auch vom Hundehalter Zuhause durchgeführt werden kann. Hiermit fördern wir gesunde Bewegungsabläufe, stärken die Muskulatur und das Vertrauen in den betroffenen Lauf.
So kannst du deinen Hund im Alltag unterstützen
  • Achte darauf, dass dein Hund im Haus oder der Wohnung nicht ausrutschen kann. Bereiche, in denen er sich häufig bewegt, kannst du vorrübergehend z.B. mit Läufern auslegen.
  • Die Spaziergänge sollten in den ersten Wochen sehr kurz sein und langsam gesteigert werden. Bitte richte dich hier nach den Empfehlungen des behandelnden Arztes.
  • Es ist wichtig, dass du deinen Hund an der Leine führst. Er sollte möglichst im Schritt laufen.
  • Wildes Spiel, enge Wendungen und kurze Stopps sind tabu und Gift für deinen Hund. Daher solltest du auch bei Kontakten mit anderen Hunden sehr bedacht sein.
  • Achte darauf, das andere Hunde ihm nicht aufreiten.
  • Sprünge sind ebenfalls tabu. Fürs Auto kannst du hier auf Hunderampen zurückgreifen.
  • Beim Treppensteigen solltest du darauf achten, dass dein Hund möglichst wenig Treppen läuft und wenn nur langsam und bewusst. Unterstützen kannst du ihn mit einer Tragehilfe.
  • Als Liegeplatz eignet sich ein orthopädischer Schlafplatz, da dieser druckentlastend auf die Gelenke wirkt.
  • Achte darauf, dass dein Hund nicht unter Übergewicht leidet.
  • Mit Nahrungsergänzungsmitteln kannst du deinen Hund in der Genesungsphase gut unterstützen.
  • Die Übungen aus dem Bewegungstraining solltest du regelmäßig und nach Absprache mit deinem behandelnden Physiotherapeuten durchführen. Sie beschleunigen die Heilung enorm. Bitte experimentiere hier nicht eigenmächtig, sondern halte dich an das Übungskonzept deines Therapeuten.
  • Lasse dir vom Therapeuten Massagegriffe zeigen, um deinen Hund auch Zuhause zu massieren und Verspannungen zu mindern.

Hast du schon einmal vom Legg-Calvé-Perthes gehört oder Erfahrungen damit? Teile diese gern in den Kommentaren mit mir!

Alles Liebe, deine Tina

 

 

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – das Krankheitsbild, Ursache, Symptome, betroffene Rassen und Diagnose

Morbus Legg-Calvé-Perthes beim Hund – das Krankheitsbild, Ursache, Symptome, betroffene Rassen und Diagnose

Legg-Calvé-Perthes wird auch als aseptische Femurkopfnekrose bezeichnet. Eine Nekrose bedeutet das Absterben von einer oder mehreren Zellen. Bei Morbus Legg-Calvé-Perthes handelt es sich um eine Erkrankung des Oberschenkelkopfes beim Welpen und Junghund, bei der es zu einem Absterben von Gewebe des Femurkopfes kommt. Dieser Prozess entsteht allerdings nicht durch eine Entzündung oder einen Erreger.

Wie kann es zum Absterben des Femurkopfes (Oberschenkelkopfes) kommen?

Bei dieser Erkrankung des Bewegungsapparatrs handelt es sich um eine Wachstumsstörung beum jungen Hund. Diese tritt vor dem Epiphysenfugenschluss (Schließen der Wachstumsfugen) auf. Es kommt zu einer mangelhaften Blutversorgung, wodurch das Gewebe des Oberschenkelkopfes abstirbt. Er kann sich also nicht zu seiner normalen Größe entwickeln. Hinzu kommt, dass es zu starken Verformungen kommt, was durch den Knochenabbau (Osteolyse) verursacht ist. Der Oberschenkelkopf kann so matürlich nicht mehr optimal in die Gelenkpfanne passen. Es kommt zwangsläufig zur Entstehung einer Hüftarthrose, die für den Hund sehr schmerzhaft ist.

Wie kommt es zu den Durchblutungsstörungen und der mangelhaften Blutversorgung des Oberschenkelkopfes?

Der Grund für hierfür ist nicht gänzlich geklärt. Eine genetische Vorbelastung wird sehr stark vermutet. Auch Stoffwechselstörungen, Fehlstellung von Gliedmaßen und hormonelle Faktoren werden diskutiert.

Welche Hunde sind betroffen?

Von Legg-Calvé-Perthes sind meistens kleinere Hunde betroffen, die weniger als 10 Kilogramm wiegen. Häufig betroffene Rassen sind z.B.:

  • Malteser
  • Yorkshire Terrier
  • Zwergdackel
  • Pekinesen
  • Zwergpudel
  • West Highland Terrier
  • Zwergschnauzer
  • Cairn Terrier

Meistens tritt die Erkrankung nur einseitig auf.

Was sind häufige Symptome für Legg-Calvé-Perthes?

Die ersten Symptome treten meist zwischen dem 3. – 10. Lebensmonat auf. Sie ähneln denen einer Hüftdysplasie. Sie können über mehrere Monate anhalten und dann abklingen. Das Abklingen der Symptome ist ursächlich im Abschluss des Knochenwachstums. Die durch die Erkrankung entstandenen Deformierungen des Oberschenkelkopfes und des Oberschenkelhalses verhindern jedoch eine normale Funktion des Gelenks.

