Krallenschneiden beim Hund will gelernt sein

Im letzten Artikel ging es darum, warum Krallenschneiden beim Hund so wichtig ist und welche gravierenden Folgen zu lange Krallen auf den Bewegungsapparat haben. Häufig sind Hundebesitzer unsicher, wie sie die Krallen am besten schneiden und haben Angst ihren Hund zu verletzen. Daher verrate ich dir in diesem Artikel, wie du die Krallen deines Hundes am besten schneidest.

Krallenschneiden – das Wichtigste zu Beginn!

Wenn du mit dem Thema Krallenpflege noch gar nicht vertraut bist, empfehle ich dir, es dir so oft von deinem Tierarzt, Physiotherapeuten, Hundefriseur oder Tierheilpraktiker zeigen zu lassen, bis du dich selbst sicher genug fühlst.

Um deinen Hund mit dem Krallenschneiden vertraut zu machen, empfehle ich dir, ihn langsam daran zu gewöhnen. Lass ihn seine Pfote in deine Hand legen, massiere seine Zehen leicht und berühre die Krallen. Dann solltest du ihn mit der Krallenschere vertraut machen. Zeige sie ihm, führe ihm vor, welche Geräusche sie macht. Dann berührst du die Krallen mit der Schere und setzt sie an – ohne zu schneiden. Erst wenn er bei all dem entspannt ist, solltest du zum ersten Schnitt ansetzen. Und das Loben nie vergessen!

Wo fängt das „Leben“ in der Kralle an?

Genau wie die menschlichen Nägel bestehen die Hundekrallen aus Horn. Allerdings sind sie mit Nerven und Blutgefäßen durchzogen. Die kannst du bei einem Hund mit hellen Krallen sehr gut sehen. Die größte Angst der meisten Hundebesitzer ist, das Blutgefäß in der Kralle, das zusammen mit dem Nerv in der Krallenmitte liegt und die Kralle mit Blut versorgt, zu verletzen. Das blutet nicht nur stark, es tut dem Vierbeiner auch weh. Wenn dein Hund weiße Krallen hat, kannst du das Blutgefäß von der Seite hellrosa schimmern sehen und von vorne siehst du einen Punkt in der Krallenmitte. Hat dein Hund dunkle Krallen, siehst du das Blutgefäß von der Seite nicht besonders gut. Du solltest die Kralle grundsätzlich in sehr kleinen Stückchen, Millimeter für Millimeter schneiden. Auch wenn das im ersten Moment aufwendiger erscheint.

Auch wenn dein Hund dunkle Krallen hat, gibt es eine Möglichkeit zu sehen, wo das Blutgefäß beginnt. Von vorne betrachtet wird dann ein grauer Punkt sichtbar, der dir anzeigt, dass dort das Leben in der Kralle beginnt. So kannst du auch bei einem Hund mit dunklen Krallen sehen, wo das Leben anfängt. Je öfter man die Krallen schneidet, desto weiter ziehen sich die Blutgefäße in der Kralle zurück. Das bedeutet auch, dass man auch sehr lange Krallen mit regelmäßiger Pflege und etwas Geduld wieder in eine gesunde Länge bekommen kann.

TIPP: Wenn du dunkle Krallen mit der Taschenlampe anleuchtest, kannst du besser erkennen, wo das Leben in der Kralle ist.

Das Werkzeug – Womit kann ich die Krallen schneiden?

Ich nehme es gleich vorweg: Nagelscheren für den menschlichen Gebrauch eignen sich nicht für Vierbeiner! Um die Krallen zu kürzen gibt es verschiedene Arten von Krallenscheren und –zangen. Mit ihren runden Schnittflächen üben sie einen gleichmäßigen Druck auf die Kralle aus.
Bei Krallenzangen ist es wichtig, dass sie sehr scharf sind und gut in der Hand liegen. Gerade das „scheibchenweise“ Schneiden ist damit sehr einfach . Auch mit einem Krallenschleifgerät kannst du die Krallen kürzen. Die Methode ist sehr sanft und schnell, kann aber eventuell auch etwas kitzeln.

Wie hältst du deinen Hund am besten beim Krallenschneiden?

Wie du dich und deinen Hund positionierst hängt davon ab, wie groß dein Hund ist und wie vertraut er mit dem Krallenschneiden ist. Einen kleineren Hund kannst du recht gut auf den Schoß nehmen, die Pfote in der Hand halten und die Kralle zwischen Daumen und Zeigefinger. Übe nicht zu viel Druck auf die Pfote aus, denn das kann für deinen Hund unangenehm sein und er zieht die Pfote zurück. Ist dein Hund aufgeregt, kann eine zweite Person auch versuchen, deinen Hund mit Leckerchen abzulenken. In jedem Fall solltest du einen Zeitpunkt abpassen, an dem dein Hund müde ist.

Wie du optimal schneidest:

Du solltest die Krallen nie gerade abschneiden, sondern möglichst parallel zum Nagel. So ergibt sich die dargestellte Kante (Foto rechts oben), die verhindert, dass der Nagel bei einer Belastung splittert. Beginne an der Spitze der Kralle und schneide zunächst ein kleines Stückchen ab. Schau dir die Schnittfläche genau an, sieht sie verhornt aus, kannst du scheibchenweise weiter kürzen. Sobald sich die Schnittfläche verändert und du einen Punkt in der Mitte siehst, hörst du auf zu schneiden.

Bei einem schwarzen Nagel ist dieser Punkt grau. Runde die Ecken mit kleinen Schnitten ab. Das Blutgefäß liegt, wie beschrieben in der Mitte. Du kannst deinen Hund an den Kanten der Krallen nicht verletzen.

Was tun, wenn es doch einmal blutet?

Bei aller Vorsicht kann es doch passieren. Du hast ein Blutgefäß erwischt und deine Fellnase blutet. Bleibe selbst ruhig, um deinen Hund nicht zu beunruhigen. Lege dir vor dem Krallenschneiden etwas zurecht um eine eventuelle Blutung zu stoppen, Mehl oder Stärke auf die Kralle aufgetragen stoppt die Blutung sofort.

Ein Tipp noch zum Schluss:

Wenn dein Hund (oder DU) große Angst vor dem Krallenschneiden hat, dann beginne damit immer einzelne Krallen zu schneiden, statt alle auf einmal. Und viel Lob und Ruhe und eventuell eine zweite helfende Hand wirken oft Wunder. So ist das Krallenschneiden mit etwas Übung kein schweisstreibender Horrortrip mehr. Wenn du einen Junghund hast, solltest du ihn am besten direkt ans Krallenschneiden gewöhnen, so dass er es als ganz normal empfindet.

PS: Du kennst die fatalen Folgen von zu langen Krallen noch nicht? Dann solltest du den Bericht Krallenpflege beim Hund unbedingt noch lesen!

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Deine Tina

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