  • Schmerzen in der Bewegung
  • Berührungsempfindlichkeit an der Hüfte
  • Nach hinten Schnappen zur Hüfte, als wäre dort eine Fliege
  • Beschlecken und Beknabbern des Hüftbereiches
  • Leichte bis schwere Lahmheit
  • Schmerzen beim Aufstehen
  • Deutlicher Verlust der Muskulatur am Oberschenkel und Gesäß
  • Verminderte Spiel- und Bewegungsfreude
  • Schnelleres Ermüden und Hinlegen
  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte

Sollte dein Hund eines oder mehrere der Symptome zeigen, empfehle ich dir, ihn in jedem Fall deinem Tierarzt vorzustellen, um ihn entsprechend untersuchen zu lassen.

Wie wird Morbus Legg-Calvé-Perthes diagnostiziert?

Die typischen Symptome und ein orthopädischer Untersuchungsgang geben erste Anhaltspunkte, die durch entsprechende Röntgenaufnahmen bestätigt werden.

Im nächsten Artikel erfährst du, wie Legg-Calvé-Perthes behandelt wird, was Physiotherapie bringt und was du als Hundehalter selbst tun kannst, um deinen Hund sinnvoll zu unterstützen.

Alles Liebe, deine Tina

 

 

Dein Hund will nicht mehr springen? – das sind mögliche Ursachen

Dein Hund will nicht mehr springen? – das sind mögliche Ursachen

Wenn dein Hund (plötzlich) nicht mehr springen will, gibt es verschiedene Ursachen. Die eine kann sein, dass er es einfach nicht möchte. Häufig ist es aber so, dass er es nicht mehr kann, bzw. ihm die Bewegung schwer fällt oder Schmerzen bereitet. Springen tun Hunde nicht nur im Hundesport. Eigentlich ist es eine recht alltägliche Bewegung. Für viele Hunde ist es ganz normal, ins Auto zu springen oder aufs Sofa oder Bett zu springen.  Besonders wenn es sich um liebgewonnene Gewohnheiten deines Hundes handelt und er für sein Leben gern neben dir auf dem Sofa kuschelt und das nicht mehr tut, solltest du aufmerksam werden.

Oft kann man dann beobachten, dass der Hund beispielsweise in diesen Situationen um das Sofa oder Bett herumschleicht und Ansätze für einen Sprung macht, aber immer wieder abbricht. Auch kommt es häufig vor, dass Hunde Sprünge nicht sofort komplett vermeiden, sondern die Sprungbewegung plötzlich anders und schwerfälliger oder ungelenker aussieht. Ähnlich sieht die Situation aus, wenn der Hund wie immer ins Auto hüpfen soll und plötzlich zögerlich vor dem Auto steht und von einer Pfote auf die andere tippelt. Das hat in den wenigsten Fällen etwas mit Sturheit oder „Ungehorsam“ zu tun.

Wenn dir ein solches Verhalten auffällt solltest du dir im ersten Schritt einige Fragen stellen wie z.B.: Hund will nicht mehr springen

  • Leidet dein Hund eventuell bereits an einer Erkrankung des Bewegungsapparates?
  • Hast du in der letzten Zeit festgestellt, dass dein Hund lahmt?
  • Ist das Verhalten deines Hundes verändert?
  • Gibt es weitere Dinge, die er hinsichtlich Bewegungen verändert hat?
  • Zeigt dein Hund Probleme mit der Koordination?
  • Ist seine Muskulatur weniger geworden?
  • Schleift er häufiger mal mit den Pfoten?
  • Schnappt er manchmal plötzlich nach hinten, als würde er nach einer Fliege schnappen?

Wenn du hier feststellst, dass einer oder mehrere Punkte bei deinem Hund zutreffen, dann liegt es nahe, dass er Sprünge vermeidet, weil er Schmerzen im Bewegungsapparat hat. Hund will nicht mehr springen

Der Hund geht in ein schmerzmeidendes Verhalten

Das bedeutet, dass er mehrfach festgestellt hat, dass er in einer Bewegung einen Schmerz gespürt hat und diese deswegen vermeidet. Das ist eine ganz logische Konsequenz, die wir auch von uns Menschen kennen. Wenn wir spüren, dass in einer Bewegung wiederholt ein Schmerz auftritt, beginnen wir ganz automatisch diese zu vermeiden. Hund will nicht mehr springen

Was können die Ursachen für Schmerz oder körperliche Schwäche sein?

  • (neurologische) Rückenerkrankungen wie Spondylose, Cauda Equina Kompressions Syndrom oder Bandscheibenvorfall. Hierbei schmerzt zum einen der Rücken, aber es kommt vielfach auch zu Störungen in der Nervenfunktion, Koordinationsproblemen und geschwächter Muskulatur. Das Vertrauen in die Hinterhand und die Kraft gehen mehr und mehr verloren und der Hund schafft es nicht mehr, zu springen.
  • Hüftprobleme wie Hüftdysplasie können ebenfalls zu einem Meideverhalten bei Sprüngen führen. Es fehlt an Kraft und Muskulatur und die Bewegung tut im Hüftgelenk weh.
  • Erkrankungen im Kniegelenk können auch dazu führen, dass Hunde Sprünge vermeiden. Arthrose im Knie z.B. ist besonders im fortgeschrittenen Stadium sehr schmerzhaft. Die Beweglichkeit im Kniegelenk ist eingeschränkt, oftmals ist auch die Muskulatur bereits geschwächt und so bereitet es große Probleme aufs Sofa oder Bett oder ins Auto zu hüpfen.
  • Das Alter deines Hundes – den Alterungsprozess unserer Vierbeiner können wir zwar verzögern und sie auch im Alter fit halten. Doch im Verlaufe des Alterungsprozesses kommt es zwangsläufig zu fortschreitender körperlicher Schwäche. Die Kraft und die Muskulatur werden dann bei vielen Hunden sukzessive weniger. Dies kann auch dazu führen, dass wie bei uns Menschen bestimmte Bewegungen dann nunr noch beschwerlich möglich sind.
Was kannst du tun? Hund will nicht mehr springen

Keinesfalls sollst du es nun einfach als gegeben hinnehmen, dass dein Hund es halt nicht mehr zu dir aufs Sofa schafft. Ich empfehle dir unbedingt, der Ursache auf den Grund zu gehen und deinen Hund tierärztlich untersuchen zu lassen. Oftmals kann man – besonders wenn man früh genug handelt – die schmerzauslösende Ursache beseitigen oder zumindest eine Linderung herbeiführen. Dies ist sehr wichtig, damit es neben der Problematik im Bewegungsapparat nicht auch noch zu einer Chronifizierung des Schmerzes kommt.

Wenn sich herausstellt, dass dein Hund unter einer Erkrankung des Bewegungsapparates leidet, dann solltest du ihn beim Einstieg ins Auto z.B. mit einer Hunderampe unterstützen, oder ihn ins Auto heben. Wenn du nicht darauf verzichten möchtest, dass dein Hund auf dem Sofa oder im Bett liegt, gibt es hierfür Aufstiegshilfen und Treppen, die du ihm zur Unterstützung anbieten kannst.

Alles Liebe, deine Tina

Wie alt ist dein Hund – so rechnet man Hundejahre in Menschenjahre um

Wie alt ist dein Hund – so rechnet man Hundejahre in Menschenjahre um

Der Alterungsprozess unserer Hunde ist ein Thema, was uns Hundehalter früher oder später alle beschäftigt. Die wohl am häufigsten gestellte Frage ist, wie alt der Hund wohl in Menschenjahren ist. Zudem stellt sich die Frage, ab wann ein Hund überhaupt alt ist. Die althergebrachte Umrechnung 1 Hundejahr entspricht 7 Menschenjahren, hat keine Gültigkeit mehr – auch wenn sie sich hartnäckig hält. Weiter unten habe ich dir eine Tabelle zusammengestellt, die die aktuelle Umrechnung des Hundealters in Menschenalter grob wiedergibt. Du wirst sehen, dass es alles viel komplexer ist, als man denken mag. Alter ist nämlich nicht pauschal definierbar.

Wann ist ein Hund alt? Hundejahre in Menschenjahre

Es gibt keine einheitliche Formel zur Berechnung des Alters. Verschiedene Faktoren beeinflussen, wann ein Hund in den Alterungsprozess startet. Zudem ist Alter auch individuell. Der möglicherweise ausschlaggebendste Faktor im Alterungsprozess, ist die Größe des Hundes. Kleine Hunde wie z.B. Dackel sind oftmals mit 12-13 Jahren noch recht fit unterwegs. Der Irische Wolfshund hingegen steckt mit 5-6 Jahren schon mitten im Alterungsprozess. Man sieht, dass Körpergröße und das Gewicht eine entscheidende Rolle spielen, wie schnell der Hund altert. Natürlich spielt auch die genetische Disposition eine Rolle und Einflüsse wie z.B. Haltung, Bewegung, Ernährung, etc.. Auf jene Faktoren, die in unserer Hand liegen sollten wir von Beginn an achten. Übergewicht in jungen Jahren wirkt sich in jedem Fall auf den Alterungsprozess aus. Selbiges gilt für Ernährung und Bewegung. Doch selbst unter besten Lebensbedingungen und mit der besten genetischen Disposition wird der Irische Wolfshund niemals so alt wird, wie der Dackel.

Die Umrechnung von Hundejahren in Menschenjahren

Nach neuerlichen Erkenntnissen wird in der Umrechnung von Hundejahren in Menschenjahren vor allem das Gewicht des Hundes als feste Größe genommen. Hundejahre in Menschenjahre

Dies sieht dann wie folgt aus:

 

Gewicht Hund/

Alter Hund

Bis 15 kg 15-45 kg mehr als 45 kg
1 20 18 14
2 28 27 22
3 32 33 31
5 40 45 49
7 45 57 67
10 60 75 94
12 68 85 100
14 76 94
16 84 100
18 92
20 100

Quelle: Modifiziert nach Prof. J.-L. Pouchelon, Tierärztliche Hochschule Alfort, 1998

Auch wenn uns Hundehaltern Zahlen und Fakten eine gewisse Sicherheit im Umgang mit dem Alterungsprozess unseres Hundes gibt, so möchte ich dir ans Herz legen, dich daran nicht zu sehr „festzuklammern“. Du kannst es als grobe Orientierung sehen. Was viel mehr zählt, als Zahlen, ist unseren Hund individuell in seinem Alterungsprozess zu begleiten und auf seine Bedürfnisse einzugehen. Ihm das Älterwerden zu erleichtern und Hilfestellung zu geben, wenn Dinge nicht mehr so leicht fallen und auch jeden Moment bewusst mit ihm zu erleben, bedeutet viel mehr, als Zahlen in einer Tabelle. Hundejahre in Menschenjahre

Alles Liebe, deine Tina Hundejahre in Menschenjahre

Schmerzen beim Hund – Wahrnehmung von Schmerz und sinnvolle Schmerztherapie

Schmerzen beim Hund – Wahrnehmung von Schmerz und sinnvolle Schmerztherapie

Heutzutage klingt es für uns befremdlich, doch noch in den späten 1980er Jahren ging man davon aus, dass Tiere kein dem Menschen vergleichbares Schmerzempfinden haben. Das ist gar nicht so lange her und kaum nachvollziehbar. Mittlerweile wurde dies erfreulicherweise widerlegt. Schon im direkten Vergleich des zentralen (Rückenmark und Gehirn) und peripheren Nervensystems (das Nervensystem außerhalb von Rückenmark und Gehirn), sind die Ähnlichkeiten zwischen Mensch und Tier offensichtlich. Die Forschung zeigt auch, dass messbare Reaktionen auf Schmerzreize sehr ähnlich sind.

Doch was ist Schmerz überhaupt genau?

So seltsam es klingen mag, doch Schmerz ist eine geniale Funktion des Körpers. Er ist eine Schutzfunktion des Körpers auf alles, was schädigend ist. Das beinhaltet externe Faktoren, wie z.B. Verletzungen, Druck oder Hitze- und Kälteeinwirkung, aber auch innere Faktoren wie z.B. Tumore, degenerative Prozesse, Entzündungen oder Durchblutungsstörungen.

Zugleich funktioniert er als Alarmsignal, das zeigt, dass etwas im Körper nicht so ist, wie es sein sollte. Doch es gibt auch Situationen, in denen der Körper Schmerzen selbst regulieren und sie dämpft oder sogar ausschaltet. Das kann ist Situationen von großem Stress oder Flucht sein.

Wie nimmt der Hund Schmerzen wahr?

Wie wir Menschen, nimmt der Hund Schmerzen individuell wahr. Wie intensiv sie wahrgenommen werden und wie die Schmerztoleranz ist, ist sogar von der Tagesform abhängig.

Wenn ein Hund unter Schmerzen leidet, sollte dieser so gut und schnell wie möglich behandelt werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass aus einem akuten Schmerz ein chronischer Schmerz wird. Der Schmerz wird selbst zu einem Krankheitsbild und der Hund befindet sich in einem Teufelskreis aus Schmerz, Verspannung, Bewegungseinschränkung etc.. Zur gezielten Behandlung eines Schmerzes ist eine entsprechende Diagnostik, um Ort und Ursache des Schmerzes zu definieren und auch die Intensität des Schmerzes einzuschätzen unverzichtbar. Im Anschluss ist es dann wichtig, Maßnahmen für den Hund abzuleiten, um die Schmerzen zu beseitigen oder zumindest Linderung zu verschaffen.

Primäre Ziele der Schmerztherapie

  • Beseitigung der Schmerzursache – Beendigung des Schmerzzustandes durch Beseitigung der schmerzauslösenden Faktoren
  • Bei chronischen Erkrankungen sollte eine bestmögliche Linderung des Schmerzes im Fokus stehen.
  • Steigerung der Lebensqualität und Minderung des Leidensdrucks
  • Vermeidung eines Schmerzgedächtnis

Wege aus dem Schmerz – Möglichkeiten der Schmerztherapie beim Hund

Vielleicht muss ich dich an dieser Stelle enttäuschen. Auch wenn es mir selbst schmerzt zu sehen und zu wissen, dass ein Lebewesen Schmerzen leidet: Ich kann dir kein Patentrezept gegen Schmerzen beim Hund geben. Es gibt keine allgemeingültige Formel und keine Allround-Pille, die Schmerzen stillt und beseitigt.

Was ich dir aber sagen ist, dass die Tiermedizin sich fortwährend mit großen Schritten weiterentwickelt. Dazu gehört auch die Behandlung von Schmerzen. Die medikamentöse Behandlung mit Schmerzmitteln sollte ausschließlich durch einen Tierarzt erfolgen. Ich rate davon ab, selbst nach Gefühl Medikamente auszuwählen, die man ggfs. noch im Haus hat. Da sowohl die Art des Schmerzes, als auch die Intensität je nach Erkrankung und Verletzung völlig unterschiedlich ist, bedarf es auch entsprechender fachkundiger Auswahl der Medikation. Aus diesem Grund gehe ich nicht dezidiert auf die verschiedenen Arten an Schmerzmitteln und ihre Wirkung ein. Ergänzend/Ersetzend zur konservativen Schmerztherapie gibt es allerdings eine große Bandbreite an Maßnahmen, die ebenfalls in der Schmerztherapie eingesetzt werden können.

Meiner Erfahrung nach, ist es sehr sinnvoll verschiedene Maßnahmen sinnvoll miteinander zu kombinieren, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. So können beispielsweise Akupunktur und auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel schmerzlindernd eingesetzt werden. Auch viele physiotherapeutische Behandlungsformen zielen primär darauf ab, dem Hund Schmerzen zu nehmen.

Dazu gehören z.B.:

Viele Maßnahmen können nach fachkundiger Anleitung auch von dir Zuhause durchgeführt werden. So kannst du selbst aktiv die Schmerztherapie deines Hundes begleiten, indem du Massagen durchführst, mit Wärme oder Kälte Linderung verschaffst, Wickel anlegst, aktive Bewegungsübungen durchführst, etc.. Wichtig zu sagen ist mir, dass du nicht „wild“ selbst therapieren solltest, sondern dich hier von einem Hundephysiotherapeuten anleiten lassen solltest und mit ihm für deinen Hund passende Maßnahmen besprichst.

Schmerzen nehmen bedeutet handeln

Was mir ein großes Anliegen ist, ist dass es unverzichtbar ist, seinem Hund Schmerzen bestmöglich zu nehmen. Immer wieder bin ich mit Hundehaltern im Kontakt, die große Angst vor den Nebenwirkungen von Medikamente haben und deshalb eine Medikation ablehnen. Natürlich sollte man nicht willkürlich und leichtfertig zu Schmerzmitteln greifen. Doch wenn ein Hund Schmerzen leidet, sollte ihm dieser genommen werden. Vielfach ist unter einem guten Schmerzmanagement die Reduktion oder der gänzliche Verzicht auf konservative Schmerzmittel möglich. Doch selbst wenn nicht, sollte grundsätzlich die Lebensqualität des Hundes im Vordergrund stehen. Und Schmerzen haben einen großen Einfluss darauf, wie gut diese ist. Zusätzlich kann durch die Schmerztherapie einer Entstehung eines Schmerzgedächtnis entgegengewirkt werden.

Ein individuelles Schmerzkonzept

Wichtig ist es, ein individuell auf den Hund zugeschnittenes Schmerzmanagement zu entwickeln. Dabei widersprechen sich die unterschiedlichen Maßnahmen nicht, sondern können hervorragend zusammen funktionieren und sich ergänzen. Es spricht also nichts dagegen, einen Hund konservativ mit Schmerzmitteln zu behandeln, ihn aber zusätzlich mit Nahrungsergänzungsmitteln und physiotherapeutischen Maßnahmen oder auch z.B. Akupunktur zu unterstützen.

Ich empfehle sogar eine Kombination verschiedener Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern und zu nehmen, da sie sich gegenseitig unterstützen und so dem Hund mehr Lebensqualität bieten. Ein gelungenes Schmerzmanagement ist also bestenfalls immer eine sich ergänzende Kombination verschiedener Maßnahmen, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden.

Alles Liebe, deine Tina

Das Wobbler Syndrom – Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten, Prognose & was du als Halter beachten solltest

Das Wobbler Syndrom – Diagnose, Behandlungsmöglichkeiten, Prognose & was du als Halter beachten solltest

Im letzten Artikel hast du bereits erfahren, was das Wobbler Syndrom beim Hund ist, welche Rassen häufig betroffen sind und wie die typischen Symptome sind. In diesem Artikel erfährst du, wie das Canine Wobbler Syndrom diagnostiziert wird, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, wie die Prognose ist und was du als Hundehalter beachten solltest.

Die Diagnose

In der Regel sind Röntgenaufnahmen nicht ausreichend. Hiermit lassen sich zwar Anomalien der Wirbel sichtbar machen. Doch meist wird allerdings ein CT, eine Myelografie oder im besten Fall ein MRT zur Diagnostik gewählt. Vor allem auch präoperativ ist dies unverzichtbar, um die genaue Ursache, Ausmaß und Lokalisation der Verletzung zu bestimmen.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei einem Caninen Wobbler Syndrom

In der Literatur wird eine chirurgische Behandlung in aller Regel empfohlen. Die Wahl der Behandlung ist aber grundsätzlich auch von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Art und Dauer der Kompression, sowie Schweregrad der Symptome abhängig. Bei Schmerzpatienten kann eine konservative Therapie mittels strikter Ruhighaltung, Schmerzmitteln und dem Einsatz von Kortikoidsteroiden versucht werden. Häufig kommt es allerdings zu Rückfällen, da die eigentliche Ursache, die die Kompression auslöst, nicht beseitig wurde.

Was wird mit einer Operation erreicht und welche Methoden gibt es?

Mittels einer Operation soll eine Dekompression des Rückenmarks erreicht werden und weitere Mikrotraumata des Rückenmarks verhindert werden. Gängige Operationsmethoden sind der Ventral Slot, bei der von der unteren Halsseite im Bereich des betroffenen Wirbelsegments ein Entlastungszugang gelegt. Dieser umfasst anliegenden Wirbel und das betroffene Bandscheibenmaterial. Daneben gibt es die Laminektomie und die Hemilaminektomie. Diese beiden Methoden können auch in Kombination angewandt werden. Diese Methode findet bei statischen Kompressionen durch knöcherne Zubildungen Anwendung.

Weiterhin gibt es die Traktions-Stabilisations-Technik. Hier werden die betreffenden Wirbel auseinandergezogen und ein Teil der Bandscheibe entfernt. Es wird dann ein sogenannter Spacer (Abstandshalter) in den Zwischenwirbelspalt eingesetzt. Zusätzlich werden Platten und Schrauben zur Stabilisierung genutzt. Diese Methode der Operation findet Anwendung bei dynamischen Vorwölbungen der Bandscheibe, die in der Streckung der Wirbelsäule oder bei Zugwirkung abnimmt.

Wie ist die Prognose und kann das Wobbler Syndrom erneut auftreten?

Das Wobbler Syndrom ist ein komplexes Krankheitsbild. Grundsätzlich muss jeder Patient individuell betrachtet werden. Die Prognose ist unter anderem davon abhängig, wie stark und lange die Kompression vorlag und wie ausgeprägt die Symptome waren. Das bedeutet, je länger die Kompression und je stärker die Symptome vor der Operation waren, desto schlechter ist die Prognose. Auch das Alter des Hundes spielt eine Rolle.

Da die Kräfte, die auf die Halswirbelsäule beim Laufen, Bremsen und in der Bewegung des Halses einwirken nun von den umliegenden Bandscheiben getragen werden, kommt es dort zu einer erhöhten Belastung. Dies kann Verschleißerscheinungen nach sich ziehen. Dadurch kann es bei den Bandscheiben neben dem operierten Bereich zu Bandscheibenvorfällen kommen.

Was solltest du als Hundehalter nach einer Operation beachten?

Ruhighaltung ist das oberste Gebot nach einer Operation an der Halswirbelsäule. Wenn es durch zu viel Bewegung z.B. zum Ausbrechen von Implantaten kommt, kann dies zumeist nicht erneut operiert werden. Jede Form von schnellen, ruckartigen Bewegungen muss vermieden werden. Der Hund sollte mehrmals täglich gewendet werden, um Dekubitus zu vermeiden. Der Einsatz eines Halsbandes sollte unbedingt vermieden werden und der Hund an einem Brustgeschirr geführt werden.

Physiotherapie bei einem Wobbler Syndrom

Postoperativ sollte der Hund mehrmals täglich passiv bewegt werden, um Muskelathrophie, Verkürzungen von Muskulatur, Sehnen und Bändern, sowie das Einrosten der Gelenke und somit in der Folge Arthrose, zu vermeiden. Mehrmals täglich sollte der Hund aufgestellt werden und mit Unterstützung einige, wenige Schritte gehen. Eine Belastung der Halswirbelsäule sollte vermieden werden. Auch Massagen zum Lösen von muskulären Verspannungen in den überbelasteten Strukturen ist wichtig. Begleitend kann hier auch Wärmetherapie eingesetzt werden. Diese Maßnahmen sollten intensiv durch einen Therapeuten begleitet und angelernt werden. Im Verlaufe der Therapie kann entsprechend dem Gesundheitszustand des Patienten das Training im Unterwasserlaufband begonnen werden. Schwimmen ist kontraindiziert, da es hier zu einer starken Streckung des Halses kommt. Zusätzlich kann der Therapeut auch Therapieformen, wie Lasertherapie, Ultraschall, Magnetfeld- oder Elektrotherapie einsetzen. Bei der Wahl der Therapieformen sollte hier unbedingt auf mögliche Kontraindikationen hinsichtlich Implantaten geachtet werden. Um ein physiologisches Gangbild zu fördern, sollte auch das aktive Bewegungstraining unbedingter Bestandteil der Behandlung sein und ein umfassendes Hausaufgabenprogramm an Übungen mitgegeben werden. Hierbei sollen nicht nur gesunde Bewegungen, sondern auch die Muskulatur und Koordination und Körpergefühl gefördert werden.

Auch wenn ein Canines Wobbler Syndrom in seiner Behandlung und der Genesung eine intensive Zeit für Hund und Halter bedeuten, sollte man nicht vorschnell aufgeben. Viele Hunde haben die Chance, sich gut zu erholen und beschwerdefrei zu leben.

Alles Liebe, deine Tina

Pfotenschuhe – diese Einsatzmöglichkeiten gibt es beim Hund und das solltest du bei der Auswahl beachten

Pfotenschuhe – diese Einsatzmöglichkeiten gibt es beim Hund und das solltest du bei der Auswahl beachten

Pfotenschuhe erfreuen sich nicht nur immer größer werdender Beliebtheit. Dank der ständigen Weiterentwicklung sind die Einsatzmöglichkeiten mittlerweile auch wirklich vielfältig. Zum einen kommen Pfotenschuhe bzw. Pfotenschutzschuhe zum Einsatz bei Rettungshunden, die häufig auf gefährlichen Untergründen wie spitzen Steinen, Scherben, heißem Asphalt etc. unterwegs sind. Selbiges gilt auch für Dienst- und Sporthunde. Hierbei geht es darum, die Pfoten der Hunde vor Verletzungen zu schützen.

Doch auch als orthopädisches Hilfsmittel kommen Pfotenschuhe zum Einsatz und sind je nach Einsatzbereich unterschiedlich gearbeitet.

Pfotenschuhe für Hundesenioren und bei neurologischen Erkrankungen

Hundesenioren und Hunde mit neurologischen Erkrankungen, die Überköten, Lähmungserscheinungen, Paresen oder Plegien nach sich ziehen, haben besonders mit glatten Untergründen wie Fliesen oder Parkett zu kämpfen. Pfotenschuhe bieten zum einen deutlich mehr Halt besonders auf glatteren Untergründen. Zum anderen werden die Pfoten und Krallen geschützt. Andernfalls kommt es häufig zum Wundscheuern der Pfoten und zu abgeschliffenen Krallen, was für unsere Hunde ausgesprochen schmerzhaft ist.

Stoßdämpfende Wirkung

Besonders bei Erkrankungen wie z.B. schmerzhaften Zehengelenksarthrosen tut häufig jeder Schritt weh. Pfotenschutzschuhe mit speziellen Silikoneinlagen bieten eine stoßdämpfende Wirkung und ermöglichen somit auch eine schmerzfreiere Fortbewegung.

Verbesserung des Gangbildes durch Pfotenschuhe

Fehlstellungen, Schmerzen und insbesondere Gelenkerkrankungen und Bänderschwächen an den Pfoten- und Zehengelenken führen zu einem unphysiologischen Gangbild. Durch Pfotenschuhe kann eine Normalisierung des Gangbildes und damit auch verbesserte Nutzung der Muskulatur gefördert werden.

Ausgleich von Beinlängen

Sowohl durch Fehlbildungen, schlecht verheilte Brüche oder Wachstumsstörungen kann es zu Beinlängenunterschieden kommen. Diese führen zu einem veränderten Gangbild und in der Folge auch zu Fehl- und Überbelastungen. Durch Pfotenschuhe besteht die Möglichkeit, die Beinlängenunterschiede auszugleichen und dem Hund zu normalen Bewegungsabläufen zu verhelfen.

Du siehst, es gibt vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Pfotenschuhe.

Doch wie wählt man die passenden Pfotenschutzschuhe aus?

Es gibt mittlerweile Pfotenschuhe, die eher Indoor eingesetzt werden. Sie haben weniger dicke Sohlen und sind leichter. Und es gibt jene, die für den Outdoor Einsatz konzipiert sind. Sie haben dickere Sohlen und mehr Profil und sind insgesamt noch etwas robuster.

Weiterhin ist es sehr wichtig, dass du auf eine gute Passform des Pfotenschuh achtest. Er sollte weder zu groß sein und rutschen noch zu klein und einengen. Beides würde deinem Hund die Fortbewegung noch erschweren. Auch das Material ist wichtig. Grundsätzlich sollten Pfotenschutzschuhe aus atmungsaktiven Materialien bestehen und waschbar sein. Für den Außeneinsatz sollten sie möglich Feuchtigkeit fernhalten.

Hattest du bei deinem Hund schon einmal Pfotenschuhe im Einsatz? Teile deine Erfahrungen gern ein den Kommentaren mit mir.

Alles Liebe, deine Tina

 

Das Canine Wobbler Syndrom – Entstehung, betroffene Rassen & Symptome

Das Canine Wobbler Syndrom – Entstehung, betroffene Rassen & Symptome

Das Canine Wobbler Syndrom ist eine Erkrankung der Halswirbelsäule und des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. „to wobble“ bedeutet schwanken oder wackeln und beschreibt so sehr eindeutig eines der Hauptsymptome der Erkrankung: Koordinationsstörungen. Diese sind auf eine Kompression des Rückenmarks zurückzuführen.

Wie entsteht das Canine Wobbler Syndrom?

Das Wobbler Syndrom kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine häufige Ursache ist eine chronisch fortschreitende Bandscheibenerkrankung. Im Verlaufe des Alterungsprozesses verschleißt das Bandscheibenmaterial mehr und mehr. Das hat eine Veränderung der Bandscheiben in ihrer Form und auch eine Aufquellung zur Folge. Es kommt in der Folge zu einer Vorwölbung des degenerierten Bandscheibenmaterials in Richtung des Wirbelkanals. Dadurch entsteht eine Kompression des Rückenmarks und die Nervenfunktion wird gestört. Der Bereich vom 5.-7- Halswirbel ist am häufigsten betroffen.

Verstärkt wird dieser Degenerationsprozess der Bandscheibe bei langhalsigen Hunden häufig noch durch eine Formveränderung der Wirbel. Dazu kommt es, weil die Wirbel instabil sind. Die Belastung für die Bandscheiben ist dadurch dann ungleich höher. Diese Formveränderung der Wirbel ist vermutlich genetisch bedingt.

Aber auch ein Wirbel selbst kann eine Kompression des Rückenmarks und somit ein Wobbler Syndrom hervorrufen.

Hierbei unterscheidet man zum einen statische Kompressionen durch knöcherne Zubildungen entlang des Wirbelkanals in Bereich der Halswirbelsäule. Zum anderen kann eine dynamische Subluxation eine Kompression hervorrufen. Das bedeutet, dass durch die veränderte Form des Wirbelkörpers eine Instabilität entsteht, die wiederum Verrenkungen der Wirbel gegeneinander nach sich zieht. Die Subluxation wird bei der Beugung des Halses verursacht, bzw. verstärkt. Diese Art der Subluxationen ist in aller Regel nicht schmerzhaft. Die verschiedenen Ursachen können auch in Kombination miteinander auftreten.

Welche Hunderassen sind häufig betroffen?

Besonders häufig betroffen sind junge Deutsche Doggen und Dobermänner mittleren Alters. Zudem sind männliche Hunde etwa doppelt so häufig betroffen, wie Hündinnen. Zumeist sind häufiger große Hunderassen mit langen Hälsen wie Rhodesian Ridgeback, Barsoi und auch Dalmatiner, betroffen. Canine Wobbler Syndrom

Das sind die typischen Symptome des Wobbler Syndroms

Wie eingangs bereits beschrieben, ist es vor allem das schwankende Gangbild und die mehr oder weniger starken Koordinationsstörungen, die charakteristisch sind. Dies geschieht durch die Beeinträchtigung der langen Rückenmarksbahnen wodurch die Informationsweiterleitung zwischen Gehirn und Hinterhand nicht mehr optimal funktioniert.

Schrittweite und -höhe sind zumeist gesteigert. Betroffene Vierbeiner laufen mit weit nach außen greifenden Schritten. Steigt die Kompression des Rückenmarks, zeigt sich auch das Pfotenschleifen als ein typisches Symptom. Zudem kommt es vielfach zu Störungen der Propriozeption (Körperwahrnehmung). In der Vorderhand sind besonders die kleinen tippelnden Schritte auffällig, den sogenannten Soldatenschritt. Daraus ergeben sich zwei verschiedene Gangmuster vorne und hinten.

In seltenen Fällen kann es durch ein akutes Trauma zu einer vollständigen Lähmung kommen. Das Trauma selbst ist hierbei zumeist geringgradig. Es ist die fortgeschrittene Vorschädigung des Rückenmarks, die ein sogenanntes Bagatelltrauma ausreichen läßt, um eine vollständige Lähmung zu verursachen. Die Hunde zeigen vielfach einen Schmerz im Halsbereich oder einen Schmerz in der Bewegung des Halses. Der Kopf wird häufig tief getragen. Die Halsmuskulatur verspannt stark. Es kommt zu einer fortschreitenden Muskelatrophie der Läufe.

Im nächsten Artikel erfährst du alles zur Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten des Caninen Wobbler Syndroms!

Alles Liebe, deine Tina

Wie findest du die richtigen Fitnessübungen für deinen Hund? – das solltest du beachten

Wie findest du die richtigen Fitnessübungen für deinen Hund? – das solltest du beachten

Immer wieder werde ich von Hundehaltern angeschrieben, die nach Fitnessübungen für ihren Hund suchen. Es werden verschiedenste Trainingstools wie Balancepads, Wackelbretter, Cavaletti, Igelpods und Co. angeschafft – aber was damit tun? Ich weiß, alle diese Tools sehen toll aus, viele bunte Farben und das Angebot ist einfach riesig. Fitnessübungen für Hunde

Allerdings halte ich diese Herangehensweise an das Hundefitnesstraining für falsch. Der richtige Weg wäre, erst zu schauen, wie sind die körperlichen Bedürfnisse und auch Defizite meines Hundes, was möchte ich trainieren und erst DANN geht es darum, welche Übungen sich eigenen und ob und welche Tools dafür überhaupt notwendig sind.

Auch wenn Hunde gesund sind und man nur als Beschäftigung „just for fun“ ein bißchen trainieren möchte, gilt es zu schauen, was Sinn macht. Warum? Auch hier kann es passieren, dass man den Hund überfordert und vor allem Übungen falsch durchführt.

Was muss ich bei der Auswahl der Übungen beachten?

  • Wie ist der gesundheitliche Zustand meines Hundes? Gibt es organische Erkrankungen, die das Training beeinflussen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Hüftdysplasie oder Spondylose?
  • Hat mein Hund Schwachstellen im Bewegungsapparat? Diese können z.B. muskulärer Natur sein, die Gelenkbeweglichkeit, die Körperwahrnehmung und Koordination betreffen.
  • Wie ist grundsätzlich der Muskelstatus? Wie sind die bindegewebigen Strukturen beschaffen?
  • Wie alt ist er Hund?
  • Wie ist der Körperbau des Hundes – Schlank und drahtig, groß und schwerfällig, etc.?
  • Wie gut und lange kann er sich konzentrieren?

Weiterhin ist es wichtig, auf folgende Aspekte zu achten: Fitnessübungen für Hunde

  • Wie ist grundsätzlich der Trainingsstatus des Hundes? Ist er gänzlich untrainiert und Anfänger im Bewegungstraining oder hat er bereits Trainingserfahrung?
  • Wie viele Wiederholungen einer Übung sind dementsprechend sinnvoll?
  • Wie ist der Schwierigkeitsgrad der Übungen, die trainiert werden
  • Eine sinnvolle Kombination der Übungen und somit zielgerichtetem Training hinsichtlich Schwierigkeit, trainierter Körperbereiche und Art der Übung (Muskelaufbau/Beweglichkeit/Koordination/ statisch oder dynamisch…) ist wichtig. Hier macht z.B. das Training mit Hilfe eines Trainingsplans Sinn.
  • Abwechslung der Übungen
  • Korrekter Aufbau der Übungen – kann mein Hund die Übung hinsichtlich der Komplexität körperlich und geistig gut bewältigen, so dass man die Übung korrekt aufbauen kann, ohne den Hund zu überfordern?
  • Welche Tools eignen sich bei den Übungen – je nach Trainingsstatus weniger nachgiebige oder flexiblere Tools.

Hundefitness Training braucht Struktur, um gesund und zielgerichtet zu trainieren

Die oben genannten Punkte sind nur eine Auswahl, die man bei der Auswahl der Übung und Gestaltung des Fitnesstrainings mit seinem Hund beachten sollte. Vor allem sollten sie bedacht werden, bevor man sich für den Einsatz eines Tools entscheide.

Falscher Trainingsaufbau, für dein Hund ungeeignete Trainingstools (zu klein/groß, zu flexibel,…) zu anspruchsvolle Übungen oder jene, die falsch durchgeführt werden oder sich für den Hund gar nicht eigenen, können einen Schaden anrichten. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Immer wieder sehe ich Videos mit Hunden, die sich mit viel Mühe völlig verkrampft auf Tools halten und der Halter ist begeistert. Das der Hund massiv angespannt ist und ein Trainingseffekt völlig unmöglich ist, wird dabei nicht bedacht.

Ich möchte dich an dieser Stelle keinesfalls verunsichern, sondern dich vielmehr dafür sensibilisieren, dich mit den körperlichen Strukturen deines Hundes, seinen körperlichen Bedürfnissen und Defiziten, etc. intensiv zu beschäftigen und sein Training dementsprechend zu strukturieren. Fitnessübungen für Hunde

Wenn du hierbei sichergehen möchtest, dass du alle Aspekte eines gut strukturierten Trainings berücksichtigst und Trainingspläne zur Orientierung toll findest, dann lege ich dir meine Online Kurse rund um das Thema Hundefitness ans Herz. Du findest dort eine große Auswahl an Kursen zu den unterschiedlichsten Themen, mit detaillierten Videoanleitungen zu den Übungen und passenden Trainingsplänen. Fitnessübungen für Hunde

Wenn du Fragen hast, oder Beratung benötigst, dann schreibe mir gern an tina@doggy-fitness.de !

Alles Liebe, deine Tina

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